Mal ein kleiner Golf-Produkttest: Garmin Approach R10

Ich spiele ja jetzt bekanntlich seit gut vier Jahren Golf. Ich bin da sehr froh drüber – das hat mich körperlich und geistig unfassbar vorwärts gebracht. Körperlich: Allein schon durch die Bewegung – eben ziemlich täglich 9 Loch oder 18 Loch rumzulatschen, und zwar in einem durchaus schnellen Tempo mit einem durchaus signifikanten Gewicht (dem Bag…) auf dem Rücken – das hat bei mir schon meine Wampe bzw. mein Gesamtgewicht um etwa 7 kg runtergebracht. Während des beschissenen Corona-Lockdowns mit Platzsperre und Frust-Saufen ist das natürlich letztes Jahr wieder deutlich hochgegangen. Kollateralschäden.

Mittlerweile sind die Plätze ja längst wieder offen, und ich arbeite also weiter an meinem hehren Fernziel: In Bezug auf das Handicap einstellig werden. 🙂 “An sich” müsste das doch eigentlich machbar sein: Ich bin normalerweise einigermaßen sportlich, bestimmt biologisch zehn Jahre unter meinem tatsächlichen Alter, einigermaßen bewegungsbegabt und körperaffin – trotz diverser körperlicher/psychischer “Leichen im Keller”, die sich nicht nur bei meiner studierten Profession “Singen” verheerend auswirken, sondern eben auch beim Golfen.

Aber bei meinem Golfspiel und meinem HCP tut sich seit über einem Jahr: gar nichts. Im Gegenteil: Manche Bereiche – z.B. der Abschlag mit dem Driver verschlechtern sich sogar drastisch. Vollkommen irre: Ich haue da Drives mit 125 Metern raus. Im allerersten jahr flogen die noch 190 Meter weit. (Und der zweite Schlag mit dem Holz 3 fliegt dann 160/170 Meter – da gibt es also offenbar ein technisches/psychisches Problem…) Gegen solche Probleme gibt es ja offenbar zwei Maßnahmen: Unterricht nehmen bei einem Pro.

Und/oder: das mal filmen, was man da bei einem Golfschwung eigentlich macht. Die erste Variante – Unterricht nehmen – ist ja definitiv ratsam. Der Pro wird – hoffentlich – die individuellen Probleme erkennen und Ratschläge geben, wie man/frau den Problemen abhelfen kann. Die zweite Variante ist auch definitiv ratsam – aber erfordert eine gewisse psychische Stabilität. Wenn Sie, liebe(r) Mit-Golfspieler(in) zum ersten Mal ihren Schwung in einem Video gesehen haben, möchten Sie wahrscheinlich aufhören. Oder aus dem Fenster springen. Oder verzweifeln. Ein Stück weit berechtigt.

Das, was Sie da sehen, ist grauenvoll. Und erklärt natürlich bestens, warum auch Ihre Resultate und Ihr Spiel grauenvoll sind. Aber ok, Quatsch, Stopp – wir sind ja keine Profis und wollen und werden das auch niemals sein. Insofern: Sich einmal anzuschauen, was man/frau da eigentlich beim Golfschwung macht, ist total hilfreich und potentiell einer Weiterentwicklung förderlich. Profis und ambitionierte Amateure analysieren ihre Schläge mit Tracking-Systemen. Das sind normalerweise Radar-Doppler-Tracker, die den Flug des Balles, aber auch vorher schon die Schlägerbewegung registrieren und aufzeichnen – das sind dann auch die Systeme, die bei den Übertragungen von PGA-Turnieren die herrlichen Flugkurven des Balles in das Bild zaubern.

Meistens stimmen die berechneten Flugkurven mit den tatsächlichen ziemlich genau überein. In seltenen Fällen liegt der Ball dann doch im Bunker und nicht daneben; oder umgekehrt. Es gibt da “State-of-the-art”-Lösungen wie “Flightscope” – ein System, das Profis und sehr ambitionierten Amateuren offenbar sehr präsise Informationen über alle relevanten Parameter eines Golfschlags liefert – nur kostet das leider bislang fünfstellige Beträge. (Und auch dieser Anbieter arbeitet ja offenbar an billigeren Alternativen,,,)

Für Amateure ist das fünfstellige Gerät natürlich indiskutabel – insofern gewinnt da ein neues Produkt von Garmin reichlich Impact-Faktor: Der Tracker “Approach R10” wird zu einer UVP von 599,99 € aufgerufen. Ich habe das Gerät einmal ausprobiert. (Disclaimer: Das Gerät wurde mir von Garmin zum Testen zur Verfügung gestellt.) Punkt eins – aus meiner Sicht schon einmal positiv: Das Gerät wird hinter dem Ball aufgestellt. Klingt vielleicht ulkig oder irrelevant – aber manche Ball-Tracker müssen seitlich neben dem Ball positioniert werden. Bei einem vernünftigen Schwung – kein Problem.

Aber bei einem richtigen Katastrophen-Schlag – so wie Sie den ja auch manchmal auf der Runde spielen – schrotten Sie ihr teures Gerät. Bzw. Sie haben da vorher schon Angst vor und schwingen also nur gehemmt. Nicht umsonst gibt es da gehärtete Cases für diese seitwärts stehenden Geräte. Aber – wenn das Ding hinten steht, geht es Ihnen einfach besser 😉

Jetzt mal zu den ermittelten Daten: Kann ein 600-Euro-Gerät die gleichen Daten, die gleiche Performance erzielen wie ein Gerät für einen fünfstelligen Betrag? Ich kann nur sagen – ich weiß es nicht. Leider konnte ich die geplanten Vergleiche zu Flightscope-Systemen nicht durchführen, aufgrund der temporären Sperrung meines Heimat-Platzes. Wenn ich da mal hilfsweise Quellen aus dem Netz hinzuziehe – dann lautet die Antwort dort : die exakt gleiche Performance liefert das Garmin-Gerät wohl nicht. Wer als Profi oder Top-Amateur wirklich professionelle Daten über seinen/ihren Schwung benötigt, der/die wird hier möglicherweise nicht fündig.

Ich werde die Vergleichsdaten aber hoffentlich noch nachreichen können. Was ich auf jeden Fall schon sagen kann: Bei guten Bedingungen; Driving Range mit genügend Tageslicht – da sind die vom “Approach R10” ermittelten Flugkurven und Weiten auf jeden Fall sehr realistisch; die stimmen auf jeden Fall ziemlich exakt damit überein, was ich in Bezug auf Flugbahn und Weite auch sehe.

Jetzt ist nochmal die Frage – was bringen die sonstigen ermittelten Werte überhaupt? Ich sehe doch auch so, wie weit der Ball fliegt; ich spüre doch auch so, ob ich den Ball dünn oder ideal getroffen habe? Das stimmt. Ganz offen gesagt – für einen Mid-Handicapper wie mich mit 26,5 – da braucht es nicht unbedingt Informationen über die Schlägerkopf-Geschwindigkeit oder die Spinrate; erst recht nicht, wenn diese möglicherweise im Vergleich zu fünfstelligen Geräten nicht völlig genau sind.

Aber was für mich das “Killer-Argument” zugunsten des Garmin-Gerätes war, was mich letztlich dazu bewegt hat, das Ding auch zu kaufen, war: Die Video-Aufnahmefunktion. Dazu muss man sein Smartphone mithilfe der mitgelieferten Klemm-Halterung z.B. am hinter dem Abschlag aufgestellten Bag befestigen, Die Aufnahmefunktion ist übrigens auch noch holprig – manchmal wird die nicht aktiviert, obwohl man sie aktiviert hat. Aber wenn sie funktioniert – und grundsätzlich funktioniert sie – dann liefert sie zu jedem erkannten und gemessenen Schlag das zugehörige Video. Und das ist unendlich hilfreich.

Klar – theoretisch könnte man sich auch so filmen. Dann müsste man allerdings immer anschalten und abschalten und hätte auch nur das Bewegungsmuster und nicht den dazugehörigen Schlag bzw. die Schlag-Daten. Bei dem Garmin-Ding hat man das eben kombiniert. Und dann kann man direkt anfangen zu analysieren – aha, da neige ich mich noch in der Ausholbewegung nach vorn – warum? Meine Handwinkel sind total falsch – warum? Ich hole viel zu steil aus, warum? Ich gehe in der Ausholbewegung aus den Knien ein Stück nach oben – warum? Mein ganzer Stand und mein ganzer Durchschwung sind total wackelig und instabil – warum? Und was bewirkt das dann jeweils in Bezug auf das Schlag-Ergebnis?

