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Ich komme aus deinem Traum… Von Schnitzeln und Kartoffelklößen.

Ab einem gewissen Alter wird es schwieriger mit der “Traumpartner”-Suche, könnte man(n) denken – zumindest, wenn man nicht reich und/oder berühmt ist. Aber das stimmt gar nicht.

Ich komme aus deinem Traum

Wenn Sie diese Email nicht lesen können, klicken Sie bitte hier… (Link zensiert…)

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Maria – 28yrs

Hi! Mein Name ist Maria ich bin erst seit ein paar Tagen auf HotRussianSingles. Wenn Sie meine Freunde fragen würden, wer ich bin, würden sie Ihnen drei Worte geben: urkomisch, nachdenklich und anständig kochen. Meine Lieblingsgerichte sind Schnitzel und Kartoffelkloesse. Ziemlich altmodisch, ha;)

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Symbolbild

Aber das bin ich, ich mag einfache Dinge, Dinge, die dich glücklich machen und dein Leben Tag für Tag lieben. Wenn Sie mir eine Tür öffnen, werde ich schmelzen. Nichts ist attraktiver als ein Mann, der das gleiche Interesse teilt ;)! Schick mir eine Nachricht! (Link zensiert…)

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Klaro.

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Alles klar, Tricolux.

Post von den Alltium Brokers

Ich bin wieder mal völlig aufgewühlt, nachdem da heute diese wunderschöne Mail von den Alltium Brokers (mh@alltiumbroker.com) reinkam.

A: Michael Gessat

sehr geehrter

 

Also wenn ich das richtig verstehe, bekomme ich eigentlich wieder mal unermesslich viel Kohle, aber anscheinend hat dieser Drecksack James W. Miller dazwischengefunkt – der Typ ist mir schon öfter in die Quere gekommen. Ich bin aber einigermaßen zuversichtlich, das Missverständnis mithilfe der ebenso kompetenten wie empathischen (“sehne ich mich aufrichtig nach Verzeihung für die eher kurzfristige und die Unannehmlichkeiten…”) Profis bei Alltium aufklären zu können.

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Sonntag, 14. Juni 2020 20:14
An: ‘mh@alltiumbrokers.com’ <mh@alltiumbrokers.com>
Betreff: AW: Zu Händen von Michael Gessat

Sehr geehrter Herr Mat Hernandez –

Vielen Dank für Ihre Mail. Hier liegt offenbar ein Irrtum oder ein Betrug vor.

Ich bin – Gott der Herr sei gepriesen! – nicht todkrank, und ich habe niemanden autorisiert, die ausstehende Zahlung auf ein anderes Konto zu überweisen. Insbesondere habe ich keine Vereinbarung mit James W. Miller getroffen. Dieser Herr bzw. seine saubere Firma sind offenbar in betrügerischer Absicht unterwegs und geben anscheinend sogar falsche eidesstattliche Erklärungen ab. Ich hoffe inständig, dass ich mit Ihrer Hilfe und Expertise die legitime Fondsfreigabe an mich durchsetzen kann.

Ich muss immer wieder sagen – die Welt ist schlecht und voller Betrüger wie James W. Miller. Gottseidank gibt es auch seriöse Firmen wie Alltium Brokers.

Vielen Dank und Gottes Segen über Sie! Bitte teilen Sie mir mit, wie wir weiter verfahren sollen.

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Gessat

So. Es geht weiter. Mit etwas Verzögerung. Ich kann mich schließlich nicht täglich um ausstehende Fonds-Einnahmen von 7,2 Millionen Euro kümmern.

Von: Alltium Brokers – Support Team <support@alltiumbrokers.com>
Gesendet: Dienstag, 16. Juni 2020 20:22
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Genehmigter Fonds

 

Sehr geehrte (r) Michael Gessat

Seien Sie informiert, dass die Zahlung von € 7.200.000,00 (sieben Millionen, zweihunderttausend Euro) zur Zahlung an Sie genehmigt wurde. Basierend auf diesen Verfahren Ihres nicht beanspruchten Fonds und um sicherzustellen, dass wir keinen solchen Anspruch von einer unbekannten Person erhalten, müssen Sie darüber informiert werden, dass ein neues Konto über die festgelegte zahlende Bank eingerichtet und zu Ihren Gunsten aktiviert werden muss, wo der gesamte Fonds verschoben wird Damit Sie als Begünstigter die Einzahlung nutzen und das Guthaben gleichermaßen auf ein Konto Ihrer Wahl weltweit überweisen können.

Sobald das Konto eingerichtet ist, wird eine Bankkarte (Premium Master Card) an Ihre Lieferadresse gesendet, damit Sie uneingeschränkten Abhebungszugriff haben.

Um dies zu erreichen, füllen Sie bitte das beigefügte Formular für das neue nicht ansässige Konto aus und senden Sie es uns zusammen mit den erforderlichen Dokumenten per Fax oder E-Mail-Anhang zurück.

Im Anhang finden Sie das Antragsformular für ein nicht in Großbritannien ansässiges Konto, das Sie ausfüllen, unterschreiben und an uns zurücksenden müssen, damit die Bank entsprechend handeln kann.

Freundliche Grüße

Matthew Hernandez

Quay House 2, Admirals Way
London, E14 9XG

Das Formular zur Eröffnung eines Kontos bei der Parr’s Bank fülle ich natürlich gerne aus. Die Parr’s Bank existierte im vor-vorigen Jahrhundert; möglicherweise ist aber sogar der Wikipedia-Artikel ein Fake.

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Montag, 22. Juni 2020 23:47
An: ‘support@alltiumbrokers.com’ <support@alltiumbrokers.com>
Betreff: AW: Genehmigter Fonds

Sehr geehrter Herr Hernandez –

unglücklicherweise war ich in den letzten Tagen mit dringenden Aufsichtsrats-Pflichten beschäftigt.

Jetzt aber habe ich das Antragsformular zur Kontoeröffnung augefüllt und unterzeichnet.

