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Das Wunder-Armband wird mir helfen

Ich hab mich da schon mal geoutet: Ich spiel seit einiger Zeit Golf. Und zwar ziemlich ernsthaft und ambitioniert – was natürlich neben dem förderlichen und entspannenden Faktor (man sitzt nicht bräsig und zusammengekauert vor dem Monitor, sondern bewegt seinen Arsch und dazu noch das Golfbag kalorienverbrauchend durch die Prärie 🙂 ) auch noch einen negativen Faktor ins Leben reinbringt: Wenn plötzlich (bzw. immer mal wieder…) alle Schläge getoppt oder zu kurz sind oder gescliced in die Binsen gehen, obwohl man doch “eigentlich” das Mysterium der Hüft-Schulter-Entkoppelung gerade gelöst hatte – dann verflucht man das Dasein.

Die Sache wird noch mal komplizierter, wenn man zusätzlich noch eine andere Sportart wie “Singen” betreibt. Weil nämlich da irgendwelche “Erkenntnisse”, die nach ein paar Tagen plötzlich “irgendwie” nicht mehr klappen, zu fürchterlichsten Verspannungen führen, die dann auch den auch den “eigentlich” schon begriffenen Golfschwung unmöglich machen. Ok – wer in keiner der beiden Disziplinen unterwegs ist, weiß gar nicht, wovon ich hier rede… Herzlichen Glückwunsch!

Aber für die Eingeweihten: Ich habe jetzt das ultimative Gegenmittel, die ultimative Erlösung gefunden und kostenpflichtig bestellt. Ich poste hier mal die Beschreibung dieses Wunder-Gadgets:

Trion:Z ZenLoop Solo Ionic Bracelet. Trion:Z is the #1 therapy bracelet on Tour worn by over 200 PGA Tour Golf Professionals. The all new ZenLoop wristband contains powerful negative ions producing materials in the pod and patented ANSPO magnetic technology, working together to produce the most powerful product of its type, on the market today. Constructed with premium grade, climbing rope inspired braided cord, strength tested to 50 kg and finished with a magnetic push fit fastening. The water resistant, high grade dual density silicone material is infused with negative ions that are released in abundant levels. The stylish and functional, brushed stainless steel power POD features 2 x 1,000 gauss magnets working together to produce one of the most powerful products of its type on the market today, producing over 1,000 negative ions per second. ‘Clinical tests have shown that wearing the bracelet provides significant improvement to pain, stiffness and daily functioning.’

 

Tja, liebe Golf-Freunde – wenn da schon über 200 Golf-Pros (die können ja nicht alle bekloppt sein…Oder doch?) drauf vertrauen, dann wird das Ding wohl funktionieren, oder nicht? Die Lidl-Golfer können natürlich auch die Billig-Version des Armbands bestellen und lächerliche 5€ sparen. Und aber mit der spärlichen Hälfte der Gauss-Kraft auskommen. Viel Spaß dabei!!!

Mit meinem Power-Armband spiele ich demnächst alles in Grund und Boden! Ihr armen Erdenmenschen! Nähere Details und Erfahrungsberichte bald hier in diesem Blog.

Plötzlich RAW: Ernste Probleme mit externen (WD MyBook)-Festplatten

Ich predige das ja seit Jahren – wenn Sie kein (zuverlässiges…) Backup von Ihren Daten haben, dann sind Ihre Daten schon weg. Die sind gar nicht da, obwohl Sie das vielleicht anders empfinden. Aber das ist eben nur eine Illusion – denn jede Festplatte, jede SSD kann innerhalb einer Sekunde – völlig legitimerweise – abrauchen; sich mit einem gravierenden Fehler verabschieden. Ohne Vorankündigung, im schlimmsten Fall ohne eine Chance, da noch irgendetwas zumindest teilweise zu retten. So weit, so schlecht.

