Pilotprojekt “Smart City” in Bonn – Wenn der Glascontainer “voll” meldet

Bekanntlich bin ich nicht per se ein glühender Anhänger der Idee, alles zu vernetzen und ins Internet (“der Dinge”…) zu bringen – und dann davon auszugehen, dass allein diese Aktion die Welt automatisch in ein Paradies voller glücklich umherstapfender, bestens informierter und vor lauter tollem “Benutzererlebnis” 🙂  fortwährend jubilierender neuer, smarter und stets wohlwollender Menschen verwandelt. In Wirklichkeit ist das IoT eher ein Albtraum von billigst zusammengestoppelten China-Devices mit Backdoors, Sicherheitslücken und niemals erfolgenden Updates 🙂 … Und die Menschen bleiben natürlich genau so, wie sie halt sind. Es gibt nette, intelligente Leute. Und Vollidioten und Arschlöcher.

Da betrifft auch technische Visionen. In einer idealen Welt oder einem Science-Fiction-Film laufen attraktive Menschen in einem weißen Hosenanzug durch gestylte Wohnwelten und wischen und tippen über smarte Monitore und pseudo-Graffitti-Betonwände. In Wirklichkeit versuchen schlechtgekleidete Spaßvögel und Trolle, Sand ins Getriebe zu streuen – aus purer Lust am Destruktiven; oder weil es ja auch vielleicht auch wirklich ein Stück weit lustig ist, eine vermeintlich tolle Vision mal kurz und schmerzhaft auf den Boden der analogen Wirklichkeit zurückzuholen. Auf jeden Fall: vernetzte Zukunftsideen und “smarte Sensorik” müssen unter diesem Aspekt einigermaßen robust konzipiert sein – sonst pulverisiert sich der erhoffte “Benefit” ganz schnell wegen ein paar Einzelaktionen von “unsmarten” Zeitgenossen.

Aber natürlich wird sich das “Kosten-Nutzen-Verhältnis” zwischen Infrastruktur-Betreibern und IoT-Providern einpendeln; und natürlich werden in zehn Jahren IoT-Dienste und Dienstleistungen selbstverständlich sein, die heute noch experimentell sind. Und möglicherweise ist das dann auch alles smart, klimafreundlich und energiesparend. An der Abwägung: Was bringt mir meine Investition in einigermaßen absehbarer Zeit? – ändert das jedenfalls momentan nichts. Solange die Kommunen nicht einmal das Geld haben, um die allerschlimmsten Schlaglöcher in den Straßen auszubessern, steht die flächendeckende “smarte Stadt-Infrastruktur” wahrscheinlich noch nicht ganz oben auf der Prioritäten-Liste 🙂

Pilotprojekt “Smart City” in Bonn – Wenn der Glascontainer “voll” meldet

Deutschlandfunk – Computer und Kommunikation vom 18.11.2017 (Moderation: Maximilian Schönherr)

Rescam: KI-Bot verwickelt Scam-Betrüger in Email-Konversation

So richtig neu ist die Idee natürlich nicht, aber immer noch gut: Scamming, das Email-Verschicken mit irgendwelchen Fantasie-Stories über sagenhafte Vermächtnisse, Bankschließfächer oder Beziehungs-Avancen – das funktioniert immer noch mit viel Manpower und Handarbeit. Zuerst braucht man natürlich einen Idioten oder eine Idiotin, die auf den Scheiß reinfallen – aber danach müssen ja ehrliche Hand-Arbeiter in Nigeria oder Moldawien die Kommunikation fortführen, die ja letztlich in eines münden soll: In einen Geldtransfer des Idioten zum Scammer.

Der Ki-Bot “Rescam” von der neuseeländischen NGO-Netzsicherheits-Agentur zielt schlicht auf diesen menschlichen Faktor – wenn die Scam-Arschlöcher mit der Beantwortung der Bot-Fragen, Anekdoten und schlechten Witzen beschäftigt sind, dann können sie in der Zeit keine neuen Idioten Opfer abzocken. Ich habe so etwas ja mal per Hand gemacht. (Fortsetzung in den Folgeposts…) – das ist einigermaßen lustig. Har, Har.

