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Markus Söder hat maskenmäßig alles im Griff – die Mehrheitsbevölkerung auch

Dank eines geheimnisvollen Zaubers ist Horst, Entschuldigung, Markus Söder bislang erstens glattrasiert und zweitens noch einigermaßen gutfrisiert. Wieso eigentlich?? Die Friseure fürs gemeine Volk sind ja zu seit 15.12. – die von mir überaus geschätzte BILD-Zeitung hat das interessante “Problem” auch schon für die Fußballspieler diagnostiziert. Wobei bei denen Brutal-Haarschnitte ja etwas sozialadäquater sind als beim gewöhnlichen Volk.

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Ohne Maske ist es gleich viel schöner…

Gibt es etwa einige wenige privilegierte Leute in dieser unserer Corona-Republik, die weiterhin Friseur-Leistungen in Anspruch nehmen können? Gibt es etwa einige, privilegierte Leute, die ganz normal ihre Kohle weiter kriegen? Beamte z.B., oder Politiker(innen), oder Rentner, oder Festangestellte? Das kann doch eigentlich gar nicht sein. Denn es gibt ja ohne jeden Zweifel Leute, die seit Beginn der Corona-Maßnahmen unfreiwillig und unverhofft als totale Arschlöcher fungieren. Obwohl sie von den direkten Auswirkungen von Corona gar nicht betroffen sind. Deren Einkommen und Leben aber – auch wenn sie vorher fröhliche, wertvolle Steuerzahler mit einem funktionierenden Geschäftsmodell waren, mit einem Mal komplett weggebrochen ist. Nö, nicht weggebrochen – sondern von einem staatlichen Berufsverbot betroffen.

Ich rede hier mal wieder von den absoluten Randgruppen unserer Gesellschaft. Solo- und sonstige Selbstständige. Künstler und Künstlerinnen, Filmschaffende, Leute in der Veranstaltungsbranche, Film- und Fernseh-Typen und -Typinnen. Gastronomen; von der Bierschänke bis zum Sternerestaurant. Kleine Läden, Wäschereien, Ergotherapeut(inn)en und Fitnessstudio-Betreiber. Das sind natürlich alles Arschlöcher. Die hätten ja mit ihren unermesslich hohen Einnahmen in normalen Zeiten ein Polster schaffen können für diese kleine, kurzfristige Krise. Gell?

Und so geht es eben gar nicht mehr…. erst recht nicht mit FFP2-Maske

Stimmt doch, ihr Normalbürger, die ihr doch normalerweise auch gerne die Angebote dieser totalen Exoten in Anspruch nehmt? Mal in die Kneipe, ins Restaurant geht; ins Konzert, ins Kino? Und ihr, liebe Politikerinnen und Politiker, die ihr euch doch normalerweise so gerne sonnt im Glanz der Promis, der Stars und Sportler – die ihr doch normalerweise so gern eure Ärsche. tschuldigung; Nasen in hippen In-Schuppen präsentiert – jetzt gehen deren Betreiber gerade den Bach runter. Meint ihr allen Ernstes, ihr seid da nach dem Corona-Armageddon wieder willkommen?

Bei den Solo-Selbstständigen gab es ja schon beim ersten Lockdown die aparte Konstruktion: Rettungs-Zuschüsse gibt’s nur für Betriebsausgaben. Die sind aber gar nicht relevant (bzw. bei Künstler-Soloselbstständigen so gut wie gar nicht vorhanden…), sondern die ausbleibenden Umsätze und Gewinne, aus denen die Leute ihren Lebensunterhalt finanzieren. Ach so? Egal. Dann eben Hartz-4. Großzügigerweise dürfen die unverhofften Arschlöcher erst mal in ihrer Wohnung bleiben. Beim zweiten Lockdown die Gastronomie: Erstmal hieß es; 80% des Umsatzausfalls werden ersetzt. Jetzt plötzlich: April, April, Kohle (und auch die eh erst nur zwei Monate später…) fließt nur, wenn es einen “Verlust” gegeben hat.

Klar, die EU lässt da keine andere Möglichkeit zu. Nur dummerweise leben die kleinen Gastronomen ja auch von ihrem Betrieb. Genau wie bei den Solo-Selbstständigen: Es gibt da Fixkosten, es gibt da möglicherweise Personalkosten – und dann gibt es möglicherweise einen Sternekoch und seine Frau, die bislang mit Einsatz von morgens früh bis abends spät ein Restaurant geschmissen und aus dem “Gewinn” ihren Lebensunterhalt bestritten haben. Ersetzt wird jetzt aber nur der “Verlust”, also Null-Umsatz minus Fixkosten. Klar – der Sternekoch und seine Frau können doch jetzt Hartz-4 beantragen. Ihr Haus oder ihre Wohnung dürfen sie auch – einstweilen – behalten. “Ist das echt so dramatisch? Ich als Politiker- oder Behörden-Arsch kann das ja nicht so einschätzen?” “Ja, das ist dramatisch und zutiefst ungerecht.” Danke!!

WTF?? Wenn es diese sagenhafte “Solidargemeinschaft” geben sollte, von der Politiker(innen) schwafeln – dann ist es ja alles ganz einfach: Alle Bürgerinnen und Bürger gehen sofort auf Hartz-4. Super, was?? Alle Politiker(innen). Alle Rentner(innen), deren Arsch ja überproprtional gerettet wird… Alle Manager(innen). Journalist(inn)en. Alle Festangestellte und Festangestelltinnen. Die eingesparten Gelder pushen wir in die dringenden Maßnahmen wie Aufstockung der Pflege- und Gesundheits-Stellen. Corona-Tests bis zum Abwinken und Infektions-Monitoring, durchgeführt von Bundeswehr und ansonsten Arbeitslosen, alles finanziert durch die Sondermaßnahmen oder eben die lahmgelegten, aber solidarischen Leute und Leutinnen.