Den eigenen Schwung mit dem Garmin Approach R10 aufgezeichnet zu sehen, ist erstmal ähnlich verheerend und demoralisierend wie sein eigenes Singen aufgezeichnet abzuhören. Gottseidank habe ich ja damit einige Erfahrung. In Demut und Resilienz. Das braucht man ganz offenbar auch beim Golfen. Insofern – das Aufzeichnen und Angucken hilft ganz bestimmt. Und neben diesen schnöden Range-Diagnosen bietet das Gerät ja noch die Chance, virtuell auf den herrlichsten Plätzen der Welt zu spielen.

Das Gerät ist auch ein Golf-Simulator – und transferiert aufgezeichnete Schläge in eine VR-Umgebung. Schön, wenn Sie zuhause genug Platz dafür haben, Bälle in ein Fangnetz reinzuhauen. Dann können Sie theoretisch Pebble Beach oder andere spektakuläre Plätze zuhause spielen. (Die Deluxe-Variante ist kostenpflichtig…) Bei mir klappt diese Simulator-Option momentan zuhause leider nicht. Ich habe zwar ein Putting-Grün im Wohnzimmer, aber meine Schaumstoff-Übungsbälle (alles andere wäre etwas zu riskant..) identifiziert das Garmin Approach R10 momentan wohl offenbar nicht als legitime Flugobjekte.

Oder die Radar-Range ist zu begrenzt. Wenn ich da noch irgendwelche Fortschritte machen sollte, melde ich das noch einmal nach. Noch mal ein letzter Test-Disclaimer: Ich konnte das Gerät als Tester verbilligt kaufen – und habe das dann auch letztlich getan. Wegen der Film-Option – so grausam die auch erstmal ist 🙂

 

Österreich auf dem Weg in die Corona-Diktatur?

“Die österreichische Regierung hat neue Verschärfungen der Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte beschlossen”, meldet Tagesschau.de 

In dem Artikel wird der neue österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg (nachdem ja der ebenso junge wie hoffnungsvolle Herr Sebastian Kurz aus diversen Gründen abtreten musste…) zitiert mit den Worten: “Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern”. Und: “Bei einer dramatischen Verschlechterung der Lage auf den Intensivstationen müssten ungeschützte Menschen mit Ausgangsbeschränkungen rechnen.” “Sie dürften dann ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen verlassen.”

Ich gehe mal davon aus, dass die geschätzten Kolleginnen und Kollegen der Tagesschau das hier richtig zitieren – und in der Tat scheint das nach einem ersten Googeln der Fall zu sein: Dann ist ja sehr apart, dass der österreichische Bundeskanzler hier von “ungeschützten”, und nicht von “ungeimpften” Bürgerinnen und Bürgern spricht. Das macht selbstredend einen gewaltigen Unterschied. Nämlich den, ob die angesprochenen nicht-geimpften und “nicht-geschützten” Bürgerinnen oder Bürger in der “Phase fünf” des Corona-Armageddon-Plans als Gefährder oder als Gefährdete fungieren sollen.

Und den, ob die “nicht-geimpften” (trotz nicht vorhandener Impf-Pflicht…) ab dem Szenario 5 in häusliche Haft müssen (als Gefährder…) oder in häusliche Schutzhaft (als unbelehrbare Gefährdete…) 🙂 Man kann hier noch kurz anmerken, dass die Kriterien des Szenarios (wie alle Kriterien in dieser gottverdammten “Pandemie”…) völlig willkürlich sind. Wieso sind “600 belegte Betten” das Kriterium? Ist die alternativlose Notwendigkeit der Intensiv-Behandlung immer belegt, oder spielen da etwa finanzielle Erwägungen der Krankenhäuser eine Rolle? Wieso gibt es nur 600 plus x Betten, hat das etwa schnöde finanzielle Erwägungen innerhalb des Gesundheitssystems als Ursache??

Embed from Getty Images

Jetzt mal zu den beiden möglichen Szenarien. Erste Variante – dann sollte das der Herr Bundeskanzler doch auch klar sagen: Die Ungeimpften sind die Gefährder. Da müsste man jetzt allerdings noch mal gucken, wieso. Die Vulnerablen haben ja alle ihr Impfangebot erhalten und hoffentlich auch angenommen – die sind also jetzt signifikant weniger vulnerabel. Die können sich, wenn sie wollen, auch ihren dritten “Booster”-Shot abholen und sind dann noch weniger vulnerabel. Die gehen wahrscheinlich oder vernünftigerweise auch nicht in Diskos oder so, und wenn ja, sind sie halt selber Schuld.

Zweite Variante – die Ungeimpften, die “Ungeschützten” sind die Gefährdeten. Sind die, die als Patienten in den Intensivstationen auftauchen. Erste Frage – ist das überhaupt signifikant so? Zweite Frage – ok, aber dann ist das doch deren Problem? Da kommt ja sofort das Narrativ ins Spiel – ungeimpfte Intensiv-Patienten “nehmen anderen Leuten die Intensivbetten weg.” Mag ja stimmen. Ich hätte überhaupt nix dagegen, wenn man ab einer bestimmten Überlastung des Gesundheitssystems und der Intensivbettenzahl dann selektieren würde: Nicht Geimpfte nicht mehr aufnehmen. Und gegebenfalls verrecken lassen.  Selbst Schuld, gell?

Das gleiche Prinzip müsste dann aber auch für alle anderen Sozial-Schädlinge gelten. Übergewichtige mit Herz-Kreislauf-Problemen? Ab einer gewissen Intensivbetten-Belegung – abweisen und verrecken lassen. Unsportliche mit null Bewegung, aber Nikotin und Alkohol? Abweisen und verrecken lassen. Porsche-Fahrer, Drachenflieger und Kletterer – abweisen und verrecken lassen. Alles natürlich bewertet und gewichtet aufgrund eines Risiko-Kosten-Nutzen-bewertenden Algorithmus.

Es gibt offenbar – und das ist sensationell beängstigend und abartig – eine gesellschaftliche Mehrheit, die eine solche Abschaffung des gesellschaftlichen Solidarprinzips gutheißt. “Ich bin geimpft – warum soll ich mich für die nicht geimpften einschränken”? “Ich bin schlank – wieso soll ich mich für die Fettsäcke einschränken?” “Ich rauche nicht.” “Ich fahre kein Auto über 130 kmh.” “Ich esse kein Junkfood.” Das ist alles vermeintlich legitim – aber wenn man/frau allen Ernstes will, aus der Solidargemeinschaft auszuscheren, dann sollte man sich die Kalaschnikoff besorgen.

Wieso sollten Minderprivilegierte die bestehenden sozialen Unterschiede weiterhin akzeptieren? Wenn alle demokratischen Grundrechte wegen eines Pussy-Virus 😉 suspendiert sind und offenbar gegen alle Ankündigungen und Versprechungen auch bleiben – welche Begründung sollte es dann irgendwann noch geben, nicht einfach nach dem Recht des Stärkeren/nicht-Vulnerablen zu verfahren? Noch mal zur Erinnerung: Rechtsstaatliche Grundrechte sind keine Frage von (ängstlichen…) Mehrheiten. Das sind mit gutem Grund unverhandelbare Grundsätze. Zum Schutz der Minderheiten und der Schwachen.

Mal ein kleiner Disclaimer – ich bin mittlerweile zweimal geimpft: Ich würde aus wissenschaftsjournalistischer Perspektive davon ausgehen, dass die Benefits einer Impfung zumindest für ältere Menschen wie mich selbst die theoretisch vorhandenen Risiken bei weitem überwiegen. Bei sehr viel jüngeren Menschen sieht diese Abwägung aber möglicherweise schon ganz anders aus. Ich kann es nach wie vor nicht fassen, dass die “Politik” und die “Mehrheitsgesellschaft” in ihrer wohlfeilen überalterten Bräsigkeit, mit ihren sicheren Jobs, ihrer Verachtung von Kultur und Gastronomie und allen anderen “nicht-systemrelevanten” und daher brutal geschrotteten Segmenten diese “Kollateralschäden” und völlig anderen Sichtweisen nicht sieht.

Um noch mal auf Österreich zurückzukommen – hoffentlich gibt es da noch ein funktionierendes Verfassungsgericht.

Stephanie und Alex sind hoffentlich noch glücklich verheiratet. Ihre Website dient jetzt Kriminellen zum Phishing.

Stephanie und Alexander aus der Schweiz haben 2019 geheiratet – offenbar nagen die beiden erfreulicherweise nicht am Hungertuch, offenbar haben die beiden auch jede Menge Freunde und Freundinnen. Und haben also ihren “schönsten Tag” in der Toskana gefeiert (gottlob auch noch vor dem Eintreten der grimmen Corona-“Pandemie”…); im wunderschönen Hotel “Podere Le Meraviglie” – ich hoffe ganz stark, die beiden sind nach wie vor glücklich liiert. 🙂

Juchuu!!