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 13.11.2017 (Moderation: Diane Hielscher)

Der US-Wahlkampf hat 2016 das Familienfest Thanksgiving verdorben

Es ist schon erstaunlich – oder auch gruselig, was man mit den Daten herausfinden kann, die wir alle produzieren und die über uns erhältlich sind. Zum Beispiel, dass letztes Jahr in US-amerikanischen Familien mit gemischter politischer Präferenz – dort, wo es also sowohl Anhänger von Donald Trump als auch von Hillary Clinton gab, tendenziell der Haussegen schief hing: Das Dinner mit dem traditionellen “Turkey” fiel kürzer aus als sonst, und viele Leute blieben anscheinend lieber gleich zuhause – ulkigerweise war dieses “ohne mich”-Phänomen nur bei Republikaner-Wählern zu verzeichnen, die Demokraten-Anhänger machten sich immerhin auf den Weg zu ihren Lieben.

Woher Keith Chen von der University of California und Ryne Rohla von der Washington State University das so genau wissen wollen? Die beiden Wirtschaftswissenschaftler mit Faible für psychologische und soziologische Phänomene haben Smartphone-Daten ausgewertet, haben die Bewegungsmuster der Handies (bzw. deren Besitzer…) am Thanksgiving-Day 2016 nachverfolgt und mit den Daten aus 2015 verglichen. Wenn da 12 Smartphones für 3 Stunden am Abend beisammen saßen, dann war das wohl eine Familie beim Truthahn-Schmausen. Und wenn ein Teil der Handies (bzw. deren Besitzer…) in Bezirken zuhause war, in denen 75% der Stimmen für Donald Trump abgegeben worden war, und ein anderer Teil in Orten, die für Hillary Clinton gestimmt hatten – dann saßen da offenbar Verwandte mit unterschiedlicher politischer Präferenz am Tisch. Zumindest mit einer entsprechenden statistischen Wahrscheinlichkeit.

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Außerdem haben die Forscher noch die (ebenfalls öffentlich verfügbaren…) Informationen über die geschalteten bzw. gesendeten TV-Wahlwerbespots hinzugezogen – das Ergebnis: In den Regionen mit intensiver Wahlwerbung (also insbesondere in den “Swing States”, den Bundesstaaten mit “unentschlossener” Wählerschaft war der Effekt “kürzere Thanksgiving-Dinner, weniger Anreisen” deutlich – in anderen Regionen nicht. Das spricht für eine Kausalität (und damit für einen “Erfolg” der Wahlwerbung…) – der US-Wahlkampf 2016 hat auf Polarisierung gesetzt – anscheinend haben die Russen da auch noch mal einen draufgesetzt – und der Polarisierungs-Effekt ist in den amerikanischen Familien angekommen.

Natürlich gehen bei solchen Studien immer die Alarm-Leuchten an: Ist die vermeintliche Kausalität tatsächlich haltbar? Ganz spontan fallen einem da natürlich sofort zwei andere Faktoren ein, die ebensogut wie die politischen Meinungsverschiedenheiten die Anreise-Freude oder die Verweildauer beim Truthahn-Essen hätten beeinflussen können: Das Wetter. Und eventuelle Grippe-Epidemien – theoretisch könnten solche Einflüsse zufällig exakt parallel zu der Werbespot-Intensität aufgetreten sein, und damit eine Kausalität nur vorgegaukelt haben.

