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Post von den Alltium Brokers

Ich bin wieder mal völlig aufgewühlt, nachdem da heute diese wunderschöne Mail von den Alltium Brokers (mh@alltiumbroker.com) reinkam.

A: Michael Gessat

sehr geehrter

 

Also wenn ich das richtig verstehe, bekomme ich eigentlich wieder mal unermesslich viel Kohle, aber anscheinend hat dieser Drecksack James W. Miller dazwischengefunkt – der Typ ist mir schon öfter in die Quere gekommen. Ich bin aber einigermaßen zuversichtlich, das Missverständnis mithilfe der ebenso kompetenten wie empathischen (“sehne ich mich aufrichtig nach Verzeihung für die eher kurzfristige und die Unannehmlichkeiten…”) Profis bei Alltium aufklären zu können.

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Sonntag, 14. Juni 2020 20:14
An: ‘mh@alltiumbrokers.com’ <mh@alltiumbrokers.com>
Betreff: AW: Zu Händen von Michael Gessat

Sehr geehrter Herr Mat Hernandez –

Vielen Dank für Ihre Mail. Hier liegt offenbar ein Irrtum oder ein Betrug vor.

Ich bin – Gott der Herr sei gepriesen! – nicht todkrank, und ich habe niemanden autorisiert, die ausstehende Zahlung auf ein anderes Konto zu überweisen. Insbesondere habe ich keine Vereinbarung mit James W. Miller getroffen. Dieser Herr bzw. seine saubere Firma sind offenbar in betrügerischer Absicht unterwegs und geben anscheinend sogar falsche eidesstattliche Erklärungen ab. Ich hoffe inständig, dass ich mit Ihrer Hilfe und Expertise die legitime Fondsfreigabe an mich durchsetzen kann.

Ich muss immer wieder sagen – die Welt ist schlecht und voller Betrüger wie James W. Miller. Gottseidank gibt es auch seriöse Firmen wie Alltium Brokers.

Vielen Dank und Gottes Segen über Sie! Bitte teilen Sie mir mit, wie wir weiter verfahren sollen.

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Gessat

So. Es geht weiter. Mit etwas Verzögerung. Ich kann mich schließlich nicht täglich um ausstehende Fonds-Einnahmen von 7,2 Millionen Euro kümmern.

Von: Alltium Brokers – Support Team <support@alltiumbrokers.com>
Gesendet: Dienstag, 16. Juni 2020 20:22
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Genehmigter Fonds

 

Sehr geehrte (r) Michael Gessat

Seien Sie informiert, dass die Zahlung von € 7.200.000,00 (sieben Millionen, zweihunderttausend Euro) zur Zahlung an Sie genehmigt wurde. Basierend auf diesen Verfahren Ihres nicht beanspruchten Fonds und um sicherzustellen, dass wir keinen solchen Anspruch von einer unbekannten Person erhalten, müssen Sie darüber informiert werden, dass ein neues Konto über die festgelegte zahlende Bank eingerichtet und zu Ihren Gunsten aktiviert werden muss, wo der gesamte Fonds verschoben wird Damit Sie als Begünstigter die Einzahlung nutzen und das Guthaben gleichermaßen auf ein Konto Ihrer Wahl weltweit überweisen können.

Sobald das Konto eingerichtet ist, wird eine Bankkarte (Premium Master Card) an Ihre Lieferadresse gesendet, damit Sie uneingeschränkten Abhebungszugriff haben.

Um dies zu erreichen, füllen Sie bitte das beigefügte Formular für das neue nicht ansässige Konto aus und senden Sie es uns zusammen mit den erforderlichen Dokumenten per Fax oder E-Mail-Anhang zurück.

Im Anhang finden Sie das Antragsformular für ein nicht in Großbritannien ansässiges Konto, das Sie ausfüllen, unterschreiben und an uns zurücksenden müssen, damit die Bank entsprechend handeln kann.

Freundliche Grüße

Matthew Hernandez

Quay House 2, Admirals Way
London, E14 9XG

Das Formular zur Eröffnung eines Kontos bei der Parr’s Bank fülle ich natürlich gerne aus. Die Parr’s Bank existierte im vor-vorigen Jahrhundert; möglicherweise ist aber sogar der Wikipedia-Artikel ein Fake.

