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Über die Impf-Bedenken von Joshua Kimmich, missverstandene Langzeitfolgen und die ganz sicheren Faktenchecker und Experten

Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich hat sich bislang nicht impfen lassen, er hat “persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht”. Er ist kein ideologischer Impfgegner und kein apodiktischer “Corona-Leugner” :), sondern hat einfach das getan, was jeder vernünftige Mensch machen sollte und machen dürfen sollte: Selbst, für sich ganz persönlich das Kosten-Nutzen-Risikoprofil eines Eingriffs in die körperliche Unversehrtheit abwägen und einschätzen.

Dazu muss man erst einmal feststellen – Herr Kimmich ist jung und extrem fit. Er hat also ein statistisch nachweislich extrem geringes Risiko, dass ihn persönlich eine Corona-Infektion signifikant in Gefahr bringen könnte. Es gibt da als breit diskutierten Risikofaktor die “Long-Covid-Theorie” – und ich nenne das mal ganz bewusst “Theorie”, weil hier wirklich noch keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse vorliegen, ob hier tatsächlich ein neues, genuin vom “neuartigen” Coronavirus verursachtes Krankheitsbild vorliegt.

Oder ob die geschilderten Symptome – die ja aufgrund ihrer unspezifischer Einzelbestandteile das ganze Spektrum von Psychosomatik über auch bislang schon bekannte mittelfristige Reaktionen auf Viruserkrankungen bis hin zur einer möglichen Aktivierung des endemischen Epstein-Barr-Virus reichen – tatsächlich signifikant über den – bislang eben nie quantifizierten Mittel- oder Langzeitfolgen von anderen Viruserkrankungen – Grippe z.B. liegen, das alles ist meines Wissens bislang nicht erforscht.

Das “Long-Covid-Risiko” kann man also in seine persönliche Risikobewertung mit einbeziehen – aber das als dramatischen Faktor zu bewerten, werden eher ängstliche Naturen tun – die anderen werden sich sagen “Sars-Cov-2 ist halt eine neue Variante im Spektrum von Coronaviren – die Wahrscheinlichkeit, dass hier eine ganz aus der Reihe fallende Langzeitfolgen 🙂 – Gefährlichkeit vorliegt, ist relativ gering. (Aber natürlich möglich… 🙂 )

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Neben der Risikobewertung für sich persönlich kommen natürlich noch zig weitere Faktoren dazu. z.B. die Risikobewertung für die Personen, mit denen man Kontakt hat. Wenn man selbst jung und fit ist, aber mit alten oder vorerkrankten Menschen zu tun hat – mit Eltern, Freunden oder natürlich auch mit Patienten oder Pflegebedürftigen – da ist ja völlig selbstverständlich, dass man deren sehr viel höheres Risiko mit einbeziehen muss in seine eigene Kalkulation.

Darüber hinaus gibt es möglicherweise noch eine gesellschaftliche Dimension – dass ich also in meine Risikobewertung nicht nur die Personen einbeziehe, die ich kenne und mit denen ich de facto regelmäßig Kontakt habe, sondern auch mir unbekannte Zufallsbegegnungen, die ich gar nicht registriere – das wäre also das gesellschaftliche Solidaritätsprinzip. Dass ich mich impfen lasse, obwohl ich das in einer rein individuellen Betrachtung nicht für notwendig halten würde. Und dann kommen auch noch Erwägungen wie eine eventuell exponierte eigene Rolle in der Gesellschaft hinzu – als Fußball-Nationalspieler etwa.

Und natürlich auch noch politische und gesellschaftliche Druck-Faktoren – das Leben als Nicht-Geimpfte(r) ist ja mittlerweile kaum noch durchhaltbar. Psychisch und finanziell. Ok – da hilft vielleicht das Dasein als Fußballprofi – ein normaler Mensch kann sich tägliche kostenpflichtige Tests ja schon gar nicht mehr leisten.

Kommen wir doch aber mal zu den “paar Bedenken” von Joshua Kimmich und ein paar hunderttausenden oder Millionen anderer Bürgerinnen und Bürger. Er sorgt sich um “fehlende Langzeitstudien” und also um eventuelle “Langzeitfolgen”. Und erfährt nun aus den Reaktionen von Experten und Medien-Faktencheckern, dass diese Bedenken ein “Missverständnis” sind. Zu einem großen Teil stimmt das sicherlich auch. Es stimmt – aufgrund der quasi weltweiten massiven Anwendungen der neuen Impfstoffe sind die seltenen Nebenwirkungen “wie Sinusvenenthrombosen und Myokarditis” bereits sehr schnell identifiziert. Insofern ist also die Studienlage tatsächlich besser als bei irgendwelchen Impfstoff-Neueinführungen in der Vergangenheit.

Tagesschau.de zitiert den Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (STIKO), Thomas Mertens: “Dass es bei der Anwendung eines Impfstoffes über knapp ein Jahr keine Zehnjahres-Beobachtungsstudien geben kann, ist klar.” Das gelte aber nicht nur für jeden anderen Impfstoff auch, der neu angewendet werde, sondern auch für jedes neue Medikament. Stimmt – nur ein neues Medikament oder auch ein neuer Impfstoff wird – bislang jedenfalls nicht – quasi auf die gesamte Bevölkerung angewendet – egal, ob deren persönliches Risiko in Bezug auf die durch die Anwendung (hoffentlich…) verhinderten Konsequenzen im äußerst niedrigprozentigem Bereich liegt.