Super, gell? Geil, was? Da sind Sie alle dabei, stimmt’s? Auch Herr Söder und Frau Merkel und Herr Lauterbach, alle sind dabei, gell? Alle auf dem gleichen Verzichts-Level (ok, das ist immer noch ein Unterschied, ob jemand jetzt allein ist oder einen Partner/eine Partnerin hat, oder depressiv oder kerngesund – aber das lassen wir jetzt hier mal weg…) Alle einverstanden? Prima. Oder ist der ganze Scheiß nur eine total egoistische Panik-Aktion der weitgehend nicht betroffenen Mehrheit, wobei aber Ross und Reiter gar nicht genannt werden??? Und die Kollateralschäden eh nicht beziffert??

Die Staatskanzlei NRW hat sich zum Thema Golfverbot gemeldet…

…und das ist ja schon mal ein Fortschritt gegenüber dem ersten Lockdown Anfang des Jahres, wo da nur zum Schluss die sehr fragwürdige Mail der Staatssekretärin für Sport und Gedöns , Andrea Milz kam…

Heute erreichte mich also diese Mail – ich hab mal aus Gründen des Datenschutzes den/die Verfasser(in) gelöscht – weil ich davon ausgehe, dass sie/er nicht verantwortlich für die inkompetenten, unverschämten oder sogar bösartigen Einordnungen, “Begründungen” oder Entscheidungen der NRW-Landesregierung in Sachen Golf-Verbot ist. Der/die Verantwortliche ist wahrscheinlich ein(e) Fettarsch/ärschin mit null Checkung von Golf, oder ein(e) Golf-Hasser(in) aus ideologischen Gründen. Sorry – die Pandemie-Einschränkungen tragen irgendwie so allmählich zu einer gewissen Radikalisierung bei, auch bei mir in meiner Ausdrucksweise 🙂

 

Von: abteilungIIIcorona@stk.nrw.de <abteilungIIIcorona@stk.nrw.de>
Gesendet: Freitag, 8. Januar 2021 12:23
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Neue Corona-Vorschrift – Ihre E-Mail vom 15.12.2020

Sehr geehrter Herr Gessat,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 15. Dezember 2020 an Herrn Ministerpräsidenten Laschet und Frau Staatssekretärin Milz, in der Sie um die Zulassung des Individualsports auch auf öffentlichen und privaten Sportanlagen bitten. Aufgrund der Vielzahl der Anfragen, die hier eingehen, ist leider erst heute eine Rückmeldung möglich.

Wir haben Verständnis für Ihre Besorgnis und können Ihren Wunsch hinsichtlich des Golfspielens nachvollziehen, die aktuelle Pandemielage hat aber zu der Entscheidung geführt, dieses weiterhin nicht zuzulassen.

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) stieg in den vergangenen Wochen trotz verstärkter Infektionsschutzmaßnahmen, insbesondere seit dem 2. November, in nahezu allen Regionen Nordrhein-Westfalens weiter an. Dies ist noch nicht entscheidend durchbrochen. Mit diesen Entwicklungen stehen wir vor großen Herausforderungen. Zur Vermeidung einer akuten Gesundheitsnotlage in Nordrhein-Westfalen ist es deshalb erforderlich, durch eine erhebliche Reduzierung der Kontakte in der Bevölkerung insgesamt das Infektionsgeschehen aufzuhalten und die Zahl der Neuinfektionen wieder in die nachverfolgbare Größenordnung von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche zu senken. Deshalb befinden wir uns in ganz Deutschland nun weiterhin in einem Lockdown wie im Frühjahr dieses Jahrs.

Bereits im Dezember 2020 hat das Oberverwaltungsgericht Münster beispielhaft für Ihre Sportart Golf geurteilt und das Verbot für verhältnismäßig eingestuft. Die detaillierte Begründung können Sie hier nachlesen: https://www.ovg.nrw.de/behoerde/presse/pressemitteilungen/01_archiv/2020/104_201223/index.php

Wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen, die für den Erhalt des Sports auf der einen Seite sowie die Gesundheit jeder einzelnen Bürgerin und jedes einzelnen Bürgers umsetzbar sind. Ein Dank gilt an dieser Stelle allen Sportverbänden, Sportvereinen und Sporttreibenden, welche die bisherigen Entscheidungen der vergangenen Monate mit großer Solidarität umgesetzt haben. Das Land hat zudem umfangreiche Hilfsmaßnahmen für den organisierten Sport auf dem Weg gebracht.

Die derzeitige Situation erfordert unverändert Maßnahmen, um das Entstehen neuer Infektionsketten bestmöglich zu vermeiden. Mit den anderen Ländern in Deutschland beobachten wir täglich die Entwicklung der aktuellen Lage. Die vielen Rückmeldungen aus dem Sport helfen uns sehr dabei, entsprechend auf die epidemiologische Lage zu reagieren.

Wir werden alles dafür tun, dass wir die Pandemie in den Wintermonaten durch unser gemeinsames Handeln unbeschadet bewältigen können und der Alltag bald zurückkehrt. Dann werden wir sicher wieder in der Lage sein, draußen und drinnen Sport zu treiben.