Was auf jeden Fall noch glücklich oder vielleicht auch nicht so glücklich online steht, ist/sind ihre Hochzeits-Webseite(n) www.summerbreeze.ch und www.alexandermeier.ch – das waren offenbar temporär konzipierte WordPress-Blogs oder eben Websites für die Organisation oder Abwicklung der Hochzeit, der Anreise der Gäste und des “Dresscodes” 🙂 …

Wir sagen “Ja” – die Phisher auch…

Neues Sicherheitsverfahren – ja klar. Geht sterben, Drecks-Phisher!! 🙂

Danach haben sich Stephanie und Alexander offenbar nicht mehr so intensiv um ihre Hochzeits-Seiten gekümmert – eigentlich völlig nachvollziehbar, wobei vielleicht ein Löschen auch nicht so ganz verkehrt gewesen wäre. Denn mittlerweile hat der Internet-Abschaum die Seiten gekapert (siehe die Einblendung von “populären Suchbegriffen am Kopf der Seite…), jetzt wird die einst so schöne ad-hoc-Hochzeitsseite für Sparkassen-Phishing genutzt. Zugegeben – man muss schon relativ bescheuert sein, um auf das Phishing reinzufallen.

Andererseits – die ursprünglichen Seitenbetreiber (Stephanie und Alexander…) sind immer noch verantwortlich für ihre Webseiten – auch wenn sie das wahrscheinlich überhaupt nicht auf dem Schirm haben (Impressum fehlt auch, das ist aber kein Freifahrtschein… 🙂 ) und hoffentlich mit ihrem Baby/mit ihren Babies rumkämpfen und insofern genug Stress an der Backe haben 🙂 Aber mal ganz ernsthaft – eine Webseite ins Netz zu stellen bedingt tatsächlich gewisse Verantwortlichkeiten. Und es gibt ganz ernsthaft Arschlöcher, die Sicherheitslücken und verwaiste Webseiten ausnutzen.

“Nein? Doch. Oh!” Es könnte sogar sein, dass die Website-Verantwortlichen für etwaige Missbräuche auf ihrer Website verantwortlich sind, etwa für Phishing-Aktionen und deren finanzielle Folgen.

Ach, übrigens noch an die Phisher: Ihr seid Abschaum. Trotz eurer wahrscheinlich schweren Kindheit. 🙂

Über Corona-“Normalität”, Masken-Wahnsinn und gesunden Menschenverstand

Ich habe gerade zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie wieder an einem Massen-Event teilgenommen. Ein Golf-Turnier mit ca. 150 TeilnehmerInnen – das 16. “Rainbow-Open”  – vermutlich war ich da die einzige teilnehmende “Hete” 🙂 … Es war sehr nett. Die Corona-Rahmenbedingungen entsprachen der 3G-Regel: Für die Teilnahme an den Abendveranstaltungen  – das war dann eine “geschlossene Gesellschaft”, für die es auch keine Maskenpflicht mehr gab – musste man/frau entweder vollständig geimpft oder “genesen” 🙂 sein oder einen offiziellen Corona-Test beibringen.

So weit, so gut, so bekannt. Die Abschlussveranstaltung am Samstag ging allerdings ab 21.30 in eine “Tanzveranstaltung” über – und dafür war dann ein “normaler” Corona-Test nicht mehr ausreichend – da war ein PCR-Test erforderlich. Rein wissenschaftlich ist das natürlich totaler Bullshit – die angebliche “Mehr-Genauigkeit” gegenüber dem Antikörper-Test ist winzig oder fiktiv. Es ist ziemlich klar, dass die Anforderung für einen PCR-Test bei vermeintlich “gefährlicheren” Events nur einen politischen Zweck hatte: Mehr Druck ausüben auf “Impfunwillige”, einen faktischen Impfzwang schaffen für die, die wieder am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchten.

Um mal ganz kurz zu belegen, dass die ganze Sache Bullshit ist: Auch bei 2G-Events gab es ja massive “Impfdurchbrüche” und Superspreader-Effekte. Die vermeintlich “sicheren” geimpften oder genesenen Zeitgenossen sind also in Bezug auf Infektionen überhaupt nicht “sicher”. (selbstverständlich “sicherer” in Bezug auf die Folgen einer etwaigen Infektion…) Aber ok – die PCR-Test-Erfordernis war zunächst auch für mich (bin erst einmal geimpft…) mal wie politisch gewünscht maximal druckausübend: Ich hätte da von Heiligenhaus am Freitag morgen vor dem Turnier zu einem Test um 7.30 Uhr zum Düsseldorfer Flughafen fahren müssen; Kosten 59,-. Das war die billigste Variante mit Übermittlung des Testergebnisses innerhalb von 24 Stunden. Die Variante mit einer Übermittlung innerhalb von 1,5 Stunden hätte 149,- gekostet.

Am Abend des 30.9. kam dann die frohe Botschaft rein: Die NRW-Landesregierung hat die Corona-Vorschriften gelockert. Für die Teilnahme an einer “Tanzveranstaltung” (an der ich übrigens eh nicht teilnehmen wollte…) war nun plötzlich kein PCR-Test für die nicht oder noch nicht vollständig geimpften mehr erforderlich, sondern nur noch ein “offizieller” Test “nicht älter als 6 Stunden vor Beginn der Veranstaltung”. Sehr schön. Ich brauchte also nicht vor dem Turnier am frühen Morgen noch nach Düsseldorf zum Flughafen-Testzentrum reinfahren (PCR-Tests gibt es eben leider nicht überall…) und die vorab gezahlte Kohle bekomme ich hoffentlich auch wieder erstattet.

Stattdessen habe ich mir dann am Samstag nachmittag einen neuen “Bürgertest” in Heiligenhaus besorgt – ulkigerweise wurde der beim Einlass abends gar nicht mehr überprüft… Aber jetzt mal zu den Events: Wir sitzen da zu 150 Leuten in dem Lokal – ohne Maske. Essen, Trinken, Gröhlen. (Und die Tanzwilligen tanzen hinterher.) Stundenlang mit sicherlich guter Aerosol-Durchmischung. Und nur das Servicepersonal, das da durch die fröhliche Menge durchläuft, trägt eine bescheuerte Maske.

Embed from Getty Images

Im Hotel am ersten Abend: Das sind 50, 60, 70 Leute an der Bar und im Raum – fröhliches Saufen und Kommunizieren – eine solche Enge hab ich seit Corona-Beginn nicht mehr erlebt. Alle ohne Maske. Bis auf das Personal hinter der Theke. Die haben das Fetzchen schon den ganzen Tag auf. Ein paar eine lockere OP-Maske, ein paar ein FFP-2-Modell. (Das ja bekanntlich auch nie dicht ist.) Völlig irre!!! Die Maskenpflicht für das Personal beruht ja auf der Fiktion, dass ein von Tisch zu Tisch gehender Kellner theoretisch eher spreaden könnte als ein Gast, der zu seinem Tisch mit Maske hingelatscht ist.

Passt allerdings bei einer Bar-Situation nicht mehr. Wenn im Gastraum und am Tresen 60, 70  Leute sind, die auch vorher schon ohne Maske als “geschlossene Gesellschaft” ihre etwaigen Viren ausgetauscht haben – und dann noch 3, 4 Service-Leute, die hinter der Bar stehen: Dann ist die Vorschrift offenbar totaler Bullshit. Zumal bei der Masken-Tragweise des Personals offensichtlich eh jede Menge Luft ist 🙂 … – kein Wunder, die wollen ja nicht ersticken. Pilzinfektionen im Mund-Nasenbereich haben sie eh schon teilweise, wie sie berichten.

Am Morgen im Frühstückssaal: Die sicherlich bereits viren-ausgetauschten Teilnehmer sind da wiederum unter sich, andere Hotelgäste frühstücken offenbar woanders. Das Maskentragen auf dem Weg zum Buffet ist also: reiner Bullshit. Ein Aluhut oder Nudelsieb auf dem Kopf oder ein Mutter-Gottes-Geweih wäre genauso wirksam oder unwirksam. Und vielleicht noch kleidsamer.

Ich komme am Samstag spät abends nach dem maskenlosen Abschlussevent im Hotel an und werde von der Bar-Bedienung aufgefordert, für die fünf Meter von der Tür bis zum Barhocker die Maske aufzusetzen. Die ich dann am Barhocker wieder absetzen darf – im Gegensatz zu der Bedienung. Im Raum sind offenbar auch nur Teilnehmer am Event; zudem dauert der Gang von der Tür zum Hocker nur 10 Sekunden, innerhalb derer ich sehr wenig Aerosole ausstoße. Danach bin ich ja weiterhin im gleichen Raum. Fazit: Das Ganze ist Super-Bullshit und Super-Scheiße.