Kommen wir doch mal zu den “Bedenken” von Herrn Kimmich und hunderttausenden oder Millionen anderer Bürgerinnen und Bürger: “Generell sei es bei Impfstoffen so, ‘dass die meisten Nebenwirkungen innerhalb weniger Stunden oder Tage auftreten, in seltenen Fällen auch mal nach Wochen’. Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, seien ‘bei Impfstoffen nicht bekannt’, sagt Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts.” Sehr schön.

mRNA-Impfstoffe waren allerdings bislang auch nicht bekannt. Das Ganze ist ein völlig neues Wirkprinzip. Und zwar ein geniales, wie ich persönlich finde. Ich persönlich sehe in dem Konzept der mRNA-Impfstoffe praktisch kein Risiko, sondern ein gewaltiges Potential auch in der Bekämpfung anderer Krankheiten bis hin zu Krebs – wer sich einmal von der “Genialität” des Konzeptes überzeugen will, sollte den m.E. wirklich sehr gut erkärten Artikel zum Funktionsprinzip des Impfstoffes bei heise.de lesen. Das ist alles wirklich sehr durchdacht.

Aber heißt das, das es wirklich “kein Risiko” gibt? Natürlich nicht. Wir hatten im DLF 2020 einen Beitrag bzw.  Interview zur Funktionsweise von mRNA-Impfstoffen und mussten da schon präzisieren, dass ein “Übergang von Viren-mRNA in menschliche DNA nach bisherigem Erkenntnisstand praktisch ausgeschlossen” ist. Es existiert aber grundsätzlich ein Mechanismus, nach dem das theoretisch möglich wäre. Auch bei der Frage nach einer möglichen kanzerogenen Wirkung des Impfstoffes war der Experte damals “neutral”.

Und damit kommen wir jetzt mal zu der Einordnung der von Joshua Kimmich befürchteten Risiken und deren Bewertung durch Experten und “Faktenchecker”: Wenn es irgendeinen Übergangsmechanismus von mRNA in DNA geben sollte (und bei Vektorimpstoffen auf der Basis von Adenoviren wie Astra-Zeneca ist die Frage nach möglichen unerwünschten Effekten im Zellkern ja noch einmal dringlicher…) – dann wäre natürlich absolut nicht gesagt, dass da etwaige “Nebenwirkungen innerhalb weniger Stunden oder Tage auftreten”. Im allerschlimmsten Fall würden sich Veränderungen im Erbgut ergeben, die sich dann eben erst beim Nachwuchs zeigen würden. Oder z.B. in einer geringen Fruchtbarkeit, die sich ja auch erst nach ein paar Jahren signifikant zeigen würde. (Und genau das sind ja offenbar Befürchtungen bei einem gewissen Teil der Bevölkerung…)

Auch kanzerogene Wirkungen eines neuen Impfstoffes – sei es durch den Impfstoff oder das neuartige Impfstoff-Prinzip selber, sei es durch die Zubereitung oder eventuelle Verunreinigungen – würden sich u.U. erst nach zig Jahren zeigen. Von daher: diese Erwiderung oder dieses Narrativ – wenn sich da jetzt nicht sofort etwas als Nebenwirkung zeigt, dann gibt es das auch nicht; hat es nie gegeben, wird es nie geben – die stimmt schon mal rein methodisch so nicht. Mal als Disclaimer: Ich selbst halte auch eine solche theoretisch mögliche Nebenwirkung und dann eben auch Langzeitfolgen zumindest bei mRNA-Impfstoffen für absolut unwahrscheinlich – da spricht vom Code-Wirkprinzip praktisch nichts für.

Es spricht allerdings auch praktisch nichts dafür, dass Joshua Kimmich persönlich irgendwelche signifikanten Probleme aufgrund einer eventuellen Corona-Infektion bekommen würde. Insofern halte ich also seine Bedenken und sein Zögern für legitim – und innerhalb der von mir ja schon mal öfter erwähnten Schwelle des legitimen persönlichen Risiko-Eingehens liegend. Erstmal nicht impfen lassen, keinen Sport treiben, rauchen, trinken, kitesurfen, Junkfood essen – das sind individuelle eingegangene Risiken, die die Gesamtgesellschaft in einer gesellschaftlichen Solidarität zu tragen bereit sein müsste.

Wenn das nicht mehr Konsens ist – dann haben wir eine (auch noch ulkigerweise selbst generierte…) Diktatur. Die natürlich auch den noch jetzt so selbstgewiss “auf der richtigen Seite” stehenden um die Ohren fliegen wird.

Österreich auf dem Weg in die Corona-Diktatur?

“Die österreichische Regierung hat neue Verschärfungen der Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte beschlossen”, meldet Tagesschau.de 

In dem Artikel wird der neue österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg (nachdem ja der ebenso junge wie hoffnungsvolle Herr Sebastian Kurz aus diversen Gründen abtreten musste…) zitiert mit den Worten: “Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern”. Und: “Bei einer dramatischen Verschlechterung der Lage auf den Intensivstationen müssten ungeschützte Menschen mit Ausgangsbeschränkungen rechnen.” “Sie dürften dann ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen verlassen.”