Ich wünsche Ihnen für die kommende Zeit, dass Sie die belastenden Herausforderungen, die das Virus mit sich bringt, gut und möglichst bei sorgenfreier Gesundheit überstehen.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen

Postanschrift:   40190 Düsseldorf

Stadttor 1,   40213 Düsseldorf

Meine Antwort:

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Freitag, 8. Januar 2021 14:17
An: ‘abteilungIIIcorona@stk.nrw.de’ <abteilungIIIcorona@stk.nrw.de>
Betreff: AW: Neue Corona-Vorschrift – Ihre E-Mail vom 15.12.2020

Sehr geehrte Frau oder Sehr geehrter Herr S.,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Rückmeldung – das ist ja schon mal ein Fortschritt gegenüber dem letzten Lockdown.

Ich muss leider sagen, die Entscheidung der NRW-Regierung, das Golfspielen auch in Zweierflights weiterhin nicht zuzulassen, ist auch weiterhin nicht nachvollziehbar und eben erstens schlichtweg eine Fehlentscheidung – so etwas soll ja vorkommen im politischen und behördlichen Handeln – und zweitens von ihrer Begründung her fachlich stümperhaft und inhaltlich sogar eine Unverschämtheit.

Ich habe mich in der Zwischenzeit mit der von Ihnen zitierten Entscheidung des OVG Münster auseinandergesetzt http://mgessat.com/nachklapp-zum-golfverbot-in-nrw-und-der-entscheidung-des-ovg-muenster/ – das war wohlgemerkt keine Entscheidung in einem Hauptverfahren, sondern erst einmal „nur“ die Abweisung eines Antrags auf einstweilige Verfügung. Das OVG Münster ist ja leider wenig nachvollziehbar den „Begründungen“ im Nachtrag zur Coronaschutzverordnung gefolgt https://www.mags.nrw/sites/default/files/asset/document/201217_begruendung_coronaschvo_ab_16.12.2020.pdf und hat dabei ebenso wenig Sachkunde bewiesen wie Ihr(e) famose(r) Verfasser(in), der/die in der Erläuterung etwas von „Hindernissen, Wegkreuzungen, Staus an bestimmten Greens, erhöhter Aerosolproduktion und nicht möglicher Verhaltenskontrolle“ faselt.

Auch Argumente aus dem Ministerium, wie ich sie z.B. hier https://www.wp.de/sport/lokalsport/hagen/golfklubs-in-herdecke-und-wetter-hoffen-auf-ausnahmeregelung-id231268586.html lesen muss – wo also davon geredet wird, der „Tourismus“ müsse im derzeitigen Pandemiegeschehen eingeschränkt werden – die sind ja nicht nur inkompetent, sondern sogar schon bösartig. In normalen Zeiten, also bei geöffneter Gastronomie und Hotellerie, mögen bestimmte Golfplätze ja „ein Teil der touristischen Infrastruktur“ sein – aber doch nicht jetzt. Das also zur Begründung der notwendigen Schließung zu bringen, ist unfassbar – wenn momentan tatsächlich Spieler von außerhalb auf einen Golfplatz anreisen würden, kommen sie eben genau wie die Clubmitglieder per Auto, gehen zum ersten Abschlag, laufen danach in der Einbahnrichtung mit riesigen Abständen über den Platz, steige wieder ins Auto und fahren nach Hause. Was faselt das Ministerium da von „Tourismus“ bzw. wie soll das zu einem Infektionsgeschehen beitragen?

Bei solchen „Begründungen“ und fachlichen Inkompetenzen, ja sogar Bösartig- und Unverschämtheiten kommt mir die Galle hoch – da können Sie leider weder von mir noch von den anderen Betroffenen ein Verständnis für die Maßnahmen erwarten – zumal ja wie bereits erwähnt andere Bundesländer hier offenbar auch zu anderen Bewertungen kommen.

Ich kann nur noch einmal darauf hinweisen, dass beim (auch vom OVG angeführten…) Verweis auf die körperliche Betätigung in öffentlichen Anlagen die Infektionsmöglichkeiten höher sind als mit den immensen räumlichen und zeitlichen Abständen auf einer Golfanlage; und dass insofern die weitere Schließung von Golfanlagen kontraproduktiv und sogar eine zusätzliche Gefährdung für die Betroffenen bedeutet – zusätzlich zu den psychischen und körperlichen gesundheitsschädlichen Effekten durch die verringerte Bewegung.

Dies alles wird ggf. dann auch in juristischen Klageverfahren bis hin zum Bundesverfassungsgericht zu klären sein.

Als Fazit nur noch einmal der Hinweis – das Verständnis und die Bereitschaft in der Bevölkerung, die gewaltigen Zumutungen weiterhin hinzunehmen reichen nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag. Die „Wintersport“-Aktionen in den vergangenen Tagen – wobei ich übrigens auch das mit dem Auto anreisen und dann Schlittenfahren für wenig infektionsrelevant halte – haben das ja vielleicht ansatzweise gezeigt. Es gibt sicherlich Verständnis für nachvollziehbar begründete Einschränkungen mit Augenmaß. Nicht nachvollziehbare Einschränkungen werden allerdings als Willkür und – tatsächlich – Unterdrückung empfunden.

Ihnen persönlich wünsche ich natürlich auch alles Gute und gute Gesundheit – meine ist momentan eben tatsächlich schon nicht mehr „sorgenfrei“.