Nur völlig gehirnamputierte Schafe können allen Ernstes diese totale Entwürdigung und schematische Regel-Befolgung gutheißen oder befolgen, diese totale Unterwerfung an ein Panik-Narrativ und eine Ausblendung jeglichen Menschenverstandes und jeglicher Erinnerung an Grundrechte und Verhältnismäßigkeiten. Zur Demokratie und zu einem Dasein nicht als Untertan oder unmündiges Kleinkind, sondern als Bürger gehört auch die Infragestellung von “Befehlen” oder staatlichen Vorgaben, wenn es an diesen begründete Zweifel gibt.

Wer nachts um zwei an einer menschenleeren Kreuzung als Fußgänger auf “Grün” wartet, ist für mich (und vermutlich auch für die meisten Leute außerhalb Deutschlands 🙂 ) kein Musterbürger, sondern ein Idiot. Wer mutterseelenallein auf der Straße dahergehend oder -radelnd eine Maske trägt, ist für mich ein Idiot, der sich selbst schädigt. Die Anforderung, auf den 4 Metern vom Eingang einer Bar bis zum Barhocker die (eh nicht dicht schließende…) Maske aufzusetzen ist reine Idiotie, vollkommener Wahnsinn und reine Schikane. Bzw. eben eine Unterwerfungsgeste an den Wahnsinn und die Panik-Idiotie.

Ich mach das “natürlich” auch mit, um da nicht irgendwelche unschuldigen Beteiligten in Zwangssituationen zu bringen (die Bar-Bedienung z.B., die die Sache übrigens ziemlich ähnlich sah wie ich…)  Aber an sich ist das alles doch völlig irre. Als mündige Bürger sollten wir doch eigentlich immer Begründetes von Bullshit trennen können. Sollten; nein müssten wir uns Bullshit und abstrusen und unbegründeten Einschränkungen unserer Lebenswirklichkeit entgegenstellen und die entsprechenden Vorschriften nicht befolgen.

Aber meine Beobachtung ist: Die Mehrheit macht den Bullshit, macht die Befehle mit. Am liebsten natürlich dann, wenn nur die anderen (Schüler und Schülerinnen z.B….) Masken tragen oder unter Kollateralschäden leiden müssen.  🙁 Und leider empfinde ich das so: Obwohl das vielleicht eine etwas zu große Keule ist – diese Bereitschaft, vollkommenen Irrsinn bereitwillig und untertänig mitzumachen – nur um nicht anzuecken und im Mainstream mitzuschwimmen – das ist die gleiche Haltung, die schon mal so gewisse suboptimale Entwicklungen in der jüngeren deutschen Geschichte befördert hat 🙁

Schwierige Wahlentscheidung… Ein offener Brief an die FDP.

Liebe FDP, Lieber Christian Lindner –

Ich habe gestern euren Wahl-Flyer per Post erhalten.

Das total ulkige ist – ich hatte gerade ganz ernsthaft überlegt, zum ersten Mal in meiner Wähler-Biografie das Kreuz bei der FDP zu machen. Weil ich das bisher so wahrgenommen habe, dass die FDP die einzige ernstzunehmende demokratische Partei ist, die gegen die abartigen Grundrechtseinschränkungen im Zusammenhang mit der „Corona-Pandemie“ Einspruch erhoben hat. Weil nach meinem bisherigen Eindruck die FDP die einzige ernstzunehmende demokratische Partei ist, die darauf hinweist, dass möglicherweise die Kollateralschäden der Corona-Maßnahmen viel signifikanter sind als die durch die Corona-Maßnahmen beabsichtigten Benefits.

Das habe ich wie gesagt bislang so wahrgenommen – aber interessanterweise findet sich in Eurem Flyer nichts mehr davon. Ihr touchiert das Thema noch mal ganz unverfänglich im ersten Satz, aber dann kommt nix mehr dazu. Stattdessen schwafelt ihr von Themenbereichen, in denen – sorry – die anderen Parteien halt besser aufgestellt sind oder zumindest so tun oder zumindest diesen Claim traditionell besetzt haben – wobei wir uns ja eh wohl einig sind, dass die Themenbesetzung und die Claims zu einem großen Teil Bullshit sind 🙂

Thema „Sicherheit“ – das ist nun mal traditionell die Bullshit-Domaine der CDU/CSU – da braucht ihr nicht versuchen dagegen anzustinken…

Thema „Wirtschaft“ – die Agenda für die Besserverdienenden und Wirtschaftsliberalismus ist sowas von out – das habt ihr offenbar gemerkt. (Im Gegensatz zu Herrn Merz 🙂 ) Doppelbesteuerung von Renten – da rennt ihr bei mir offene Türen ein. Gerne auch das Thema Doppelverbeitragung bei betrieblicher Altersversorgung in den Fokus nehmen – ich bin da als Aufsichtsrat der PK Rundfunk, der Altersvorsorgeeinrichtung der freien Mitarbeiter der Rundfunkanstalten involviert.

Apropos Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk – wenn ihr den abschaffen wollt, hab ich natürlich ein Problem mit euch. Überlegt aber noch mal – trotz aller sicherlich gerechtfertigter Kritik (klar, es gibt fragwürdige Ausgaben für Fußball, Unterhaltung, doppelte und dreifache Strukturen…) – ob ihr das tatsächlich wollt, dass die politische Landschaft nur noch von privaten Medien beleuchtet wird. Das wird garantiert super toll für euch – die RTL2-Klientel ist ja exakt eure Klientel 🙂 …

Thema „Nachhaltige Politik“ und Klimaschutz – das ist zwar super-tofte, aber echt kein FDP-Thema. Dafür wählt niemand euch, sondern eben die Grünen. Sofern man nicht (wie ich…) angesichts der Baerbock-Plagiate und vor allem der irrwitzigen Reaktionen auf die Plagiats-Nachweise das Kotzen bekommen hat.

Fazit – ihr habt da einen windelweichen und versuchsweise massenkompatiblen Flyer rausgeschickt, in dem ihr alle möglichen Themen mal ziemlich windelweich ansprecht oder antäuscht 🙂 Das ist aber totaler Bullshit. Die FDP ist niemals eine Massenpartei (ok, bei der SPD und bei der CDU wird das ja auch schon fraglich gerade 🙂 …) – insofern müsst ihr also fokussieren. Und nachdem der Besserverdienenden-Blödsinn durch ist, wäre das fokussierte Thema eben jetzt die Rückbesinnung auf ein genuin liberales Gebiet – den politischen Liberalismus, die Verteidigung der Grundrechte.

Das war und ist niemals Mainstream – das war bei der Volkszählung nicht so, das war bei der Vorratsdatenspeicherung und bei Überwachungsmaßnahmen nicht so, und das ist auch bei Grundrechtseinschränkungen aus Corona-Gründen nicht so. Das ist aber notwendig und ur-demokratisch und aller Ehren wert – und das würde m.E. auch einen gewissen signifikanten Wählerstamm abdecken, der locker über fünf Prozent kommt.

In diesem Sinne – auf der Basis eures Flyers werde ich euch entgegen meiner bisherigen Pläne dann doch nicht wählen. Überzeugt mich doch bitte vom Gegenteil – auf eurer Webseite gibt es ja noch andersklingende Posts https://www.fdp.de/epidemische-lage-von-nationaler-tragweite-muss-beendet-werden – im Flyer findet diese Positionierung aber wie gesagt nicht statt.

Für – gutbezahlte – weitere Strategie-Ratschläge stehe ich gern zur Verfügung 🙂

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Gessat

Journalist, Köln

 

P.S. Über das komische Kerning in der Überschrift sprechen wir jetzt mal nicht 🙂

“Sie haben meine Startzeit zerstört” – über Golf, nette Leute und Soziopathen

Ich spiele ja seit etwa vier Jahren Golf – ein Sport (dem viele Leute, vorwiegend solche ohne Ahnung das sporthafte absprechen…) oder meinetwegen eine Freizeitbeschäftigung, die vielen Leuten als elitär gilt. Das ist selbstredend völlig absurd. Wie schon ein Mitstreiter in meinem Heimatclub sagt: “Wir sind doch völlig normal.” Nämlich Vorstände, Chefärzte, Headhunter, Rechtsanwaltskanzlei-Mitinhaber. Genau. Ganz normal elitär. Ist ja auch wunderschön, wenn man auf der Basis der eigenen katastrophalen Runde auf den Boden zurückkommt – z.B. auf den Boden seines gerade aktuellen Golfspiels und Handicaps. 🙂

Ich habe am Samstag mal eine Startzeit gebucht in einem sehr renommierten Golfclub im Umkreis von Düsseldorf – meine Eltern wohnen direkt daneben; nur sehr spezielle Umstände sprechen dagegen, dass ich diesen Platz nicht viel öfter spiele. Ich habe hier meine ersten Versuche unternommen, ein erstes Handicap zu erspielen, und ein paar Trainerstunden genommen. Wäre womöglich fast mein Heimatplatz geworden…

Am Samstag komme ich also vier, fünf Minuten vor der gebuchten Abschlagszeit zum Tee 1 am West-Platz – mein Bag stand da eh schon; ich habe noch ein paar Puts auf dem Putting-Green ausprobiert. Da steht ein Herr da. Der mich “begrüßt” mit den Worten: “Sind Sie das mit der Startzeit 11 Uhr?” Ich: “Ja.” Er: “”Dann müssen Sie jetzt alleine spielen. Sie haben mir ja meine Startzeit zerstört!” Ich: “Was, wie bitte?” Er: “Sie haben sich ja einfach dazugebucht bei meiner Startzeit um 11 Uhr!”.