Ich erwarte dringend die Zusendung meiner Bankkarte (Premium Master Card), um die mir zustehenden Zahlungen abheben und transferieren zu können.

Noch einmal vielen Dank für Ihre Initiative und Mühe!

Mit allerbesten Grüßen,

Michael Gessat

 

Von: Alltium Brokers – Support Team <support@alltiumbrokers.com>
Gesendet: Mittwoch, 24. Juni 2020 10:13
An: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Betreff: Re: AW: Genehmigter Fonds

 

Sehr geehrter  Die Informationen wurden an die Bank weitergeleitet. Bitte beachten Sie, dass wir nicht sicher sind, ob die Bank einen deutschen Kundenservice hat.  Freundliche Grüße Matthew Hernandez

 

 

Quay House 2, Admirals Way
London, E14 9XG

Und tatsächlich, die nächste Instanz wechselt jetzt zur englischen Sprache. Kein Problem, da hab ich ja in der Schule auch eine drei+ drin gehabt 🙂

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank-uk.co>
Gesendet: Donnerstag, 25. Juni 2020 04:25
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Account Activation Advice

To: TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

AM SÜDPARK 23 50968 KÖLN

GERMANY

We acknowledge the receipt of your coordinates from Alltium Brokers necessary for the activation of a system account in your favour. However, the mandatory final verification and validation process has been achieved given the conformity of your details as sent by you with details in our system.

Consequently, the statutory Account Activation Advice Certificate has been forwarded to the relevant department for immediate attention necessitating the activation of a system account in your favour. Where funds would be deposited in allowing for the distribution of whatever manner desired cum instructed by you via the Automated system, details/direction on conclusions would be forwarded to you as soon as all such confirmation is received from account activation department, in the most 12hrs hereof.

All corresponding Sensitive material which includes the online access instruction and unlimited withdrawal Debit Card (Business Premium) would only be sent to yon upon verbal/written confirmation.

Note that you have to inform us clearly if your email address is convenient to receive such information (Account Information) to enable us to forward it to you immediately which will enable you to access your account online and equally make a transfer to any account of your choice.

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Tel: +44 131 777 2606

Ok, now in English:

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Mittwoch, 1. Juli 2020 22:46
An: ‘info@parrsbank-uk.co’ <info@parrsbank-uk.co>
Betreff: AW: Account Activation Advice

Dear Thomas Cardigan,

unfortunately, your mail was in my spam folder – but I think we can now make big progress to get the funds, which are mine, to my bank accounts. My email address is definitely convenient to receive all related information.

I wait for your information or instructions.

God bless you!

Timotheus Eusebius Gessat

So. Die Sportsfreunde von der Parr’s Bank sind wieder da. Zuerst kam zwar die vorherige Mail noch mal, aufgrund derer ich ja meine Emailadresse als “convenient” bestätigen sollte. Dann aber endlich die Zugangsdaten zu meinem Account mit den 7,2 Millionen Ocken:

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Montag, 6. Juli 2020 12:39
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Account Access instruction

To: TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

AM SÜDPARK 23 50968 KÖLN

GERMANY

TO:  TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

REFERENCE: PARB/8763/02/942ZH

ACCOUNT NUMBER:  63672944

To whom it may concern,

Account Access instruction

With the successful establishment of your account, the entitlements due you were duly deposited into your Online Suspense Account for your immediate confirmation, as transactions would be enabled in the account, upon the activation of your account.

To confirm your funds, follow this instruction as detailed hereunder and get back to me for further instructions. Confirmation can be achieved on the Internet, visit: https://parrsbank.uk/

log onto the web page, click on Log in, then feed in your Username & Password as outlined thus.

Username:  TIM96EUS261GES7

Password:  937851

You are enjoined to apply strict adherence to these instructions for better utilization of Online Banking. The above information should be kept in strict confidence.

Also, ensure that your log out after accessing your account via online.

Find here your account other information:

Beneficiary name: TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

Bank account number: 63672944

Bank address: Block B Western House Lynch Wood Peterborough PE2 6FZ

Sort Code: 233343

Swift Code: PARBGB21XXX

Branch Code: 233343

Faithfully,

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Das ist ein Wort. Eine Webseite und Zugangsdaten. Zu so einem Betrüger-Scheiß log ich mich selbstverständlich nur aus meiner Ubuntu-Virtual-Machine ein. 🙂 Und Dunnerlittchen – die Scammer haben sich echt Mühe gemacht. Die Website https://parrsbank.uk gibt es wirklich. Komisch allerdings, dass es sie erst seit Anfang Juli online ist und bei einem obskuren Registrar in Nassau/Bahamas eingerichtet worden ist. Google weiß von der “Parr’s Bank” wie gesagt nix – bis auf den historischen Eintrag in der Wikipedia. Und Firefox warnt beim Aufruf der Domain: “Betrügerische Website.” Aber wenn da 7,2 Millionen Ocken im Spiel sind, klick ich mal gerne auf “weiter”.

Das ist doch eine total seriöse Webseite:

Da kann ich mich doch mal einloggen:

Ja!!! Bingo! Die Zugangsdaten funktionieren!

Ok. Na ja. Das mit dem “Wellcome” deutet jetzt doch schon direkt auf türkische, turkmenische oder nigerianische Sportsfreunde hin; auf jeden Fall auf Sportsfreunde, die der englischen Sprache nicht so ganz vollständig mächtig sind. Schwamm drüber. Schwamm auch über die Adresse – wenn man die mal bei Google Maps anschaut, sieht man irgendwie keine “Parr’s Bank”. Der Header (das Bild oben…) wechselt übrigens auf der patenten Website; ich hab jetzt mal die Version mit dem Fettarsch mit fast runtergerutschter Hose genommen. Das ist echt total vertrauenserweckend. Egal. Meine “Account Details” stimmen jedenfalls.

7,2 Millionen Ocken, die ich jetzt nur noch transferieren muss. Juchu!