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Die Forscher haben allerdings diese Fehlerquelle sehr wohl im Auge gehabt und nach Kräften auszuschließen gesucht: Sie haben nur Familien ausgewertet, die räumlich relativ nahe beieinander gewohnt haben und keine großen Reisestrecken zurücklegen mussten – wenn es also Faktoren wie Wetter oder Grippe gegeben haben sollte, dann hätte dies Familien mit “einheitlicher” und Familien mit “gemischter” politischer Präferenz gleichermaßen betroffen. Das alles sieht also ziemlich plausibel aus. 🙂

Weniger Familientreffen: US-Wahlkampf hat Thanksgiving verdorben · Deutschlandfunk Nova

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 13.11.2017 (Moderation: Diane Hielscher)

Klassik-Sendung in China – und eine Crowdfunding-Seite

Wir sind ja ziemlich weit entfernt vom “Reich der Mitte” und wissen daher auch recht wenig über die Stadt Chongqing – so richtig klein ist die allerdings nicht. Was wir wahrscheinlich auch nicht so ganz auf dem Schirm haben: viele Chinesen interessieren sich für westliche Kultur, für westliche Musik zum Beispiel – und auch für klassische Musik. Nier Chen moderiert die Klassik-Sendung beim Chongqing Musik Radio FFM 88.1 – und da lief vor kurzem die Besprechung der ersten CD einer mir ganz gut bekannten Sopranistin aus Düsseldorf und eines mir ganz gut bekannten Pianisten 🙂 …

Stephanie Doll und Thomas Hinz versuchen übrigens gerade, ihre zweite CD auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo anzuschieben. Wer dazu beitragen möchte, erntet ewigen Dank…

Chongqing Musik Radio FFM 88.1

Apple bot FBI Hilfe beim Zugriff auf das iPhone des Texas-Attentäters an

Das hört sich nach einer Sensation oder einem völligen Paradigmenwechsel an, oder auch nach einer Hiobsbotschaft für alle Besitzer eines iPhones oder iPads – aber obwohl die Überschrift, die ja so in vielen Medien zu lesen war, tatsächlich stimmt: An Apples Position in der Zusammenarbeit oder eben auch Nicht-Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden und Geheimdiensten ändert sich überhaupt nichts. Wie schon bislang ist Apple kooperativ, solange die Kooperation nicht das Vertrauen der User in die Sicherheit der Verschlüsselung in den iOS-Geräten zerstört – was natürlich Selbstmord für das eigene Geschäftsmodell wäre. Aber auch ohne dieses eigene Geschäftsinteresse hat Apple in der grundsätzlichen, politischen Frage natürlich vollkommen recht:

Jede absichtliche Schwächung eines Sicherheitskonzepts, jede “Behörden-Hinter- oder Vordertür” würde sehr schnell auch von Kriminellen oder “gegnerischen” Geheimdiensten ausgenutzt – das Verhältnis von ein paar vielleicht schneller aufzuklärenden Terror-Anschlägen gegenüber den dann in Kauf genommenen “Kollateralschäden” von Industriespionage über politische Sabotage, über Banking-Betrug bis hin zu Privacy-Verletzung ist einfach grotesk. Ein iOS-Gerät, das gesperrt ist, wird Apple also weiterhin nicht aufsperren – und kann dies auch (jedenfalls ohne grundlegende Eingriffe in das Betriebssystem…) wohlweislich gar nicht mehr.

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Was Apple aber – wenn ein Durchsuchungsbefehl oder eine richterliche Anordnung vorliegt – sofort herausrückt, das ist der Inhalt der iCloud, in der sich ja ggf. auch Backups der Geräte befinden – hierfür kennt der Hersteller auch den Schlüssel; das Sicherheitskonzept der iCloud bezieht sich also nur auf unbefugte Fremd-Zugriffe. Was natürlich wiederum für sicherheits-sensible Anwender heisst: iCloud-Backups nicht aktivieren, sondern die Gerätedaten nur lokal verschlüsselt sichern.