Mal zur Erklärung für alle nicht-Golfer: Es gibt einen Online-Dienst namens “PC-Caddie”, mit dem die Mehrheit der deutschen Golfclubs gerade oder bei Turnieren auch immer ihren Spielablauf organisieren. Speziell gerade aber auch die “Startzeiten”, also die Zeit-Slots, in denen “Flights”; also Spieler und Spielerinnen auf die Runde gehen. Bei manchen, sehr elitären Clubs (wie meinem z.B. 🙂 ) gibt es solche Slots gar nicht; bei den allermeisten gibt es sie spätestens seit Corona.

Ansonsten gilt halt bei der corona- oder nicht corona-induzierten Buchung von Startzeiten über das PC-Caddie-System: Ich logge mich ein in den PC-Caddie-Timetable des Clubs, in dem ich spielen will. Da sind freie oder besetzte Slots in einem bestimmten zeitlichen Abstand – 10 Minuten, 12 Minuten; wie dem auch sei. Die Spieleranzahl in den Slots hängt von den aktuellen Corona-Bedingungen ab; momentan sind offenbar Vierer-Flights erlaubt. Die PC-Caddie-Slots sind also Vierer-Slots.

Ich schaue am Donnerstag in PC-Caddie-System bei diesem renommierten Club im Düsseldorfer Umfeld: Da sind um 11 Uhr herum diverse Startzeit-Slots für Samstag noch frei – genau um 11 Uhr – was mir zeitlich sehr gut passt – ist da ein Einzelspieler eingetragen mit einem guten Handicap. Ich spiele, wenn ich als Gast auf fremden Golfplätzen spiele, gerne mit Mitspielern und gerne mit Clubmitgliedern – weil das gemeinsame Spiel viel mehr Spaß macht als alleine zu spielen. Weil ich gerne neue Leute kennenlerne. Weil ich gerne Tipps zu dem Platz bekomme. Weil ich gerne von besseren Spielern etwas lerne.

Ich bin übrigens prinzipiell sehr feinfühlig.  Wenn da ein blauer und ein(e) rote(r) SpielerIn gebucht haben (möglicherweise ein Pärchen…), dann buche ich mich nicht dazu. Bei einem Dreier-Flight auch nicht unbedingt, Aber bei einem Einzel-Spieler: Sehr gern. Vielleicht freut der/die sich ja. (Ich bin nämlich prinzipiell recht nett und einigermaßen gutaussehend 🙂 , und spiele meistens unter oder nicht allzu sehr über meinem Handicap…)

Fortsetzung des Dramas um 11 Uhr: Ich also: “Entschuldigung, aber da sind Sie ja völlig auf dem falschen Dampfer. Woher soll ich denn wissen, dass Sie da alleine spielen wollen oder mit ihrer Familie?” “Sie haben sich da einfach dazugebucht, ich wollte aber mit meiner Familie spielen. Ich werde das mal reklamiereren, dass sich da nicht einfach irgendwelche Leute dazubuchen können, das sollte nur nach telefonischer Anmeldung gehen.” Ich: “Warum haben Sie denn nicht einfach Ihre Familie dazugebucht?” Er: “Weil das noch nicht ganz sicher war, ob die spielen wollen.”

Spätestens ab dem Moment habe ich dem Sportsfreund auch ziemlich klar kommuniziert, dass sein Verhalten völlig indiskutabel und hochgradig unverschämt war. Das hat der Sportsfreund nicht so recht nachvollziehen mögen. “Warum haben Sie denn nicht einen noch freien Slot gebucht?” “Weil ich gerne mit anderen Menschen zusammen spiele – Sie offenbar nicht.”  Ich habe versucht, die golferische Contenance zu wahren – aber das war recht schwierig. Auf jeden Fall hat der Sportsfreund meine Runde – für die ich 75,- Euro Greenfee bezahlt habe – gründlich verdorben. Ich wollte gern mit jemand zusammen spielen, und mich nicht über irgendwelche irrationale, extrem ungastfreundliche und unhöfliche Zeitgenossen aufregen.

Noch mal ein bezeichnendes Statement meines “Sportsfreunds”: “Woher soll ich denn wissen, ob ich mit Ihnen spielen möchte oder nicht – ob Sie ein Idiot sind oder nicht?” Ich gehe allerdings eher davon aus, dass ich einen unbekannten Golfpartner/eine Golfpartnerin erst einmal völlig unvoreingenommen als potentiell nette(n) Mitspieler(in) kennenlerne. Wenn es wider Erwarten schrecklich ist, wird man die dreieinhalb Stunden sicherlich auch noch irgendwie überstehen.

Und ich habe eigentlich keine Lust, mich von einem etwas reichlich wunderlichen Zeitgenossen vor der Runde aus völlig irrationalen und völlig unberechtigten Gründen anpflaumen zu lassen, wenn ich 75,- Euro Greenfee für den kleineren West-Platz am Wochenende gezahlt habe. Auch noch mal zur Erläuterung – ich habe ja den Namen des Herren bei der Buchung in PC Caddie nicht sehen können; aus Datenschutzgründen. Möglicherweise buchen sich Club-Mitglieder aus guten Gründen bei diesem Herrn eh nicht dazu 🙂 – aber das konnte ich ja nicht wissen.

Mit freundlichen Grüßen an den Club – ich habe das Vorkommnis ja nach der Runde gemeldet – ich hoffe, das hat auch entsprechende Konsequenzen.

 

Wie antisemitisch ist Sucharit Bhakdi?

Es gibt ja so manche Themen, mit denen kann man eigentlich nur verlieren. Oder seine komplette bürgerliche und berufliche Existenz schrotten. Was über Nazis oder über Juden sagen ist da ein Patentrezept. Ich mach das jetzt mal trotzdem. Spannende Sache. “Autobahn” – das geht bekanntlich gar nicht. Und offenbar gibt es auch noch ein paar andere Verdammungs-Automatismen.

Es gab da einen einstmals sehr renommierten Professor namens Sucharit Bhakdi – der ist allerdings in das Lager der Corona-“Maßnahmenkritiker” abgetaucht. Ulkigerweise muss ich mich selbst auch in das Lager der Corona- “Maßnahmenkritiker” – welch schönes Wort, viel schöner als “Verharmloser”, “Relativierer” oder “Leugner” – einordnen.  Professor Bhakdi hat zur aktuellen Corona-Pandemie und zu deren Bekämpfungsmaßnahmen und zu deren Sinnhaftigkeit oder Legitimität so einiges gesagt – wofür er auf der einen Seite gefeiert, auf der anderen Seite verdammt wird.

 

Ein Interview aus dem April, das jetzt erst breit bekannt wird, hat die Wahrnehmung noch einmal drastisch verschärft – darin hat Bhakdi etwas über Juden oder Israelis gesagt.

Das Volk, das geflüchtet ist aus diesem Land, aus diesem Land, wo das Erzböse war, (…), und haben ihr Land gefunden, haben ihr eigenes Land in etwas verwandelt, was noch schlimmer ist, als Deutschland war. (…) Das ist das Schlimme an den Juden: Sie lernen gut. Es gibt kein Volk, das besser lernt als sie. Aber sie haben das Böse jetzt gelernt – und umgesetzt. Deshalb ist Israel jetzt living hell – die lebende Hölle.

Soweit das Zitat laut Tagesschau.de – die Titelzeile und Überschrift des Artikels lautet:

Antisemitische Aussagen: Bhakdi, die Juden und das “Erzböse”

Das klingt ziemlich durchgeknallt. Wenn man aber mal in das komplette Video des Bhakdi-Interviews reinhört, dann klingt das vielleicht immer noch ziemlich durchgeknallt, aber nicht mehr zwangsläufig antisemitisch. Sucharit Bhakdi erzählt dem etwas perplexen Interviewer nämlich zunächst, warum er “die Juden” eigentlich verehrt:

Und ich wurde mal gefragt von einem Amerikaner, was ich zu Israel zu sagen habe. Ich hatte für mich die Israelen, dieses Volk, das ich mehr bewundert habe als irgendein anderes Volk auf der Welt – ich war ein Juden-Bewunderer. Ja, du weißt, ich bin Musikliebhaber. Kunstliebhaber, die größten Geister waren die Juden. Es tut mir leid, wenn ich das sagen muss, es tut mir leid. Ich bin Buddhist.