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Gessat
Am Südpark 23
50968 Köln

 

 

 

Ich habe schon wieder einen neuen Eismann

Ich habe schon wieder einen neuen Eismann – und da spreche ich natürlich nicht vom ambulanten Gelato-Verkäufer im umgebauten VW-Bully, sondern vom selbstständigen Handelsvertreter einer bekannten Tiefkühl-Kette. Für mich als Single ist Eismann der Anbieter der Wahl – die Ware changiert so zwischen Gemüse- Fisch- oder Fleisch-Basics und kompletten Mahlzeiten a la “Essen auf Rädern”. Selbstredend präferiere ich die Basics; noch hab ich ja meine zweiten Zähne.

Auf jeden Fall also solide Qualität zu ambitionierten Preisen – geliefert wird das Ganze eben immer vom Eismann (eine Eisfrau war bislang noch nicht dabei…) – und das ist offenbar ein selbstständiger Einzelunternehmer oder Franchise-Partner. Der das Produkt-Sortiment übernimmt und den Eismann-Wagen durch die Lande kutschiert – und eben offenbar bei seinem Verdienst davon abhängt, wie ergiebig oder lukrativ sein Kunden-Bezirk ist und wie lange er da umherkutschiert, um die Kunden mal mit größeren, mal mit kleineren Lieferungen zu beglücken…

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Ein Eismann in der Getty-Bildersuche 🙂

Personell gibt es da über die Jahre ein gewisse Fluktuation – und gerade bekomme ich da wieder eine Email von einem neuen, hoffnungsvollen Eismann, der mich zukünftig betreuen wird. So ganz uneingeschränkte Freude löst das allerdings nicht aus bei mir – wie schon in der Vergangenheit auch. Was ist mit meinem vorherigen Eismann? Ist der tot, dem grimmen Corona-Virus zum Opfer gefallen? Ist der pleite – weil ich z.B. zu wenig gekauft habe, oder weil das Franchise-Konzept von Eismann den Fahrern gar keine reelle Chance bietet?

Oder ist der aufgestiegen, wie seine Vorgänger hoffentlich, und lässt jetzt ahnungslose und hoffnungsvolle Newcomer die harte Verkaufsarbeit an der Single-Kundenfront machen? Fragen über Fragen. Die ich vermutlich niemals beantwortet bekommen werde. Fest steht: Jeder neue Eismann bedeutet Abschied nehmen von einem alten Eismann. Von dessen Marotten oder Manieren. Ok – das haut mich jetzt nicht total um. Und vielleicht wäre die Erschütterung bei liebgewonnenen Eisfrauen noch deutlich stärker. Aber eine Erschütterung ist es dennoch. In diesen furchtbaren Corona-Zeiten.

Wie sozialkompatibel ist die Pestdoktor-Maske wirklich??

Ich muss ja ganz ehrlich sagen – ich drödel so seit geraumer Zeit mit einer Mischung aus Depression und Wut herum. Depression mal aufgrund meiner genuinen Veranlagung; getriggert durch den monatelangen Anblick von Corona-Masken-Fressen in Bus, Bahn und bei sonstigen Gelegenheiten. So richtig kleidsam ist das Utensil bei wirklich niemandem. Zusammen mit Kopfbedeckungen oder Sonnenbrillen kommen wir schon in Richtung Tschador – mit den entsprechenden Beklemmungen.

Wut mal beim Beobachten von Zeitgenossen auf öffentlichen Straßen und Plätzen – meilenweit kein anderer Mensch in Sichtweite oder gar auf 1,5-Meter-Abstand; beim aneinander-vorübergehen sprechen wir gerade mal von einem Sekunden-Kontakt – wovor habt ihr Angst?? Die armen Mitmenschen zu infizieren und gnadenlos zu töten?? Dann bleibt doch bei Symptomen zuhause. Selbst infiziert zu werden und rettungslos zu sterben? Da hilft eine normale Maske leider nicht allzuviel weiter. Aber an der normalen frischen Luft ist die Konzentration der zu 0,0…% tödlichen Viren jetzt eher nicht so existenzgefährdend.

Das alles ist irre – oder irrationales Voodoo. Da fühlen sich manche jetzt vielleicht besser mit der Maske auf freier Flur. Ein Aluhut oder ein Corona-Geweih schützt euch allerdings genau so sicher. Oder noch viel schöner – eine Pestmaske. Ein immerhin schon historisch einigermaßen verortetes Utensil – trotz aller Bedenken, ob es dergleichen wirklich überhaupt gegeben hat. Ganz klar, eine Pestmaske bedeckt Mund und Nase. Ob die allerdings wirklich Corona-kompatibel ist, ist die Frage. Schlechter als ein lächerliches Halstuch, das mal eben so pro Forma über den Mund gezogen wird, ist die Pestmaske sicherlich nicht.

Und optisch um Lichtjahre weiterführender.

 

PacMan

Rezension aus Deutschland vom 24. Oktober 2020

Farbe: SchwarzVerifizierter Kauf

Der Corona-Überlebens-Check: Rindfleisch im eigenen Saft.

So. Ich bin natürlich auch im März in Panik verfallen, als ich gerade noch mit letzter Müh und Not aus dem Skiurlaub in der Schweiz in die Heimat fliehen konnte. Als dann hier ge-down-locked wurde, ich in “freiwillige” Selbstquarantäne musste. Als in den Supermärkten Nudeln, Klopapier und Seife definitiv weg waren und sich die bange Frage stellte: Werde ich zu den (99,97%…) Überlebenden gehören? Ich gestehe das ganz offen ein: Auch ich habe natürlich dann meine Hamster-Tour gemacht und meinen Rucksack und die Tragetaschen vollgepackt mit dem Nötigsten. Was man eben so auf dem Fahrrad wegschaffen kann.