Ich gehe mal davon aus, dass die geschätzten Kolleginnen und Kollegen der Tagesschau das hier richtig zitieren – und in der Tat scheint das nach einem ersten Googeln der Fall zu sein: Dann ist ja sehr apart, dass der österreichische Bundeskanzler hier von “ungeschützten”, und nicht von “ungeimpften” Bürgerinnen und Bürgern spricht. Das macht selbstredend einen gewaltigen Unterschied. Nämlich den, ob die angesprochenen nicht-geimpften und “nicht-geschützten” Bürgerinnen oder Bürger in der “Phase fünf” des Corona-Armageddon-Plans als Gefährder oder als Gefährdete fungieren sollen.

Und den, ob die “nicht-geimpften” (trotz nicht vorhandener Impf-Pflicht…) ab dem Szenario 5 in häusliche Haft müssen (als Gefährder…) oder in häusliche Schutzhaft (als unbelehrbare Gefährdete…) 🙂 Man kann hier noch kurz anmerken, dass die Kriterien des Szenarios (wie alle Kriterien in dieser gottverdammten “Pandemie”…) völlig willkürlich sind. Wieso sind “600 belegte Betten” das Kriterium? Ist die alternativlose Notwendigkeit der Intensiv-Behandlung immer belegt, oder spielen da etwa finanzielle Erwägungen der Krankenhäuser eine Rolle? Wieso gibt es nur 600 plus x Betten, hat das etwa schnöde finanzielle Erwägungen innerhalb des Gesundheitssystems als Ursache??

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Jetzt mal zu den beiden möglichen Szenarien. Erste Variante – dann sollte das der Herr Bundeskanzler doch auch klar sagen: Die Ungeimpften sind die Gefährder. Da müsste man jetzt allerdings noch mal gucken, wieso. Die Vulnerablen haben ja alle ihr Impfangebot erhalten und hoffentlich auch angenommen – die sind also jetzt signifikant weniger vulnerabel. Die können sich, wenn sie wollen, auch ihren dritten “Booster”-Shot abholen und sind dann noch weniger vulnerabel. Die gehen wahrscheinlich oder vernünftigerweise auch nicht in Diskos oder so, und wenn ja, sind sie halt selber Schuld.

Zweite Variante – die Ungeimpften, die “Ungeschützten” sind die Gefährdeten. Sind die, die als Patienten in den Intensivstationen auftauchen. Erste Frage – ist das überhaupt signifikant so? Zweite Frage – ok, aber dann ist das doch deren Problem? Da kommt ja sofort das Narrativ ins Spiel – ungeimpfte Intensiv-Patienten “nehmen anderen Leuten die Intensivbetten weg.” Mag ja stimmen. Ich hätte überhaupt nix dagegen, wenn man ab einer bestimmten Überlastung des Gesundheitssystems und der Intensivbettenzahl dann selektieren würde: Nicht Geimpfte nicht mehr aufnehmen. Und gegebenfalls verrecken lassen.  Selbst Schuld, gell?

Das gleiche Prinzip müsste dann aber auch für alle anderen Sozial-Schädlinge gelten. Übergewichtige mit Herz-Kreislauf-Problemen? Ab einer gewissen Intensivbetten-Belegung – abweisen und verrecken lassen. Unsportliche mit null Bewegung, aber Nikotin und Alkohol? Abweisen und verrecken lassen. Porsche-Fahrer, Drachenflieger und Kletterer – abweisen und verrecken lassen. Alles natürlich bewertet und gewichtet aufgrund eines Risiko-Kosten-Nutzen-bewertenden Algorithmus.

Es gibt offenbar – und das ist sensationell beängstigend und abartig – eine gesellschaftliche Mehrheit, die eine solche Abschaffung des gesellschaftlichen Solidarprinzips gutheißt. “Ich bin geimpft – warum soll ich mich für die nicht geimpften einschränken”? “Ich bin schlank – wieso soll ich mich für die Fettsäcke einschränken?” “Ich rauche nicht.” “Ich fahre kein Auto über 130 kmh.” “Ich esse kein Junkfood.” Das ist alles vermeintlich legitim – aber wenn man/frau allen Ernstes will, aus der Solidargemeinschaft auszuscheren, dann sollte man sich die Kalaschnikoff besorgen.

Wieso sollten Minderprivilegierte die bestehenden sozialen Unterschiede weiterhin akzeptieren? Wenn alle demokratischen Grundrechte wegen eines Pussy-Virus 😉 suspendiert sind und offenbar gegen alle Ankündigungen und Versprechungen auch bleiben – welche Begründung sollte es dann irgendwann noch geben, nicht einfach nach dem Recht des Stärkeren/nicht-Vulnerablen zu verfahren? Noch mal zur Erinnerung: Rechtsstaatliche Grundrechte sind keine Frage von (ängstlichen…) Mehrheiten. Das sind mit gutem Grund unverhandelbare Grundsätze. Zum Schutz der Minderheiten und der Schwachen.