(Interviewer: Ja, ich hab da kein Problem mit.) 🙂

Ich verehrte sie. Ich bin, Du hast meine Schallplatten-Sammlung gesehen, ich bin diesen jüdischen Musikern nachgereist, um eine Unterschrift von ihnen zu bekommen. Isaac Stern, David Oistrach. Ja, hunderte von Kilometern bin ich gereist, um sie zu hören, um ein Autogramm zu holen. Ich habe sie verehrt. Und jetzt machen sie das. Das Volk, das geflüchtet ist aus diesem Land. Aus diesem Land, wo das Erzböse war. (Lange Pause.)

Mit “diesem Land” ist übrigens Nazi-Deutschland gemeint.

Und haben ihr Land gefunden. Haben ihr eigenes Land verwandelt in etwas, was noch schlimmer ist als Deutschland war. So unfassbar. Und dann habe ich dem Amerikaner gesagt: Das ist das schlimme an den Juden. Sie lernen … gut, es gibt kein Volk, das besser lernt als sie. Aber sie haben das Böse jetzt gelernt … und umgesetzt. Und deswegen ist Israel jetzt “living hell”, die lebende Hölle.

Das ist vermutlich ziemlich irre. Warum Israel jetzt gerade “living hell” sein soll, das erschließt sich mir nicht. Israel hat eine ziemlich “gute” Impfquote, wobei es auch in der jüngeren Bevölkerung jetzt so etwas stockt – darüber kann man ja als “Maßnahmenkritiker” 🙂 geteilter Meinung sein. Israel hat überdies noch einen gewissen Anteil fundamentalistischer Orthodoxer, die auch nicht so ganz impf-begeistert sind. Wo die “lebende Hölle” in Israel sein soll, bleibt Sucharit Bhakdis Geheimnis. Und natürlich ist die Behauptung “schlimmer als Deutschland war”, totaler Quatsch und eine Verharmlosung des Holocaust.

Andererseits – wenn wir mal konzedieren, dass die Behauptung – “lebende Hölle” – und die suggerierte dramatische Gleichsetzung zur Zwangssituation im dritten Reich eh Quatsch ist – dann bleibt doch möglicherweise auch vom Antisemitismus-Verdacht nicht mehr so viel übrig. Stereotype und Vorurteile gegenüber “Völkern” und Nationen (oder gar “Rassen”…) sind ja generell Quatsch. Und trotzdem völlig normal und geläufig. Die Deutschen: Sind spießig, aber effektiv. (Vor den Bauversuchen zum Berliner Flughafen zumindest.) Die Franzosen: haben guten Wein und kochen gut. Die Italiener: Sind entspannt, kochen auch gut, überfallen als Armee vorzugsweise Wehrlose. Die Engländer: kochen nicht gut, stehen aber diszipliniert Schlange.

Wenn so ein geläufiger Quatsch geläufig ist – dann ist vielleicht auch ein Quatsch nicht wirklich dramatisch wie der von den “gut lernenden Juden”, hinter dem in diesem Fall eher kein Hass, sondern etwas wie Bewunderung steht. “Schlimm” ist ja auch die stereotype Spießigkeit der Deutschen und die Feigheit der Italiener und das Porridge der Engländer 🙂 Aber klar – das alles ist Quatsch – und andererseits vielleicht noch kein Weltuntergang, sondern normaler, geläufiger Quatsch – bei dem jede und jeder einmal kurz innehalten muss und sich fragen – hab ich solche Klischees nicht auch verinnerlicht?

Dass “Judenhass … zentrales Bindeglied der Corona-Proteste” sein soll – das ist wiederum für mich: Quatsch. Klar, da gibt es jede Menge Durchgeknallte, und wie immer versammeln sich Durchgeknallte – und darunter auch Antisemiten – hinter einer Protest-Agenda. Die Protest-Agenda aber mal einfach pauschal zu verteufeln und in eine Schublade zu stecken mit verkürzten Zitaten einzelner, vielleicht auch partiell durchgeknallter Akteure – das ist wiederum unredlich.

Kann man partiellen Quatsch über Juden oder über Israel relativieren? Ja, man kann. Finde ich zumindest. Das ändert nichts daran, dass der Quatsch Quatsch ist. Aber nicht unbedingt antisemitischer Quatsch.

Strg-C verwenden führt regelmäßig zu Plagiaten – da hilft auch kein Medienanwalt

Ich habe ja als letzten Beitrag hier gewisse Bullshit-Vorwürfe in Bezug auf angebliche perfide Täuschungsversuche im CV von Annalena Baerbock behandelt, die nur durch die heldenhaft investigative Recherchearbeit deutscher Journalisten aufgedeckt werden konnten. 🙂 Um nun mal meine Unabhängigkeit und Objektivität zu demonstrieren: Die neuerdings vom österreichischen “Plagiatsjäger” Stefan Weber aufgedeckten abgeschriebenen Stellen in Annalena Baerbocks Buch “Jetzt” sind kein Bullshit.

Embed from Getty Images

Zu einer eventuellen Agenda und Voreingenommenheit von Herrn Weber in Bezug auf Annalena Baerbock muss ich mich hier gar nicht einlassen bzw. habe gerade keine Zeit und Lust, nachzuprüfen, ob seine früheren Anmerkungen zum akademischen Werdegang der Grünen-Kandidatin tatsächlich “falsch” waren, wie nun von Baerbock und den Grünen behauptet. Dass es gewisse Zweifel an der Werthaltigkeit des von Annalena Baerbock absolvierten Studienganges gibt, ist eine Tatsache. Ob das ihre Eignung als Kanzlerkandidatin betrifft, ist eine offene Frage.

Was aber keine offene Frage ist: Wenn längere Textpassagen identisch; eins zu eins in einem früheren Werk erschienen sind und dann später in einem späteren Werk erscheinen – dann ist das entweder ein wunderbarer Zufall. Dessen Wahrscheinlichkeit man statistisch beziffen kann. 🙂 Wenn man Wahrscheinlichkeitstheorie und Heisenbergsche Unschärferelation kombiniert, dann tanzen irgendwo im Universum Atome oder Strings oder Geister herum, die genau den Text von Dantes Göttlicher Komödie abbilden.

In unserer realen, so unendlich profanen und flachen Welt ist so eine Koinzidenz aber schlichtweg das Resultat einer geläufigen Tastensequenz: Strg-C. Strg-V. Copy und Paste. Die Passagen, die Stefan Weber in seinem Blog aufzählt, sind schlichtweg aus anderen, früheren Quellen kopiert. Da helfen auch Vernebelungsaktionen wie die Formulierung bei Tagesschau.de in einem angeblichen Faktencheck nicht weiter, Annalena Baerbock habe “die Länder der EU-Osterweiterung in der gleichen Reihenfolge” aufgezählt, “wie es die Bundeszentrale für Politische Bildung in einem Aufsatz macht.”

Nein, es ist nicht nur eine Aufzählung in der gleichen Reihenfolge; es ist ein Copy und Paste der gesamten Textpassage:

Insgesamt zehn Staaten traten an diesem Tag der Europäischen Union bei: die baltischen Staaten und ehemaligen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen, außerdem Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, die frühere jugoslawische Teilrepublik Slowenien sowie die beiden Mittelmeerstaaten Malta und Zypern. Die EU wuchs von 15 auf 25 Mitglieder – und begrüßte damit rund 75 Millionen neue Unionsbürgerinnen und –bürger.

Mit der Ausnahme einer kleinen Gender-Eigenleistung von Frau Baerbock oder ihrem Ghostwriter: “…neue Unionsbürger*innen.”

Eine andere Passage:

Erstmals wurde der Klimawandel 2007 als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA wahrgenommen und somit als Phänomen, das die Aufmerksamkeit des Pentagons erforderte. Der Bericht „National Security and the ­Threat of Climate Change“ der Denkfabrik CNA beeinflusste die Militärstrategie des Verteidigungsministeriums nachhaltig. … Das Konzept des Klimawandels als „Bedrohungsmultiplikator“, der Rohstoff- und Gesellschaftskonflikte in Entwicklungsländern verschärfen kann, ist seither zu einem Eckpfeiler in der Strategie des Pentagons geworden. Je gespaltener und korrupter ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Massenmigration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder militärische Interventionen im Ausland.

Im Buch von Annalena Baerbock steht:

“Da ähneln sich die Passagen.” Höhö, lieber Kollege von Tagesschau.de, da ähneln die sich aber sehr. Heisenbergsche Unschärfe wahrscheinlich. Oder Copy&Paste. Oder : “Bei den kritisierten Passagen scheint es eher so, als habe Baerbock Sachinformationen übernommen.” Nö. Da sind nicht nur Sachinformationen übernommen, sondern Einordnungen. Das ist auch, liebe Grüne und lieber Medienanwalt Christian Schertz, keine “Wiedergabe allgemein bekannter Fakten sowie politischer Ansichten.” Das ist eine Passage, die von ihrer Komplexizität her ganz eindeutig urheberrechtlich geschützt sein dürfte. Eine ganze Lobby-Fraktion deutscher Verleger hat ja gerade unter aufopferungsvollstem Einsatz 🙂 durchgepaukt, wo im Netz die Grenzen des zulässigen kostenfreien Zitierens verlaufen sollen. Die dort vorgesehene Bagatell-Zeichenzahl hat Annalena Baerbock bzw. ihr Ghostwriter hier eindeutig gerissen.