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Montag, 22. Juni 2020 23:47
An: ‘support@alltiumbrokers.com’ <support@alltiumbrokers.com>
Betreff: AW: Genehmigter Fonds

Sehr geehrter Herr Hernandez –

unglücklicherweise war ich in den letzten Tagen mit dringenden Aufsichtsrats-Pflichten beschäftigt.

Jetzt aber habe ich das Antragsformular zur Kontoeröffnung augefüllt und unterzeichnet.

Ich erwarte dringend die Zusendung meiner Bankkarte (Premium Master Card), um die mir zustehenden Zahlungen abheben und transferieren zu können.

Noch einmal vielen Dank für Ihre Initiative und Mühe!

Mit allerbesten Grüßen,

Michael Gessat

 

Von: Alltium Brokers – Support Team <support@alltiumbrokers.com>
Gesendet: Mittwoch, 24. Juni 2020 10:13
An: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Betreff: Re: AW: Genehmigter Fonds

 

Sehr geehrter  Die Informationen wurden an die Bank weitergeleitet. Bitte beachten Sie, dass wir nicht sicher sind, ob die Bank einen deutschen Kundenservice hat.  Freundliche Grüße Matthew Hernandez

 

 

Quay House 2, Admirals Way
London, E14 9XG

Und tatsächlich, die nächste Instanz wechselt jetzt zur englischen Sprache. Kein Problem, da hab ich ja in der Schule auch eine drei+ drin gehabt 🙂

Von: Parr’s Bank <info@parrsbank-uk.co>
Gesendet: Donnerstag, 25. Juni 2020 04:25
An: mgessat@mgessat.com
Betreff: Account Activation Advice

To: TIMOTHEUS EUSEBIUS GESSAT

AM SÜDPARK 23 50968 KÖLN

GERMANY

We acknowledge the receipt of your coordinates from Alltium Brokers necessary for the activation of a system account in your favour. However, the mandatory final verification and validation process has been achieved given the conformity of your details as sent by you with details in our system.

Consequently, the statutory Account Activation Advice Certificate has been forwarded to the relevant department for immediate attention necessitating the activation of a system account in your favour. Where funds would be deposited in allowing for the distribution of whatever manner desired cum instructed by you via the Automated system, details/direction on conclusions would be forwarded to you as soon as all such confirmation is received from account activation department, in the most 12hrs hereof.

All corresponding Sensitive material which includes the online access instruction and unlimited withdrawal Debit Card (Business Premium) would only be sent to yon upon verbal/written confirmation.

Note that you have to inform us clearly if your email address is convenient to receive such information (Account Information) to enable us to forward it to you immediately which will enable you to access your account online and equally make a transfer to any account of your choice.

Thomas Cardigan

Head of Accounts

9 George St Edinburgh EH2 2SB

United Kingdom

Tel: +44 131 777 2606

Ok, now in English:

Von: Michael Gessat <mgessat@mgessat.com>
Gesendet: Mittwoch, 1. Juli 2020 22:46
An: ‘info@parrsbank-uk.co’ <info@parrsbank-uk.co>
Betreff: AW: Account Activation Advice

Dear Thomas Cardigan,

unfortunately, your mail was in my spam folder – but I think we can now make big progress to get the funds, which are mine, to my bank accounts. My email address is definitely convenient to receive all related information.

I wait for your information or instructions.

God bless you!

Timotheus Eusebius Gessat

 

 

 

 

 

Der Corona-Überlebens-Check: Rindfleisch im eigenen Saft.

So. Ich bin natürlich auch im März in Panik verfallen, als ich gerade noch mit letzter Müh und Not aus dem Skiurlaub in der Schweiz in die Heimat fliehen konnte. Als dann hier ge-down-locked wurde, ich in “freiwillige” Selbstquarantäne musste. Als in den Supermärkten Nudeln, Klopapier und Seife definitiv weg waren und sich die bange Frage stellte: Werde ich zu den (99,97%…) Überlebenden gehören? Ich gestehe das ganz offen ein: Auch ich habe natürlich dann meine Hamster-Tour gemacht und meinen Rucksack und die Tragetaschen vollgepackt mit dem Nötigsten. Was man eben so auf dem Fahrrad wegschaffen kann.