Ich setze da ebenfalls seit Jahren auf eine Backup-Strategie mit einem NAS (Network Attached Storage) von Synology, mit Backups in der “Cloud”; bei Mozy und (vom NAS hochgeladenen Backups) bei Strato. Und was richtig große Dateien und die Images, die theoretisch und hoffentlich binnen Minuten auch praktisch rekonstruierbaren Abbilder meines Computersystems betrifft: Auf eine Strategie mit externen Festplatten – konkret mit Platten aus der Western Digital “WD MyBook”-Serie. Die theoretischen Pluspunkte: Die Platten bieten eine Hardware-Verschlüsselung – wenn also in meiner Bude eingebrochen wird und die Ganoven meine Festplatten mitnehmen, kommen sie trotzdem nicht an die abgespeicherten Daten. Irgendwelche Ermittlungsbehörden übrigens auch nicht. 🙂  (Wenn denn die proprietäre AES-Implementierung von WD tatsächlich keine Hintertür hat 🙂 …)

Angebunden sind die Laufwerke mit USB3 – an sich ziemlich schnell; möglicherweise aber auch sehr fehlerträchtig. Die nativen USB-Slots an einem Computer sind ja begrenzt – von der Anzahl her, und auch von den praktikablen Kabellängen. Meine “MyBook”-Batterie hängt also an einem USB3-Hub; und wahrscheinlich ist das schon das Problem. Der Computer (unter Windows 10 Professional/64Bit verliert nämlich mal gern die Verbindung zu den Laufwerken; dann macht es “Didadeldumm” für das Abziehen eines USB-Gerätes und danach wieder “Didadeldei” für das Mounten. Oder der Explorer schmiert ab oder das ganze System erstarrt in einer Ratlosigkeits-Schleife “Ja, wo ist denn das Laufwerk, das doch gerade noch da war?”

Schade nur, wenn währenddessen irgendeine Datentransferaktion stattfinden sollte – ein richtiger Kopiervorgang oder vielleicht nur irgendein an sich überflüssiges Index-Gerödel irgendeines subalternen Windows-Prozesses. Dann kann es nämlich passieren, dass eine noch ziemlich niegelnagelneue 8-TB große WD MyBook-Platte plötzlich als Laufwerk nicht mehr da ist und nur noch lauthals rumrödelt – weil Windows die plötzlich als “RAW”, also unformatiert erkennt und da panikartig nach irgendwelchen Inhalten sucht. Zum Glück habe ich ja noch einen Mac – ich schließe das Laufwerk dort an und puh – der Mac mosert über einen ernsthaften Fehler auf der Platte, den er auch nicht reparieren kann. Was er aber kann: weiterhin auf die Platte zugreifen. Ich kaufe mir also eine zweite niegelnagelneue WD-MyBook-Platte mit 8TB und kopiere auf dem Mac die Daten – das dauert zwei Tage; ein kleiner Klimmzug ist natürlich auch noch nötig, damit der Mac überhaupt NTFS schreiben kann.

So. Jetzt will ich natürlich auch noch die erste, niegelnagelneue Platte wiederbeleben, weil da ja offenbar kein furchtbarer Headcrash, sondern nur eine kleine Unstimmigkeit in der Partitionstabelle oder dem Inhaltsverzeichnis, dem Master File Table (MFT) vorliegt. Für so was ist normalerweise das tolle Tool “TestDisk” zuständig. Erster Versuch auf dem Mac: tut sich nix. Zweiter Versuch auf dem Windows10-System: tut sich nix. Dritter Versuch auf einem extra restaurierten Notebook mit einem frisch aufgesetzten Windows 7: tut sich nix. Laut testdisk-Anleitung und -Forum soll man mal “chkdsk /f” ausprobieren. Die Reparatur läuft drei Tage und Nächte. Zwischendurch tat sich nix mehr, bis ich einen USB-Stick einsteckte und das Notebook irgendwie wieder aufwachte – die Platte neu zu formatieren und die Daten vom Backup zurückzuspielen, wäre schneller gewesen. Aber irgendwann – oh Wunder – ist chkdsk tatsächlich durch, jetzt noch ein Reboot – und Wahnsinn, das MyBook samt Daten ist wieder da.