Mal ein kleiner Disclaimer – ich bin mittlerweile zweimal geimpft: Ich würde aus wissenschaftsjournalistischer Perspektive davon ausgehen, dass die Benefits einer Impfung zumindest für ältere Menschen wie mich selbst die theoretisch vorhandenen Risiken bei weitem überwiegen. Bei sehr viel jüngeren Menschen sieht diese Abwägung aber möglicherweise schon ganz anders aus. Ich kann es nach wie vor nicht fassen, dass die “Politik” und die “Mehrheitsgesellschaft” in ihrer wohlfeilen überalterten Bräsigkeit, mit ihren sicheren Jobs, ihrer Verachtung von Kultur und Gastronomie und allen anderen “nicht-systemrelevanten” und daher brutal geschrotteten Segmenten diese “Kollateralschäden” und völlig anderen Sichtweisen nicht sieht.

Um noch mal auf Österreich zurückzukommen – hoffentlich gibt es da noch ein funktionierendes Verfassungsgericht.

Über Corona-“Normalität”, Masken-Wahnsinn und gesunden Menschenverstand

Ich habe gerade zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie wieder an einem Massen-Event teilgenommen. Ein Golf-Turnier mit ca. 150 TeilnehmerInnen – das 16. “Rainbow-Open”  – vermutlich war ich da die einzige teilnehmende “Hete” 🙂 … Es war sehr nett. Die Corona-Rahmenbedingungen entsprachen der 3G-Regel: Für die Teilnahme an den Abendveranstaltungen  – das war dann eine “geschlossene Gesellschaft”, für die es auch keine Maskenpflicht mehr gab – musste man/frau entweder vollständig geimpft oder “genesen” 🙂 sein oder einen offiziellen Corona-Test beibringen.

So weit, so gut, so bekannt. Die Abschlussveranstaltung am Samstag ging allerdings ab 21.30 in eine “Tanzveranstaltung” über – und dafür war dann ein “normaler” Corona-Test nicht mehr ausreichend – da war ein PCR-Test erforderlich. Rein wissenschaftlich ist das natürlich totaler Bullshit – die angebliche “Mehr-Genauigkeit” gegenüber dem Antikörper-Test ist winzig oder fiktiv. Es ist ziemlich klar, dass die Anforderung für einen PCR-Test bei vermeintlich “gefährlicheren” Events nur einen politischen Zweck hatte: Mehr Druck ausüben auf “Impfunwillige”, einen faktischen Impfzwang schaffen für die, die wieder am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchten.

Um mal ganz kurz zu belegen, dass die ganze Sache Bullshit ist: Auch bei 2G-Events gab es ja massive “Impfdurchbrüche” und Superspreader-Effekte. Die vermeintlich “sicheren” geimpften oder genesenen Zeitgenossen sind also in Bezug auf Infektionen überhaupt nicht “sicher”. (selbstverständlich “sicherer” in Bezug auf die Folgen einer etwaigen Infektion…) Aber ok – die PCR-Test-Erfordernis war zunächst auch für mich (bin erst einmal geimpft…) mal wie politisch gewünscht maximal druckausübend: Ich hätte da von Heiligenhaus am Freitag morgen vor dem Turnier zu einem Test um 7.30 Uhr zum Düsseldorfer Flughafen fahren müssen; Kosten 59,-. Das war die billigste Variante mit Übermittlung des Testergebnisses innerhalb von 24 Stunden. Die Variante mit einer Übermittlung innerhalb von 1,5 Stunden hätte 149,- gekostet.

Am Abend des 30.9. kam dann die frohe Botschaft rein: Die NRW-Landesregierung hat die Corona-Vorschriften gelockert. Für die Teilnahme an einer “Tanzveranstaltung” (an der ich übrigens eh nicht teilnehmen wollte…) war nun plötzlich kein PCR-Test für die nicht oder noch nicht vollständig geimpften mehr erforderlich, sondern nur noch ein “offizieller” Test “nicht älter als 6 Stunden vor Beginn der Veranstaltung”. Sehr schön. Ich brauchte also nicht vor dem Turnier am frühen Morgen noch nach Düsseldorf zum Flughafen-Testzentrum reinfahren (PCR-Tests gibt es eben leider nicht überall…) und die vorab gezahlte Kohle bekomme ich hoffentlich auch wieder erstattet.

Stattdessen habe ich mir dann am Samstag nachmittag einen neuen “Bürgertest” in Heiligenhaus besorgt – ulkigerweise wurde der beim Einlass abends gar nicht mehr überprüft… Aber jetzt mal zu den Events: Wir sitzen da zu 150 Leuten in dem Lokal – ohne Maske. Essen, Trinken, Gröhlen. (Und die Tanzwilligen tanzen hinterher.) Stundenlang mit sicherlich guter Aerosol-Durchmischung. Und nur das Servicepersonal, das da durch die fröhliche Menge durchläuft, trägt eine bescheuerte Maske.

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Im Hotel am ersten Abend: Das sind 50, 60, 70 Leute an der Bar und im Raum – fröhliches Saufen und Kommunizieren – eine solche Enge hab ich seit Corona-Beginn nicht mehr erlebt. Alle ohne Maske. Bis auf das Personal hinter der Theke. Die haben das Fetzchen schon den ganzen Tag auf. Ein paar eine lockere OP-Maske, ein paar ein FFP-2-Modell. (Das ja bekanntlich auch nie dicht ist.) Völlig irre!!! Die Maskenpflicht für das Personal beruht ja auf der Fiktion, dass ein von Tisch zu Tisch gehender Kellner theoretisch eher spreaden könnte als ein Gast, der zu seinem Tisch mit Maske hingelatscht ist.