Unter anderem auch Artikel, die ich schon lange nicht mehr in Erwägung gezogen hatte: Dosensuppen. Ok, die halten extrem lange. Und schmecken auch gar nicht sooo schlecht. Aber auch schon etwas härtere Krisen-Kost aus dem Konserven-Regal. Zum Beispiel: “Rindfleisch im eigenen Saft.” Wie das überhaupt aus der Perspektive von Rindern mit Rindfleisch-Saft so beschaffen ist, das lassen wir einstweilen dahingestellt. Auf jeden Fall hab ich jetzt mal eine der angeschafften, an sich noch recht lange haltbaren Dosen geöffnet und verköstigt. (Weil ich ja nicht immer nur an dem ebenfalls als Corona-Überlebensgarantie erworbenen Parmaschinken schnibbeln kann…)

Das Produkt sieht – nach einigem Konsum – so aus:

Und es schmeckt auch ziemlich genauso, wie es aussieht. Also ein bisschen in Richtung Corned Beef, aber noch mal deutlich unlockerer; eher in Richtung Krise und Krieg. Keine Ahnung, ob man das durch Erhitzen oder Weiterverarbeiten noch irgendwie aufhübschen kann. Aber solche Erwägungen gehen ja eh am Kern des Produktes völlig vorbei. Dies ist kein Produkt für verzärtelte Gourmets; für die Liebhaber von “Papageienzunge an Papaya-Juice.” Dies ist ein Produkt für Leute, die überleben wollen in schwierigen Zeiten. Oder die die Verantwortung dafür tragen, dass ihre Lieben – Weib, holdseliges Töchterlein, verfettete Katze etc. – überleben.

Ein Produkt für Familienväter, ängstliche Singles und Prepper also. Ein Produkt, das in seiner hermetischen Dosen-Verpackung Pandemien übersteht, aber auch Atomangriffe. Ein Relikt des Kalten Krieges, das jetzt zu wundersamer neuer Aktualität aufläuft. Eines steht fest: Ich beginne zwar gerade, die gehamsterten Lebensmittel so allmählich aufzufuttern, hoffentlich kongruent zu ihrem Haltbarkeitsdatum. Aber natürlich werde ich gleichzeitig den drei-Monats-Überlebens-Puffer wieder nachkaufen und aktualisieren. Jetzt bin ich sensibilisiert. Denn es könnte ja sein, dass mal eine wirklich kritische Pandemie vorbeischaut, bei der ich wirklich definitiv zuhause bleiben möchte.

Dann, spätestens dann, schlägt die Stunde vom “Rindfleisch im eigenen Saft.” Das Zeug schmeckt zwar grenzwertig, aber sichert mir das Überleben für ein paar Tage. Ein gutes Gefühl. So ähnlich wie damals als Kind, als ich Abenteuer-Geschichten gelesen habe, bei denen die Akteure allen möglichen Gefahren und Entbehrungen ausgesetzt waren. Und ich hab mir beim Lesen jeweils ein, zwei Tafeln Schokolade reingezogen. Oder eine Familienpackung Eis. Ein Vergnügen gewinnt eben deutlich an Durchschlagskraft, wenn es vor dem Hintergrund eines tatsächlichen oder imaginierten Armageddon genossen wird.

NRW-Sport-Staatssekretärin Andrea Milz vor Ort im Lemmerz-Freibad

Zum Lemmerz-Freibad in Königswinter hab ich eine tiefe, innige Verbundenheit. Ich hab nämlich aus bestimmten, hier nicht weiter zu erörternden Gründen die Website der Initiative zusammengebastelt, die die angedachte Schließung des wunderhübschen historischen Bades vor der Kulisse eines Ausblicks ins Rheintal verhindern wollte. Das Ziel der Initiative ist offenbar geglückt; die Website (deren Zugriffsmöglichkeiten ich vor geraumer Zeit an andere abgegeben habe…) aber scheint inzwischen etwas vernachlässigt worden zu sein 🙂

Freibäder sind natürlich Horte und Hotspots der Corona-Übertragungsmöglichkeit. Infizierte und Nicht-Infizierte springen ins Wasser, röcheln oder näseln (oder pieseln…) da in die Becken-Füllung – und ob die Chlorung die tödlichen Viren killt, ist noch längst nicht ausgemacht. Umso tapferer von unserer famosen NRW-Sport-Staatssekretärin Andrea Milz, das Lemmerz-Freibad zu besuchen. Ins (möglicherweise verseuchte…) Wasser reingesprungen ist Frau Milz offenbar nicht, aber sie hat eine wunderbare Botschaft hinterlassen für alle wagemutigen Schwimmer und Schwimmerinnen:

 

Auf einen ähnlich riskanten Besuch auf einem NRW-Golfplatz hat sich Frau Milz bislang noch nicht eingelassen. Klar; da lauern natürlich noch mal ganz andere Gefahren – vor allem publicity- und BILD-Zeitungs-mäßige.

Es ist ja auch sicherlich kein Zufall; oder eben nur totaler Irrsinn, dass selbst die Golfplätze in Irland nur für Mitglieder innerhalb eines Radius von fünf Kilometern aufgesucht werden dürfen. Klar. Wer da per Automobil als Mitglied aus sechs, 10, 20 oder 40 km Distanz anreist, löst selbstredend zwangsläufig ein Corona-Armageddon aus. Also bitte für immer zuhause bleiben und an Vereinsamung, Verfettung, Herzinfarkt und Kreislaufkollaps sterben!! Danke!