Wie sicherheits-sensibel der Attentäter von Sutherland Springs war, wissen wir noch nicht – wir wissen auch nicht, ob er überhaupt ein neueres iPhone mit Fingersensor besaß, und wenn ja, ob “TouchID” überhaupt aktiviert war. Im Gegensatz zu Reuters und der Washington Post gehe ich eigentlich davon aus, dass den Forensik-Spezialisten vom FBI durchaus bekannt ist, dass sich ein iPhone eines Attentäters mit dessen Fingerabdrücken innerhalb von 48 Stunden eventuell entsperren lässt – auch wenn der Attentäter schon tot ist.

Für mich klingt das Statement von Special Agent Christopher Combs am Dienstag (7.11.) eher nach einer politischen Duftmarke: “Ceterum censeo: Die böse, wirksame Verschlüsselung muss abgeschafft werden.” Und Apple hat dann; einerseits ernst gemeint, aber auch ebenso medienwirksam zurückgeflötet „wir kooperieren ja, aber…“ Was ich persönlich noch spannend fände: ob die neue Gesichtserkennung beim iPhone X auch bei einem Toten funktioniert. Die Augen müssen ja in die Kamera schauen, da muss man vielleicht noch irgendwie die Lider aufspannen – makaber.

Für alle Lebenden hat Apple ja jedenfalls noch ein Notfall-Feature in iOS11 eingebaut: Fünfmal den Aus-Knopf drücken, dann wird das Entsperren via Finger- und Gesichtserkennung abgeschaltet, danach geht’s nur noch mit dm Zugangscode.

Amazon-Rabatt auf Waren von “Third-Party-Anbietern”: Lokalrunde mit Hintergedanken

Die Idee mit den Drittanbietern oder “Third-Party-Verkäufern” bei Amazon ist ja eigentlich genial: Zum einen weitet der Handelsgigant damit sein Angebot aus – entweder qualitativ (zusätzliche Artikel, evtl. besserer Preis) oder quantitativ (Produkt in höheren Stückzahlen verfügbar). Die Kunden haben mehr Auswahl und genießen die Zahlungsabwicklung über einen vertrauenswürdigen, etablierten Kanal – und die Drittanbieter selbst können ihre Waren über einen etablierten Distributionsapparat lagern und ausliefern (lassen); normalerweise klappt die Abrechnung auch problemlos.

Das ermöglicht z.B. einem findigen Studenten, mal eben ein Millionen-Business hochzuziehen – mit pfiffiger Preis-Arbitrage. Das Nebeneinander von Amazon-eigener Ware und der Ware von Drittanbietern in Amazons Lagerhäusern führt ja zuweilen zu peinlichen Pannen: Amazon macht nämlich bei der Bestell-Bearbeitung gar keinen Unterschied und “pickt” und versendet einfach das, was gerade am nächsten im Regal liegt – und so kann man selbst bei einem Kauf bei Amazon selbst mit etwas Pech gefälschte, defekte oder retournierte Ware geliefert bekommen. Immerhin ist das Unternehmen bei Reklamationen sehr kundenfreundlich und diskutiert dann nicht groß herum, sondern liefert fehlerfreien Ersatz.

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Auch der Sonder-Rabatt, der gerade für etwas Aufsehen in den Third-Party-Seller-Foren sorgt, sieht ja erst einmal nach einer Win-Win-Win-Situation aus. Aber unter Umständen bekommen Drittanbieter Ärger mit ihren Lieferanten oder den Markenproduzenten – die “Lokalrunde” von Amazon verfolgt halt ureigenste Interessen und nimmt gegebenenfalls solche Kollateralschäden in Kauf. Hauptsache, der Eindruck bleibt in den Köpfen der Konsumenten: Bei Amazon gibt es die günstigsten Preise. Noch einmal nachchecken empfiehlt sich aber trotzdem.