Ich überleg da gerade noch, ob ich den Scammern einen richtigen Bankaccount rüberschieben soll oder meinen bewährten Commerzbank-Account vom letzten Mal. Vielleicht ist das ja ein Teil des Scams; Bankdaten abgreifen. Wobei da, zumal mit “Timotheus Eusebius” eh nicht so viel passieren kann. Aber da kommt schon direkt nach dem Einloggen die nächste Mail rein:

Von: Parrs Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Dienstag, 7. Juli 2020 11:43
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Parrs Bank login Alert

 

Dear Mr/Mrs TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

 

Please be informed that you logged on to internet banking on 07/07/2020 02:43:17 PM  if you did not log on to your internet banking profile at the time detailed above, please call Customer care or send an email to e-fraudteam@parrsbank.uk immediately.

Thank you for banking with us.

Parrs  Bank

Oh, das ist ja ein super Security-Service. Aber ich war es ja wirklich, der sich eingeloggt hat. Alles in bester Ordnung. Ich überleg da noch, welchen Auszahlungsweg ich auswählen soll und welches Empfänger-Konto – da kommt die nächste Mail:

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Dienstag, 7. Juli 2020 12:12
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Attention: TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

AM SÜDPARK 23 50968 KÖLN

GERMANY

Sehr geehrter Herr. IMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

Unsere Online-Bank ist unter angehängt, um zu vermeiden, dass unsere Kunden kompromittiert werden. Wir sind die Domain im Moment gesperrt.

Nach Ihrer Korrespondenz zu dem oben genannten Thema werden Sie darauf hingewiesen, dass wir Ihren Fonds nach Benachrichtigungsanweisungen gemäß dem Standardverfahren überprüft haben, um die Echtheit Ihres Anspruchs festzustellen und zu überprüfen. Unsere Ergebnisse haben gezeigt, dass Ihr Fonds legitim, gültig und in Ordnung ist. Die Bank hat eine unwiderrufliche Genehmigung für die Freigabe Ihres Fonds erteilt, bis die Freigabe der wichtigsten klassifizierten Fonds freigegeben ist.

In Bezug auf unsere Überprüfung und Bestätigung durch die Bank of England (Zentralbank von England) werden Sie darauf hingewiesen, dass auf der Grundlage dieser Anweisung Folgendes erforderlich ist, um die Überweisung auf Ihr Konto ohne Probleme oder weitere Verzögerungen sicherzustellen.

  1. Zahlungsnachweis für die Beglaubigung Ihrer Vollmachtsgebühren in Höhe von £ 1.890,00

Der Betrag von £ 1,890POUNDS ist gesetzlich für die Registrierung und Beglaubigung Ihrer Vollmacht und der Anordnung zur Freigabe von Geldern beim Bundesgerichtshof und der Rechtsprüfungsabteilung des Justizministeriums erforderlich.

 

  1. Für die Stempel- und Urkundensteuer pro Kapital sind 786,00 GBP erforderlich, wie in Abschnitt (ii) des im Jahr 2001 geänderten Gesetzes über die Bestätigung von Großtransfers aus dem Ausland festgelegt, bevor die Kommission uns die Genehmigung zur Vervollkommnung Ihres Auftrags erteilen kann.

Die Gebühr ist so umrissen;

  1. Zahlungsnachweis für die Beglaubigung Ihrer Vollmacht: £ 1.890,00 PUNKTE 2. Stempel- und Urkundensteuer pro Kapital: £ 786,00 PUNKTE

GESAMT: £ 2.676,00 PUNKTE

Obligatorische Gebühr ¨ Nicht abzugsfähig, damit Sie als Begünstigter unsere Freigabeverpflichtungen erfüllen können. Beachten Sie, dass wir keine Abzüge vornehmen können. Daher muss die Gebühr von Ihnen überwiesen werden. Der genannte Betrag muss vollständig überwiesen und dem Konto des Empfangsagenten dem Notar zur Erhebung der Gebühren gutgeschrieben werden.

Im Anhang finden Sie die Kontoinformationen des Empfangsagenten beim Notar.

Nach der Zahlungsbestätigung wird Ihr Konto aktiviert, damit Sie eine automatische TAC per SMS an Ihre Handynummer erhalten können: +492219966786987

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Oh. Ach so. Es gibt ein kleines Problem mit der Website? Deswegen wahrscheinlich auch die Firefox-Warnungen. Und eine kleine Gebühr vorab? Das hätte ich jetzt nicht erwartet. Bzw. das hätte man ja auch verrechnen können mit der Auszahlungssumme. Ich habe jetzt gerade keine Zeit. Die eifrigen Sportsfreunde rufen mich aber sogar an; auf Festnetz und mobil: 0044 1132734594. (Mal nebenbei: Leute – habt ihr echt keine bessere Übersetzungssoftware? Das ist doch – auch im Vergleich zur aufwendigen Website – kläglich und geschäftsschädigend, was ihr da liefert!)

Ok, wir treiben das Spielchen mal weiter:

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Samstag, 11. Juli 2020 20:35
An: ‘info@parrsbank.uk’ <info@parrsbank.uk>
Betreff: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Lieber Herr Thomas Cardigan –

Unglückseligerweise war ich in den vergangenen Tagen mit schwerwiegenden anderen Problemen beschäftigt.

Ich habe ungefähr 500.000 Euro verloren mit Wirecard-Aktien und habe einen Anwalt beauftragt, um die Wirtschaftsprüfergesellschaft EY und den Vorstand und Aufsichtsrat der Wirecard AG zu verklagen. Eine furchtbare Katastrophe!

Gott sei gepriesen und gelobt, dass Sie mir den mir zustehenden Fonds in Höhe von 7,2 Millionen Euro gemeldet haben – mit der Auszahlung werde ich meine Verluste mehr als kompensieren können!

Selbstverständlich werde ich die moderaten Gebühren vorab überweisen – nur leider kann ich in Ihrer Mail nicht erkennen, an welchen Bankaccount ich die Zahlung zu leisten habe.

