Binationale Paare dürfen sich jetzt wieder treffen. Trotz des drohenden Corona-Armageddons.

Es ist ja ganz klar. Wenn sich die binationalen Paare (ich weiß nicht, wieviel das in absoluten Zahlen so sind, das sind wahrscheinlich eher mickrige Größenordnungen…) – also zum Beispiel Gertrud wohnt in der Schweiz und Gerhard wohnt in Deutschland  – einfach so weiter hätten treffen könnten wie vor Corona, dann wäre selbstverständlich die gesamte Bevölkerung Deutschlands und/oder der Schweiz ausgerottet worden. Weil Gertrud und Gerhard ja alle deutschen und schweizerischen Mitbürgerinnen und Mitbürger nach ihrem individuellen grenzüberschreitenden Kontakt unermesslichen und tödlichen Gefahren aussetzen würden.

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Das ist so super klar, dass deswegen eben auch allen Ernstes ein Kontaktverbot gültig war. Gerhard durfte seine Freundin, seine Liebe Gertrud nicht mehr sehen. Nicht mehr berühren, nicht mehr mit ihr schlafen – weil er ja schließlich nicht mit ihr verheiratet ist. Klar. Total logisch. Bei unverheirateten Paaren muss man natürlich ganz klar das Volksgesundheitsinteresse höher werten als irgendwelche individuellen Pseudo-Befindlichkeiten. Dafür garantiert u.a. unser patenter Innenminister Horst Seehofer, der ja zum Glück seinerzeit seine eigene außereheliche Beziehung im Inland angesiedelt hatte. Ob er Frau und Kind ab und zu noch besucht – mit Maske selbstverständlich – weiß ich nicht.

Ok, bei dem deutsch-schweizerischen Paar war ja die Wiederbegegnung gnädigerweise schon ein Weilchen wieder erlaubt. Bei Paaren mit Partnern im sonstigen Nicht-EU-Ausland aber weiter nicht. Völlig klar – sonst hätten ja infizierte Horden aus wer weiß wo unseren schönen Staat gestürmt und ihre ausländischen Viren hier verbreitet. Ok. Horst Seehofer ist ja auch kein Unmensch.  Wenn die ausländischen Horden und ihre mutwiligen inländischen Partnerinnen und Partner nachweisen können, dass sie tatsächlich ein Paar sind und nicht einfach nur die Volksgemeinschaft auslöschen wollen, dann dürfen sie sich jetzt endlich auch wiedervereinigen. Mit Formular und drei beglaubigten Durchschlägen.

So eine abartige Bürokratie und Corona-Kollateral-Scheiße! Ich möchte mal an dieser Stelle alle “binationalen” Paare ermutigen (auch vorher schon die deutsch-schweizerischen…), Klage einzureichen gegen die bisherigen, völlig absurden Regelungen. Die haben hundertprozentig gegen Menschenrechte verstoßen und waren hundertprozentig unverhältnismäßig und rechtswidrig, Meines Erachtens ist da ein ganz immenses Schmerzensgeld fällig.

P.S. Irgendwelche Corona-Einschränkungen zu verkünden oder anzuordnen, wenn einen das selbst nicht betrifft, ist immer easy. Total geil, wenn der eigene Job (und die eigene Ehe 🙂 ) schnarchlangweilig weiterläuft und die eigene Kohle ungemindert weiterfließt. Das Land ist sicher. Wenn da mal ein paar Leutchen Berufsverbot haben, Pleite machen oder zu Hartz-4 rüberschwenken oder halt mal ihre Beziehung ein paar Monate suspendieren müssen – who cares? Alles kein Problem. Gehen Sie bitte weiter – mit Maske bitte – hier gibt es nix zu sehen.

Golfclub Gut Lärchenhof: Bag-Bear statt Bag-Tag

Ich bin ja momentan golferisch zwar “Wochentagsspielberechtigt” im schönen (und für mich auch extrem nahegelegenen…) Marienburger Golfclub, aber meine HCP-Führung und DGV-Mitgliedschaft läuft über den VcG. Der VcG hat aufgrund der vielen wegen Corona ausgefallenen Events eine “Bagtag-Challenge” ausgerufen – wo man also als VcG-Mitglied die Bagtags beim Greenfee-Spielen einschicken soll. Und an die Einsender(innen) werden dann Greenfee-Gutscheine verlost.

Ich hab den VcG dann (aufgrund eigener Erfahrungen…) direkt darauf aufmerksam gemacht, dass es bei vielen Golfclubs momentan wegen Corona gar keine Bagtags mehr gibt. Für die “Challenge” und die Verlosung werden also auch andere Nachweise anerkannt. Eine besonders hübsche und gleichzeitig ambitionierte Alternative zum Bagtag hat der Golfclub Gut Lärchenhof: Einen Bag-Bear.

Das Biest steht auch als größere Skulptur vor dem Clubhaus bzw. der ersten Bahn. Und es ist – das habe ich auf Nachfrage erfahren – nicht etwa der Baisse-Bär wie vor der Börse Frankfurt oder der NYSE. Sondern eine Reminiszenz an den Designer des Golfkurses Gut Lärchenhof, den legendären Jack Nicklaus. (“Auch bekannt als The Golden Bear…” Ach so.) Und ich muss sagen – der hat echt ganz gute Arbeit abgeliefert. Ich konnte da heute aufgrund einer Einladung mal spielen – eigentlich wäre mein HCP noch etwas zu popelig 🙂

Der Platz ist ohne jeden Zweifel “Premium” und auch das “Premium”-Greenfee wert. In die Leistungen des Restaurants habe ich ja heute nur ganz kurz hineingeschnuppert – und auch da würde ich sagen: Da könnte man echt mal ein ausgedehntes Menu in Erwägung ziehen. Mit der passenden Weinbegleitung müsste man allerdings mit dem Taxi zurück nach Köln fahren. Oder irgendwelche abstinenten Mitstreiter rekrutieren 🙂 …

Post von den Alltium Brokers

Ich bin wieder mal völlig aufgewühlt, nachdem da heute diese wunderschöne Mail von den Alltium Brokers (mh@alltiumbroker.com) reinkam.