Kann man diese Voll-Horste nicht mal in Grund und Boden verklagen???

Helge Schneider zu Corona: Forever at Home, forever alone

Der alternative Eurovision-Song-Contest auf Pro 7 war ja gestern ein gewaltiger Bauchklatscher. Ärmliche Songs von “internationalen Stars” mit deutsch-verankertem Migrationshintergrund, eine Akustik wie aus dem Schuhkarton; pardon – dem Raab-Fernsehstudio. Uninspirierte Moderatoren und Interpreten, die in die leeren Ränge hinein “I-love-to-entertain-you”-Stimmung verströmen mussten. Dann die Väter, Freunde, Kumpels der Interpreten, die mal eben aus Daffke die “Nationen-Wertung” beisteuern.

Das alles war, geb ich ja zu, echt hart – für die Beteiligten und für die Zuschauer.

Und dann doch noch der Moment des Staunens, der Überraschung und der Begeisterung: Helge Schneider tritt als letzter Teilnehmer auf – “für Deutschland”. Und lotet den Corona-Wahnsinn aus, bis in die letzte “Stay-at-Home-Helden”-Ecke. Das reicht natürlich nicht für den “Sieg” im Contest; dazu ist die Verständnis-Ebene zu komplex. Aber ein epischer Augenblick. Forever.

 

Die geistige Gesundheit und Mobilität kann wieder gestärkt werden

Je mehr ich über den Satz in dem Brief gestern (im Beitrag hier ganz unten…) von unserer famosen NRW-Staatssekretärin für Sport und Gedöns, Frau Andrea Milz, nachdenke (“Durch die Änderung der Coronaschutzverordnung NRW können Sie sich nun wieder bewegen und Ihre geistige Gesundheit und Mobilität stärken.”), desto mehr komme ich ins Grübeln. Ist das ein äußerst feinsinniger Ansatz, meine intellektuelle Satisfaktionsfähigkeit in Frage zu stellen (dazu gibt es eigentlich im Vergleich der Argumentationstiefe in meinem Blogpost und der im Brief der Staatssekretärin keinen Anlass…)?

Ist es ein zartes, empathisches Eingehen auf die von mir geschilderten, ganz persönlichen Beeinträchtigungen, die ich durch die nicht gerechtfertigte wochenlange Sperrung der Golfplätze hinnehmen musste (die Schilderung war übrigens auch schon als Blaupause für eine Klage gegen die rechtlich nicht haltbare Maßnahme gedacht…)? Während Spaziergänger, Jogger und Fahrradfahrer ganz gemütlich durch Parks und Fußgängerzonen einherwandeln durften – trotz eines definitiv dort höheren Infektionsrisikos? Dazu bei Golfpost.de eine nette Karikatur:

Karikatur von Torsten Kropp bei Golfpost.de https://www.golfpost.de/community/posts/5eb038804c729f00062be320/

Ist es eine Botschaft an eine vermutet ältere Zielgruppe an der Grenze zur Senilität (die Frage ist ja, ob man die Passage lesen muss als “geistige Gesundheit und geistige Mobilität” oder “geistige Gesundheit und (körperliche…) Mobilität”)? Oder ist das Ganze einfach nur Behörden-Kommunikationsabteilungs-Geschwurbel? Ohnehin kann man ja recht lange darüber nachsinnen, ob die “Antwort” von Frau Milz bzw. ihrer Mitarbeiter(innen) noch als Zeichen guten Willens oder aber schon als Verhohnepiepelung interpretiert werden muss. Woanders galoppiert der Amtsschimmel bzw. der Corona-Wahnsinnsgaul ja ohnehin fröhlich weiter.

Die hehren Worte von DGV-Chef Claus Kobold jetzt sind bestimmt auch gut gemeint, aber eigentlich bestenfalls folkloristisch. Die “Clubverantwortlichen, der Dachverband, die Landesgolfverbände und viele Golferinnen und Golfer haben gemeinsam” eben nicht “erfolgreich dafür gekämpft”, dass wir wieder Golf spielen dürfen. Sondern wir sind – jedenfalls speziell in den Bundesländern NRW und Bayern, in denen ja Führungspersönlichkeiten mit Kanzlerambitionen das Sagen habe, absolut unerfolgreich in der ganz normalen Grabbelkiste “jetzt darf das ganze Sportgedöns mal langsam wieder lockern” gelandet. Egal, wie jeweils die tatsächliche Infektionsgefahr war oder ist.

Mit der Realitätswahrnehmung ist das ja immer so eine Sache. Bei Politikern wie auch bei Funktionären. Aus meiner Sicht war (und ist, in Bezug auf die immer noch bestehenden Einschränkungen…) das ganze Geschehen ein ganz klarer Rechtsbruch, eine unverhältnismäßige Einschränkung der Grundrechte und sogar eine Gesundheitsgefährdung. Und es war und ist ein ganz klarer Tigerfell-Bauchklatscher unserer Verbände, die eben offenbar doch überhaupt keinen signifikanten Einfluss auf die Politik haben, wenn es mal nicht um Champagnertrinken bei lustigen Schönwetter-Charity-Events und wohlfeile Sonntagsreden, sondern um differenzierte, wirklich wichtige Sachentscheidungen geht.