Bitte schicken Sie mir so schnell wie möglich Ihre Zahlungsdetails – selbstverständlich können wir die Gebühren auch mit meinem Guthaben verrechnen; Sie brauchen mir dann also nur 7.197.324 (7.200.000 – 2.676) Euro zu überweisen.

Gott segne Sie!

Ihr

Timotheus Eusebius Gessat

Die Alltium Brokers bzw. Herr Thomas Cardigan sind sehr einfühlsam in Bezug auf meine Wirecard-Verluste:

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Montag, 13. Juli 2020 00:39
An: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Betreff: Re: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Sir,

We are really sorry for the lost and hopefully, your lawyer would be able to achieve the reclaim of your fund.

Regards to the payment, you cannot able to deduct the required amount from the deposit due to the comprehensive insurance on your fund which indicates that the beneficiary must receive it fund intact.

Find here the receiving account to the Notary Public.

Beneficiary Name: Matthew Lenton
Sortcode: 050005
Account Number: 04092859
IBAN: GB02YORK05000504092859
BIC: YORKGB22
Bank: Yorkshire Bank
Address Timor House, Mariner Court, Clydesbank Business Park, Glasgow, G81 2NR

Send us a copy of the transfer upon completion.

Thomas Cardigan
Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB
United Kingdom

Und schicken einen Bankaccount von einem vermutlichen “Mule” rüber, den ich natürlich wie immer postwendend sperren lasse. So. Jetzt versuche ich mal wieder, 1 Euro von den Dreckschweinen abzugreifen. Ich lasse da hier in der Dokumentation mal eine Zwischen-Kommunikations-Stufe raus:

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Montag, 13. Juli 2020 09:17
An: ‘info@parrsbank.uk’ <info@parrsbank.uk>
Betreff: AW: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

 

Dear Thomas Cardigan –

 

I found the mistake with my first attempt to transfer the fees; the beneficiary details were wrong. Of course I now sent a new transfer order on it’s way. There is only the same formality I mentioned already; the “Anti-Laundering Trustable-Kontrollzahlung”  which seems to be obligatory due to the corona-induced rules of the European Central Bank (EZB).

If I understand right, the control payment (in case of my bank, the Commerzbank it seems to be sent to “paypal.me/CommerzbankWUTrust”…) will be returned immediately, it is only to make sure the payment receiver is not a fake account.

I attach the new transfer document from Commerzbank.

Yours,

T.E. Gessat

Das Überweisungsformular wird wohlwollend zur Kenntnis genommen:

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Montag, 13. Juli 2020 14:01
An: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Betreff: Re: AW: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Sir,

We received the transfer copy and would let you know as soon as the Notary Public confirms the receipt of the transfer.

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Wenig später kommt allerdings eine Nachfrage.

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank.uk>
Gesendet: Dienstag, 14. Juli 2020 18:12
An: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Betreff: Re: AW: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Sir,

The Notary Public has not received your transfer. Please confirm

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Tja. Woran das wohl liegen mag? Vielleicht an der bislang nicht erfolgten Zahlung von 1 Euro auf das Commerzbank-Anti-Laundering-Konto???

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Dienstag, 14. Juli 2020 23:07
An: ‘info@parrsbank.uk’ <info@parrsbank.uk>
Betreff: AW: AW: AW: Irrevocable fund release order / Payment for Stamp and Deed Duty per capital

Dear Thomas Cardigan –

I have contacted my bank (Commerzbank) again and they assured that the money transfer is right on the way – the only problem could be the lacking transaction of the “anti-laundering trustable control payment” so far.

Are you sure that you or the persons dealing with the transaction did successfully initiate the “Anti-Laundering Trustable-Kontrollzahlung” of 1 Euro on the control account “paypal.me/CommerzbankWUTrust”? If I understand right, this is absolutely necessary for the money transaction between Germany and the UK due to the corona-induced, new anti-laundering guidelines of the EZB (European Central Bank).

Unfortunately, the whole situation is rather complicated at the moment. But of course, you as the experts in these matters will know what to do.

I am sure our transaction will be successful. God bless you!

Yours,

Timotheus Eusebius

Der Corona-Überlebens-Check: Rindfleisch im eigenen Saft.

So. Ich bin natürlich auch im März in Panik verfallen, als ich gerade noch mit letzter Müh und Not aus dem Skiurlaub in der Schweiz in die Heimat fliehen konnte. Als dann hier ge-down-locked wurde, ich in “freiwillige” Selbstquarantäne musste. Als in den Supermärkten Nudeln, Klopapier und Seife definitiv weg waren und sich die bange Frage stellte: Werde ich zu den (99,97%…) Überlebenden gehören? Ich gestehe das ganz offen ein: Auch ich habe natürlich dann meine Hamster-Tour gemacht und meinen Rucksack und die Tragetaschen vollgepackt mit dem Nötigsten. Was man eben so auf dem Fahrrad wegschaffen kann.

Unter anderem auch Artikel, die ich schon lange nicht mehr in Erwägung gezogen hatte: Dosensuppen. Ok, die halten extrem lange. Und schmecken auch gar nicht sooo schlecht. Aber auch schon etwas härtere Krisen-Kost aus dem Konserven-Regal. Zum Beispiel: “Rindfleisch im eigenen Saft.” Wie das überhaupt aus der Perspektive von Rindern mit Rindfleisch-Saft so beschaffen ist, das lassen wir einstweilen dahingestellt. Auf jeden Fall hab ich jetzt mal eine der angeschafften, an sich noch recht lange haltbaren Dosen geöffnet und verköstigt. (Weil ich ja nicht immer nur an dem ebenfalls als Corona-Überlebensgarantie erworbenen Parmaschinken schnibbeln kann…)

Das Produkt sieht – nach einigem Konsum – so aus:

Und es schmeckt auch ziemlich genauso, wie es aussieht. Also ein bisschen in Richtung Corned Beef, aber noch mal deutlich unlockerer; eher in Richtung Krise und Krieg. Keine Ahnung, ob man das durch Erhitzen oder Weiterverarbeiten noch irgendwie aufhübschen kann. Aber solche Erwägungen gehen ja eh am Kern des Produktes völlig vorbei. Dies ist kein Produkt für verzärtelte Gourmets; für die Liebhaber von “Papageienzunge an Papaya-Juice.” Dies ist ein Produkt für Leute, die überleben wollen in schwierigen Zeiten. Oder die die Verantwortung dafür tragen, dass ihre Lieben – Weib, holdseliges Töchterlein, verfettete Katze etc. – überleben.