Unter anderem auch Artikel, die ich schon lange nicht mehr in Erwägung gezogen hatte: Dosensuppen. Ok, die halten extrem lange. Und schmecken auch gar nicht sooo schlecht. Aber auch schon etwas härtere Krisen-Kost aus dem Konserven-Regal. Zum Beispiel: “Rindfleisch im eigenen Saft.” Wie das überhaupt aus der Perspektive von Rindern mit Rindfleisch-Saft so beschaffen ist, das lassen wir einstweilen dahingestellt. Auf jeden Fall hab ich jetzt mal eine der angeschafften, an sich noch recht lange haltbaren Dosen geöffnet und verköstigt. (Weil ich ja nicht immer nur an dem ebenfalls als Corona-Überlebensgarantie erworbenen Parmaschinken schnibbeln kann…)

Das Produkt sieht – nach einigem Konsum – so aus:

Und es schmeckt auch ziemlich genauso, wie es aussieht. Also ein bisschen in Richtung Corned Beef, aber noch mal deutlich unlockerer; eher in Richtung Krise und Krieg. Keine Ahnung, ob man das durch Erhitzen oder Weiterverarbeiten noch irgendwie aufhübschen kann. Aber solche Erwägungen gehen ja eh am Kern des Produktes völlig vorbei. Dies ist kein Produkt für verzärtelte Gourmets; für die Liebhaber von “Papageienzunge an Papaya-Juice.” Dies ist ein Produkt für Leute, die überleben wollen in schwierigen Zeiten. Oder die die Verantwortung dafür tragen, dass ihre Lieben – Weib, holdseliges Töchterlein, verfettete Katze etc. – überleben.

Ein Produkt für Familienväter, ängstliche Singles und Prepper also. Ein Produkt, das in seiner hermetischen Dosen-Verpackung Pandemien übersteht, aber auch Atomangriffe. Ein Relikt des Kalten Krieges, das jetzt zu wundersamer neuer Aktualität aufläuft. Eines steht fest: Ich beginne zwar gerade, die gehamsterten Lebensmittel so allmählich aufzufuttern, hoffentlich kongruent zu ihrem Haltbarkeitsdatum. Aber natürlich werde ich gleichzeitig den drei-Monats-Überlebens-Puffer wieder nachkaufen und aktualisieren. Jetzt bin ich sensibilisiert. Denn es könnte ja sein, dass mal eine wirklich kritische Pandemie vorbeischaut, bei der ich wirklich definitiv zuhause bleiben möchte.

Dann, spätestens dann, schlägt die Stunde vom “Rindfleisch im eigenen Saft.” Das Zeug schmeckt zwar grenzwertig, aber sichert mir das Überleben für ein paar Tage. Ein gutes Gefühl. So ähnlich wie damals als Kind, als ich Abenteuer-Geschichten gelesen habe, bei denen die Akteure allen möglichen Gefahren und Entbehrungen ausgesetzt waren. Und ich hab mir beim Lesen jeweils ein, zwei Tafeln Schokolade reingezogen. Oder eine Familienpackung Eis. Ein Vergnügen gewinnt eben deutlich an Durchschlagskraft, wenn es vor dem Hintergrund eines tatsächlichen oder imaginierten Armageddon genossen wird.

Wie funktioniert eigentlich (öffentlich-rechtlicher…) (Wissenschafts-) Journalismus?

Gar nicht. Selbstverständlich sind alle ÖR-Journalistinnen und -Journalisten (Disclaimer: Ich gehöre zu dieser verachtenswerten Spezies dazu 🙂 …) Teil einer furchtbaren, erst von ganz wenigen Durchblickern erkannten Verschwörungskampagne, die einerseits auf das maximale Abgreifen von zwangsweise eingetriebenen “Beiträgen” – in Wirklichkeit natürlich Frongeldern einer herrschenden Elite – abzielt. Und andererseits auf die tägliche Durchsetzung des Willens und der Ziele einer vermeintlich harmlosen, aber doch entsetzlichen, das Universum beherrschenden Diktatorin: Angela Merkel.