WD MyBook – externes Laufwerk mit Hardware-Verschlüsselung (Quelle: Western Digital)

Zwischendurch mal Szenenwechsel zu einer weiteren Platte; ein WD MyBook 4TB – da gingen irgendwann plötzlich keine Schreibzugriffe mehr – CRC-Fehler bzw. “Fehler beim Zugriff auf die Schattenkopien”. Ich kopiere die Daten auf andere Platten (Lesezugriff ging noch…) und versuche anschließend, das Ding per Neupartitionierung/Neuformatierung wiederzubeleben bzw. eventuell kaputte Sektoren auszublenden. Irgendwann verwandelt sich mein Rechner plötzlich in einen Zombie – der Explorer (also inklusive des Desktops…) schmiert ab und startet immer wieder neu, der Lautsprecher bimmelt in Sekundenabständen zu der Aufforderung, doch bitte eine Aktion für das Laufwerk “F” zu starten (das ist nämlich das Laufwerk, auf dem das AES-verschlüsselte WD-Laufwerk gemountet werden will…) Schade nur, dass ich gerade an einem Script für die Frühsendung schreibe und mir solche Kinkerlitzchen und Eigenmächtigkeiten absolut nicht in den Kram passen.

Die 4TB-Platte scheint aber wirklch hinüber zu sein, das WD-Check-Tool meldet “zu viele defekte Sektoren” – ok, das MyBook war ja auch ein paar Jahre alt, da kann es legitimerweise irgendwann abrauchen (s.o.). Ich kauf also noch ein neues 4TB-MyBook und spiel die gesicherten Daten zurück. Szenenwechsel, zurück zum 8TB-MyBook. Mittlerweile hängt das neu gekaufte Laufwerk an meinem Hauptrechner, die Daten von dem ersten 8TB-Laufwerk sind ja drauf; ich speicher da noch mal ein paar neue Daten drauf ab. Alles toll. Aber heute; nach ungefähr drei oder vier Tagen Einsatz, ist auch das neue MyBook 8TB plötzlich weg, wird von Windows nicht mehr erkannt. In der Datenträgerverwaltung wird die Platte als – na, Sie erraten es schon – “RAW” angezeigt. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Ich bin ja wie gesagt ziemlich sicher, die Ursache zu kennen – die Anbindung von externen Platten über USB3 ist anscheinend nicht nur unter Windows 7, sondern auch unter Windows 10 äußerst fragil. Offenbar verschärft sich das Problem mit der Anzahl der gleichzeitig gemounteten Laufwerke; das 8TB-MyBook ist offenbar wesentlich sensibler oder labiler als die 3-oder 4TB-Modelle. Möglicherweise macht auch ein USB3-Hub, auch wenn er wie vorgesehen eine eigene Stromversorgung hat, noch mal Extra-Probleme. Vielleicht sind letztlich die Windows- oder WD-USB-Treiber fehlerhaft, denn auch Übertragungsprobleme sollten ja nicht dazu führen, dass die Inhaltsverzeichnisse, die MFTs oder Partitionstabellen von Laufwerken zerschossen werden. Um die Sache noch schlimmer zu machen:  Auch wenn ich ein MyBook-Laufwerk ohne USB-Connection-GAU mal prophylaktisch entfernen, “unmounten” will – das finktioniert nicht; da gibt es immer eine Fehlermeldung, wonach angeblich irgendein Prozess noch auf das MyBook zugreift.

Jetzt bin ich gerade etwas angepisst und etwas ratlos. Wir wollen ja demnächst auf den Mars fliegen – können wir vielleicht mal kurz vorher noch elementarste Computer-Probleme in den Griff bekommen?

Follow-up-Modus: Alexa versteht mehrere Befehle hintereinander

OK; so richtig vom Hocker reißt einen der neue “Follow-Up”-Modus noch nicht; Alexa (und auch ihre Freundinnen Siri und Google Assistentin 🙂 …) kommen mit “richtigen” Mehrfachanfragen oder -befehlen immer noch nicht zurecht. Das logische UND oder ODER muss ja schließlich auch auf der Google-Eingabezeile noch durch Großbuchstaben herausgeschrieen werden – akustisch möchte man das besser nicht erleben. Aber so klein der Fortschritt auch sein mag – der Verzicht auf das zweite, dritte oder vierte ostentative “Alexa” ist schon eine ziemliche Erleichterung; außer man genießt es mangels realer Machtoptionen, ein schwarzes rundes Kästchen mit weiblicher Stimme dauer-herumzukommandieren.