Passt allerdings bei einer Bar-Situation nicht mehr. Wenn im Gastraum und am Tresen 60, 70  Leute sind, die auch vorher schon ohne Maske als “geschlossene Gesellschaft” ihre etwaigen Viren ausgetauscht haben – und dann noch 3, 4 Service-Leute, die hinter der Bar stehen: Dann ist die Vorschrift offenbar totaler Bullshit. Zumal bei der Masken-Tragweise des Personals offensichtlich eh jede Menge Luft ist 🙂 … – kein Wunder, die wollen ja nicht ersticken. Pilzinfektionen im Mund-Nasenbereich haben sie eh schon teilweise, wie sie berichten.

Am Morgen im Frühstückssaal: Die sicherlich bereits viren-ausgetauschten Teilnehmer sind da wiederum unter sich, andere Hotelgäste frühstücken offenbar woanders. Das Maskentragen auf dem Weg zum Buffet ist also: reiner Bullshit. Ein Aluhut oder Nudelsieb auf dem Kopf oder ein Mutter-Gottes-Geweih wäre genauso wirksam oder unwirksam. Und vielleicht noch kleidsamer.

Ich komme am Samstag spät abends nach dem maskenlosen Abschlussevent im Hotel an und werde von der Bar-Bedienung aufgefordert, für die fünf Meter von der Tür bis zum Barhocker die Maske aufzusetzen. Die ich dann am Barhocker wieder absetzen darf – im Gegensatz zu der Bedienung. Im Raum sind offenbar auch nur Teilnehmer am Event; zudem dauert der Gang von der Tür zum Hocker nur 10 Sekunden, innerhalb derer ich sehr wenig Aerosole ausstoße. Danach bin ich ja weiterhin im gleichen Raum. Fazit: Das Ganze ist Super-Bullshit und Super-Scheiße.

Nur völlig gehirnamputierte Schafe können allen Ernstes diese totale Entwürdigung und schematische Regel-Befolgung gutheißen oder befolgen, diese totale Unterwerfung an ein Panik-Narrativ und eine Ausblendung jeglichen Menschenverstandes und jeglicher Erinnerung an Grundrechte und Verhältnismäßigkeiten. Zur Demokratie und zu einem Dasein nicht als Untertan oder unmündiges Kleinkind, sondern als Bürger gehört auch die Infragestellung von “Befehlen” oder staatlichen Vorgaben, wenn es an diesen begründete Zweifel gibt.

Wer nachts um zwei an einer menschenleeren Kreuzung als Fußgänger auf “Grün” wartet, ist für mich (und vermutlich auch für die meisten Leute außerhalb Deutschlands 🙂 ) kein Musterbürger, sondern ein Idiot. Wer mutterseelenallein auf der Straße dahergehend oder -radelnd eine Maske trägt, ist für mich ein Idiot, der sich selbst schädigt. Die Anforderung, auf den 4 Metern vom Eingang einer Bar bis zum Barhocker die (eh nicht dicht schließende…) Maske aufzusetzen ist reine Idiotie, vollkommener Wahnsinn und reine Schikane. Bzw. eben eine Unterwerfungsgeste an den Wahnsinn und die Panik-Idiotie.

Ich mach das “natürlich” auch mit, um da nicht irgendwelche unschuldigen Beteiligten in Zwangssituationen zu bringen (die Bar-Bedienung z.B., die die Sache übrigens ziemlich ähnlich sah wie ich…)  Aber an sich ist das alles doch völlig irre. Als mündige Bürger sollten wir doch eigentlich immer Begründetes von Bullshit trennen können. Sollten; nein müssten wir uns Bullshit und abstrusen und unbegründeten Einschränkungen unserer Lebenswirklichkeit entgegenstellen und die entsprechenden Vorschriften nicht befolgen.

Aber meine Beobachtung ist: Die Mehrheit macht den Bullshit, macht die Befehle mit. Am liebsten natürlich dann, wenn nur die anderen (Schüler und Schülerinnen z.B….) Masken tragen oder unter Kollateralschäden leiden müssen.  🙁 Und leider empfinde ich das so: Obwohl das vielleicht eine etwas zu große Keule ist – diese Bereitschaft, vollkommenen Irrsinn bereitwillig und untertänig mitzumachen – nur um nicht anzuecken und im Mainstream mitzuschwimmen – das ist die gleiche Haltung, die schon mal so gewisse suboptimale Entwicklungen in der jüngeren deutschen Geschichte befördert hat 🙁

Wie antisemitisch ist Sucharit Bhakdi?

Es gibt ja so manche Themen, mit denen kann man eigentlich nur verlieren. Oder seine komplette bürgerliche und berufliche Existenz schrotten. Was über Nazis oder über Juden sagen ist da ein Patentrezept. Ich mach das jetzt mal trotzdem. Spannende Sache. “Autobahn” – das geht bekanntlich gar nicht. Und offenbar gibt es auch noch ein paar andere Verdammungs-Automatismen.