Wie dem auch alles sei. Mein Platz ist wieder auf, und ich habe heute die erste Runde gespielt. Leider ja erst mal nur 9-Loch. Mann, Mann; wie schön. (Und schon wieder könnte ich eigentlich ausrasten, welche Traumbedingungen wir in den letzten Wochen unnötigerweise in die Corona-Tonne gekloppt haben…) Aber wie heißt es so schön: “Schaue vorwärts, nie zurück.” (“In der Arbeit liegt dein Glück.” Wie, was?)  Der Platz ist jedenfalls in sehr gutem Zustand. Die renovierten Grüns auf der 6 und 7 sehen schon ziemlich anständig aus, obwohl man sie noch nicht bespielen darf. Mit Bunkersand aus Honolulu.

Das renovierte Grün auf der 7. Hoffentlich ist das bald wieder auf – das Wintergrün ist nämlich erheblich schwerer zu treffen…

Und der wegen Borkenkäfer oder Eichenlaubspinner oder sonstwas arg gerupfte Baum auf der 8 hat sich wieder ganz gut erholt und strahlt jetzt einen gewissen Bonsai-Charme aus. (Es gibt ja wohl, so haben mir das eingeweihte Kreise zugetragen, allen Ernstes einige Mitglieder im MGC, die den Baum gerne abholzen würden. Weil sie da nicht drüber oder dran vorbei kommen. Da kann ich nur sagen, ein Golfplatz ist doch kein Ponyhof. Einfach mal ein paar Stunden beim Pro nehmen, anstatt an die Kettensäge als Ausweg aus golferischem Unvermögen zu appellieren… 🙂

Die 8 mit dem wunderschönen Baum in der Mitte – der macht natürlich gerade den Charakter der Bahn aus.

Der Baum bleibt stehen. Basta. Ist eh ganz easy, drüber zu spielen. Klonk; Blätter riesel. Mist. 🙂

Corona-Strategie: “Je härter die Maßnahmen, desto besser”

Ich habe heute erst das Interview bei zeit.de mit dem Mathematiker Wolfgang Bock gelesen, der “an der TU Kaiserslautern zur Ausbreitung von Krankheiten forscht” und offenbar auch die polnische; zum Glück nicht die deutsche Regierung berät. Herr Bock plädiert für eine maximale Beibehaltung bzw. sogar Ausweitung der Kontaktsperren und des “Social Distancing”, bis das Corona-Virus “ausgestorben” ist.  Weil es eben irgendwann nicht mehr “genügend” Überträger gibt. Den nötigen Zeitraum für diese Strategie und die Aufrechterhaltung der Maßnahmen hat Herr Bock bei “90% Kontaktreduzierung” auf “etwas mehr als ein Jahr” taxiert.

Bis dahin also Shut-Down, mit wahnwitzigen Folgen für das Leben aller Menschen und der Wirtschaft, mit wahnwitzigen auch gesundheitlichen “Kollateralschäden” aufgrund der Einschränkung der Bewegungsfreiheit? Es gibt da ja leider einen klitzekleinen Haken an diesem wunderschönen mathematischen Modell, wie man das Virus “aushungern” lassen kann – und der ist sogar dem Experten Wolfgang Bock klar, weil es ja nach dieser Strategie keine “Herdenimmunität” geben wird:     

“Würde das Virus dann von außerhalb wieder importiert – was nicht unrealistisch ist – stünde man vor einem Problem.”

Bingo – nämlich vor exakt dem gleichen, wie gerade derzeit auch schon. (Nur dass bis dahin schon ein paar hundert Milliarden Euro verbraten sind, so und so viele Leute Pleite gemacht, psychisch zerstört sind oder Selbstmord begangen haben…) Wir wären dann wieder bei Null und könnten also das Spielchen bis in alle Ewigkeit fortführen.

Dann müsste man hoffen, dass möglichst bald ein Impfstoff zur Verfügung steht. Solche Überlegungen sind in diesem Modell aber noch nicht berücksichtigt. Hier haben wir erst einmal geprüft, was mathematisch am sinnvollsten wäre.

Eben. “Hoffen”. Und “noch nicht berücksichtigt”. Und deswegen ist diese isolierte “mathematische” Betrachtung einfach totaler Bullshit. Sorry. Nach diesem “etwas mehr als ein Jahr” des Wahnsinns mit allen wirtschaftlichen, psychischen und gesundheitlichen “Kollateralschäden” müsste man ja die Grenzen auch weiter zulassen. Kein Urlaub, keine Dienstreisen im Ausland mehr für Deutsche, keine Einreise mehr für Leute aus dem Ausland ohne mindestens zweiwöchige Quarantäne. Für immer. Solange nicht alle anderen Staaten auf der Welt das gleiche Szenario genauso strikt durchziehen.

Aber wer sagt, dass es nicht im nächsten Jahr eine neue Virus-Variante mit der gleichen Letalitäts-Rate gibt – die aber bislang eh ja noch gar nicht zuverlässig quantifiziert worden ist? (Vom übrigens theoretisch auch jederzeit denkbaren Szenario einer wirklich dramatischen Pandemie mit Letalitätsraten wie bei Ebola jetzt einmal völlig zu schweigen…) Ich muss da ganz offen sagen – obwohl ich mit meinen 55 Jahren ja auch schon ansatzweise zur “Risikogruppe” zähle: Es kann nicht sein, dass 99% (oder 99,9%?) der Bevölkerung ihr Leben auf unabsehbare Zeit in die Tonne kloppen, um möglicherweise das Leben von 1% (oder 0,1%?) der Bevölkerung etwas zu verlängern.