Ein Produkt für Familienväter, ängstliche Singles und Prepper also. Ein Produkt, das in seiner hermetischen Dosen-Verpackung Pandemien übersteht, aber auch Atomangriffe. Ein Relikt des Kalten Krieges, das jetzt zu wundersamer neuer Aktualität aufläuft. Eines steht fest: Ich beginne zwar gerade, die gehamsterten Lebensmittel so allmählich aufzufuttern, hoffentlich kongruent zu ihrem Haltbarkeitsdatum. Aber natürlich werde ich gleichzeitig den drei-Monats-Überlebens-Puffer wieder nachkaufen und aktualisieren. Jetzt bin ich sensibilisiert. Denn es könnte ja sein, dass mal eine wirklich kritische Pandemie vorbeischaut, bei der ich wirklich definitiv zuhause bleiben möchte.

Dann, spätestens dann, schlägt die Stunde vom “Rindfleisch im eigenen Saft.” Das Zeug schmeckt zwar grenzwertig, aber sichert mir das Überleben für ein paar Tage. Ein gutes Gefühl. So ähnlich wie damals als Kind, als ich Abenteuer-Geschichten gelesen habe, bei denen die Akteure allen möglichen Gefahren und Entbehrungen ausgesetzt waren. Und ich hab mir beim Lesen jeweils ein, zwei Tafeln Schokolade reingezogen. Oder eine Familienpackung Eis. Ein Vergnügen gewinnt eben deutlich an Durchschlagskraft, wenn es vor dem Hintergrund eines tatsächlichen oder imaginierten Armageddon genossen wird.

Wie funktioniert eigentlich (öffentlich-rechtlicher…) (Wissenschafts-) Journalismus?

Gar nicht. Selbstverständlich sind alle ÖR-Journalistinnen und -Journalisten (Disclaimer: Ich gehöre zu dieser verachtenswerten Spezies dazu 🙂 …) Teil einer furchtbaren, erst von ganz wenigen Durchblickern erkannten Verschwörungskampagne, die einerseits auf das maximale Abgreifen von zwangsweise eingetriebenen “Beiträgen” – in Wirklichkeit natürlich Frongeldern einer herrschenden Elite – abzielt. Und andererseits auf die tägliche Durchsetzung des Willens und der Ziele einer vermeintlich harmlosen, aber doch entsetzlichen, das Universum beherrschenden Diktatorin: Angela Merkel.

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Selbstverständlich bekomme ich jeden Morgen – wie alle meine Kolleginnen und Kollegen auch – einen Anruf von Angela Merkel bzw. ihren Schergen, was ich an dem betreffenden Tag veröffentlichen darf oder soll. Soweit, so klar.

Ok, jetzt kloppen wir mal diesen Bullshit einstweilen in die Tonne. Dass natürlich in Funkhäusern ein “Parteien-Proporz” herrscht und insofern zumindest die Leitungsebene so einigermaßen politisch verordnet sein mag – stimmt, geschenkt. Ich persönlich finde das auch ziemlich problematisch.

Die Frage ist natürlich, ob dann auch zwangsläufig alle Beiträge und Einlassungen unter einer bestimmten Agenda stattfinden. Der Verdacht (“Fake-News”…) ist da, in einem gewissen prozentualen Anteil mag der sogar zutreffen – nämlich dann, wenn Kolleginnen oder Kollegen einer vermuteten oder auch teilweise suggerierten “political correctness” – Vorgabe folgen. Aber in der allergrößten Mehrheit folgen die Kolleginnen und Kollegen doch den journalistischen Standards.

Allerwichtigster Punkt: Wie vertrauenswürdig ist die Quelle? Bei Nachrichten lautet das Mantra: Zwei unabhängige Quellen, dann kann man das verantwortungsvoll raushauen. Wobei eben auch Kollegen oder Kolleginnen bei eigentlich durch ihre internen Kontrollmechanismen als “sakrosankt” geltenden Institutionen wie Nachrichtenagenturen Fehler machen können. Bei wissenschaftsjournalistischen Quellen gibt es auch ein ziemlich zuverlässiges Kriterium: Wer an einer renommierten Universität als Professorin oder Professor arbeitet und publiziert, ist vermutlich kein(e) totale(r) Wahnsinnige(r) oder Blender(in).

Ganz hinreichend ist das Kriterium “kein(e) komplett Wahnsinnige(r) als Quelle” natürlich noch nicht – und deswegen ist es selbstredend gut, wünschenswert oder sogar notwendig, wenn der/die berichtende Journalist(in) auch noch eigene Fachexpertise mitbringt. Und eben selbst sofort mitbekommt – wo ist ein Thema, eine Meinung, eine Veröffentlichung heikel, wo gibt es Zweifel und Gegenmeinungen? Ich würde mal behaupten – die Chance zu so einer Expertise ist im öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch vergleichsweise hoch.

Aber trotzdem: Expertise und hinreichend ausführliche Beschäftigung mit Themenverläufen hat ihren Preis. Wenn erwartet wird, dass Journalistinnen und Journalisten Beiträge mit zwei Stunden Vorlauf “herauskloppen”, dann führt das zwangsläufig zu Kollateralschäden. Wenn es nicht vorgesehen oder möglich ist, sehr komplexe Themen ergebnisoffen zu recherchieren – und trotzdem ein Honorar dafür zu erhalten – dann werden diese Themen eben nicht tiefschürfend recherchiert.