A: Michael Gessat

sehr geehrter

 

Also wenn ich das richtig verstehe, bekomme ich eigentlich wieder mal unermesslich viel Kohle, aber anscheinend hat dieser Drecksack James W. Miller dazwischengefunkt – der Typ ist mir schon öfter in die Quere gekommen. Ich bin aber einigermaßen zuversichtlich, das Missverständnis mithilfe der ebenso kompetenten wie empathischen (“sehne ich mich aufrichtig nach Verzeihung für die eher kurzfristige und die Unannehmlichkeiten…”) Profis bei Alltium aufklären zu können.

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Sonntag, 14. Juni 2020 20:14
An: ‘mh@alltiumbrokers.com’ <mh@alltiumbrokers.com>
Betreff: AW: Zu Händen von Michael Gessat

Sehr geehrter Herr Mat Hernandez –

Vielen Dank für Ihre Mail. Hier liegt offenbar ein Irrtum oder ein Betrug vor.

Ich bin – Gott der Herr sei gepriesen! – nicht todkrank, und ich habe niemanden autorisiert, die ausstehende Zahlung auf ein anderes Konto zu überweisen. Insbesondere habe ich keine Vereinbarung mit James W. Miller getroffen. Dieser Herr bzw. seine saubere Firma sind offenbar in betrügerischer Absicht unterwegs und geben anscheinend sogar falsche eidesstattliche Erklärungen ab. Ich hoffe inständig, dass ich mit Ihrer Hilfe und Expertise die legitime Fondsfreigabe an mich durchsetzen kann.

Ich muss immer wieder sagen – die Welt ist schlecht und voller Betrüger wie James W. Miller. Gottseidank gibt es auch seriöse Firmen wie Alltium Brokers.

Vielen Dank und Gottes Segen über Sie! Bitte teilen Sie mir mit, wie wir weiter verfahren sollen.

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Gessat

So. Es geht weiter. Mit etwas Verzögerung. Ich kann mich schließlich nicht täglich um ausstehende Fonds-Einnahmen von 7,2 Millionen Euro kümmern.

Von: Alltium Brokers – Support Team <support@alltiumbrokers.com>
Gesendet: Dienstag, 16. Juni 2020 20:22
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Genehmigter Fonds

 

Sehr geehrte (r) Michael Gessat

Seien Sie informiert, dass die Zahlung von € 7.200.000,00 (sieben Millionen, zweihunderttausend Euro) zur Zahlung an Sie genehmigt wurde. Basierend auf diesen Verfahren Ihres nicht beanspruchten Fonds und um sicherzustellen, dass wir keinen solchen Anspruch von einer unbekannten Person erhalten, müssen Sie darüber informiert werden, dass ein neues Konto über die festgelegte zahlende Bank eingerichtet und zu Ihren Gunsten aktiviert werden muss, wo der gesamte Fonds verschoben wird Damit Sie als Begünstigter die Einzahlung nutzen und das Guthaben gleichermaßen auf ein Konto Ihrer Wahl weltweit überweisen können.

Sobald das Konto eingerichtet ist, wird eine Bankkarte (Premium Master Card) an Ihre Lieferadresse gesendet, damit Sie uneingeschränkten Abhebungszugriff haben.

Um dies zu erreichen, füllen Sie bitte das beigefügte Formular für das neue nicht ansässige Konto aus und senden Sie es uns zusammen mit den erforderlichen Dokumenten per Fax oder E-Mail-Anhang zurück.

Im Anhang finden Sie das Antragsformular für ein nicht in Großbritannien ansässiges Konto, das Sie ausfüllen, unterschreiben und an uns zurücksenden müssen, damit die Bank entsprechend handeln kann.

Freundliche Grüße

Matthew Hernandez

Quay House 2, Admirals Way
London, E14 9XG

Das Formular zur Eröffnung eines Kontos bei der Parr’s Bank fülle ich natürlich gerne aus. Die Parr’s Bank existierte im vor-vorigen Jahrhundert; möglicherweise ist aber sogar der Wikipedia-Artikel ein Fake.

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Montag, 22. Juni 2020 23:47
An: ‘support@alltiumbrokers.com’ <support@alltiumbrokers.com>
Betreff: AW: Genehmigter Fonds

Sehr geehrter Herr Hernandez –

unglücklicherweise war ich in den letzten Tagen mit dringenden Aufsichtsrats-Pflichten beschäftigt.

Jetzt aber habe ich das Antragsformular zur Kontoeröffnung augefüllt und unterzeichnet.

Ich erwarte dringend die Zusendung meiner Bankkarte (Premium Master Card), um die mir zustehenden Zahlungen abheben und transferieren zu können.

Noch einmal vielen Dank für Ihre Initiative und Mühe!

Mit allerbesten Grüßen,

Michael Gessat

 

Von: Alltium Brokers – Support Team <support@alltiumbrokers.com>
Gesendet: Mittwoch, 24. Juni 2020 10:13
An: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Betreff: Re: AW: Genehmigter Fonds

 

Sehr geehrter  Die Informationen wurden an die Bank weitergeleitet. Bitte beachten Sie, dass wir nicht sicher sind, ob die Bank einen deutschen Kundenservice hat.  Freundliche Grüße Matthew Hernandez

 

 

Quay House 2, Admirals Way
London, E14 9XG

Und tatsächlich, die nächste Instanz wechselt jetzt zur englischen Sprache. Kein Problem, da hab ich ja in der Schule auch eine drei+ drin gehabt 🙂

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank-uk.co>
Gesendet: Donnerstag, 25. Juni 2020 04:25
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Account Activation Advice

To: TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

AM SÜDPARK 23 50968 KÖLN

GERMANY

We acknowledge the receipt of your coordinates from Alltium Brokers necessary for the activation of a system account in your favour. However, the mandatory final verification and validation process has been achieved given the conformity of your details as sent by you with details in our system.

Consequently, the statutory Account Activation Advice Certificate has been forwarded to the relevant department for immediate attention necessitating the activation of a system account in your favour. Where funds would be deposited in allowing for the distribution of whatever manner desired cum instructed by you via the Automated system, details/direction on conclusions would be forwarded to you as soon as all such confirmation is received from account activation department, in the most 12hrs hereof.

All corresponding Sensitive material which includes the online access instruction and unlimited withdrawal Debit Card (Business Premium) would only be sent to yon upon verbal/written confirmation.

Note that you have to inform us clearly if your email address is convenient to receive such information (Account Information) to enable us to forward it to you immediately which will enable you to access your account online and equally make a transfer to any account of your choice.