Es gab da einen einstmals sehr renommierten Professor namens Sucharit Bhakdi – der ist allerdings in das Lager der Corona-“Maßnahmenkritiker” abgetaucht. Ulkigerweise muss ich mich selbst auch in das Lager der Corona- “Maßnahmenkritiker” – welch schönes Wort, viel schöner als “Verharmloser”, “Relativierer” oder “Leugner” – einordnen.  Professor Bhakdi hat zur aktuellen Corona-Pandemie und zu deren Bekämpfungsmaßnahmen und zu deren Sinnhaftigkeit oder Legitimität so einiges gesagt – wofür er auf der einen Seite gefeiert, auf der anderen Seite verdammt wird.

 

Ein Interview aus dem April, das jetzt erst breit bekannt wird, hat die Wahrnehmung noch einmal drastisch verschärft – darin hat Bhakdi etwas über Juden oder Israelis gesagt.

Das Volk, das geflüchtet ist aus diesem Land, aus diesem Land, wo das Erzböse war, (…), und haben ihr Land gefunden, haben ihr eigenes Land in etwas verwandelt, was noch schlimmer ist, als Deutschland war. (…) Das ist das Schlimme an den Juden: Sie lernen gut. Es gibt kein Volk, das besser lernt als sie. Aber sie haben das Böse jetzt gelernt – und umgesetzt. Deshalb ist Israel jetzt living hell – die lebende Hölle.

Soweit das Zitat laut Tagesschau.de – die Titelzeile und Überschrift des Artikels lautet:

Antisemitische Aussagen: Bhakdi, die Juden und das “Erzböse”

Das klingt ziemlich durchgeknallt. Wenn man aber mal in das komplette Video des Bhakdi-Interviews reinhört, dann klingt das vielleicht immer noch ziemlich durchgeknallt, aber nicht mehr zwangsläufig antisemitisch. Sucharit Bhakdi erzählt dem etwas perplexen Interviewer nämlich zunächst, warum er “die Juden” eigentlich verehrt:

Und ich wurde mal gefragt von einem Amerikaner, was ich zu Israel zu sagen habe. Ich hatte für mich die Israelen, dieses Volk, das ich mehr bewundert habe als irgendein anderes Volk auf der Welt – ich war ein Juden-Bewunderer. Ja, du weißt, ich bin Musikliebhaber. Kunstliebhaber, die größten Geister waren die Juden. Es tut mir leid, wenn ich das sagen muss, es tut mir leid. Ich bin Buddhist.

(Interviewer: Ja, ich hab da kein Problem mit.) 🙂

Ich verehrte sie. Ich bin, Du hast meine Schallplatten-Sammlung gesehen, ich bin diesen jüdischen Musikern nachgereist, um eine Unterschrift von ihnen zu bekommen. Isaac Stern, David Oistrach. Ja, hunderte von Kilometern bin ich gereist, um sie zu hören, um ein Autogramm zu holen. Ich habe sie verehrt. Und jetzt machen sie das. Das Volk, das geflüchtet ist aus diesem Land. Aus diesem Land, wo das Erzböse war. (Lange Pause.)

Mit “diesem Land” ist übrigens Nazi-Deutschland gemeint.

Und haben ihr Land gefunden. Haben ihr eigenes Land verwandelt in etwas, was noch schlimmer ist als Deutschland war. So unfassbar. Und dann habe ich dem Amerikaner gesagt: Das ist das schlimme an den Juden. Sie lernen … gut, es gibt kein Volk, das besser lernt als sie. Aber sie haben das Böse jetzt gelernt … und umgesetzt. Und deswegen ist Israel jetzt “living hell”, die lebende Hölle.

Das ist vermutlich ziemlich irre. Warum Israel jetzt gerade “living hell” sein soll, das erschließt sich mir nicht. Israel hat eine ziemlich “gute” Impfquote, wobei es auch in der jüngeren Bevölkerung jetzt so etwas stockt – darüber kann man ja als “Maßnahmenkritiker” 🙂 geteilter Meinung sein. Israel hat überdies noch einen gewissen Anteil fundamentalistischer Orthodoxer, die auch nicht so ganz impf-begeistert sind. Wo die “lebende Hölle” in Israel sein soll, bleibt Sucharit Bhakdis Geheimnis. Und natürlich ist die Behauptung “schlimmer als Deutschland war”, totaler Quatsch und eine Verharmlosung des Holocaust.

Andererseits – wenn wir mal konzedieren, dass die Behauptung – “lebende Hölle” – und die suggerierte dramatische Gleichsetzung zur Zwangssituation im dritten Reich eh Quatsch ist – dann bleibt doch möglicherweise auch vom Antisemitismus-Verdacht nicht mehr so viel übrig. Stereotype und Vorurteile gegenüber “Völkern” und Nationen (oder gar “Rassen”…) sind ja generell Quatsch. Und trotzdem völlig normal und geläufig. Die Deutschen: Sind spießig, aber effektiv. (Vor den Bauversuchen zum Berliner Flughafen zumindest.) Die Franzosen: haben guten Wein und kochen gut. Die Italiener: Sind entspannt, kochen auch gut, überfallen als Armee vorzugsweise Wehrlose. Die Engländer: kochen nicht gut, stehen aber diszipliniert Schlange.