Amazon-Rabatt auf Waren von “Third-Party-Anbietern”: Lokalrunde mit Hintergedanken · Deutschlandfunk Nova

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 07.11.2017 (Moderation: Till Haase)

Twitter-Account von Donald Trump gelöscht – leider nur für 11 Minuten

Der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin von Twitter, der/die den dauerzwitschernden, orangegelockten Singvogel im Weißen Haus mal eben als letzte Amtshandlung den Schnabel verbunden hat, ist ja postwendend für den Friedensnobelpreis nominiert wurden. Aber bereits nach 11 Minuten hatte der Präsidenten-Darsteller sein Sprachrohr wieder – dass therealdonald tatsächlich mal wie seine Steigbügelhalter aus der Altright-Ecke vom Kurznachrichtendienst suspendiert oder rausgekickt wird, ist praktisch undenkbar; Geschäft ist schließlich Geschäft.

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Es gibt ja ein paar Nörgler, die die ganze Aktion gar nicht witzig finden. Klar, wenn ein niederer Support-Mitarbeiter mal eben dem POTUS den Zwitscher-Hahn abklemmen kann, dann kann er vielleicht auch auf eigene Faust den Start sämtlicher US-Atomraketen auf Pjöngjang, Beijing, Teheran und Moskau ankündigen. Und dann kann man gemütlich abwarten, ob es irgendwo noch andere Bekloppte gibt, die die (in diesem Fall dann auch noch gefälschten, aber das wäre ja nun echt schwer zu erkennen…) Tweets eines Bekloppten für bare Münze nehmen. Oder vielleicht wird der Gegenschlag und die Vernichtung der Welt dann ja auch ganz zeitgemäß durch eine KI ausgelöst, die Tweets “verstehen” kann und automatisch reagiert?

Donald Trump: Auf Twitter gelöscht für 11 Minuten · Deutschlandfunk Nova

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 03.11.2017 (Moderation: Diane Hielscher)

Jesus contra Satan: Wie die russischen Anzeigen im US-Wahlkampf tatsächlich aussahen

Es ist mittlerweile keine Spekulation mehr, sondern erwiesen: Russland hat versucht, Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahlen zu nehmen. Die Anzeigen bei Google,  Facebook und Twitter haben doch sehr viel mehr US-Bürger zu sehen bekommen, als zuerst behauptet – die bewährte Salamitaktik der IT-Firmenchefs verfängt hier nicht mehr so recht; bei der Untersuchung vor dem US-Senat werden gerade die Vertreter der betroffenen Internet-Unternehmen doch recht intensiv befragt bzw. vielmehr „gegrillt“. Wie die von russischen “Agenturen” geschalteten Anzeigenmotive konkret aussahen, das wussten wir bislang nicht. Jetzt haben Facebook und Co. die Karten auf den Tisch gelegt und die Anzeigen herausgerückt.

 

Und da weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Genau wie schon im Vorfeld angedeutet – die Motive nehmen gar nicht etwa nur Partei für Donald Trump und gegen Hillary Clinton; sie bedienen praktisch das ganze Spektrum der politischen bzw, gesellschaftlichen Auseinandersetzung in den USA – und das auf eine möglichst plakative Weise. Wenn man sich aber klar macht, das einzelne Motive sehr gezielt auf Basis der Social-Media-Geschichte einzelner User individuell präsentiert werden konnten, ist die ganze Aktion sehr viel weniger ein “Schrotschuss”, als einem das beim nachträglichen Durchblättern der Anzeigen vorkommt.

Wer sich von einem kitschigen Jesus-contra-Satan-Armdrück-Bildchen (theologisch ist das auch äußerst problematisch…) in seiner politischen Willensbildung beeinflussen lässt, ist natürlich debil. Aber wer sagt, dass sich Demokratie nur an geistig Gesunde richtet – sowohl was die Wähler als auch was den Gewählten betrifft? Insofern folgte die Aktion also dem Kalkül: Je mehr Polarisierung, desto besser für Trump und desto schlechter für Clinton. Ob man im Kreml (na klar – die Troll-Agentur hat diese Kampagne wie auch das andere Tagesgeschäft natürlich nur auf eigene Initiative hin oder aus Spaß an der Freud durchgeführt 🙂 )  im Nachhinein mit der Einflussnahme glücklich ist, das ist noch mal eine andere, auch wieder sehr lustige Frage.