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Tel: +44 131 777 2606

Ok, now in English:

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Mittwoch, 1. Juli 2020 22:46
An: ‘info@parrsbank-uk.co’ <info@parrsbank-uk.co>
Betreff: AW: Account Activation Advice

Dear Thomas Cardigan,

unfortunately, your mail was in my spam folder – but I think we can now make big progress to get the funds, which are mine, to my bank accounts. My email address is definitely convenient to receive all related information.

I wait for your information or instructions.

God bless you!

Timotheus Eusebius Gessat

So. Die Sportsfreunde von der Parr’s Bank sind wieder da. Zuerst kam zwar die vorherige Mail noch mal, aufgrund derer ich ja meine Emailadresse als “convenient” bestätigen sollte. Dann aber endlich die Zugangsdaten zu meinem Account mit den 7,2 Millionen Ocken:

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Montag, 6. Juli 2020 12:39
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Account Access instruction

To: TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

AM SÜDPARK 23 50968 KÖLN

GERMANY

TO:  TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

REFERENCE: PARB/8763/02/942ZH

ACCOUNT NUMBER:  63672944

To whom it may concern,

Account Access instruction

With the successful establishment of your account, the entitlements due you were duly deposited into your Online Suspense Account for your immediate confirmation, as transactions would be enabled in the account, upon the activation of your account.

To confirm your funds, follow this instruction as detailed hereunder and get back to me for further instructions. Confirmation can be achieved on the Internet, visit: https://parrsbank.uk/

log onto the web page, click on Log in, then feed in your Username & Password as outlined thus.

Username:  TIM96EUS261GES7

Password:  937851

You are enjoined to apply strict adherence to these instructions for better utilization of Online Banking. The above information should be kept in strict confidence.

Also, ensure that your log out after accessing your account via online.

Find here your account other information:

Beneficiary name: TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

Bank account number: 63672944

Bank address: Block B Western House Lynch Wood Peterborough PE2 6FZ

Sort Code: 233343

Swift Code: PARBGB21XXX

Branch Code: 233343

Faithfully,

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Das ist ein Wort. Eine Webseite und Zugangsdaten. Zu so einem Betrüger-Scheiß log ich mich selbstverständlich nur aus meiner Ubuntu-Virtual-Machine ein. 🙂 Und Dunnerlittchen – die Scammer haben sich echt Mühe gemacht. Die Website https://parrsbank.uk gibt es wirklich. Komisch allerdings, dass es sie erst seit Anfang Juli online ist und bei einem obskuren Registrar in Nassau/Bahamas eingerichtet worden ist. Google weiß von der “Parr’s Bank” wie gesagt nix – bis auf den historischen Eintrag in der Wikipedia. Und Firefox warnt beim Aufruf der Domain: “Betrügerische Website.” Aber wenn da 7,2 Millionen Ocken im Spiel sind, klick ich mal gerne auf “weiter”.

Das ist doch eine total seriöse Webseite:

Da kann ich mich doch mal einloggen:

Ja!!! Bingo! Die Zugangsdaten funktionieren!

Ok. Na ja. Das mit dem “Wellcome” deutet jetzt doch schon direkt auf türkische, turkmenische oder nigerianische Sportsfreunde hin; auf jeden Fall auf Sportsfreunde, die der englischen Sprache nicht so ganz vollständig mächtig sind. Schwamm drüber. Schwamm auch über die Adresse – wenn man die mal bei Google Maps anschaut, sieht man irgendwie keine “Parr’s Bank”. Der Header (das Bild oben…) wechselt übrigens auf der patenten Website; ich hab jetzt mal die Version mit dem Fettarsch mit fast runtergerutschter Hose genommen. Das ist echt total vertrauenserweckend. Egal. Meine “Account Details” stimmen jedenfalls.

7,2 Millionen Ocken, die ich jetzt nur noch transferieren muss. Juchu!

Ich überleg da gerade noch, ob ich den Scammern einen richtigen Bankaccount rüberschieben soll oder meinen bewährten Commerzbank-Account vom letzten Mal. Vielleicht ist das ja ein Teil des Scams; Bankdaten abgreifen. Wobei da, zumal mit “Timotheus Eusebius” eh nicht so viel passieren kann. Aber da kommt schon direkt nach dem Einloggen die nächste Mail rein:

Von: Parrs Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Dienstag, 7. Juli 2020 11:43
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Parrs Bank login Alert

 

Dear Mr/Mrs TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

 

Please be informed that you logged on to internet banking on 07/07/2020 02:43:17 PM  if you did not log on to your internet banking profile at the time detailed above, please call Customer care or send an email to e-fraudteam@parrsbank.uk immediately.

Thank you for banking with us.

Parrs  Bank

Oh, das ist ja ein super Security-Service. Aber ich war es ja wirklich, der sich eingeloggt hat. Alles in bester Ordnung. Ich überleg da noch, welchen Auszahlungsweg ich auswählen soll und welches Empfänger-Konto – da kommt die nächste Mail:

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Dienstag, 7. Juli 2020 12:12
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Attention: TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

AM SÜDPARK 23 50968 KÖLN

GERMANY

Sehr geehrter Herr. IMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

Unsere Online-Bank ist unter angehängt, um zu vermeiden, dass unsere Kunden kompromittiert werden. Wir sind die Domain im Moment gesperrt.

Nach Ihrer Korrespondenz zu dem oben genannten Thema werden Sie darauf hingewiesen, dass wir Ihren Fonds nach Benachrichtigungsanweisungen gemäß dem Standardverfahren überprüft haben, um die Echtheit Ihres Anspruchs festzustellen und zu überprüfen. Unsere Ergebnisse haben gezeigt, dass Ihr Fonds legitim, gültig und in Ordnung ist. Die Bank hat eine unwiderrufliche Genehmigung für die Freigabe Ihres Fonds erteilt, bis die Freigabe der wichtigsten klassifizierten Fonds freigegeben ist.

In Bezug auf unsere Überprüfung und Bestätigung durch die Bank of England (Zentralbank von England) werden Sie darauf hingewiesen, dass auf der Grundlage dieser Anweisung Folgendes erforderlich ist, um die Überweisung auf Ihr Konto ohne Probleme oder weitere Verzögerungen sicherzustellen.

  1. Zahlungsnachweis für die Beglaubigung Ihrer Vollmachtsgebühren in Höhe von £ 1.890,00

Der Betrag von £ 1,890POUNDS ist gesetzlich für die Registrierung und Beglaubigung Ihrer Vollmacht und der Anordnung zur Freigabe von Geldern beim Bundesgerichtshof und der Rechtsprüfungsabteilung des Justizministeriums erforderlich.

