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DeepMind-KI spielt erfolgreich Multiplayer-Shooter

“Quake 3” war einer der letzten “Ego-Shooter” (zurecht oder zu unrecht 🙂 besorgte Zeitgenossen sprechen ja auch von “Killer-Spielen”…), die ich sehr ausgiebig und auch einigermaßen gut gespielt habe. Das ging damals (1999…) eben noch mit meinem heiß geliebten und sehr soliden Joystick, bei dem eine der Funktionstasten fĂŒr das “strafen”; das seitliche Ausweichen bei feindlichem Beschuss zustĂ€ndig war. Danach kam dann die kombinierte Steuerung durch Maus (fĂŒr das Rumgucken…) und Tastatur (fĂŒr das Laufen, Schleichen, HĂŒpfen oder Ducken) in Mode, und das hat meine koordinativen FĂ€higkeiten dann schnell ĂŒberfordert. Tja, man wird Ă€lter 🙂 …

“Capture the Flag”, also das bis auf den heutigen Tag beliebte Multiplayer-Game hab ich auch nicht versucht; ich hab mir höchstens mit meiner damaligen Freundin im 2-PC-Netzwerk KettensĂ€gen-Duelle geliefert, oder wir sind gemeinsam gegen die im Spiel eingebaute Monsterhorde angetreten. Aber natĂŒrlich ist das “Capture the Flag”-Multiplayer-Game die wesentlich anspruchsvollere Variante bei Ego-Shootern – zumindest wenn man ĂŒber den ganz primitiven Impuls “auf alles ballern, was sich bewegt” hinausgeht. Das Multiplayer-Game erfordert Kooperation und Koordination und irgendwelche Strategien.

Ist es z.B. eine gute Idee, hinter einem Team-Kollegen hinterher zu laufen, den ggf. gegen Feinde zu unterstĂŒtzen und im Falle seines Ablebens die vakante Fahne zu ergreifen? Sollte man die eigene Basis gegen feindliche Angriffe verteidigen, oder vielleicht im verlassenen gegnerischen Camp ausharren, bis dort die Fahne eines hingemetzelten FahnentrĂ€gers wieder auftaucht? Die Deep-Mind-Programmierer haben ihre “Agents”, ihre auf neuronalen Netzen basierenden Algorithmen genauso wie bei Schach, Go oder StarCraft nach dem “Reinforcement Learning”-Prinzip trainiert.

Der Algorithmus/das neuronale Netzwerk weiß erst einmal nichts. Es spielt drauflos und lernt durch Erfolg oder Misserfolg. Beim aktuellen Quake-Experiment hatten die “Agents” auch nur exakt die Teil-Information ĂŒber die Spielsituation, wie sie auch ein menschlicher Spieler hat: Das “Sichtfeld”, also die in der Ego-Perspektive sichtbaren Pixel. Und den Punktestand, also den eigenen “Gesundheits”- und “Erfolgs”-Status und den des Teams. Wie die verschiedenen Iterationen der neuronalen Netzwerks “trainiert werden” bzw. “lernen”, ist sehr komplex – professionell Interessierten empfehle ich da dringend einen Blick ins Original-Paper und in das Supplement. 🙂

(Quelle: DeepMind)

Aber das Resultat ist klar: Die besten der trainierten “Agenten”/neuronalen Netzwerke spielen Quake 3 CTF mit einer ĂŒbermenschlichen “superhuman Performance”. Tröstlicherweise können versierte menschliche Spieler die Agents immer noch “exploiten”, also ihre Strategien durchschauen und ausnutzen, wenn ein gegebenes Spiel-Szenario gleich bleibt. Und fĂŒr die Experten: Der Vorsprung der KI bleibt auch erhalten, wenn die etwas schnellere Reaktionszeit der KI-Bots auf das Erscheinen eines Feindes durch eine menschen-Ă€hnlich verzögerte Reaktionszeit angeglichen wird.