Mathematische Modelle mit “Ideallösungen” sind eine Sache – erst recht, wenn man einfach ganz elementare reale Parameter einfach erst mal salopp unter den Tisch fallen lässt. Realitische, politisch durchsetzbare Szenarien sehen anders aus. Das sind Abwägungen, in denen auch irgendwann Zumutbarkeiten und Verhältnismäßigkeiten eine Rolle spielen. So ist das auch verfassungsmäßig vorgesehen. Mit freischwebendem “Experten”- Herumgerechne ist jedenfalls auch niemand gedient.

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Die Menschen sind verunsichert. Ein Virus kursiert, von dem man noch nicht so ganz weiß, wie gefährlich es ist – sagen wir mal im Vergleich zu Ebola. Da kann man schon mal als Notenbankchef von “schöpferischer Zerstörung” schwafeln, wenn Solo-Selbstständige oder Kleinunternehmer (mit in Normalzeiten völlig gesunden Geschäftsmodellen…) aufgrund staatlicher Anordnungen von heute auf morgen keine Einnahmen mehr haben. Hauptsache, die eigene dicke Kohle fließt weiter. (Aber aufpassen, lieber Herr Holzmann – Sie gehören zur Haupt-Corona-Zielgruppe. Es gibt eben nicht nur ökonomische, sondern auch biologische Reinigungsprozesse… 🙂 )

Da kann man auch schon mal als öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber komplett die Solidarität mit seinen freien Mitarbeitern sausen lassen. Auch wenn man gar keine Einnahmeausfälle hat, weil die (mittlerweile gesellschaftlich ja hoch umstrittene…) Gebühren-/Beitrags-Kohle völlig ungemindert wie ursprünglich budgetiert weiterfließt. Im Gegensatz zur Situation bei Restaurants, Konzertveranstaltern, Künstlern und Taxifahrern. Auch aufpassen, liebe festangestellten und besserverdienenden Entscheidungsträger – wir sitzen alle im gleichen (bislang komfortablen…) Glashaus!

Aber was rede ich denn da? Für alle denkbaren Probleme der Welt – von Potenzschwäche bis Geldarmut – trudeln täglich viele liebe, attraktive Lösungsvorschläge in meinem Email-Postfach ein. Ich weiß gar nicht, wie viele Millionen-Vermächtnisse ich schon ungenutzt habe verfallen lassen – ich komme eben einfach vor lauter Lebensmittel-Hamstern gar nicht dazu, die alle ordnungsgemäß zu reklamieren. Heute habe ich aber einmal eine Mail bekommen, die etwas aus dem Rahmen fällt.

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Hokus. Pokus. Fidibus!!

Denn hier wird die Problemlösung einfach einmal ganz offen, ganz ungeniert in einen wundervollen, freischwebenden Bereich transferiert: In die Welt des Zaubers. Nicht zu Harry Potter, sondern zu Dr. John. Ich möchte Ihnen daher ausnahmsweise diese Botschaft nicht vorenthalten:

Mein Leben ist zurück !!!

Nach 2 Jahren Ehe ging meine Frau zu einem anderen Mann. Ich hatte das Gefühl, mein Leben würde bald enden. Ich hätte fast Selbstmord begangen. Ich war sehr lange emotional niedergeschlagen. Dank eines Zauberwirkers namens Dr. John, den ich online kennengelernt habe, als ich im Internet surfte. Ich bin auf viele Zeugnisse über diesen Zauberwirker gestoßen. Einige Leute sagten aus, dass er ihren Ex-Liebhaber zurückgebracht habe, andere sagten aus, dass er den Mutterleib wiederhergestellt, bei Gerichtsverfahren und anderen Krankheiten geholfen und auch Zauber gewirkt habe, um Lotterie zu gewinnen und Wetten zu gewinnen, andere sagten aus, dass er einen Zauber wirken könne, um die Scheidung zu stoppen und bald. Ich stieß auch auf ein bestimmtes Zeugnis, es handelte sich um eine Frau namens Sonia, sie sagte aus, wie er ihren Ex-Liebhaber in weniger als drei Tagen zurückgebracht hatte, und am Ende ihres Zeugnisses ließ sie die Kontaktadresse von Dr. John fallen. Nachdem ich all dies gelesen hatte, beschloss ich, es auszuprobieren. Ich kontaktierte ihn und erklärte ihm mein Problem und folgte seinen Anweisungen. In nur 3 Tagen kam meine Frau zu mir zurück. Wir haben unsere Probleme gelöst und sind noch glücklicher als zuvor. Dr. John ist wirklich ein begabter Mann und ich werde nicht aufhören, ihn zu veröffentlichen, weil er ein wunderbarer Mann ist … Wenn Sie ein Problem haben und nach einem echten und echten Zauberwirker suchen, um alle Ihre Probleme für Sie zu lösen. Kontaktieren Sie ihn jederzeit, er hat die Antwort und Lösung für Ihre Probleme. Hier ist sein Kontakt: E-Mail: (zensiert)

P.S. 1: Wenn Sie die originalen Kontaktdaten zu Dr. John haben wollen – kein Problem; überweisen Sie mir einfach 1000,- Euro; ich brauche die Kohle gerade. (s.o.)

P.S. 2: Dr. John kann selbstverständlich auch gegen das Corona-Virus und gegen dessen Kollateral-Schäden helfen; sonst wäre er ja ein schlechter Zauberwirker.