 

  1. Für die Stempel- und Urkundensteuer pro Kapital sind 786,00 GBP erforderlich, wie in Abschnitt (ii) des im Jahr 2001 geänderten Gesetzes über die Bestätigung von Großtransfers aus dem Ausland festgelegt, bevor die Kommission uns die Genehmigung zur Vervollkommnung Ihres Auftrags erteilen kann.

Die Gebühr ist so umrissen;

  1. Zahlungsnachweis für die Beglaubigung Ihrer Vollmacht: £ 1.890,00 PUNKTE 2. Stempel- und Urkundensteuer pro Kapital: £ 786,00 PUNKTE

GESAMT: £ 2.676,00 PUNKTE

Obligatorische Gebühr ¨ Nicht abzugsfähig, damit Sie als Begünstigter unsere Freigabeverpflichtungen erfüllen können. Beachten Sie, dass wir keine Abzüge vornehmen können. Daher muss die Gebühr von Ihnen überwiesen werden. Der genannte Betrag muss vollständig überwiesen und dem Konto des Empfangsagenten dem Notar zur Erhebung der Gebühren gutgeschrieben werden.

Im Anhang finden Sie die Kontoinformationen des Empfangsagenten beim Notar.

Nach der Zahlungsbestätigung wird Ihr Konto aktiviert, damit Sie eine automatische TAC per SMS an Ihre Handynummer erhalten können: +492219966786987

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Oh. Ach so. Es gibt ein kleines Problem mit der Website? Deswegen wahrscheinlich auch die Firefox-Warnungen. Und eine kleine Gebühr vorab? Das hätte ich jetzt nicht erwartet. Bzw. das hätte man ja auch verrechnen können mit der Auszahlungssumme. Ich habe jetzt gerade keine Zeit. Die eifrigen Sportsfreunde rufen mich aber sogar an; auf Festnetz und mobil: 0044 1132734594. (Mal nebenbei: Leute – habt ihr echt keine bessere Übersetzungssoftware? Das ist doch – auch im Vergleich zur aufwendigen Website – kläglich und geschäftsschädigend, was ihr da liefert!)

Ok, wir treiben das Spielchen mal weiter:

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Samstag, 11. Juli 2020 20:35
An: ‘info@parrsbank.uk’ <info@parrsbank.uk>
Betreff: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Lieber Herr Thomas Cardigan –

Unglückseligerweise war ich in den vergangenen Tagen mit schwerwiegenden anderen Problemen beschäftigt.

Ich habe ungefähr 500.000 Euro verloren mit Wirecard-Aktien und habe einen Anwalt beauftragt, um die Wirtschaftsprüfergesellschaft EY und den Vorstand und Aufsichtsrat der Wirecard AG zu verklagen. Eine furchtbare Katastrophe!

Gott sei gepriesen und gelobt, dass Sie mir den mir zustehenden Fonds in Höhe von 7,2 Millionen Euro gemeldet haben – mit der Auszahlung werde ich meine Verluste mehr als kompensieren können!

Selbstverständlich werde ich die moderaten Gebühren vorab überweisen – nur leider kann ich in Ihrer Mail nicht erkennen, an welchen Bankaccount ich die Zahlung zu leisten habe.

Bitte schicken Sie mir so schnell wie möglich Ihre Zahlungsdetails – selbstverständlich können wir die Gebühren auch mit meinem Guthaben verrechnen; Sie brauchen mir dann also nur 7.197.324 (7.200.000 – 2.676) Euro zu überweisen.

Gott segne Sie!

Ihr

Timotheus Eusebius Gessat

Die Alltium Brokers bzw. Herr Thomas Cardigan sind sehr einfühlsam in Bezug auf meine Wirecard-Verluste:

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Montag, 13. Juli 2020 00:39
An: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Betreff: Re: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Sir,

We are really sorry for the lost and hopefully, your lawyer would be able to achieve the reclaim of your fund.

Regards to the payment, you cannot able to deduct the required amount from the deposit due to the comprehensive insurance on your fund which indicates that the beneficiary must receive it fund intact.

Find here the receiving account to the Notary Public.

Beneficiary Name: Matthew Lenton
Sortcode: 050005
Account Number: 04092859
IBAN: GB02YORK05000504092859
BIC: YORKGB22
Bank: Yorkshire Bank
Address Timor House, Mariner Court, Clydesbank Business Park, Glasgow, G81 2NR

Send us a copy of the transfer upon completion.

Thomas Cardigan
Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB
United Kingdom

Und schicken einen Bankaccount von einem vermutlichen “Mule” rüber, den ich natürlich wie immer postwendend sperren lasse. So. Jetzt versuche ich mal wieder, 1 Euro von den Dreckschweinen abzugreifen. Ich lasse da hier in der Dokumentation mal eine Zwischen-Kommunikations-Stufe raus:

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Montag, 13. Juli 2020 09:17
An: ‘info@parrsbank.uk’ <info@parrsbank.uk>
Betreff: AW: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

 

Dear Thomas Cardigan –

 

I found the mistake with my first attempt to transfer the fees; the beneficiary details were wrong. Of course I now sent a new transfer order on it’s way. There is only the same formality I mentioned already; the “Anti-Laundering Trustable-Kontrollzahlung”  which seems to be obligatory due to the corona-induced rules of the European Central Bank (EZB).

If I understand right, the control payment (in case of my bank, the Commerzbank it seems to be sent to “paypal.me/CommerzbankWUTrust”…) will be returned immediately, it is only to make sure the payment receiver is not a fake account.

I attach the new transfer document from Commerzbank.

Yours,

T.E. Gessat

Das Überweisungsformular wird wohlwollend zur Kenntnis genommen:

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Montag, 13. Juli 2020 14:01
An: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Betreff: Re: AW: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Sir,

We received the transfer copy and would let you know as soon as the Notary Public confirms the receipt of the transfer.

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Wenig später kommt allerdings eine Nachfrage.

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Dienstag, 14. Juli 2020 18:12
An: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Betreff: Re: AW: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Sir,

The Notary Public has not received your transfer. Please confirm

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Tja. Woran das wohl liegen mag? Vielleicht an der bislang nicht erfolgten Zahlung von 1 Euro auf das Commerzbank-Anti-Laundering-Konto???