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Selbstverständlich bekomme ich jeden Morgen – wie alle meine Kolleginnen und Kollegen auch – einen Anruf von Angela Merkel bzw. ihren Schergen, was ich an dem betreffenden Tag veröffentlichen darf oder soll. Soweit, so klar.

Ok, jetzt kloppen wir mal diesen Bullshit einstweilen in die Tonne. Dass natürlich in Funkhäusern ein “Parteien-Proporz” herrscht und insofern zumindest die Leitungsebene so einigermaßen politisch verordnet sein mag – stimmt, geschenkt. Ich persönlich finde das auch ziemlich problematisch.

Die Frage ist natürlich, ob dann auch zwangsläufig alle Beiträge und Einlassungen unter einer bestimmten Agenda stattfinden. Der Verdacht (“Fake-News”…) ist da, in einem gewissen prozentualen Anteil mag der sogar zutreffen – nämlich dann, wenn Kolleginnen oder Kollegen einer vermuteten oder auch teilweise suggerierten “political correctness” – Vorgabe folgen. Aber in der allergrößten Mehrheit folgen die Kolleginnen und Kollegen doch den journalistischen Standards.

Allerwichtigster Punkt: Wie vertrauenswürdig ist die Quelle? Bei Nachrichten lautet das Mantra: Zwei unabhängige Quellen, dann kann man das verantwortungsvoll raushauen. Wobei eben auch Kollegen oder Kolleginnen bei eigentlich durch ihre internen Kontrollmechanismen als “sakrosankt” geltenden Institutionen wie Nachrichtenagenturen Fehler machen können. Bei wissenschaftsjournalistischen Quellen gibt es auch ein ziemlich zuverlässiges Kriterium: Wer an einer renommierten Universität als Professorin oder Professor arbeitet und publiziert, ist vermutlich kein(e) totale(r) Wahnsinnige(r) oder Blender(in).

Ganz hinreichend ist das Kriterium “kein(e) komplett Wahnsinnige(r) als Quelle” natürlich noch nicht – und deswegen ist es selbstredend gut, wünschenswert oder sogar notwendig, wenn der/die berichtende Journalist(in) auch noch eigene Fachexpertise mitbringt. Und eben selbst sofort mitbekommt – wo ist ein Thema, eine Meinung, eine Veröffentlichung heikel, wo gibt es Zweifel und Gegenmeinungen? Ich würde mal behaupten – die Chance zu so einer Expertise ist im öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch vergleichsweise hoch.

Aber trotzdem: Expertise und hinreichend ausführliche Beschäftigung mit Themenverläufen hat ihren Preis. Wenn erwartet wird, dass Journalistinnen und Journalisten Beiträge mit zwei Stunden Vorlauf “herauskloppen”, dann führt das zwangsläufig zu Kollateralschäden. Wenn es nicht vorgesehen oder möglich ist, sehr komplexe Themen ergebnisoffen zu recherchieren – und trotzdem ein Honorar dafür zu erhalten – dann werden diese Themen eben nicht tiefschürfend recherchiert.

Mal zur Eingrenzung: Wenn öffentlich-rechtliche Journalistinnen und Journalisten Themen referieren – vielleicht ja auch teilweise auf einer aus guten, gerade erwähnten Gründen 🙂 nicht vollständig geklärten Faktenbasis – dann machen sie sich natürlich die referierten “Erkenntnisse” noch lange nicht automatisch zu eigen. Von daher gehen möglicherweise auch “Gegenstimmen” in “Sozialen Medien” komplett in die falsche Richtung. Übrigens, als kleiner Hinweis an Entscheidungsträger: Ein “Shitstorm” von zehn, fünfzehn Leuten ist immer noch ein sehr, sehr laues Lüftchen. 🙂

Und noch was: Wenn ich alle – auch die aufgrund bisher eigentlich einigermaßen bewährter Qualitätskriterien untermauerten – Quellen aus Angst vor lauen Social-Media-Shitstorms pauschal in einen “Ich-mach-mir-jetzt-mal-vorsichtshalber-in-die-Hose-Topf” schmeiße; nach dem Motto: “Na ja, das könnte jetzt stimmen. Es gibt allerdings möglicherweise auch ein paar Leute im Netz, die sagen: Das stimmt nicht.” Dann kann ich komplett die Berichterstattung einstellen über alles, was auch nur ansatzweise potenziell kontrovers sein könnte. Und dann schwenke ich komplett ein auf die Linie der Trolle, die “es gibt ja gar keine Wahrheit” – Desinformation betreiben.