Über die Übertragbarkeit des DeepMind-Quake 3-CTF-Algorithmus auf realistischere Szenarien kann man nur spekulieren. Aber der Ansatz “Reinforcement Learning” und neuronales Generalisieren von unbekannten Szenarien scheint sehr erfolgversprechend zu sein. DarĂŒber kann man sich perspektivisch freuen (etwa irgendwann einmal bei Rettungs-EinsĂ€tzen von Robotern; oder bei echtzeit-kritischen Weltraum-Missionen…) oder Ă€rgern (etwa beim autonomen Agieren von Killer-Drohnen oder -Robotern bei kriegerischen Auseinandersetzungen…

Reinforcement Learning – KI kann auch „Killer-Spiele“

Deutschlandfunk – Forschung aktuell vom 31.05.2019 (Moderation: Arndt Reuning)

Photoshop hilft immer

Mir ist ja so manches beim Golf immer noch ein Mysterium. Ich meine jetzt mal nicht so Sachen, warum ich plötzlich von einem Tag auf den anderen 30 Meter kĂŒrzer schlage oder den Ball plötzlich wieder toppe. Nein, dabei wird mir ab sofort mein Wunder-Armband helfen. Ich spreche jetzt hier von meinen Polos. NatĂŒrlich hab ich mich an den Golf-Bekleidungs-Codex angepasst und mir seit meinem Einstieg in die Sportart diverse dieser unverzichtbaren, aber fĂŒr den normalen Wampen-Inhaber auch optisch tendenziell problematischen KleidungsstĂŒcke angeschafft – ok, ich bin da gerade so auf der Borderline der Vertretbarkeit.

Einen hochgeklappten Kragen find ich nach wie vor zwar irgendwie attraktiv, aber letztlich eben nicht vertretbar. Kragen-Hochklapper gab’s frĂŒher bei uns in der Schule auch schon; mit Lacoste-Shirts. Und die waren nicht besonders angesehen und wurden “Popper” genannt. Aber was ich eigentlich meine: SpĂ€testens nach dem zweiten Drive oder Eisenschlag ist ja mein Polo aus dem Hosenbund hochgerutscht, trotz der extra angeschafften Golf-Hosen und -Shorts, die genau zur Verhinderung dieses Desasters extra Silikon-Inlets im Bund haben; zwecks besserer Haftung oder Reibung. Auf manchen PlĂ€tzen verstoße ich ja mit dem rausgerutschten Polo schon gegen die Bekleidungs-Etikette.

Umso sympathischer, dass selbst Profi-Models bei einem fĂŒhrenden deutschen Golfartikel-Anbieter nicht völlig perfekt sind. Das war zumindest mein spontaner Eindruck beim Blick auf den Umschlag der gestern zugestellten Werbe-Zuschrift von Golfhouse.

Scan des Umschlags einer Werbezusendung von Golfhouse

OK – die GĂŒrtelschnalle am Bauch des weiblichen Models ist hier etwas merkwĂŒrdig verrutscht. Was in ihrem Fall (im Gegensatz zur Situation bei mir…) nicht an einer Wampe, sondern eher am beherzten Zugriff des mĂ€nnlichen Models liegen dĂŒrfte. Sieht etwas komisch aus, ist aber sehr authentisch. Im Innenteil, beim “Trendbooklet” ist der kleine, authentische Faux-Pas aber selbstredend wieder korrigiert:

Scan Golfhouse-Trendbooklet

Tja, Photoshop-Warp macht’s möglich. Und das Tatoo am rechten Arm des mĂ€nnlichen Models ist auch plötzlich weg – im Gegensatz zu einigen anderen Fotos im “Trendbooklet”. Vielleicht sollte man ja wenigstens eine gewisse Konsequenz beim Retuschieren einhalten. 🙂

Wenn ich jetzt mal genau hinschau: Das Logo auf dem Polo des weiblichen Models ist auch weg. Und ihre Busen-GrĂ¶ĂŸe bzw. der BĂŒsten-Winkel ist etwas “optimiert” worden. Ui, ui – “das geht ja gar nicht”. So Typen wie ihr spielt bestimmt auch mit dem Leder-Wedge. 🙂

 

Der junge New Yorker Desmond Napoles kĂ€mpft fĂŒr die Rechte der LGBTQ-Community

Tolle Sache, nicht wahr? So ein Kampf fĂŒr die Rechte der LGBTQ-Community ist unbedingt was Gutes, außer fĂŒr ewig gestrige, rechte und spießige Konservative. Ich hab heute durch den dpa-picture-alliance-Newsletter von der Existenz des jungen New Yorkers und seines Kampfes erfahren; ein Link auf ein paar Fotos zur geneigten Verwendung inklusive:

Screenshot picture alliance-Newsletter vom 20.3.2019

Nun ist der gute LGBTQ-VorkĂ€mpfer allerdings gerade mal erst elf Jahre alt; auch wenn er offenbar schon seit vier Jahren als “Drag-Kid” öffentlich unterwegs ist. Ich muss jetzt auch mal noch ein paar Fotos von Desmond bringen – in diesem Fall nicht von picture alliance, sondern von Getty Images:

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Desmond tanzt auch schon mal in New Yorker Gay-Bars und lĂ€uft bei der Pride-Parade mit. Er hat Model-Jobs bei der New York Fashion Week und wird in der US-Vogue gefeatured. Und er ist ELF JAHRE ALT!!! (Wobei der Scheiß offenbar schon seit vier Jahren lĂ€uft…)

Mal eine kleine Ansage: DAS IST EIN KIND!! Das hier gerade in aller Öffentlichkeit hyper-sexualisiert und vermarktet wird. Da können die Eltern noch so sehr rumquatschen (“wir verdienen nix daran, das ist alles sein eigener Wunsch…”…) Der Gute ist ja auch schon in Therapie gewesen, und der Rat des Therapeuten, man solle ihn da etwaige Neigungen zum Frauenkleider-Anziehen, Schminken und laszive-Gesten-ausprobieren ruhig gestatten, ist ja vielleicht absolut ok – aber doch nicht in einer erweiterten, ungeschĂŒtzten Öffentlichkeit!!

Als sieben- bis elfjĂ€hriges Kind hat man möglicherweise alle möglichen WĂŒnsche und Neigungen oder eben Manipulations-Potentiale (ĂŒber die Straße laufen ohne nach rechts und links zu gucken, mit fremden Onkeln mitgehen, auf Aufforderung den Schwanz eines katholischen Priesters lutschen…) – und der Job der Eltern ist es, den Unterschied zwischen erwachsen und Kind sein zu begreifen und ein Kind zu beschĂŒtzen. Vor dem eigenen Erfahrungs- und Bewertungs-Defizit und vor einem Missbrauch durch Erwachsene. Ein sieben- bis elfjĂ€hriges Kind kĂ€mpft nicht fĂŒr LGBTQ-Rechte.

Eine sich entwickelnde kindliche SexualitĂ€t (vor der PubertĂ€t…) ist vielleicht eh schon ein sehr kontroverses Thema (es gab ja mal eine Zeit, in der man einen da sehr liberalen Standpunkt auch gern besten Gewissens postulierte, um sich den Schwanz streicheln oder lutschen zu lassen oder um die eigene Tochter “aufzuklĂ€ren” und mit ersten sachkundigen sexuellen Erfahrungen zu versorgen – die GrĂŒnen in ihrer GrĂŒndungsphase können ein Liedlein davon singen – aber da hat man eigentlich inzwischen dazugelernt. Und die Entwicklung der kindlichen SexualitĂ€t selbst gehört garantiert nicht an die (erweiterte, ungeschĂŒtzte…) Öffentlichkeit; das ist mittlerweile Stand der Erkenntnis – dachte ich.

NatĂŒrlich kann man ein Kind im normalen, “privaten” Umfeld dabei unterstĂŒtzen oder darin bestĂ€rken, “anders” zu sein, wenn es sich so empfindet. Zu Hause, im Kindergarten, in der Schule. Aber dazwischen und zwischen öffentlichen Auftritten bei Gay-Paraden, in Nachtklubs und Mode-Zeitschriften ist noch mal ein kleiner Unterschied. Die Mindestalter-HĂŒrde bei den Social Media-KanĂ€len ist selbstredend auch nur unverbindliche Folklore, oder gab es da irgendeinen Sinn?

Ist das alles eh nur politisch bestens korrekter, weil queerer Karneval – oder ein legitimer frĂŒhreifer politischer Auftritt a la Klima-Retterin Greta Thunberg?