Manipulation des US-Wahlkampfs: Russische Anzeigen · Deutschlandfunk Nova

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 02.11.2017 (Moderation: Diane Hielscher)

Google Docs verweigert Zugriff auf Texte wegen „missbräuchlichen Inhalten“

So ein guter alter eigener PC zuhause, mit Festplatten oder SSDs darin und da drauf dann teure Software; Microsoft Office oder so, dazu noch mal zusätzliche Festplatten für die Backups – das alles ist ja heutzutage sowas von mega-out. Denn es gibt doch alles im Netz, in der Cloud: Speicherplatz, Programme, und natürlich alles (vermeintlich…) für lau. Und da loggt man sich ein, wo immer man auch gerade ist. Mal mit dem Tablet, mal im Internetcafe, bei Freunden, in der Uni. Alles supersmart. Aber was macht man, wenn dieser Clouddienst einen plötzlich nicht mehr an den Text lässt, den man gerade bearbeitet? Genau das ist gerade einer Reihe von Usern bei Google Docs passiert„Zugang verweigert“.

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Und zwar wegen „abusive content“, wegen „missbräuchlichen Inhalten“ in den Texten; die User bekamen da nur noch eine Fehler- bzw. Sperrmeldung zu sehen: „Es tut uns leid. Du kannst nicht auf dieses Dokument zugreifen, weil es gegen unsere Nutzungsbedingungen verstößt.“ Das alles nicht etwa wegen wirklich “bedenklicher” Inhalte, in den Dokumenten der betroffenen Anwender ging es weder um Anleitungen zum Bombenbau noch um Pläne zur Ermordung des amerikanischen Präsidenten Präsidenten-Darstellers, noch um Pornografie oder Aufrufe zum Raubkopieren. Betroffen waren stattdessen Journalisten und Wissenschaftler – und das Ganze war: Eine Panne. Eine Panne allerdings, die noch einmal eines verdeutlicht: Google bzw. Google-Algorithmen schauen in die Dokumente hinein.

Wobei die Algorithmen laut Google nicht versuchen, die Dokumente inhaltlich zu verstehen – ganz großes Indianer-Ehrenwort. Könnten sie aber – das wäre nur eine klitzekleine Einstellungs-Änderung. Von daher – wer sensible Dokumente erstellt oder bearbeitet, und die in der Google-Cloud speichert und bearbeitet, dem ist nicht mehr zu helfen.

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 02.11.2017 (Moderation: Diane Hielscher)

Lakeballs? Wieso?

Ich möchte das an dieser Stelle einmal klar und deutlich mitteilen und mich outen – die Golf-Leidenschaft hat mich gepackt. So ungefähr seit Juni, wo ich mal mit Kollegen bei einer Platzrunde mitgelaufen bin – natürlich nicht ohne vorher schon mal als alter Streber zwei Pro-Stunden beim Golfclub in meiner unmittelbaren Nähe zu absolvieren und dann bei den Kollegen als wundersames Natur-Talent zu reüssieren. 🙂

In der Zwischenzeit habe ich festgestellt: Die Hochs und Tiefs sind eng getaktet. Am Anfang funktionierte der Schwung einigermaßen gut, mit Anfänger-Enthusiasmus. Kurze Zeit später sorgte genau dieser Enthusiasmus für eine äußerst schmerzhafte Zerrung unter der linken Schulter, so dass ich gar nicht mehr zuschlagen konnte bzw. mochte. Nach zwei Wochen funktionierte das wieder – und kurz danach traf ich dann wieder keinen Ball mehr, sondern “toppte” alles, traf die Bälle also nur noch an der Oberkante. Weil ich irgendwelche Aktionen in meinen Knien durchführte, die kontraproduktiv/überflüssig/f.d.A. waren…