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Dienstag, 14. Juli 2020 23:07
An: ‘info@parrsbank.uk’ <info@parrsbank.uk>
Betreff: AW: AW: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Dear Thomas Cardigan –

I have contacted my bank (Commerzbank) again and they assured that the money transfer is right on the way – the only problem could be the lacking transaction of the “anti-laundering trustable control payment” so far.

Are you sure that you or the persons dealing with the transaction did successfully initiate the “Anti-Laundering Trustable-Kontrollzahlung” of 1 Euro on the control account “paypal.me/CommerzbankWUTrust”? If I understand right, this is absolutely necessary for the money transaction between Germany and the UK due to the corona-induced, new anti-laundering guidelines of the EZB (European Central Bank).

Unfortunately, the whole situation is rather complicated at the moment. But of course, you as the experts in these matters will know what to do.

I am sure our transaction will be successful. God bless you!

Yours,

Timotheus Eusebius

Der Corona-Überlebens-Check: Rindfleisch im eigenen Saft.

So. Ich bin natürlich auch im März in Panik verfallen, als ich gerade noch mit letzter Müh und Not aus dem Skiurlaub in der Schweiz in die Heimat fliehen konnte. Als dann hier ge-down-locked wurde, ich in “freiwillige” Selbstquarantäne musste. Als in den Supermärkten Nudeln, Klopapier und Seife definitiv weg waren und sich die bange Frage stellte: Werde ich zu den (99,97%…) Überlebenden gehören? Ich gestehe das ganz offen ein: Auch ich habe natürlich dann meine Hamster-Tour gemacht und meinen Rucksack und die Tragetaschen vollgepackt mit dem Nötigsten. Was man eben so auf dem Fahrrad wegschaffen kann.

Unter anderem auch Artikel, die ich schon lange nicht mehr in Erwägung gezogen hatte: Dosensuppen. Ok, die halten extrem lange. Und schmecken auch gar nicht sooo schlecht. Aber auch schon etwas härtere Krisen-Kost aus dem Konserven-Regal. Zum Beispiel: “Rindfleisch im eigenen Saft.” Wie das überhaupt aus der Perspektive von Rindern mit Rindfleisch-Saft so beschaffen ist, das lassen wir einstweilen dahingestellt. Auf jeden Fall hab ich jetzt mal eine der angeschafften, an sich noch recht lange haltbaren Dosen geöffnet und verköstigt. (Weil ich ja nicht immer nur an dem ebenfalls als Corona-Überlebensgarantie erworbenen Parmaschinken schnibbeln kann…)

Das Produkt sieht – nach einigem Konsum – so aus:

Und es schmeckt auch ziemlich genauso, wie es aussieht. Also ein bisschen in Richtung Corned Beef, aber noch mal deutlich unlockerer; eher in Richtung Krise und Krieg. Keine Ahnung, ob man das durch Erhitzen oder Weiterverarbeiten noch irgendwie aufhübschen kann. Aber solche Erwägungen gehen ja eh am Kern des Produktes völlig vorbei. Dies ist kein Produkt für verzärtelte Gourmets; für die Liebhaber von “Papageienzunge an Papaya-Juice.” Dies ist ein Produkt für Leute, die überleben wollen in schwierigen Zeiten. Oder die die Verantwortung dafür tragen, dass ihre Lieben – Weib, holdseliges Töchterlein, verfettete Katze etc. – überleben.

Ein Produkt für Familienväter, ängstliche Singles und Prepper also. Ein Produkt, das in seiner hermetischen Dosen-Verpackung Pandemien übersteht, aber auch Atomangriffe. Ein Relikt des Kalten Krieges, das jetzt zu wundersamer neuer Aktualität aufläuft. Eines steht fest: Ich beginne zwar gerade, die gehamsterten Lebensmittel so allmählich aufzufuttern, hoffentlich kongruent zu ihrem Haltbarkeitsdatum. Aber natürlich werde ich gleichzeitig den drei-Monats-Überlebens-Puffer wieder nachkaufen und aktualisieren. Jetzt bin ich sensibilisiert. Denn es könnte ja sein, dass mal eine wirklich kritische Pandemie vorbeischaut, bei der ich wirklich definitiv zuhause bleiben möchte.

Dann, spätestens dann, schlägt die Stunde vom “Rindfleisch im eigenen Saft.” Das Zeug schmeckt zwar grenzwertig, aber sichert mir das Überleben für ein paar Tage. Ein gutes Gefühl. So ähnlich wie damals als Kind, als ich Abenteuer-Geschichten gelesen habe, bei denen die Akteure allen möglichen Gefahren und Entbehrungen ausgesetzt waren. Und ich hab mir beim Lesen jeweils ein, zwei Tafeln Schokolade reingezogen. Oder eine Familienpackung Eis. Ein Vergnügen gewinnt eben deutlich an Durchschlagskraft, wenn es vor dem Hintergrund eines tatsächlichen oder imaginierten Armageddon genossen wird.

Wie funktioniert eigentlich (öffentlich-rechtlicher…) (Wissenschafts-) Journalismus?

Gar nicht. Selbstverständlich sind alle ÖR-Journalistinnen und -Journalisten (Disclaimer: Ich gehöre zu dieser verachtenswerten Spezies dazu 🙂 …) Teil einer furchtbaren, erst von ganz wenigen Durchblickern erkannten Verschwörungskampagne, die einerseits auf das maximale Abgreifen von zwangsweise eingetriebenen “Beiträgen” – in Wirklichkeit natürlich Frongeldern einer herrschenden Elite – abzielt. Und andererseits auf die tägliche Durchsetzung des Willens und der Ziele einer vermeintlich harmlosen, aber doch entsetzlichen, das Universum beherrschenden Diktatorin: Angela Merkel.

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Selbstverständlich bekomme ich jeden Morgen – wie alle meine Kolleginnen und Kollegen auch – einen Anruf von Angela Merkel bzw. ihren Schergen, was ich an dem betreffenden Tag veröffentlichen darf oder soll. Soweit, so klar.

Ok, jetzt kloppen wir mal diesen Bullshit einstweilen in die Tonne. Dass natürlich in Funkhäusern ein “Parteien-Proporz” herrscht und insofern zumindest die Leitungsebene so einigermaßen politisch verordnet sein mag – stimmt, geschenkt. Ich persönlich finde das auch ziemlich problematisch.