Bullshit. Wir brauchen das Ganze nur mal ganz kurz vom angeblich “ich bin schwul”-“Drag Kid” zur heterosexuellen “Normal”-Version zu switchen (schließlich ist ja auch LGBTQ-SexualitĂ€t nicht per se qualitativ besser als die straight-Variante…): Da wĂŒrde dann eine geschminkte, aufgebrezelte, sich in lasziven Posen ergehende 7- bis 11-jĂ€hrige “ich bin hetero”-Lolita in einem (Hetero…)-Club tanzen. NatĂŒrlich gibt es auch hier entsprechende Parallelen. Aber die sind ja genauso abartig.

Der Banksy-Shredder digital

Mir ist ja noch nicht ganz klar, ob die Shredder-Maßnahme bei der Sotheby’s-Auktion…

…jetzt wahnsinnig genial, subversiv und aufklĂ€rerisch war oder aber abgeschmackt, abgesprochen und anbiedernd (dass das Objekt etwas schwerer war als normal und dass sich auf der Unterseite des Rahmens ein Schlitz befand, wird den scharfsinnigen AuktionĂ€ren wohl kaum verborgen geblieben sein…) – ein “Clickbait de luxe” sozusagen… Eine kleine Explosion nach dem dritten Hammerschlag wĂ€re natĂŒrlich auch ganz nett und ebenfalls per Fernsteuerung im Saal “zĂŒndbar” gewesen (komisch, dass der Typ rechts mit der antiken Digitalkamera schon direkt geistesgegenwĂ€rtig nicht auf das Kunstwerk, sondern auf die angeblich konsternierten AuktionsgĂ€ste hĂ€lt…)

Aber wie dem auch alles sei, geshreddert werden kann mancher Ikone zu neuem Leben verhelfen – umso schöner, wenn sich dies ganz einfach digital bewerkstelligen lĂ€sst.

See the Pen Banksy Shredder by Lee Martin (@leemartin) on CodePen.

Ein bisschen Material:

oder:

Tiger Woods macht meinen Tag

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Ich bin ja wie gesagt seit einem guten Jahr unrettbar vom Golf-Virus infiziert, und da kommt man am PhĂ€nomen Tiger Woods ja schon mal gar nicht vorbei. In der Zeit vor meinem aktiven Golf-Interesse habe ich natĂŒrlich auch so “unterhaltsame” News ĂŒber einen der erfolgreichsten Sportler der Welt zur Kenntnis genommen. Wie den Vorfall, bei dem ihm seine damalige Ehefrau aus gegebenem Anlass mit einem GolfschlĂ€ger die Windschutzscheibe des Autos zertrĂŒmmert hat, dann auch die gravierenden RĂŒckenprobleme und die daraus resultierenden Zwangspausen, die zwischenzeitlichen Operationen und die gescheiterten Versuche, wieder in WettkĂ€mpfen zu bestehen.

Dann kamen da neue Beziehungen wie die höchst glamouröse zu Lindsey Vonn, die in einer anderen Sportart auf einem vergleichbaren Top-Level unterwegs war und möglicherweise auch vergleichbar auf der Borderline zwischen höchsten Erfolgen und den DĂ€monen des ganz normalen Alltags wandelt; und dann kam irgendwann quasi “als Tiefpunkt” die Geschichte mit dem Auto-Ausflug in den Straßengraben, höchstwahrscheinlich unter irgendeinem Drogen- oder Medikamenteneinfluss. Auf den anschließend weltweit publizierten “Mugshots” der Polizei sah Tiger aus wie ein Wrack – stoned.

Zu Weihnachten habe ich von meinem Neffen einen schönen dicken WĂ€lzer geschenkt bekommen: “Tiger Woods – so spiele ich”, mit vielen Fotos und Golf-Tipps. Ich habe mir auf YouTube die Sampler angeschaut “Die zehn legendĂ€rsten GolfschlĂ€ge von Tiger” – und da ich ja mittlerweile so eine gewisse Ahnung davon hatte, wie schwer das Spiel ist, konnte ich das einigermaßen wĂŒrdigen. Und dann kam um die Jahreswende die Nachricht bzw. ein von Woods selbst lanciertes Video – Tiger Woods spielt wieder Proberunden. Da war allerdings die Frage – war das jetzt ein einzelner geglĂŒckter Abschlag, oder ist das die AnkĂŒndigung eines Comebacks?