Das soll natürlich kein Plädoyer sein für generellen Schnellschuss-Journalismus – ganz im Gegenteil.

 

NRW-Sport-Staatssekretärin Andrea Milz vor Ort im Lemmerz-Freibad

Zum Lemmerz-Freibad in Königswinter hab ich eine tiefe, innige Verbundenheit. Ich hab nämlich aus bestimmten, hier nicht weiter zu erörternden Gründen die Website der Initiative zusammengebastelt, die die angedachte Schließung des wunderhübschen historischen Bades vor der Kulisse eines Ausblicks ins Rheintal verhindern wollte. Das Ziel der Initiative ist offenbar geglückt; die Website (deren Zugriffsmöglichkeiten ich vor geraumer Zeit an andere abgegeben habe…) aber scheint inzwischen etwas vernachlässigt worden zu sein 🙂

Freibäder sind natürlich Horte und Hotspots der Corona-Übertragungsmöglichkeit. Infizierte und Nicht-Infizierte springen ins Wasser, röcheln oder näseln (oder pieseln…) da in die Becken-Füllung – und ob die Chlorung die tödlichen Viren killt, ist noch längst nicht ausgemacht. Umso tapferer von unserer famosen NRW-Sport-Staatssekretärin Andrea Milz, das Lemmerz-Freibad zu besuchen. Ins (möglicherweise verseuchte…) Wasser reingesprungen ist Frau Milz offenbar nicht, aber sie hat eine wunderbare Botschaft hinterlassen für alle wagemutigen Schwimmer und Schwimmerinnen:

 

Auf einen ähnlich riskanten Besuch auf einem NRW-Golfplatz hat sich Frau Milz bislang noch nicht eingelassen. Klar; da lauern natürlich noch mal ganz andere Gefahren – vor allem publicity- und BILD-Zeitungs-mäßige.

Es ist ja auch sicherlich kein Zufall; oder eben nur totaler Irrsinn, dass selbst die Golfplätze in Irland nur für Mitglieder innerhalb eines Radius von fünf Kilometern aufgesucht werden dürfen. Klar. Wer da per Automobil als Mitglied aus sechs, 10, 20 oder 40 km Distanz anreist, löst selbstredend zwangsläufig ein Corona-Armageddon aus. Also bitte für immer zuhause bleiben und an Vereinsamung, Verfettung, Herzinfarkt und Kreislaufkollaps sterben!! Danke!

Kann man diese Voll-Horste nicht mal in Grund und Boden verklagen???

Endlich reich!! Ich wusste ja immer, dass Aktien die richtige Strategie sind.

Eigentlich war ja der Blick aufs Depot in den letzten Tagen immer schon so einigermaßen tröstlich. Corona? War da was? Aber heute dann endlich mal ganz große Freude. Ich bin reich. Bin Millionär. Tja, die wechselnden Launen der Börse gehen eben mal nach unten. Oder eben auch – richtiges Händchen und Näschen vorausgesetzt – nach oben.

Ich werde den unverhofften Kursgewinn sofort morgen früh realisieren. Ok, das bisschen Abgeltungssteuer werde ich dabei auch noch verkraften. Das Leben kann so schön sein!

P.S. 20.05.2020 Mist, Mist, Mist. Irgendwie sind meine Millionen jetzt plötzlich wieder weg. Das ist wirklich sehr deprimierend.

Schwierige Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Konsultieren Sie den Zauberwirker Dr. John!!!