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Wer mit den fünf Sekunden längerer “Lauschbereitschaft” (abgesehen jetzt mal von der Dauer-Lauschbereitschaft auf das Aufweck-Codewort…) ein Problem hat, kann die neue Option ausgeschaltet lassen – oder sollte sich wahrscheinlich das Kästchen erst gar nicht anschaffen. In diesem Sinne sind auch die Entdeckungen und Erkenntnisse der Verbraucherzentrale NRW jetzt nicht so richtig sensationell. Klar, die Dinger können sich verhören – die müssen ja auch sowohl ein kösch genuscheltes als auch ein berlinertes Kommando verstehen können, von einer deutlich artikulierenden 20jährigen wie auch vom 95jährigen Gebissträger. Und aus dem Audiosignal destilliert die sehr limitierte Offline-“Intelligenz” des Kästchens dann das “Alexa”, “Ok,Google” oder “Siri” heraus.

Dass das bei undeutlichen oder dem Codewort sehr ähnlichen Lautäußerungen dann schiefgehen kann, dazu konsultiert die Verbraucherzentrale am besten nächstens direkt Captain Obvious persönlich. Viel spannender sind natürlich die nicht naheliegenden Fehlinterpretationen; entweder durch zufällige Fingerprint-Ähnlichkeiten oder bewusst herbeigeführt durch “Adversarial examples”. Da ist so einiges denk- und machbar; auch hier wieder: Wer davor Angst hat, schafft sich so ein Kästchen besser nicht an. Den immer noch naheliegendsten Hack habe ich ja (ganz ehrlich, ohne dran zu denken!!) in der Sendung auch wieder mal gebracht: Einfach ein Sprachassistenten-Kommando im Radio ausstrahlen. 🙂

Follow-up-Modus: Alexa hört länger zu · Dlf Nova

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 12.03.2018 (Moderation: Till Haase)

Schlappes Stromnetz lässt Uhren nachgehen

“Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit” – das ist ja dieser schöne interkulturell akzentuierte Sinnspruch, der aus dem arabischen Raum stammen soll, aber zuweilen auch Indianern zugeschrieben wird. Solche Tiefenentspanntheit ist allerdings ein Privileg von Naturvölkern, Ölquellbesitzern oder langjährigen EU-Subventionsempfängern (wegduck… 🙂 ), als normales Rädchen in einem grauen Industriestaats-Alltag braucht man eben nicht nur eine, sondern tatsächlich am besten eine ganze Reihe von Uhren. Weil so ein Zeitmesser, auch modernerer Bauart ja durchaus ausfallen kann – oder schlimmer, nachgehen.

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Dass es tatsächlich nach wie vor so viele Uhren gibt, die sich auf die Norm-Wechselstromfrequenz von 50 Hertz als Taktgeber verlassen, hätte ich nicht gedacht. Dass es tatsächlich bei uns möglich ist, dass die eingespeiste Stromleistung im allgemeinen Netz bzw. Kraftwerksverbund über einen längeren Zeitraum schlichtweg zu gering ist, das überrascht auch etwas. Und dass bei zu schlapper Stromleistung dann auch die 50 Hertz etwas durchhängen, das war mir neu. Ist aber alles so. Aber jetzt wollen die Leute hinter den Steckdosen ja wieder etwas Dampf machen.

Die allermeisten von uns werden ja mittlerweile das Smartphone als Haupt-Zeitanzeiger betrachten. Das ist auch an sich keine schlechte Idee, weil die Mobilfunkprovider ein ziemlich genaues Zeitsignal liefern. Das wird allerdings unter Umständen noch vom Smartphone-Betriebssystem verhunzt, Apples iOS hatte sich ja schon mehrmals ein paar peinliche Pannen im Zusammenhang mit der Sommerzeit-Umstellung geleistet. Also wie gesagt: Der Vergleich von mehreren Uhren ist keine schlechte Idee, wenn etwas auf dem Spiel steht. Die dürfen nur nicht alle die gleiche Macke haben.