Mal zur Eingrenzung: Wenn öffentlich-rechtliche Journalistinnen und Journalisten Themen referieren – vielleicht ja auch teilweise auf einer aus guten, gerade erwähnten Gründen 🙂 nicht vollständig geklärten Faktenbasis – dann machen sie sich natürlich die referierten “Erkenntnisse” noch lange nicht automatisch zu eigen. Von daher gehen möglicherweise auch “Gegenstimmen” in “Sozialen Medien” komplett in die falsche Richtung. Übrigens, als kleiner Hinweis an Entscheidungsträger: Ein “Shitstorm” von zehn, fünfzehn Leuten ist immer noch ein sehr, sehr laues Lüftchen. 🙂

Und noch was: Wenn ich alle – auch die aufgrund bisher eigentlich einigermaßen bewährter Qualitätskriterien untermauerten – Quellen aus Angst vor lauen Social-Media-Shitstorms pauschal in einen “Ich-mach-mir-jetzt-mal-vorsichtshalber-in-die-Hose-Topf” schmeiße; nach dem Motto: “Na ja, das könnte jetzt stimmen. Es gibt allerdings möglicherweise auch ein paar Leute im Netz, die sagen: Das stimmt nicht.” Dann kann ich komplett die Berichterstattung einstellen über alles, was auch nur ansatzweise potenziell kontrovers sein könnte. Und dann schwenke ich komplett ein auf die Linie der Trolle, die “es gibt ja gar keine Wahrheit” – Desinformation betreiben.

Das soll natürlich kein Plädoyer sein für generellen Schnellschuss-Journalismus – ganz im Gegenteil.

 

NRW-Sport-Staatssekretärin Andrea Milz vor Ort im Lemmerz-Freibad

Zum Lemmerz-Freibad in Königswinter hab ich eine tiefe, innige Verbundenheit. Ich hab nämlich aus bestimmten, hier nicht weiter zu erörternden Gründen die Website der Initiative zusammengebastelt, die die angedachte Schließung des wunderhübschen historischen Bades vor der Kulisse eines Ausblicks ins Rheintal verhindern wollte. Das Ziel der Initiative ist offenbar geglückt; die Website (deren Zugriffsmöglichkeiten ich vor geraumer Zeit an andere abgegeben habe…) aber scheint inzwischen etwas vernachlässigt worden zu sein 🙂

Freibäder sind natürlich Horte und Hotspots der Corona-Übertragungsmöglichkeit. Infizierte und Nicht-Infizierte springen ins Wasser, röcheln oder näseln (oder pieseln…) da in die Becken-Füllung – und ob die Chlorung die tödlichen Viren killt, ist noch längst nicht ausgemacht. Umso tapferer von unserer famosen NRW-Sport-Staatssekretärin Andrea Milz, das Lemmerz-Freibad zu besuchen. Ins (möglicherweise verseuchte…) Wasser reingesprungen ist Frau Milz offenbar nicht, aber sie hat eine wunderbare Botschaft hinterlassen für alle wagemutigen Schwimmer und Schwimmerinnen:

 

Auf einen ähnlich riskanten Besuch auf einem NRW-Golfplatz hat sich Frau Milz bislang noch nicht eingelassen. Klar; da lauern natürlich noch mal ganz andere Gefahren – vor allem publicity- und BILD-Zeitungs-mäßige.

Es ist ja auch sicherlich kein Zufall; oder eben nur totaler Irrsinn, dass selbst die Golfplätze in Irland nur für Mitglieder innerhalb eines Radius von fünf Kilometern aufgesucht werden dürfen. Klar. Wer da per Automobil als Mitglied aus sechs, 10, 20 oder 40 km Distanz anreist, löst selbstredend zwangsläufig ein Corona-Armageddon aus. Also bitte für immer zuhause bleiben und an Vereinsamung, Verfettung, Herzinfarkt und Kreislaufkollaps sterben!! Danke!

Kann man diese Voll-Horste nicht mal in Grund und Boden verklagen???

Endlich reich!! Ich wusste ja immer, dass Aktien die richtige Strategie sind.

Eigentlich war ja der Blick aufs Depot in den letzten Tagen immer schon so einigermaßen tröstlich. Corona? War da was? Aber heute dann endlich mal ganz große Freude. Ich bin reich. Bin Millionär. Tja, die wechselnden Launen der Börse gehen eben mal nach unten. Oder eben auch – richtiges Händchen und Näschen vorausgesetzt – nach oben.

Ich werde den unverhofften Kursgewinn sofort morgen früh realisieren. Ok, das bisschen Abgeltungssteuer werde ich dabei auch noch verkraften. Das Leben kann so schön sein!

P.S. 20.05.2020 Mist, Mist, Mist. Irgendwie sind meine Millionen jetzt plötzlich wieder weg. Das ist wirklich sehr deprimierend.

Schwierige Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Konsultieren Sie den Zauberwirker Dr. John!!!

Die Menschen sind verunsichert. Ein Virus kursiert, von dem man noch nicht so ganz weiß, wie gefährlich es ist – sagen wir mal im Vergleich zu Ebola. Da kann man schon mal als Notenbankchef von “schöpferischer Zerstörung” schwafeln, wenn Solo-Selbstständige oder Kleinunternehmer (mit in Normalzeiten völlig gesunden Geschäftsmodellen…) aufgrund staatlicher Anordnungen von heute auf morgen keine Einnahmen mehr haben. Hauptsache, die eigene dicke Kohle fließt weiter. (Aber aufpassen, lieber Herr Holzmann – Sie gehören zur Haupt-Corona-Zielgruppe. Es gibt eben nicht nur ökonomische, sondern auch biologische Reinigungsprozesse… 🙂 )

Da kann man auch schon mal als öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber komplett die Solidarität mit seinen freien Mitarbeitern sausen lassen. Auch wenn man gar keine Einnahmeausfälle hat, weil die (mittlerweile gesellschaftlich ja hoch umstrittene…) Gebühren-/Beitrags-Kohle völlig ungemindert wie ursprünglich budgetiert weiterfließt. Im Gegensatz zur Situation bei Restaurants, Konzertveranstaltern, Künstlern und Taxifahrern. Auch aufpassen, liebe festangestellten und besserverdienenden Entscheidungsträger – wir sitzen alle im gleichen (bislang komfortablen…) Glashaus!