Ich hab damals mit meinen Golf-Pros drĂŒber gesprochen – und die einhellige Meinung war eigentlich: Das ist ja ganz nett, aber der Mann wird nach der Vorgeschichte und in Anbetracht der Verletzungen, der Pause und seines Alters niemals wieder in die NĂ€he der Weltspitze kommen. Mit dem Absturz auf rund Platz 1200 der Weltrangliste war er ja auch ein StĂŒckchen weit davon entfernt. Und dann kamen halt die Turniere der Saison 2018; die irgendwie den Skeptikern (oder auch Hassern…) Recht zu geben schienen, dann aber schon wieder ausgezeichnete Platzierungen, ĂŒber die nahezu jeder Golf-Pro glĂŒcklich gewesen wĂ€re – die halt nur bei einem ehemaligen Dominator der Weltspitze vergleichsweise unbefriedigend aussahen.

Ich habe das US-Open mitverfolgt, da hatte Tiger Woods furchtbare Momente mit hin- und her  ĂŒber das GrĂŒn geputteten SchlĂ€gen und Triple-Bogeys; beim British Open war er dann auf Platz zwei. Und jetzt, beim Saisonausklang, da hat es dann endgĂŒltig gepasst. Die Runden eins und drei quasi sensationell; gestern abend habe ich noch den Anfang der vierten Runde mitverfolgt, bevor ich wegen der FrĂŒhschicht ins Bett gehen musste. Zu dem Zeitpunkt lag er mit 2 SchlĂ€gen vorn, und ich hab mir gesagt – mit dem Platz kommt er erwiesenermaßen bestens zurecht; der schaukelt das Kind jetzt ganz kontrolliert nach Hause.

In der Nacht hab ich dann davon getrĂ€umt, wie ich die PGA-Seite aktualisiere, und Tiger hat es verbockt und irgendein anderer hat sich vorbeigeschoben – da hab ich im Traum rumgeflucht und gezetert. Ich hab aber wohlweislich nicht “richtig” wach nachgeschaut, sondern mich zum weiterschlafen umgedreht. Um vier Uhr ist dann der Wecker gegangen, ich hab das iPad neben mir im Bett angemacht, die PGA-Seite aktualisiert – und Tiger hat’s nicht verbockt, sondern gemacht. Und meinen Tag auch. Congratulations.

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Ist vielleicht gerade als Medien-Profi ein bisschen schnulzig, sich von so einer “von-ganz-oben-nach-ganz-unten-und-dann-wieder-nach ganz-oben-Story” rĂŒhren zu lassen, aber da reagiere ich wie Millionen andere ganz simpel. Zumal ja auch noch das Motiv “alter Sack gehört noch nicht zum alten Eisen” 🙂 dazukommt. Ich kann auch ganz ehrlich gesagt ĂŒberhaupt nicht nachvollziehen, wie Leute Tiger Woods seine sogenannten “Verfehlungen” irgendwie zur Last legen wollen – der Mann hat sich ja weder um einen Posten als Politiker oder Priester noch als Moralapostel beworben; das ist einfach ein Sportler, dessen quasi ganz normales (und zwischenzeitlich ganz normal katastrophales…) Privatleben im Gegensatz zu normalen Leuten im Fokus der Aufmerksamkeit steht.

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Wie gesagt, ob das jetzt schnulzig ist oder nicht – wie da beim letzten Loch die tausend Zuschauer mitgegangen sind und Tiger Woods begleitet haben auf dem Weg zum 18. GrĂŒn, wie sie ihn da angefeuert und am Schluss gejubelt haben; und wie Tiger dann am Ende den TrĂ€nen nahe einfach die Arme hochgereckt hat und den jubelnden Leuten damit gedankt hat, das ist einfach episch. Gladiator, nur eben halt im real life 🙂 Und wie dann der Jubel noch lange so weiterging; wĂ€hrend der Gratulationen von seinen Kollegen und den ersten Interviews und Tiger immer noch mal zwischendurch in Richtung TrĂ€nen unterwegs war und den Leuten gedankt hat.