Stromnetz: Darum gehen Uhren nach · Dlf Nova

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 05.03.2018 (Moderation: Diane Hielscher)

Nachklapp 08.03.2018: Aha, jetzt kennen wir auch den Übeltäter bzw. die Ursache – ein Strom-Streit zwischen Kosovo und Serbien.

Gesichtserkennung plus Captcha lösen soll mehr Sicherheit bringen

Einfach das Smartphone mit dem eigenen Gesicht entsperren, das geht nicht nur bei Apples derzeitigem Spitzenmodell, dem iPhone X – wobei ja trotz des technisch aufwendigen Verfahrens mit der projizierten Punktematrix auch hier noch gewisse Zweifel an der Sicherheit bleiben. Deutlich simplere Lösungen gibt es bei vielen Android-Modellen schon seit einigen Jahren. Zu Beginn konnte man die Zugangssperre allerdings oft schon mit einem Foto austricksen. Bessere Systeme überprüfen also, ob sich im Gesicht etwas bewegt – das aber lässt sich wiederum mit einem Video oder einer 3-D-Konstruktion aushebeln. Amerikanische Informatiker haben jetzt eine neue Idee: Sie wollen die Gesichtserkennung mit Captchas kombinieren.

Image shows part of the flow diagram of the Real-Time Captcha system. (Bild: Georgia Tech)

Auch bei diesen kleinen Rätseln oder Aufgaben, die einem Menschen leicht fallen, einer Software oder einem Bot aber schwer, gibt es seit Jahren ein Katz-und-Maus-Spiel – Captchas lösen ist geradezu ein Showcase für die Fortschritte bei maschinellem Lernen und KI. Trotzdem – nimmt man beides zusammen, Bewegt-Gesichtserkennung plus Captchas lösen und setzt für die Antwort ein relativ knappes Zeitfenster, dann taugt das nach Ansicht der Informatiker vom Georgia Institute of Technology noch ein Weilchen als zuverlässige Zugangskontrolle – offenbar selbst für hochkritische Szenarien: Die Forschung wurde vom “Office of Naval Research” (ONR) und der “Defense Advanced Research Projects Agency” (DARPA) gefördert. 🙂

Datenschutz: Mehr Sicherheit durch Captchas · Dlf Nova

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 20.02.2018 (Moderation: Diane Hielscher)

Strunzen mit Strava: Fitnesstracker verrät Militärbasen

Ich muss gestehen – anlässlich der letzten anstehenden Verlängerung meines Mobilfunkvertrages habe ich einmal etwas intensiver darüber nachgedacht, ob ich mir vielleicht eine iWatch zulegen soll. Und mich dann erstmal dagegen entschieden (erstens, weil ich gerade etwas Ebbe in der Kasse hatte; zweitens, weil die Eignung der doch recht dicken Uhr als Golf-Gadget am linken Handgelenk noch nicht so ganz erwiesen ist 🙂 …). Aber an sich sind Smartwatches und Fitness-Armbänder ja mittlerweile extrem beliebt: Da kann man halt checken, ob man sein “Bewegungs-Soll” erfüllt hat.

Und herumstrunzen geht auch: Wenn man nämlich die Daten der Gadgets ins Netz hochlädt – und das ist ja praktisch bei allen Apps vorgesehen – dann können alle “Freunde” staunen, wie fit und fleißig man ist. Wenn man allerdings einen etwas heiklen Job hat; Soldat oder Spion oder so – dann ist das mit dem herumstrunzen und Daten hochladen vielleicht doch keine allzu gute Idee. Natürlich – in den Zeiten von Google Earth oder anderen Satellitenkarten-Diensten sind die einstmals “geheimen” Flecken auf der Erde, Militärbasen z.B., nicht mehr wirklich geheim. Wobei Google zumindest bei den Standorten von “Verbündeten” einen “Sichtschutz” drüberblendet, so dass Details wie Straßen, Wege, Landebahnen und Gebäude nicht mehr sichtbar sind.