Die Frage ist natürlich, ob dann auch zwangsläufig alle Beiträge und Einlassungen unter einer bestimmten Agenda stattfinden. Der Verdacht (“Fake-News”…) ist da, in einem gewissen prozentualen Anteil mag der sogar zutreffen – nämlich dann, wenn Kolleginnen oder Kollegen einer vermuteten oder auch teilweise suggerierten “political correctness” – Vorgabe folgen. Aber in der allergrößten Mehrheit folgen die Kolleginnen und Kollegen doch den journalistischen Standards.

Allerwichtigster Punkt: Wie vertrauenswürdig ist die Quelle? Bei Nachrichten lautet das Mantra: Zwei unabhängige Quellen, dann kann man das verantwortungsvoll raushauen. Wobei eben auch Kollegen oder Kolleginnen bei eigentlich durch ihre internen Kontrollmechanismen als “sakrosankt” geltenden Institutionen wie Nachrichtenagenturen Fehler machen können. Bei wissenschaftsjournalistischen Quellen gibt es auch ein ziemlich zuverlässiges Kriterium: Wer an einer renommierten Universität als Professorin oder Professor arbeitet und publiziert, ist vermutlich kein(e) totale(r) Wahnsinnige(r) oder Blender(in).

Ganz hinreichend ist das Kriterium “kein(e) komplett Wahnsinnige(r) als Quelle” natürlich noch nicht – und deswegen ist es selbstredend gut, wünschenswert oder sogar notwendig, wenn der/die berichtende Journalist(in) auch noch eigene Fachexpertise mitbringt. Und eben selbst sofort mitbekommt – wo ist ein Thema, eine Meinung, eine Veröffentlichung heikel, wo gibt es Zweifel und Gegenmeinungen? Ich würde mal behaupten – die Chance zu so einer Expertise ist im öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch vergleichsweise hoch.

Aber trotzdem: Expertise und hinreichend ausführliche Beschäftigung mit Themenverläufen hat ihren Preis. Wenn erwartet wird, dass Journalistinnen und Journalisten Beiträge mit zwei Stunden Vorlauf “herauskloppen”, dann führt das zwangsläufig zu Kollateralschäden. Wenn es nicht vorgesehen oder möglich ist, sehr komplexe Themen ergebnisoffen zu recherchieren – und trotzdem ein Honorar dafür zu erhalten – dann werden diese Themen eben nicht tiefschürfend recherchiert.

Mal zur Eingrenzung: Wenn öffentlich-rechtliche Journalistinnen und Journalisten Themen referieren – vielleicht ja auch teilweise auf einer aus guten, gerade erwähnten Gründen 🙂 nicht vollständig geklärten Faktenbasis – dann machen sie sich natürlich die referierten “Erkenntnisse” noch lange nicht automatisch zu eigen. Von daher gehen möglicherweise auch “Gegenstimmen” in “Sozialen Medien” komplett in die falsche Richtung. Übrigens, als kleiner Hinweis an Entscheidungsträger: Ein “Shitstorm” von zehn, fünfzehn Leuten ist immer noch ein sehr, sehr laues Lüftchen. 🙂

Und noch was: Wenn ich alle – auch die aufgrund bisher eigentlich einigermaßen bewährter Qualitätskriterien untermauerten – Quellen aus Angst vor lauen Social-Media-Shitstorms pauschal in einen “Ich-mach-mir-jetzt-mal-vorsichtshalber-in-die-Hose-Topf” schmeiße; nach dem Motto: “Na ja, das könnte jetzt stimmen. Es gibt allerdings möglicherweise auch ein paar Leute im Netz, die sagen: Das stimmt nicht.” Dann kann ich komplett die Berichterstattung einstellen über alles, was auch nur ansatzweise potenziell kontrovers sein könnte. Und dann schwenke ich komplett ein auf die Linie der Trolle, die “es gibt ja gar keine Wahrheit” – Desinformation betreiben.

Das soll natürlich kein Plädoyer sein für generellen Schnellschuss-Journalismus – ganz im Gegenteil.

 

NRW-Sport-Staatssekretärin Andrea Milz vor Ort im Lemmerz-Freibad

Zum Lemmerz-Freibad in Königswinter hab ich eine tiefe, innige Verbundenheit. Ich hab nämlich aus bestimmten, hier nicht weiter zu erörternden Gründen die Website der Initiative zusammengebastelt, die die angedachte Schließung des wunderhübschen historischen Bades vor der Kulisse eines Ausblicks ins Rheintal verhindern wollte. Das Ziel der Initiative ist offenbar geglückt; die Website (deren Zugriffsmöglichkeiten ich vor geraumer Zeit an andere abgegeben habe…) aber scheint inzwischen etwas vernachlässigt worden zu sein 🙂

Freibäder sind natürlich Horte und Hotspots der Corona-Übertragungsmöglichkeit. Infizierte und Nicht-Infizierte springen ins Wasser, röcheln oder näseln (oder pieseln…) da in die Becken-Füllung – und ob die Chlorung die tödlichen Viren killt, ist noch längst nicht ausgemacht. Umso tapferer von unserer famosen NRW-Sport-Staatssekretärin Andrea Milz, das Lemmerz-Freibad zu besuchen. Ins (möglicherweise verseuchte…) Wasser reingesprungen ist Frau Milz offenbar nicht, aber sie hat eine wunderbare Botschaft hinterlassen für alle wagemutigen Schwimmer und Schwimmerinnen:

 

Auf einen ähnlich riskanten Besuch auf einem NRW-Golfplatz hat sich Frau Milz bislang noch nicht eingelassen. Klar; da lauern natürlich noch mal ganz andere Gefahren – vor allem publicity- und BILD-Zeitungs-mäßige.

Es ist ja auch sicherlich kein Zufall; oder eben nur totaler Irrsinn, dass selbst die Golfplätze in Irland nur für Mitglieder innerhalb eines Radius von fünf Kilometern aufgesucht werden dürfen. Klar. Wer da per Automobil als Mitglied aus sechs, 10, 20 oder 40 km Distanz anreist, löst selbstredend zwangsläufig ein Corona-Armageddon aus. Also bitte für immer zuhause bleiben und an Vereinsamung, Verfettung, Herzinfarkt und Kreislaufkollaps sterben!! Danke!

Kann man diese Voll-Horste nicht mal in Grund und Boden verklagen???

Endlich reich!! Ich wusste ja immer, dass Aktien die richtige Strategie sind.