Wenn so ein geläufiger Quatsch geläufig ist – dann ist vielleicht auch ein Quatsch nicht wirklich dramatisch wie der von den “gut lernenden Juden”, hinter dem in diesem Fall eher kein Hass, sondern etwas wie Bewunderung steht. “Schlimm” ist ja auch die stereotype Spießigkeit der Deutschen und die Feigheit der Italiener und das Porridge der Engländer 🙂 Aber klar – das alles ist Quatsch – und andererseits vielleicht noch kein Weltuntergang, sondern normaler, geläufiger Quatsch – bei dem jede und jeder einmal kurz innehalten muss und sich fragen – hab ich solche Klischees nicht auch verinnerlicht?

Dass “Judenhass … zentrales Bindeglied der Corona-Proteste” sein soll – das ist wiederum für mich: Quatsch. Klar, da gibt es jede Menge Durchgeknallte, und wie immer versammeln sich Durchgeknallte – und darunter auch Antisemiten – hinter einer Protest-Agenda. Die Protest-Agenda aber mal einfach pauschal zu verteufeln und in eine Schublade zu stecken mit verkürzten Zitaten einzelner, vielleicht auch partiell durchgeknallter Akteure – das ist wiederum unredlich.

Kann man partiellen Quatsch über Juden oder über Israel relativieren? Ja, man kann. Finde ich zumindest. Das ändert nichts daran, dass der Quatsch Quatsch ist. Aber nicht unbedingt antisemitischer Quatsch.

Markus Söder hat maskenmäßig alles im Griff – die Mehrheitsbevölkerung auch

Dank eines geheimnisvollen Zaubers ist Horst, Entschuldigung, Markus Söder bislang erstens glattrasiert und zweitens noch einigermaßen gutfrisiert. Wieso eigentlich?? Die Friseure fürs gemeine Volk sind ja zu seit 15.12. – die von mir überaus geschätzte BILD-Zeitung hat das interessante “Problem” auch schon für die Fußballspieler diagnostiziert. Wobei bei denen Brutal-Haarschnitte ja etwas sozialadäquater sind als beim gewöhnlichen Volk.

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Ohne Maske ist es gleich viel schöner…

Gibt es etwa einige wenige privilegierte Leute in dieser unserer Corona-Republik, die weiterhin Friseur-Leistungen in Anspruch nehmen können? Gibt es etwa einige, privilegierte Leute, die ganz normal ihre Kohle weiter kriegen? Beamte z.B., oder Politiker(innen), oder Rentner, oder Festangestellte? Das kann doch eigentlich gar nicht sein. Denn es gibt ja ohne jeden Zweifel Leute, die seit Beginn der Corona-Maßnahmen unfreiwillig und unverhofft als totale Arschlöcher fungieren. Obwohl sie von den direkten Auswirkungen von Corona gar nicht betroffen sind. Deren Einkommen und Leben aber – auch wenn sie vorher fröhliche, wertvolle Steuerzahler mit einem funktionierenden Geschäftsmodell waren, mit einem Mal komplett weggebrochen ist. Nö, nicht weggebrochen – sondern von einem staatlichen Berufsverbot betroffen.

Ich rede hier mal wieder von den absoluten Randgruppen unserer Gesellschaft. Solo- und sonstige Selbstständige. Künstler und Künstlerinnen, Filmschaffende, Leute in der Veranstaltungsbranche, Film- und Fernseh-Typen und -Typinnen. Gastronomen; von der Bierschänke bis zum Sternerestaurant. Kleine Läden, Wäschereien, Ergotherapeut(inn)en und Fitnessstudio-Betreiber. Das sind natürlich alles Arschlöcher. Die hätten ja mit ihren unermesslich hohen Einnahmen in normalen Zeiten ein Polster schaffen können für diese kleine, kurzfristige Krise. Gell?

Und so geht es eben gar nicht mehr…. erst recht nicht mit FFP2-Maske

Stimmt doch, ihr Normalbürger, die ihr doch normalerweise auch gerne die Angebote dieser totalen Exoten in Anspruch nehmt? Mal in die Kneipe, ins Restaurant geht; ins Konzert, ins Kino? Und ihr, liebe Politikerinnen und Politiker, die ihr euch doch normalerweise so gerne sonnt im Glanz der Promis, der Stars und Sportler – die ihr doch normalerweise so gern eure Ärsche. tschuldigung; Nasen in hippen In-Schuppen präsentiert – jetzt gehen deren Betreiber gerade den Bach runter. Meint ihr allen Ernstes, ihr seid da nach dem Corona-Armageddon wieder willkommen?

Bei den Solo-Selbstständigen gab es ja schon beim ersten Lockdown die aparte Konstruktion: Rettungs-Zuschüsse gibt’s nur für Betriebsausgaben. Die sind aber gar nicht relevant (bzw. bei Künstler-Soloselbstständigen so gut wie gar nicht vorhanden…), sondern die ausbleibenden Umsätze und Gewinne, aus denen die Leute ihren Lebensunterhalt finanzieren. Ach so? Egal. Dann eben Hartz-4. Großzügigerweise dürfen die unverhofften Arschlöcher erst mal in ihrer Wohnung bleiben. Beim zweiten Lockdown die Gastronomie: Erstmal hieß es; 80% des Umsatzausfalls werden ersetzt. Jetzt plötzlich: April, April, Kohle (und auch die eh erst nur zwei Monate später…) fließt nur, wenn es einen “Verlust” gegeben hat.