The movements of soldiers within Bagram air base – the largest US military facility in Afghanistan Bild: Strava/BBC

Auf der “Heatmap” der Fitness-App “Strava” werden nun solche unter Umständen doch recht heiklen Details sehr schön erkennbar – vor allem in Ländern, in denen außer fremdem Militärpersonal sonst praktisch niemand mit einem Fitnessarmband einhertrabt. 🙂 Neben der reinen Jogging-Topologie der Areale lässt sich aus der Heatmap auch noch ablesen, ob denn an einem Standort (Botschaft z.B.) eher “tote Hose” angesagt ist; oder ob da plötzlich viele junge, unternehmungslustige und fitte Männer (oder vielleicht auch Frauen…) für einen bevorstehenden Einsatz mit den Hufen scharren. An so etwas kann eigentlich eine verantwortliche Militär- oder Geheimdienstführung trotz aller moderner Offenheit keine rechte Freude haben.  🙂

Fitnesstracker verrät Militärbasen · Deutschlandfunk Nova

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 29.01.2018 (Moderation: Till Haase)

Nachklapp 30.01.2018: Das Pentagon lässt die Sicherheitsauswirkungen “prüfen”

Nachklapp 06.02.2018: Strava hat auch noch etwas “nachgebessert”…

Bluetooth: “Aus” heißt bei Android nicht zwingend auch “aus”

An sich ist das mit der Geo-Lokalisation bei Smartphones eine tolle Sache. Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Abi-Treff mit meinen ehemaligen Schul-Kameradinnen und -Kameraden im tiefsten Süden von Bochum, Richtung Ruhr; eine geradezu idyllische, ländliche Gegend. Ich steige aus dem Bus aus, irgendwo in der Wallachei – über mir Sternenhimmel, um mich herum Dunkelheit. Und irgendwo in dieser Dunkelheit, so in ca. zwei Kilometer Entfernung ist die Gaststätte, wo wir uns treffen. Ich schalte mein Google Maps an und mache ein paar Probeschritte – und der blaue Punkt bewegt sich in die richtige Richtung.

So weit, so gut. Das Ganze funktioniert ja per GPS, oder in etwas bevölkerten Gegenden auch per WLAN-Triangulation – und innerhalb von Gebäuden auch per Bluetooth. Dort, wo die Satelliten-Sicht weg ist und auch der WLAN-Empfang u.U. mau – da gibt es ganz tolle Konzepte: In Museen etwa haben die Exponate jeweils einen Transponder, ein Beacon – und mit der passenden App bekomme ich dann die jeweilige Erklärung für das Kunstwerk auf mein Smartphone. Oder ich latsche an einem Modeketten-Laden vorbei und bekomme spontan einen Gutschein gepusht. Oder ich bin im Supermarkt und stehe vor den Radieschen, und mein Smartphone sagt mir: Radieschen sind gesund und gerade zufällig runtergesetzt.

Bild: ibeacontrends.com

Na ja. Wie toll man diese individuelle, ortsbezogene Ansprache findet – das sei mal dahingestellt. Aber wenn man entsprechende Protokolle mt Ortungs- oder auch sonstigem Privacy-Potential ausschaltet, dann will man doch eigentlich auch, dass die wirklich aus sind. Ist aber nicht der Fall. Dass Android-Geräte noch mehr nach Hause telefonieren als Apple-Devices, war klar – der Werbe- und Suchmaschinengigant verdient über Nutzerdaten, Apple über den Gerätepreis. Bislang jedenfalls. Zur Ehrenrettung von Google: Die erweiterte oder “genauere” Ortsbestimmung muss man als Nutzer erst mal explizit abnicken (“Opt-In”), naheliegenderweise in einer App wie Google Maps oder Google Assist.

Aber trotzdem ist das “Buetooth-an trotz Bluetooth-aus” eine unangenehme Überraschung oder sogar Irreführung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Bluetooth: Aus heißt bei Android nicht zwingend auch aus · Deutschlandfunk Nova

DLF Nova – Hielscher oder Haase vom 25.01.2018 (Moderation: Thilo Jahn)

Elektronische Gesundheitskarte: IT-Desaster oder Hängepartie mit glücklichem Ende?