Aber was rede ich denn da? Für alle denkbaren Probleme der Welt – von Potenzschwäche bis Geldarmut – trudeln täglich viele liebe, attraktive Lösungsvorschläge in meinem Email-Postfach ein. Ich weiß gar nicht, wie viele Millionen-Vermächtnisse ich schon ungenutzt habe verfallen lassen – ich komme eben einfach vor lauter Lebensmittel-Hamstern gar nicht dazu, die alle ordnungsgemäß zu reklamieren. Heute habe ich aber einmal eine Mail bekommen, die etwas aus dem Rahmen fällt.

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Hokus. Pokus. Fidibus!!

Denn hier wird die Problemlösung einfach einmal ganz offen, ganz ungeniert in einen wundervollen, freischwebenden Bereich transferiert: In die Welt des Zaubers. Nicht zu Harry Potter, sondern zu Dr. John. Ich möchte Ihnen daher ausnahmsweise diese Botschaft nicht vorenthalten:

Mein Leben ist zurück !!!

Nach 2 Jahren Ehe ging meine Frau zu einem anderen Mann. Ich hatte das Gefühl, mein Leben würde bald enden. Ich hätte fast Selbstmord begangen. Ich war sehr lange emotional niedergeschlagen. Dank eines Zauberwirkers namens Dr. John, den ich online kennengelernt habe, als ich im Internet surfte. Ich bin auf viele Zeugnisse über diesen Zauberwirker gestoßen. Einige Leute sagten aus, dass er ihren Ex-Liebhaber zurückgebracht habe, andere sagten aus, dass er den Mutterleib wiederhergestellt, bei Gerichtsverfahren und anderen Krankheiten geholfen und auch Zauber gewirkt habe, um Lotterie zu gewinnen und Wetten zu gewinnen, andere sagten aus, dass er einen Zauber wirken könne, um die Scheidung zu stoppen und bald. Ich stieß auch auf ein bestimmtes Zeugnis, es handelte sich um eine Frau namens Sonia, sie sagte aus, wie er ihren Ex-Liebhaber in weniger als drei Tagen zurückgebracht hatte, und am Ende ihres Zeugnisses ließ sie die Kontaktadresse von Dr. John fallen. Nachdem ich all dies gelesen hatte, beschloss ich, es auszuprobieren. Ich kontaktierte ihn und erklärte ihm mein Problem und folgte seinen Anweisungen. In nur 3 Tagen kam meine Frau zu mir zurück. Wir haben unsere Probleme gelöst und sind noch glücklicher als zuvor. Dr. John ist wirklich ein begabter Mann und ich werde nicht aufhören, ihn zu veröffentlichen, weil er ein wunderbarer Mann ist … Wenn Sie ein Problem haben und nach einem echten und echten Zauberwirker suchen, um alle Ihre Probleme für Sie zu lösen. Kontaktieren Sie ihn jederzeit, er hat die Antwort und Lösung für Ihre Probleme. Hier ist sein Kontakt: E-Mail: (zensiert)

P.S. 1: Wenn Sie die originalen Kontaktdaten zu Dr. John haben wollen – kein Problem; überweisen Sie mir einfach 1000,- Euro; ich brauche die Kohle gerade. (s.o.)

P.S. 2: Dr. John kann selbstverständlich auch gegen das Corona-Virus und gegen dessen Kollateral-Schäden helfen; sonst wäre er ja ein schlechter Zauberwirker.

England macht den Abmarsch. Mein Mini Cabrio ist da.

Es ist Brexit-Day. Das Inselvolk mit den so liebenswert schrulligen Traditionen (deftiges Frühstück, Linksverkehr, Pfund) und der so sympathisch einfach zu erlernenden (bzw. zu radebrechenden…) Sprache verabschiedet sich aus der EU. Das ist traurig. Weil England bzw. Großbritannien natürlich ganz fundamental zu Europa gehört. Und irgendwie, trotz aller vielleicht sogar nachvollziehbarer Kritikpunkte, hat die EU ein gutes und notwendiges Werk vollbracht: Nämlich die zwischen den europäischen Staaten immer noch bestehenden Vorbehalte und Animositäten auszubügeln, trotz aller kulturellen und historischen Zusammengehörigkeit.

Im Zweifelsfall eben durch zentralistische und bürokratische Regeln und Vorschriften, über die sich dann alle Betroffenen gleichermaßen aufregen können. Freude, schöner Götterfunke! 🙂

Aber ok – eine kleine, eine winzige Mehrheit (die vielleicht gar keine Mehrheit war…) hat bei einem (Troll-manipuliertem…) Referendum, das von mutwilligen Politikern eingetütet worden ist (in völliger Fehlspekulation bzw. kalt lächelnder Zielstrebigkeit…), eine Entscheidung getroffen. So funktioniert (oder funktioniert vielleicht auch nicht…) Demokratie.