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Sorry – wer sich davon nicht rĂŒhren lĂ€sst, hat entweder keine Ahnung und/oder kein Herz. FĂŒr mich hat Tiger Woods heute jedenfalls meinen Tag gemacht; um vier Uhr morgens. FĂŒr Phil Mickelson sehe ich allerdings demnĂ€chst bei dem als Welt-Event hochgekurbelten (keine Ahnung, wer dafĂŒr das recht anstĂ€ndige Preisgeld locker gemacht hat…) “The-Winner-takes-it-all”-Zweikampf schwarz.  Aber beim Golf ist ja alles möglich 🙂 …

Internet-Ordnung in Gefahr: Gangnam Style braucht eure SolidaritÀt!

Es gibt ja diese ganzen popularitĂ€tsfeindlichen Bedenken; wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich die zuweilen auch vorgebracht. Also so was wie: “Vox populi, vox Rindvieh”. (Lieblingsspruch meines Lateinlehrers, Herr Erdmann.) Oder wie: “Fresst Scheiße, Millionen Fliegen können (sich) nicht irren!” Oder so. Ist ja alles schön und gut. Aber dass “Gangnam Style” der gigantische, epische Überflieger und lange, lange Zeit die Nummer Eins der YouTube-Charts war, das hat ja sehr gute GrĂŒnde.

Erst mal singt da ein nach herkömmlichen MaßstĂ€ben nicht unbedingt wahnsinnig gut aussehender Typ

in einer (jedenfalls fĂŒr den Rest der Welt…) etwas exotischen Sprache herum. Das Video ist auch jetzt nicht irgendwie sensationell in dem Sinne, dass da Atomraketen aufsteigen oder extraterristische VulkanausbrĂŒche nahtlos in vereisende WalgesĂ€nge ĂŒbergehen. Oder sonst irgendein theatralischer Kitsch. DafĂŒr liefert Gangnam Style aber erstens eine astreine Choreografie mit sehr innovativen Elementen wie Lassoschwingen, HĂŒftkreisen und Kniewippen, was unzĂ€hlige ArbeitsplĂ€tze in der Tanz-Ausbildungsszene gesichert hat.

Zweitens liefert Gangnam Style die perfekte Vorlage fĂŒr unzĂ€hlige wunderbare Parodien und Variationen; das gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr die weiteren herrlichen Kreationen des sĂŒdkoreanischen Schöpfers Psy. (Ich bin ĂŒbrigens absolut sicher, dass der schmerbĂ€uchige und feistgesichtige (“Hey! Where did you get that body from? I got it from my DAD!”) Lenker des nordkoreanischen Bruderstaats, mein ganz besonderer Freund Kim Jong Un, ein Fan von Psy und von Gangnam Style und dessen weiteren herrlichen Kreationen ist. “Korean Style” ist eben nicht nur SĂŒd-Korean-Style. “Mother Fucka Father Gentleman.”

Aber vor allen Dingen: Gangnam Style hat eine der herrlichsten, wichtigsten und effektvollsten Pausen der Musikgeschichte. “Ticke-ticke-ticke-ticke-ticke-ticke-ticke-ticke-ticke-tay… (Pause. Nix. Pause. Pause. Immer noch Pause. Nix. Pause.)

(W)oppan Gangnam Style.” Jetzt hat angeblich irgendein sentimentales StĂŒck mit auf eine bestimmte Person bezogener rĂŒhrender, aber letztlich fragwĂŒrdiger Jenseits-Romantik den Spitzenplatz der YouTube-Charts ĂŒbernommen. Das StĂŒck, das ich jetzt hier gar nicht verlinken will, wird angeblich gerne bei Beerdigungen gespielt. Ok, ok. Ich respektiere die situationsgebundene Betroffenheit und emotionale Befindlichkeit – aber die sollte nicht eine solche dramatische Auswirkung haben. Trauern ist ok, aber trauern ist nicht der Haupt-Impetus im Leben. (Das wĂ€re jedenfalls ziemlich depressiv.)

Gegenbeispiel: Da soll da noch ein fröhliches Reggae-StĂŒck im Anmarsch auf die Top-Position bei YouTube sein, das ich natĂŒrlich auch nicht verlinke. Da ist die Stimmung nicht traurig und betroffen, sondern eher belanglos heiter. Ist auch keine legitime Konkurrenz. Ganz klarer Fall also: Gangnam Style muss vor diesen Angriffen wie auch immer gearteter Motivation und Sentiments-Geschmacksrichtung geschĂŒtzt und verteidigt werden. Die Bitte, nein der Befehl geht also an alle meine zahlreichen Follower in der ganzen Welt: Klickt alle immer und immer wieder auf Gangnam Style, lasst eure Bots und Klickfarmen aktiv werden und bringt Psy wieder an die Spitze der Rangliste. Woppan Gangnam Style!!!! “Ich habe mich klar genug ausgedrĂŒckt!!!”