Eigentlich war ja der Blick aufs Depot in den letzten Tagen immer schon so einigermaßen tröstlich. Corona? War da was? Aber heute dann endlich mal ganz große Freude. Ich bin reich. Bin Millionär. Tja, die wechselnden Launen der Börse gehen eben mal nach unten. Oder eben auch – richtiges Händchen und Näschen vorausgesetzt – nach oben.

Ich werde den unverhofften Kursgewinn sofort morgen früh realisieren. Ok, das bisschen Abgeltungssteuer werde ich dabei auch noch verkraften. Das Leben kann so schön sein!

P.S. 20.05.2020 Mist, Mist, Mist. Irgendwie sind meine Millionen jetzt plötzlich wieder weg. Das ist wirklich sehr deprimierend.

Helge Schneider zu Corona: Forever at Home, forever alone

Der alternative Eurovision-Song-Contest auf Pro 7 war ja gestern ein gewaltiger Bauchklatscher. Ärmliche Songs von “internationalen Stars” mit deutsch-verankertem Migrationshintergrund, eine Akustik wie aus dem Schuhkarton; pardon – dem Raab-Fernsehstudio. Uninspirierte Moderatoren und Interpreten, die in die leeren Ränge hinein “I-love-to-entertain-you”-Stimmung verströmen mussten. Dann die Väter, Freunde, Kumpels der Interpreten, die mal eben aus Daffke die “Nationen-Wertung” beisteuern.

Das alles war, geb ich ja zu, echt hart – für die Beteiligten und für die Zuschauer.

Und dann doch noch der Moment des Staunens, der Überraschung und der Begeisterung: Helge Schneider tritt als letzter Teilnehmer auf – “für Deutschland”. Und lotet den Corona-Wahnsinn aus, bis in die letzte “Stay-at-Home-Helden”-Ecke. Das reicht natürlich nicht für den “Sieg” im Contest; dazu ist die Verständnis-Ebene zu komplex. Aber ein epischer Augenblick. Forever.

 

Die geistige Gesundheit und Mobilität kann wieder gestärkt werden

Je mehr ich über den Satz in dem Brief gestern (im Beitrag hier ganz unten…) von unserer famosen NRW-Staatssekretärin für Sport und Gedöns, Frau Andrea Milz, nachdenke (“Durch die Änderung der Coronaschutzverordnung NRW können Sie sich nun wieder bewegen und Ihre geistige Gesundheit und Mobilität stärken.”), desto mehr komme ich ins Grübeln. Ist das ein äußerst feinsinniger Ansatz, meine intellektuelle Satisfaktionsfähigkeit in Frage zu stellen (dazu gibt es eigentlich im Vergleich der Argumentationstiefe in meinem Blogpost und der im Brief der Staatssekretärin keinen Anlass…)?

Ist es ein zartes, empathisches Eingehen auf die von mir geschilderten, ganz persönlichen Beeinträchtigungen, die ich durch die nicht gerechtfertigte wochenlange Sperrung der Golfplätze hinnehmen musste (die Schilderung war übrigens auch schon als Blaupause für eine Klage gegen die rechtlich nicht haltbare Maßnahme gedacht…)? Während Spaziergänger, Jogger und Fahrradfahrer ganz gemütlich durch Parks und Fußgängerzonen einherwandeln durften – trotz eines definitiv dort höheren Infektionsrisikos? Dazu bei Golfpost.de eine nette Karikatur:

Karikatur von Torsten Kropp bei Golfpost.de https://www.golfpost.de/community/posts/5eb038804c729f00062be320/

Ist es eine Botschaft an eine vermutet ältere Zielgruppe an der Grenze zur Senilität (die Frage ist ja, ob man die Passage lesen muss als “geistige Gesundheit und geistige Mobilität” oder “geistige Gesundheit und (körperliche…) Mobilität”)? Oder ist das Ganze einfach nur Behörden-Kommunikationsabteilungs-Geschwurbel? Ohnehin kann man ja recht lange darüber nachsinnen, ob die “Antwort” von Frau Milz bzw. ihrer Mitarbeiter(innen) noch als Zeichen guten Willens oder aber schon als Verhohnepiepelung interpretiert werden muss. Woanders galoppiert der Amtsschimmel bzw. der Corona-Wahnsinnsgaul ja ohnehin fröhlich weiter.

Die hehren Worte von DGV-Chef Claus Kobold jetzt sind bestimmt auch gut gemeint, aber eigentlich bestenfalls folkloristisch. Die “Clubverantwortlichen, der Dachverband, die Landesgolfverbände und viele Golferinnen und Golfer haben gemeinsam” eben nicht “erfolgreich dafür gekämpft”, dass wir wieder Golf spielen dürfen. Sondern wir sind – jedenfalls speziell in den Bundesländern NRW und Bayern, in denen ja Führungspersönlichkeiten mit Kanzlerambitionen das Sagen habe, absolut unerfolgreich in der ganz normalen Grabbelkiste “jetzt darf das ganze Sportgedöns mal langsam wieder lockern” gelandet. Egal, wie jeweils die tatsächliche Infektionsgefahr war oder ist.

Mit der Realitätswahrnehmung ist das ja immer so eine Sache. Bei Politikern wie auch bei Funktionären. Aus meiner Sicht war (und ist, in Bezug auf die immer noch bestehenden Einschränkungen…) das ganze Geschehen ein ganz klarer Rechtsbruch, eine unverhältnismäßige Einschränkung der Grundrechte und sogar eine Gesundheitsgefährdung. Und es war und ist ein ganz klarer Tigerfell-Bauchklatscher unserer Verbände, die eben offenbar doch überhaupt keinen signifikanten Einfluss auf die Politik haben, wenn es mal nicht um Champagnertrinken bei lustigen Schönwetter-Charity-Events und wohlfeile Sonntagsreden, sondern um differenzierte, wirklich wichtige Sachentscheidungen geht.

Wie dem auch alles sei. Mein Platz ist wieder auf, und ich habe heute die erste Runde gespielt. Leider ja erst mal nur 9-Loch. Mann, Mann; wie schön. (Und schon wieder könnte ich eigentlich ausrasten, welche Traumbedingungen wir in den letzten Wochen unnötigerweise in die Corona-Tonne gekloppt haben…) Aber wie heißt es so schön: “Schaue vorwärts, nie zurück.” (“In der Arbeit liegt dein Glück.” Wie, was?)  Der Platz ist jedenfalls in sehr gutem Zustand. Die renovierten Grüns auf der 6 und 7 sehen schon ziemlich anständig aus, obwohl man sie noch nicht bespielen darf. Mit Bunkersand aus Honolulu.