Anfang Oktober habe ich dann meinen “Platzreifekurs” für einigermaßen viel Geld absolviert, bei “WinstonGolf” in der Nähe von Schwerin. Kann ich sehr empfehlen – Unterbringung top. der Par-3-Platz und die Übungsmöglichkeiten top, der Unterricht top. Am ersten Tag haben wir mein Schwungproblem gelöst, am zweiten die Handgelenksrotation dazu gelernt – und am dritten Tag kam dann noch der Hüft-Steinschleudereffekt, der Zeigefingerdruck und die Drehung im linken Handgelenk (um den Schlägerkopf offen zu lassen und den Slice zu vermeiden…) hinzu. Das war allerdings zuviel für mein Koordinaten-System – der Mittwoch nachmittag  war schon ziemlich katastrophal auf dem Winston-Kranich-Kurzplatz – und das nach den Pars und Birdies am Dienstag. 🙁

Die Platzrunde auf dem Winston Open am Donnerstag war dann völlig katastrophal – der erste Schlag direkt seitwärts in die Dünen – und so ging es dann munter weiter. Die Erkenntnisse der ersten beiden Tage funktionierten nicht mehr. Am Nachmittag durfte ich noch mal eine Solo-Runde auf dem Platz allein spielen – etwa zwei Drittel der Schläge waren o.k. – der Rest ging in die Dünen, die Bunker oder ins Wasser. Am Abend war ich ziemlich verzweifelt: Wieso gebe ich hier einen Tausender aus für einen Platzreifekurs, wenn ich bei diesen Distanzen (zumindest mit den von mir bislang praktisch ausschließlich gespielten Eisen…) und den Grün-Schwierigkeiten eigentlich keine Chance habe, die Vorgabe 54 zu erreichen?

Noch später kam mir dann die Erkenntnis und Beruhigung – die Platzreife konnte ich ja auch ohne die 54 erreichen. Und so war es dann auch am Freitag, dem 13.10. : das Wunder blieb aus, trotz mehrerer vielversprechender Ansätze…Platzreife ja, Minimal-Vorgabe nein.

Golfbälle

Etwas suboptimal, weil ich die für die Wochentags-Spielberechtigung bei meinem Heimat-Club brauche. Aber das schaffe ich schon noch, auf einem etwas leichteren/kürzeren Platz. Ich bin nämlich äußerst begabt.  🙂 Anfänger flennen ja bekanntlich oft herum wegen der Bälle, die sie in die Prärie verschlagen. Und kaufen sich Lake Balls oder ähnliche Gebraucht-Angebote.

Ich habe mir am Anfang 24 fabrikneue Bälle “Wilson Ultra” (“The longest Ultra ever”) zugelegt, Für 18,95 €. Davon sind jetzt noch vier Bälle da. Im Gegenzug habe ich allerdings 23 andere Bälle gefunden. Von Callaway, Tiltleist, Nike, Bridgestone, Top-Flite, Wilson, Pinnacle. Ist wirklich sehr interaktiv und kommunikativ, diese Sportart.

P.S. Das ändert natürlich nichts an individuellen Katastrophen – zwischenzeitlich hatte ich heute schon vier Bälle – von einem nachfolgenden Flight verfolgt, im tiefen Herbstlicht und bei unfassbarem Laub-Ärgernis – verloren, Drei davon habe ich dann bei der nächsten Runde wiedergefunden. Und noch drei fremde…

P.S. 2 Irritans et revocans: Kurz nach diesem allzu optimistischen Blogpost habe ich dann bei einer weiteren Kurzplatzrunde sechs Bälle netto nach links in die Landschaft verhookt. Das mit dem Ausgleich-Finden ist offenbar doch keine Gesetzmäßigkeit. Und so habe ich mir in Demut dann doch mal 100 Fund-Bälle für 28,- Euro bestellt. 🙂 Was kümmert mich mein Geschwätz von Gestern.