Wissenschaftler erstellen Liste mit empfehlenswerten Gesundheits-Infoseiten

„Ich habe mich schon mal im Internet schlau gemacht“ – wer mit diesen Worten bei einem Arztbesuch in einer Praxis das GesprĂ€ch beginnt, wird wohl bei Frau oder Herrn Doktor reichlich gemischte GefĂŒhle auslösen. Einerseits – es spricht natĂŒrlich nichts gegen mĂŒndige Patienten, die sich informieren. Andererseits – aus Netzquellen kann man sich als Laie schon eine ganze Menge zusammenreimen und fehlinterpretieren. Und viele Seiten sind schlicht Humbug und postulieren veraltete, esoterische oder – sagen wir es mal zeitgemĂ€ĂŸ – „alternative Fakten“. Jetzt haben amerikanische Wissenschaftler in einer Großaktion gesichtet, welche Gesundheits-Infoseiten im Netz “nachweisbar” empfehlenswert sind.

Die geringe Zahl von 44 Webseiten/Webportalen im Empfehlungs-Pdf mag ĂŒberraschen – aber dennoch steckt hinter dieser Auswahl ein immenser Aufwand. Die Meta-Meta-Studie beruht nĂ€mlich letztlich auf 1733 Einzelstudien – und die als “the best of the best” herausdestillierten Selbsthilfe-Seiten umfassen ein breites Spektrum. Bei sehr akuten oder lebensbedrohlichen Szenarien wie Krebs bleibt trotz aller Web-Infos nur ein Rat – sofort zum Arzt oder in die Klinik gehen. Dass die “Halbgötter/-göttinnen in Weiß” tatsĂ€chlich auf dem neuesten Stand der Forschung sind, ist ĂŒbrigens auch noch nicht garantiert. Ein bisschen vorab informieren schadet also nicht. Aber auf den richtigen Seiten, bitte.

DRadio Wissen · Medizin-Websites: Das bessere Dr. Google

DRadio Wissen – Hielscher oder Haase vom 30.03.2017 (Moderation: Till Haase)

Tod, Trauer und Twitter – wirklich ein gesellschaftlicher Wandel?

Mit dem Online-Trauern ist es so Ă€hnlich wie mit dem Online-Demonstrieren: Zwischen einem halbsekĂŒndigem Mausklick und einem den-Arsch-aus-dem-Sessel-bekommen, irgendwo hinlatschen und da etwas von sich geben ist noch mal ein gewaltiger Unterschied. Insofern kann man dann wahrscheinlich auch das politische oder gesellschaftliche oder private Gewicht einer Online-Stellungnahme entsprechend zum Aufwand nachkalibrieren. 🙂

Die sozialen Netzwerke verĂ€ndern unsere Sicht auf den Tod, sagt eine aktuelle Studie von zwei US-Wissenschaftlerinnen. Das mag sein – wenn man die Nachkalibrierung einbezieht. Ohnehin ist ja immer die Frage, um was man eigentlich trauert – um einen anderen Menschen, der nun nicht mehr da ist? Oder um die eigene VergĂ€nglichkeit? Um die allgemeine VergĂ€nglichkeit und Nichtigkeit des menschlichen Daseins? Des Universums? FĂŒr solche Überlegungen ist das Netz der goldrichtige Platz. Am besten kurzgefasst in 140 Zeichen.