Bekanntlich bekommen wir in Deutschland seit geraumer Zeit nichts mehr auf die Reihe. Jedenfalls kein Großprojekt. Ein paar Beispiele gefällig? Der Flughafen Berlin. Als nächster Kandidat in der Pipeline: Stuttgart 21. Die Hubschrauber und U-Boote bei der Bundeswehr. (Oder eigentlich alles.) Dann die IT-Kracher: Toll Collect. Der Bundestrojaner. DE-Mail. Das gesicherte Anwaltspostfach. Und natürlich; mit schon epischer Anlauf- bzw. Erprobungsphase: Die Elektronische Gesundheitskarte.

Die ist so ein typisches Beispiel für eine geplante Neuerung, von der praktisch alle betroffen sind, bei der viel auf dem Spiel steht, bei der viel schiefgehen kann und bei der man gern möglichst alles richtig machen will. Und bei der es von vornherein jede Menge Leute gibt, denen die ganze Sache sowieso überhaupt nicht in den Kram passt. Bei der Gesundheitskarte sind das u.a. die Ärzte, die in ihren Praxen investieren müssen und sich mit herumzickenden Kartenlese-Terminals und lebensfremden Sicherheitskonzepten (das grenzdemente Mütterlein oder die bildungsferne Patientin aus Anatolien wissen natürlich ihre PIN nicht… Alle anderen: dito 🙂 ) herumschlagen müssen.

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Und von wegen Sicherheit: Natürlich gibt es bei einem Konzept, das die zentrale Speicherung höchst sensibler, für potentielle Angreifer höchst wertvoller Daten vorsieht, Datenschutzbedenken. Nur – dass an sich recht unverdächtige Personen wie der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar der Gesundheitskarte an sich ein ganz gutes Zeugnis ausstellt, das deutet doch darauf hin, dass dieses Konzept trotz aller Bedenken vielleicht doch weit besser und sicherer ist, als der Status Quo. Momentan nämlich werden Arztbriefe und heikelste Information völlig ungeschützt und unverschlüsselt in der Gegend herumgeschickt, per ganz normaler Mail. Oder Post.

Auch Experten wie Matteo Cagnazzo vom Institut für Internet-Sicherheit sehen bei der Gesundheitskarte keine konkrete oder konzeptionelle Schwachstelle – aber natürlich: Die Technologie, möglicherweise auch die Kryptografie auf dem Karten-Chip ist durch die jahrelange Verzögerung nicht mehr unbedingt Stand der Technik. Ob die Konnektor-Boxen z.B. gegen die neu bekannt gewordenen IT-Super-GAU-Szenarien Meltdown und Spectre anfällig sind, ist bislang völlig offen. Und “Security by Obscurity” (also die Weigerung der Betreibergesellschaft Gematik, die verwendeten Komponenten zu dokumentieren bzw. unabhängigen Fachleuten für Sicherheitsaudits zur Verfügung zu stellen…) war noch nie eine gute Idee.

Aber dennoch: Es kann eigentlich nicht sein, dass wir in Deutschland, Stand 2018, nicht allmählich einen zu vertretenden Übergang von einer analogen bzw. Wildwuchs-digitalen Patientendatenverwaltung zu einem zeitgemäßen System hinbekommen. Von daher bin ich in diesem Fall mal ausnahmsweise optimistisch. Und ausnahmsweise nicht im Lager der Bedenkenträger.

Elektronische Gesundheitskarte – Potenzial nicht ausgeschöpft · Deutschlandfunk Nova

DLF Nova – Grünstreifen vom 24.01.2018 (Moderation: Sebastian Sonntag)

Apple “zwangsdrosselt” ältere iPhones mit schlappen Akkus

Als alter langjähriger Fanboy von Apple-Produkten seit dem Ur-iPhone muss ich sagen: Ich hatte noch nie Probleme; oder vielleicht sogar sagenhaftes Glück mit den Akkus in den Geräten. Wann immer ich aufgerüstet habe (meist nach Auslassen einer Neuheiten-Generation…) – das alte Smartphone oder Tablet bzw. der Akku darin hielt noch ca. eine Woche im Standby-Modus, zumindest von dem Aspekt her konnten sich also die Käufer oder “Erben” der Altgeräte nicht beschweren – und mein iPad 3 leistet auch immer noch gute Dienste als Gäste-Gerät oder Steuereinheit für meine Ikea-Lampen bzw. für Alexa; man muss halt mit der Zeit gehen 🙂 …