Stefan Weber hat gerade noch eine weitere Passage gefunden bzw. dokumentiert. Kommen wir mal zu der Bewertung. Herr Weber hat ja sogar selber gesagt, die fraglichen Stellen im Buch seien “nichts Weltbewegendes”. Das ist korrekt. Annalena Baerbocks Buch ist keine Dissertation, das ist auch korrekt und banal. Plagiate sind aber auch außerhalb von Dissertationen Plagiate. In Artikeln von Journalisten z.B., wo ich die mal als abnehmender Redakteur gefunden habe. Oder sonstwo. Bei der Übernahme von Fotos im Netz, bei der Übernahme von Melodien oder Samples in der Musik. Darüber freuen sich normalerweise; bzw. davon profitieren normalerweise “Medienanwälte”.

Bei der Abgrenzung eines Plagiates zu einer zulässigen Übernahme geht es regelmäßig um die Frage der “Schöpfungshöhe”. Wenn die bei der gerade zitierten Passage nicht erreicht sein sollte, dann fresse ich einen Besen oder spiele wahlweise eine Runde Golf um eine Kiste Wein gegen Herrn Schertz oder die “Rufmord”-Rufer von den Grünen 🙂 (Das können aber auch gerne einfach Gerichte klären…) Liebe Leute – diesmal ist der Bullshit-Joker auf eurer Hand. Gebt doch einfach zu, dass so ein “Sachbuch” halt relativ pragmatisch zusammengezimmert wird, dass das vermutlich überwiegend ein Ghostwriter schreibt, der seinen Job pragmatisch macht.

Über die Qualifikation der Kandidatin sagt die “Affäre” immer noch nix aus. Ich war übrigens schon bei früheren Doktorarbeits-Analysen eher großzügig: Meiner Meinung nach sind Zitierungs-Sünden im Abschnitt des Referierens der vorhandenen Literatur eher lässlich – bei dieser Fleißarbeit behauptet der Autor/die Autorin ja eh nicht, einen eigenen genialen Gedanken zu formulieren.  Bei einem Sachbuch mag die Schwelle noch geringer sein – nur; wenn da so viel von anderen stammt, warum das dann unter eigenem Namen veröffentlichen?

Wie dem auch sei. “Nichts Weltbewegendes.” Stimmt. Aber das allzu selbstgefällige “Rufmord”-Gequake, die plakative Empörung und der Aufruf zur Solidarität von den Grünen gegen das eigentlich nicht wegzudiskutierende sind peinlich. Und die verschwurbelten und einfach nicht zutreffenden “Faktencheck”-Einordnungen von öffentlich-rechtlichen Kollegen, die sind vielleicht noch viel heikler.

P.S. 06.07.2021: Stefan Weber hat wie angekündigt einen ersten größeren Überblick über die bislang gefundenen Plagiatsstellen in Annalena Baerbocks ( 😉 ) Buch online gestellt – nach Lektüre des PDFs erübrigen sich wohl alle weiteren Diskussionen, nach welcher “Methode” das “Werk” angefertigt wurde. Ich empfehle den “Faktenchecker”-Kolleginnen und -Kollegen dringend die Lektüre – es ist dann übrigens auch nicht nötig, noch Dritt-Expertise von Juristen oder Medienwissenschaftlern oder “Plagiatsexperten” einzuholen. Wer nicht glasklar erkennt (und auch benennt!), dass diese Art des systematischen Fremdtext-Ausschlachtens alle Konzepte von “geistigem Eigentum” einerseits und selbstständigem Denken und Texten andererseits verletzt, der/die hat auch als Journalist/Journalistin seinen/ihren Beruf verfehlt, untergräbt die eigene berufliche und gesellschaftliche Existenzberechtigung, und sollte vielleicht auch dringend mal mit dem hauseigenen Justiziar plaudern. 🙂

Und wer die schlichte Dokumentation dieses Desasters als “Rufmord” bejammert, sollte vielleicht mal das Oberstübchen durchlüften.

Über Schaumschlägerei in Politik, Journalismus und Sozialen Medien

Seit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin der Grünen nominiert worden ist, ist das Interesse an ihrer Person und ihrem Lebenslauf stark angestiegen. Nicht immer unbedingt aus reiner Neugier oder Sympathie. 🙂 Das ist aber auch im Grundsatz völlig ok. PolitikerInnen agieren in der Öffentlichkeit und müssen insofern eben auch einpreisen, dass die Öffentlichkeit auch an ihrer Person Anteil nimmt – und zwar nicht nur an dem offiziellen und kuratierten Image, sondern auch an irgendwelchen vermeintlich privaten, vermeintlich irrelevanten oder tatsächlich oder angeblich “vergessenen” Details der Biographie.

Und das alles gilt proportional zur politischen Exposition bzw. proportional zur Wichtigkeit des bekleideten oder angestrebten Amtes. Umstimmigkeiten im Lebenslauf des Stadtrates in Winsen an der Luhe interessieren fast niemand. Solche im Lebenslauf eines Kanzlerkandidaten oder einer Kanzlerkandidatin fast alle.  Dafür gibt es einen sehr guten Grund – bei einem sehr exponierten und sehr machtvollen Posten möchte man eben sicher gehen, dass der/die Inhaber(in) bzw. der/die Kandidat(in) da auch geeignet ist; mit nachweislichen Qualifikationen.

Embed from Getty Images

Es gibt auch einen zweiten Grund, der jetzt eher nicht gut, sondern eher böse ist – aber in einer legitimen Weise böse: Politische Auseinandersetzung beinhaltet nun einmal auch, die Schwachstellen des politischen Gegners abzuklopfen. Ob die nun sachlich stark relevant sind oder nur weniger stark, ob die nun im Politischen liegen oder im Privaten, ob die vermeintliche oder tatsächliche Schwachstelle oder Verfehlung nun etwas mit dem politischen Wirken der Person zu tun hat oder nicht.

Wenn zum Beispiel rauskommt, dass der verheiratete Vorsitzende einer “christlich sozialen Union” mit traditionellem religiös-moralisch geprägten Wertekanon und auch im Parteiprogramm und in der politischen Agenda ausdrücklich propagandiertem Familienbild eine außereheliche Beziehung geführt und in dieser ein Kind gezeugt hat, dann wirft dies unter Umständen Fragen an der Integrität/Glaubwürdigkeit des Politikers bzw. der Partei auf. Interessanterweise gibt es aber bei uns in Deutschland einen ungeschriebenen Ehrenkodex in der Presse, solche “persönlichen” “Verfehlungen” nicht sonderlich zu thematisieren. Und letztlich ist das auch gut so.

Embed from Getty Images

Bei sonstigen Unstimmigkeiten im Lebenslauf ist das anders, das wird thematisiert – die Anzahl von über geschluderten und gefaketen Dissertationen gestolperten PolitikerInnen ist inzwischen Legion. Insofern muss ich auch sagen, die Diskussionen über den Stand und Wert der Studien und über vorhandene oder nicht vorhandene Abschlüsse an renommierten oder nicht so renommierten Universitäten im Fach “Völkerrecht” bei Annalena Baerbock finde ich völlig nachvollziehbar und legitim. Auch da kann man trefflich darüber nachsinnen, wie relevant die Qualifikation für die aktuelle politische Arbeit ist, und wie da die Expertise von Mitbewerbern ist – aber solange eine Qualifikation in einem offiziellen Lebenslauf drinsteht, darf man die auch einordnen.

Jetzt hat der Kollege Philip Plickert, der für die FAZ schreibt, angebliche neue Unstimmigkeiten im offiziellen Lebenslauf von Annalena Baerbock entdeckt und öffentlich gemacht – zunächst mal auf seinem privaten Twitter-Account.

Die Faz hat sich die Story mittlerweile auch zu eigen gemacht (war das also eine private oder Faz-“Recherche”?…)  – zuvor waren aber bereits Focus, BILD (verlink ich hier mal nicht, das Drecksblatt ist eh nicht satisfaktionsfähig… 🙂 ) und die einschlägigen Blogs und Twitter-Quellen auf den “Skandal” eingestiegen. “Kanzlerkandidatin von Köpenick?” ist da eine sehr schöne Schlagzeile. Und unglaublich lustige Tweet-Headlines wie “Baerbock ändert Biografie öfter als die SPD ihr Grundsatzprogramm.” Har. Har. Was haben wir gelacht.