Tod? Dislike! · DRadio Wissen

DRadio Wissen – Hielscher oder Haase vom 22.08.2016 (Moderation: Thilo Jahn)

Pokémon Go: Monsterhype mit kleinen KollateralschÀden

Dass die Leute im richtigen Leben nicht mehr so ernsthaft anwesend, sondern stattdessen im Cyberspace unterwegs sind, das ist ja mittlerweile völlig normal. Also zumindest in dem gewohnten Ausmaß – wenn sie whatsappen, twittern oder navigieren. Aber wenn nun massenhaft an sich harmlos aussehende Zeitgenossen auf PlĂ€tzen herumlungern oder komisch hin und her laufen, hinter Bushalte-WartehĂ€uschen gucken, in trostlose Sackgassen hineinspazieren oder auf PrivatgrundstĂŒcke vordringen, immer mit starrem Blick auf das Smartphone-Display, und wenn sie dabei ab und zu rasche Wischbewegungen machen – dann ist das keine neue Zombie-Seuche, sondern “nur” Pokemon Go.

Ein „Augmented Reality Game“, ein Spiel also, in dem die kĂŒnstliche in die reale Welt eingeblendet wird – und schon ein paar Tage nach dem Launch steht fest: Der Erfolg toppt alles dagewesene, auch den Erfolg des beliebten AR-VorgĂ€ngers Ingress. Beim an sich lobenswerten und potentiell gesundheitsfördernden Herumwandern auf der Suche nach virtuellen Monstern und Monsterfang-BĂ€llen (oder nach sonst was…) lauern allerdings ĂŒberall reale Gefahren: KnochenbrĂŒche, Leichenfunde, Autocrashs, ÜberfĂ€lle und vielleicht sogar schießwĂŒtige Hauseigner (oder Rassisten…) – daneben nehmen sich die ĂŒblichen Abzocker und Malware-Verbreiter schon wieder harmlos aus. SelbstverstĂ€ndlich 🙂 treibt das Spiel auch Schindluder mit der Gamer-Sicherheit und -Privacy.

Aber all das kann einem richtigen Hype natĂŒrlich nichts, aber auch rein gar nichts anhaben. Ob auch IS-KĂ€mpfer schon den possierlichen Tierchen nachjagen, ist bislang nicht bekannt, vor Ort sind die Monster aber schon allemal.

Pokémon Go: Monsterhype um Pikachu und Co · DRadio Wissen

DRadio Wissen – Hielscher oder Haase vom 11.07.2016 (Moderation: Till Haase)

Papst Franziskus trifft sich mit YouTube-Stars

Die Zeiten, als das Internet fĂŒr die katholische Kirche noch als SĂŒndenpfuhl und Werkzeug des Teufels galt, die sind schon ein Weilchen vorbei: SpĂ€testens seit Dezember 2012, als der Papst – damals noch „Wir sind Papst“-Benedikt XVI. – mit dem Twitter-Account @pontifex loslegte. Sein Nachfolger Franziskus macht da konsequent weiter: seit MĂ€rz ist er auf Instagram unterwegs. Und gestern hat sich das Oberhaupt der katholischen Kirche im Vatikan mit YouTube-Stars aus aller Herren LĂ€nder getroffen – eine knappe Stunde dauerte das Beisammensein, alle sollen viel Spaß gehabt haben.

Ausgesprochene Gangsta-Rapper mit einer inkompatiblen Diktion waren nicht eingeladen – aber die GĂ€ste waren auch keinesfalls Special-Interest-Hallelujah-Blogger, sondern eine ganz am Mainstream angelehnte Mischung; z.B. aber auch mit Rassismus-kontrĂ€rem Hintergrund. Aber selbst fĂŒr das Thema “Beauty” hatte der Pontifex eine integrierende Interpretation: Das zu predigen und zu verbreiten, habe doch zumindest eine anti-agressive Wirkung. Auch ein virtuelles Angebot sei besser als gar keines, so Franziskus – das passt ja in gewisser Weise zum Thema “Glauben” insgesamt 🙂 …

Was das direkte Social-Media-Erleben betrift – Franziskus ist da ganz offen: Er selbst surft weder im Netz herum noch verbringt er seine Zeit vor der Glotze. Sehr vernĂŒnftig. Insofern ist es bei ihm wie bei anderen Profis – da twittern und instagrammen PR-Schergen unter seinem Account. Ein Tweet wie “Pray for me” ist also auch kein Zeichen einer Krebserkrankung oder einer akuten moralischen Anfechtung, sondern referiert einfach auf das Pontifikats-Motto von Franziskus. Gut, dass nicht schon die komplette Transzendenz bei Mark Zuckerberg gelandet ist 🙂 …

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 30.05.2016 (Moderation: Till Haase)