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Aber die “Zwangsdrosselung”, die Apple gestern eingeräumt hat; die hat ihr “Geschmäckle”. Natürlich wird es für die allermeisten Anwender besser sein, lieber mal das Gerät herunterzutakten als eine kältebedingte Spontanabschaltung erleben zu müssen – aber das möchte ich als User eigentlich selbst entscheiden können. Wenn sich ein iPhone nach einem iOS-Update plötzlich “zäher” anfühlt, ist das natürlich ein gewisser “Anreiz”, sich ein neues Gerät zuzulegen.  Und da stände es Apple eben gut an, den Grund klar zu kommunizieren – liegt es an einem für neue Funktionen und Apps zu langsamen Prozessor oder an der Grafik-Karte – oder einem tatsächlich oder vermeintlich schlappem Akku?

Der lässt sich übrigens bei den meisten Geräten relativ leicht und relativ billig austauschen – das muss auch nicht unbedingt der offizielle Apple-Support machen. 🙂 Und dann tut es das alte iPhone oder iPad vielleicht doch noch ein paar Jährchen – mit wiederum “normaler” Geschwindigkeit.

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 21.12.2017 (Moderation: Till Haase)

Elon Musk gewinnt Wette – und Australien hat die größte Batterie der Welt

Strom aus Solarzellen, aus Wind- und Wasserkraft, die sogenannten erneuerbaren Energien also, haben alle möglichen Vorteile: Sie sind unbegrenzt verfügbar und nicht klimaschädlich – aber da gibt es ja leider diesen großen Haken: Die Zeiten mit der höchsten Stromproduktion, wenn die Sonne scheint und der Wind bläst, das sind nicht zwangsläufig die Zeiten mit dem höchsten Strombedarf. Und einmal weiß man also gar nicht, wohin mit der schönen Energie, und die Netze drohen zu kollabieren. Oder umgekehrt: Licht, Computer und Motoren sollen und müssen auch laufen, wenn es duster ist und Flaute herrscht. Man braucht also Strompuffer – Batterien; oder nach unserem Sprachgebrauch: Akkus.

In Südaustralien ist heute die größte Batterie/der größte Akku der Welt in Betrieb gegangen – und da kann sich einer besonders freuen: Der Chef der Elektroautofirma Tesla, Elon Musk. Der hätte nämlich die Kosten in Höhe von 50 Millionen Dollar für das Aggregat auf der Fläche eines Football-Feldes selbst zahlen müssen, wenn das Ganze nicht innerhalb von 100 Tagen nach Vertragsabschluss fertig installiert und betriebsbereit gewesen wäre – aber die (wahrscheinlich doch sehr wohlkalkulierte…) Wette hat ja gehalten, das war schon seit ein par Tagen klar. Und Elon Musk bzw. Tesla bekommt das Geld und zusätzlich den beabsichtigten PR-Effekt: Wir können kurzfristig liefern, wir sind zuverlässig, wir haben die Kapazitäten für die Akkus.

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So ganz klar war das ja in letzter Zeit nicht, selbst für das Kerngeschäft von Tesla – die Produktion von Elektro-Autos. Ich würde sogar auch vermuten, dass das prestigeträchtige “Super-Batterie”-Projekt in Süd-Australien bei Tesla mit absoluter Top-Priorität behandelt worden ist, und dass dafür halt andere Sparten im Zweifelsfall mal etwas “leiden” mussten. Aber auch wenn das jetzt also ein etwas aufgehübschter Showcase war, der vielleicht die Frage “gibt es schon genug Kapazitäten, um das erneuerbare-Energien-Dilemma direkt und zu vertretbaren Kosten zu lösen” nicht ganz realistisch beantwortet – die Perspektive ist jedenfalls da. Und das ist ja auch notwendig – wenn z.B. ein Big Player wie Google komplett auf Solar- und Windenergie umstellt.

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 01.12.2017 (Moderation: Diane Hielscher)