Tatsächlich hat Annalena Baerbock bzw. ihr Web-/Social-Media-Team ja nun die Angaben auf der Website geändert. Die ganze Kategorie heißt jetzt “Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung”. Schauen wir uns mal die Korrekturen an; vier von zehn skandalöse Unstimmigkeiten hatte der Kollege Plickert ja investigativ “gefunden”. Die angeblich nicht nachvollziehbare Mitgliedschaft im “Potsdamer Solarverein” – uups, die gab es doch – kleiner Recherche-Irrtum. (Ob der Verein eine Homepage besitzt, ist doch piepegal – wenn der Verein nicht wichtig ist, dann ist doch bestimmt die Mitgliedschaft oder Nicht-Mitgliedschaft von Frau Baerbock auch nicht wichtig, gell? 🙂 )

Die behauptete Mitgliedschaft im UNHCR – Riesen-Skandal!!! Da kann man ja als Privatperson gar kein Mitglied sein!!! Wie völlig vernagelt muss Frau Baerbock sein, uns dies fälschlicherweise glaubhaft machen zu wollen. Sonst nur Staaten als Mitglied – und dann noch Annalena Baerbock? Welche Hybris, die durch die fantastische Recherchearbeit eines deutschen Journalisten aufgedeckt worden ist und jetzt auch zurecht im einschlägigen internet gegeißelt wird!! Oder: Ist das einfach nur ein ganz banales Versehen? Frau Baerbock ist Fördermitglied – also einfach Spenderin beim UNO-Flüchtlingshilfswerk. Das ist deutscher Partner des UNHCR – und das UNHCR wird in deutschen Internetquellen meist als “Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen” bezeichnet.

Punkt drei: Annalena Baerbock ist offenbar nicht mehr im „Europa/Transatlantik-Beirat der Heinrich-Böll-Stiftung“, sondern war da mal drin. Und ist inzwischen ausgeschieden. Punkt vier: Frau Baerbock ist gar kein Mitglied des German Marshall Fund (GMF), sondern hatte nur mal eine “Marshall Memorial Fellowship vom German Marshall Fund” inne.

Kommen wir doch mal zum Narrativ vom Kollegen Plickert – die falschen Angaben und Mitgliedschaften seien “hochstaplerisch” und “prestigeheischend”. Das mit dem Solarverein war ja eh: Bullshit. Die angeblich behauptete Mitgliedschaft im UNHCR: Bullshit – bzw. ganz offenbar nur ein Versehen. (Nur mal als Analogie: Wenn ich jetzt schreibe: “ich bin Mitglied der UN” – kann man das dann als relevanten Täuschungsversuch werten?)

Die Sache mit dem Beirat der Heinrich-Böll-Stiftung – da war sie mal drin, und ist jetzt nicht mehr drin – aber wie “prestigeheischend” kann das denn sein?? Ist doch völlig logisch, dass irgendwelche grüne Hanseln und Greteln in der Heinrich-Böll-Stiftung irgendwas bekleiden oder nicht bekleiden – das wird jetzt niemand irgendwie interessieren oder nicht interessieren.

Zum German Marshall Fund – dem kann man/frau offensichtlich völlig problemlos Kohle rüberschieben – ob ich daraus einen “prestigeheischenden” Distinktionsgewinn in der Öffentlichkeit ableiten kann, ist noch eine andere Frage. Offenbar war Frau Baerbock aber immerhin im Fellowship-Programm, und wie ja auch aus ihrer Mitgliedschaft bei der “Atlantik-Brücke” hervorgeht, ist sie offenbar “Transatlantikerin” und Freundin eines vertrauensvollen Dialogs mit den USA und – Riesen-Überraschung!!!- offenbar Angehörige des “Realo-Flügels” bei den Grünen.

Embed from Getty Images
Ein Soufflé – zum Glück mit Substanz.

So. Was bleibt denn eigentlich noch vom “Skandal” und der “Köpenickiade”? Wo ist denn eigentlich das “Soufflé”, das zusammenfällt? Ist die heiße Luft vielleicht doch eher bei gewissen Kollegen und gewissen PolitikerInnen und deren FollowerInnen mit etwas ideologischem Schaum vor dem Mund?

Mal so als kleine medienkritische Einordnung – dass da Focus, BILD und einschlägige Netz-Quellen losprusten – das überrascht mich nicht. Dass die (von mir bislang abonnierte…) FAZ unkritisch drauf einsteigt, schon eher. Zum Glück bin ich ja öffentlich-rechtlicher Journalist. Und wir dürfen noch unserem eigenen Narrativ folgen, weil wir ja die Kohle zwangseingetrieben bekommen und keinem “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing” folgen müssen. 🙂 Kleiner Scherz. Klar – wir bekommen natürlich immer jeden Morgen einen Anruf aus dem Kanzleramt. Übrigens mal als Disclaimer in der ganzen Sache – dass ich Grün wähle, ist nicht ausgeschlossen, aber ziemlich unwahrscheinlich. Aber ich hab was gegen Bullshit.

Sensation: Die deutsche Fußballnationalmannschaft trainiert gar nicht Fußball. Sondern Golf.


Zweiter von links ist nicht BDC. Embedded von meinem Lieblings-Newsportal. Foto: Dennis Brosda

Das ist aber gar nicht so verkehrt. Erstens ist Golf natürlich der etwas subtilere Sport, da entscheidet nicht die brutale Kraft und die gnadenlose Blutgrätsche über den Ausgang, sondern Technik und Nervenstärke bzw. die Fähigkeit, das eigene Potential eben auch unter Druck “abrufen” zu können. Das ist wiederum auch beim Fußballmatch eine nützliche Tugend. Jetzt muss man auch noch ganz nüchtern sagen – Fußball gilt ja im Gegensatz zu Golf eher als ein “proletarischer” Sport. Wobei ja die Zeit der gerade noch aus dem Pütt rausgekletterten “Knappen”, die dann anschließend auf dem Rasen Wunderwerke verrichten, vorbei ist.

Allerspätestens mit dem Abstieg von Schalke 04. “Glückauf, Glückauf, der Steiger kommt.” Schwamm drüber. Auch heute noch ist Fußball eine exorbitante Aufstiegsmöglichkeit für junge Männer aus sozial benachteiligten Schichten – aber wenn die dann erstmal aufgestiegen sind, dann adaptieren die natürlich auch Insignien der erreichten Schicht. Wie Ferrari-Fuhrparks (wohin mit der Kohle?) und eben distinguierte Freizeitbeschäftigungen. Wie Golf. Klaus Fischer und Konsorten sind wohl auch sehr in Gelsenkirchen-Horst aktiv.

Aber Quatsch. Golf macht einfach total Spaß und konfrontiert eben auch jedermann/jederfrau mit dieser existenziellen Herausforderung: Bringst Du das jetzt beim nächsten Schlag oder verkackst Du? Und für den Unterschied zwischen Bringen und Verkacken gibt es eben überhaupt keine Ausrede, da ist man nur selbst für verantwortlich. Ziemlich logisch, dass Leute wie Profisportler, die sich dieser Herausforderung eben standardmäßig und überprüfbar beruflich stellen, das auch beim Golfen attraktiv finden. Ziemlich logisch übrigens auch, dass Leute, die ohnehin körperlich ziemlich fit sind und die auch gewohnt sind, fokussiert bestimmte Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge abzuarbeiten, da direkt sehr gut performen.


“Die Pille muss doch irgendwie rein. Hilft pusten?” Embedded von meinem Lieblings-Newsportal. Foto: Dennis Brosda

Insofern – ich kann der Trainings-Strategie des DFB da nur vollumfänglich zustimmen. Beim Fussball muss der Ball ins Eckige. Beim Golf ins Runde. Beides entpuppt sich oft als verflucht schwierige und manchmal völlig vernagelte Angelegenheit. Die Pille geht ums Verrecken nicht rein. Und jeder totsichere Putt wird daneben geschoben oder lippt noch aus. (Wie gestern bei mir in Bad Münstereifel…) Das hat auch unglaublich charakterstärkende Aspekte. Nicht fluchen! Nicht spucken! Nicht ausrasten! Nicht den Schläger zertrümmern oder den Ball ins (nicht vorhandene…) Publikum dreschen!

Vielleicht lassen sich ja auch irgendwann die Hooligans von dieser Subtilität anstecken. Merke: Es ist viel männlicher, bei einer öffentlichen Demontage der eigenen Person gute Miene zu bewahren, als in Pseudo-Wikinger-Attüde auf “Gegner” oder “Bullen” loszustürmen – wohlgemerkt ja in der wohlfeilen Sicherheit, dass einem selbst nicht wirklich etwas passieren kann. Aber ok, das ist jetzt vielleicht doch etwas zu anspruchsvoll.