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Für mich persönlich ist der Brexit auch einigermaßen tragisch. Da schlagen nicht nur die zahlreichen (unbezahlten…) journalistischen Versuche zu Buche, zu verstehen oder gar erklären zu können, was “Backstop” bedeutet. 🙂 Viel dramatischer ist für mich natürlich der Wegfall der relativ günstigen Einkaufsmöglichkeiten für Golf-Equipment. Das war bislang vergleichsweise billig, bei englischen Händlern Schläger, Klamotten oder Bälle zu bestellen. Erst recht, nachdem die Briten aufgrund der Brexit-Erwartungen ihren Pfund-Kurs geschrottet hatten 🙂

Und nun? Was wird mit Umrechnungskursen, Versandkosten und ggf. Zollgebühren? Das sieht echt nicht gut aus; bei aller Sympathie für das Golf-Mutterland 🙂 Aber ok; eigentlich bin ich eh für die nächste Zeit ausreichend versorgt. Und wenn England jetzt prohibitiv teuer wird, dann fahr ich eben nach Irland zum Golfen 🙂 Aber meine Grundsympathie ist ja da. (Natürlich auch wegen der vermeintlich leichten Sprache…) Und deswegen hab ich mir eben auch ein Mini Cabrio gekauft. Um damit mal (ab und zu…) zu Golfturnieren hier im Umland von Köln zu fahren – mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das nämlich zwar möglich, aber teilweise etwas sehr aufwendig.

Die Karre hab ich ausgerechnet heute; am Brexit-Day abgeholt. Ein eigentlich doch recht britisches Auto, mit einem sehr eigenwilligen Design und Fahrverhalten. Seit geraumer Zeit gehört Mini ja zu BMW; auch das kann man nun aufgrund der englisch-deutschen Geschichte problematisieren oder auch nicht – immerhin haben wir denen das regierende Königshaus gestellt 🙂 Über die ganze Konstellation kann man bestimmt Jahre und Jahrzehnte trefflich nachsinnen. Auf jeden Fall hab ich als überzeugter Europäer bei meiner Karre selbstredend das aufpreispflichtige “LED-Licht-Paket” genommen. Mit britischen, jetzt aus der zurückbleibenden EU-Perspektive verdammt nostalgischen Rückleuchten.

Tschüss dann! Ich komm aber trotzdem gern mal nach St. Andrews.

Unfassbar dreiste Abzocke? Regionale EnergieWerke GmbH

Das hier aus einem Leserbrief in der aktuellen Finanztest-Ausgabe 2/2020 zieht einem so ziemlich die Socken aus:

Auf der ersten Seite dick eine super-tolle Preissenkung in Höhe von  0,01 Cent pro kWh, auf der zweiten Seite eine Preiserhöhung von 39,96€ jährlich auf 35€ monatlich, also völlig absurde 420€ jährlich – extra versteckt bzw. schwerer lesbar gemacht durch die ausgeschriebenen Ziffern. Klar, weil die saubere Firma ja “kontinuierlich in die Qualität unserer Dienstleistungen, reibungslose Abläufe und kundenorientierte Serviceleistungen” investiert.

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“Meine Damen, meine Herren – ich erwarte ihre Vorschläge für unser diesjähriges Kundenanschreiben!”

Wie gesagt, so etwas unfassbar dreistes hab ich schon lange nicht mehr gelesen. Ich kann da ähnlich wie bei Enkeltrick-Betrügern oder Online-Verschlüsselungs-Cyberganoven etc. nur staunen: Wie können solche Typen morgens noch in den Spiegel gucken, ohne dass ihnen die Ravioli vom Vortag wieder hochkommen? Wobei ja eindeutig Kriminelle noch wenigstens mit offenen Karten und einem angemessenen Einsatz spielen – wenn sie erwischt werden, landen Sie im Knast. An der Borderline der Legalität herumlavierende Sportsfreunde fühlen sich hingegen bei ausreichender moralischer Verrottung als ganz normale Geschäftsleute – zur Untermauerung dieses Eindrucks nach außen hin und für ihr in-den-Spiegel-schau-Problem tragen sie daher auch gern Anzug und Krawatte 🙂  (Cum-Ex 🙂 … )

Aber apropos juristischer Einordnung: Bei Online-Verbrauchergeschäften hat der Gesetzgeber ja mittlerweile dafür gesorgt, die Abzock-Versuche etwas zu erschweren. Da muss dann die komplette Summe deutlich genannt werden, inklusive aller Gebühren und Versicherungsleistungen, und der Kunde muss dann auf einen klaren Button klicken: “Jetzt zahlungskräftig bestellen”. Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass eine Preiserhöhung wie oben abgebildet, in der die Verteuerung ganz eindeutig und absichtsvoll verschleiert wird, rechtwirksam sein kann, wenn der Kunde nicht sofort und ausdrücklich widerspricht. (Nebenbei, wie will denn das Unternehmen überhaupt nachweisen, dass der Schrieb dem Kunden tatsächlich zugegangen ist?)

Also, ich hoffe mal, dass das juristisch nicht haltbar sein würde (wobei nur ein Bruchteil von Kunden, die die Erhöhung wie geplant überlesen haben, den Rechtsweg einschreiten wird – auch das gehört natürlich wiederum zur Kalkulation der ganzen Masche dazu…). Ich hoffe das sehr – sonst müsste ich wieder mit dem Herumbrüllen anfangen wie in der ersten Version dieses Textes 🙂

Mail von der Deutshen Ban

Ein Jahresticket 1. Klasse bei der Deutschen Bahn wär natürlich toll, da müsste ich mich nicht mehr mit dem ebenso hoffnungsvollen wie zeitgemäßen Pöbel 🙂 herumschlagen…

Trotzdem bin ich jetzt noch so ein bisschen unsicher, ob ich auf die Links in dieser Mail draufklicken sollte…

P.S. – ich hatte ja in der ursprünglichen Version dieses Textes wieder mal in Richtung Cyber-Horden in fremden, perspektivarmen Staaten herumgetobt. Die uns Tag für Tag mit Abzock- und Malwareversuchen belästigen, ohne sich wenigstens mit unserer schönen Muttersprache etwas intensiver abzumühen. Nach Rassismus-Vorwürfen und Beschwerden vom Legastheniker-Verband und vom “Verein für lautgetreues Schreiben in der Schule” ziehe ich das reumütig zurück. 🙂 Auch die inländische Gauner-Branche hat natürlich ihre liebe Müh und Not mit dem verfügbaren Nachwuchs-Personal.