Klar, die EU lässt da keine andere Möglichkeit zu. Nur dummerweise leben die kleinen Gastronomen ja auch von ihrem Betrieb. Genau wie bei den Solo-Selbstständigen: Es gibt da Fixkosten, es gibt da möglicherweise Personalkosten – und dann gibt es möglicherweise einen Sternekoch und seine Frau, die bislang mit Einsatz von morgens früh bis abends spät ein Restaurant geschmissen und aus dem “Gewinn” ihren Lebensunterhalt bestritten haben. Ersetzt wird jetzt aber nur der “Verlust”, also Null-Umsatz minus Fixkosten. Klar – der Sternekoch und seine Frau können doch jetzt Hartz-4 beantragen. Ihr Haus oder ihre Wohnung dürfen sie auch – einstweilen – behalten. “Ist das echt so dramatisch? Ich als Politiker- oder Behörden-Arsch kann das ja nicht so einschätzen?” “Ja, das ist dramatisch und zutiefst ungerecht.” Danke!!

WTF?? Wenn es diese sagenhafte “Solidargemeinschaft” geben sollte, von der Politiker(innen) schwafeln – dann ist es ja alles ganz einfach: Alle Bürgerinnen und Bürger gehen sofort auf Hartz-4. Super, was?? Alle Politiker(innen). Alle Rentner(innen), deren Arsch ja überproprtional gerettet wird… Alle Manager(innen). Journalist(inn)en. Alle Festangestellte und Festangestelltinnen. Die eingesparten Gelder pushen wir in die dringenden Maßnahmen wie Aufstockung der Pflege- und Gesundheits-Stellen. Corona-Tests bis zum Abwinken und Infektions-Monitoring, durchgeführt von Bundeswehr und ansonsten Arbeitslosen, alles finanziert durch die Sondermaßnahmen oder eben die lahmgelegten, aber solidarischen Leute und Leutinnen.

Super, gell? Geil, was? Da sind Sie alle dabei, stimmt’s? Auch Herr Söder und Frau Merkel und Herr Lauterbach, alle sind dabei, gell? Alle auf dem gleichen Verzichts-Level (ok, das ist immer noch ein Unterschied, ob jemand jetzt allein ist oder einen Partner/eine Partnerin hat, oder depressiv oder kerngesund – aber das lassen wir jetzt hier mal weg…) Alle einverstanden? Prima. Oder ist der ganze Scheiß nur eine total egoistische Panik-Aktion der weitgehend nicht betroffenen Mehrheit, wobei aber Ross und Reiter gar nicht genannt werden??? Und die Kollateralschäden eh nicht beziffert??

Wie sozialkompatibel ist die Pestdoktor-Maske wirklich??

Ich muss ja ganz ehrlich sagen – ich drödel so seit geraumer Zeit mit einer Mischung aus Depression und Wut herum. Depression mal aufgrund meiner genuinen Veranlagung; getriggert durch den monatelangen Anblick von Corona-Masken-Fressen in Bus, Bahn und bei sonstigen Gelegenheiten. So richtig kleidsam ist das Utensil bei wirklich niemandem. Zusammen mit Kopfbedeckungen oder Sonnenbrillen kommen wir schon in Richtung Tschador – mit den entsprechenden Beklemmungen.

Wut mal beim Beobachten von Zeitgenossen auf öffentlichen Straßen und Plätzen – meilenweit kein anderer Mensch in Sichtweite oder gar auf 1,5-Meter-Abstand; beim aneinander-vorübergehen sprechen wir gerade mal von einem Sekunden-Kontakt – wovor habt ihr Angst?? Die armen Mitmenschen zu infizieren und gnadenlos zu töten?? Dann bleibt doch bei Symptomen zuhause. Selbst infiziert zu werden und rettungslos zu sterben? Da hilft eine normale Maske leider nicht allzuviel weiter. Aber an der normalen frischen Luft ist die Konzentration der zu 0,0…% tödlichen Viren jetzt eher nicht so existenzgefährdend.

Das alles ist irre – oder irrationales Voodoo. Da fühlen sich manche jetzt vielleicht besser mit der Maske auf freier Flur. Ein Aluhut oder ein Corona-Geweih schützt euch allerdings genau so sicher. Oder noch viel schöner – eine Pestmaske. Ein immerhin schon historisch einigermaßen verortetes Utensil – trotz aller Bedenken, ob es dergleichen wirklich überhaupt gegeben hat. Ganz klar, eine Pestmaske bedeckt Mund und Nase. Ob die allerdings wirklich Corona-kompatibel ist, ist die Frage. Schlechter als ein lächerliches Halstuch, das mal eben so pro Forma über den Mund gezogen wird, ist die Pestmaske sicherlich nicht.

Und optisch um Lichtjahre weiterführender.

 

PacMan

Rezension aus Deutschland vom 24. Oktober 2020

Farbe: SchwarzVerifizierter Kauf