Das renovierte Grün auf der 7. Hoffentlich ist das bald wieder auf – das Wintergrün ist nämlich erheblich schwerer zu treffen…

Und der wegen Borkenkäfer oder Eichenlaubspinner oder sonstwas arg gerupfte Baum auf der 8 hat sich wieder ganz gut erholt und strahlt jetzt einen gewissen Bonsai-Charme aus. (Es gibt ja wohl, so haben mir das eingeweihte Kreise zugetragen, allen Ernstes einige Mitglieder im MGC, die den Baum gerne abholzen würden. Weil sie da nicht drüber oder dran vorbei kommen. Da kann ich nur sagen, ein Golfplatz ist doch kein Ponyhof. Einfach mal ein paar Stunden beim Pro nehmen, anstatt an die Kettensäge als Ausweg aus golferischem Unvermögen zu appellieren… 🙂

Die 8 mit dem wunderschönen Baum in der Mitte – der macht natürlich gerade den Charakter der Bahn aus.

Der Baum bleibt stehen. Basta. Ist eh ganz easy, drüber zu spielen. Klonk; Blätter riesel. Mist. 🙂

Die Kriminalpolizei-Einbruchswarnungs-Scammer rufen bei mir an

Heute so um 14 Uhr geht das Telefon, ein Herr Sowieso von der Kriminalpolizei ist dran. Ich geb mich mal im ersten Moment ganz kooperativ – wo ich doch Anfang letzter Woche bei meiner allerersten längeren Fahrt mit meinem neuen Auto – nämlich nach Bitburg zum Golfspielen in Rheinland-Pfalz 🙂 – direkt in die einzige, allen anderen Autofahrern bekannte Radarfalle reingerauscht bin. Gottseidank war das ja einen Tag vor der Anhebung der Verkehrssünder-Strafen.

Aber darauf wollte der Herr gar nicht hinaus. Sondern in meiner Straße sei nämlich in der Nähe eingebrochen worden, man habe die Täter da gefasst – eine rumänische Bande (das habe ich ja immer schon geahnt 🙂 ) – und bei den Tätern einen Zettel gefunden, auf dem mein Name und meine Adresse draufstand und die Info, bei mir gäbe es womöglich Goldmünzen oder -barren und viel Bargeld. Ob ich denn darüber mal mit irgendwem gesprochen habe?

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Mist, jetzt sind die schon da. Ok, ich hol die Uzi raus…

Ok, die Masche ist ja mittlerweile eigentlich allen bekannt, die nicht völlig senil; na ja, sagen wir mal etwas aus der Welt sind. Da fallen nicht mal meine Tanten drauf rein – bei denen haben die Dreckschweine auch schon letztes Jahr mal angerufen. Ich frage mich auch, wieso die es bei mir versuchen, ich heiße ja schließlich nicht Hans-Horst oder Adolf; und Michael deutet doch eher auf die Babyboomer-Zeit hin. Ich verfalle aber sofort in meinen “ich bin etwas verwirrt”-Ton, den ich ja schon in meiner Mailunterhaltung mit dem guten alten Barrister trainiert habe.

Gleichzeitig versuche ich das Gespräch irgendwie auf den Computer rüberzulegen, damit ich den Sportsfreund aufnehmen kann. Klappt erst mal nicht, also lege ich auf. Der Typ versuchts natürlich direkt wieder. Mist, meine Telefon-App funktioniert erst mal nicht, weil ich zunächst nicht schnalle, dass die das aktive Aufnahme-Equipment nicht etwa vom Windows-Standard übernimmt, sondern man das gesondert einstellen muss.

Inzwischen rufe ich schon mal die richtige Polizei in Rodenkirchen an, ob die nicht Lust haben, vorbeizukommen, um dann den Mule (der Scam läuft ja so, dass ich meine Wertsachen vorsichtshalber einem “Kripomitarbeiter” übergeben soll…) direkt hopszunehmen. Die Dame meint aber, das würde meistens nicht funktionieren. Außerdem seien sie gerade Corona-bedingt etwas dünn besetzt (genau wie das LKA letztens beim Mail-Scam…). Sie würden aber trotzdem jemand vorbeischicken, um eine Anzeige aufzunehmen – die könnten sie aus statistischen Gründen gebrauchen.

Ok. Kurz danach ruft der Scammer wieder an, inzwischen ist meine App bereit – und ich zeichne dieses wunderschöne Gespräch mit “Einsatzleiter Thomas Kehl” hier auf.

 

Ich laber und laber, in der Hoffnung, dass die richtige Polizei bei mir auftaucht und ich die Kollegen 🙂 dann vielleicht sogar persönlich miteinander plaudern lassen kann. Selbstredend habe ich sieben Krügerrand und zehn 50g-Goldbarren im Haus; das ist ja wohl das mindeste in diesen Krisenzeiten. Aber die richtige Polizei kommt erstmal nicht – ich versuche noch etwas Zeit zu schinden, indem ich eine akute Darm-Unpässlichkeit vorgebe; ich müsse also erst mal aufs Klo.

Irgendwann bricht die Verbindung ab, der Typ versucht es immer und immer wieder – mit Vorwahlnummern aus Marokko, Bolivien und Laos. Interessant, wo die Kripo überall Büros hat. Irgendwann ruft die richtige Polizei wieder an; es würde noch später werden – oder ich könne vielleicht die Anzeige doch online aufgeben. Mach ich; ich werde da auch das Audio mit reinschicken. Und ich hoffe mal, dass die richtigen Ordnungshüter bei einem richtigen Notfall dann trotz Corona doch einigermaßen “zeitnah” vorbeischauen 🙂

So. Die Sportsfreunde sind wieder da. Hier das nächste Audio:

Da brach gerade die Verbindung wieder ab.

Jetzt hat der Sportsfreund wieder angerufen. Ich hab noch ein Weilchen mit ihm geplaudert. (Die komischen Telefon-Nummern sind natürlich eine Top-Secret-Verschleierungsaktion…) Und ihm dann am Ende die bittere Wahrheit verkündet. Ich hab nämlich leider auch null Gold bei mir hier zuhause. Das Arschloch legt einfach auf. Wo gibt es denn so was??

Außerdem heiße ich Gessat, nicht Gesat; liebe türkische (?!) Sportsfreunde. Und die Leyboldstraße wird Leiboldstraße ausgesprochen.