Die Menschen sind verunsichert. Ein Virus kursiert, von dem man noch nicht so ganz weiß, wie gefährlich es ist – sagen wir mal im Vergleich zu Ebola. Da kann man schon mal als Notenbankchef von “schöpferischer Zerstörung” schwafeln, wenn Solo-Selbstständige oder Kleinunternehmer (mit in Normalzeiten völlig gesunden Geschäftsmodellen…) aufgrund staatlicher Anordnungen von heute auf morgen keine Einnahmen mehr haben. Hauptsache, die eigene dicke Kohle fließt weiter. (Aber aufpassen, lieber Herr Holzmann – Sie gehören zur Haupt-Corona-Zielgruppe. Es gibt eben nicht nur ökonomische, sondern auch biologische Reinigungsprozesse… 🙂 )

Da kann man auch schon mal als öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber komplett die Solidarität mit seinen freien Mitarbeitern sausen lassen. Auch wenn man gar keine Einnahmeausfälle hat, weil die (mittlerweile gesellschaftlich ja hoch umstrittene…) Gebühren-/Beitrags-Kohle völlig ungemindert wie ursprünglich budgetiert weiterfließt. Im Gegensatz zur Situation bei Restaurants, Konzertveranstaltern, Künstlern und Taxifahrern. Auch aufpassen, liebe festangestellten und besserverdienenden Entscheidungsträger – wir sitzen alle im gleichen (bislang komfortablen…) Glashaus!

Aber was rede ich denn da? Für alle denkbaren Probleme der Welt – von Potenzschwäche bis Geldarmut – trudeln täglich viele liebe, attraktive Lösungsvorschläge in meinem Email-Postfach ein. Ich weiß gar nicht, wie viele Millionen-Vermächtnisse ich schon ungenutzt habe verfallen lassen – ich komme eben einfach vor lauter Lebensmittel-Hamstern gar nicht dazu, die alle ordnungsgemäß zu reklamieren. Heute habe ich aber einmal eine Mail bekommen, die etwas aus dem Rahmen fällt.

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Hokus. Pokus. Fidibus!!

Denn hier wird die Problemlösung einfach einmal ganz offen, ganz ungeniert in einen wundervollen, freischwebenden Bereich transferiert: In die Welt des Zaubers. Nicht zu Harry Potter, sondern zu Dr. John. Ich möchte Ihnen daher ausnahmsweise diese Botschaft nicht vorenthalten:

Mein Leben ist zurück !!!

Nach 2 Jahren Ehe ging meine Frau zu einem anderen Mann. Ich hatte das Gefühl, mein Leben würde bald enden. Ich hätte fast Selbstmord begangen. Ich war sehr lange emotional niedergeschlagen. Dank eines Zauberwirkers namens Dr. John, den ich online kennengelernt habe, als ich im Internet surfte. Ich bin auf viele Zeugnisse über diesen Zauberwirker gestoßen. Einige Leute sagten aus, dass er ihren Ex-Liebhaber zurückgebracht habe, andere sagten aus, dass er den Mutterleib wiederhergestellt, bei Gerichtsverfahren und anderen Krankheiten geholfen und auch Zauber gewirkt habe, um Lotterie zu gewinnen und Wetten zu gewinnen, andere sagten aus, dass er einen Zauber wirken könne, um die Scheidung zu stoppen und bald. Ich stieß auch auf ein bestimmtes Zeugnis, es handelte sich um eine Frau namens Sonia, sie sagte aus, wie er ihren Ex-Liebhaber in weniger als drei Tagen zurückgebracht hatte, und am Ende ihres Zeugnisses ließ sie die Kontaktadresse von Dr. John fallen. Nachdem ich all dies gelesen hatte, beschloss ich, es auszuprobieren. Ich kontaktierte ihn und erklärte ihm mein Problem und folgte seinen Anweisungen. In nur 3 Tagen kam meine Frau zu mir zurück. Wir haben unsere Probleme gelöst und sind noch glücklicher als zuvor. Dr. John ist wirklich ein begabter Mann und ich werde nicht aufhören, ihn zu veröffentlichen, weil er ein wunderbarer Mann ist … Wenn Sie ein Problem haben und nach einem echten und echten Zauberwirker suchen, um alle Ihre Probleme für Sie zu lösen. Kontaktieren Sie ihn jederzeit, er hat die Antwort und Lösung für Ihre Probleme. Hier ist sein Kontakt: E-Mail: (zensiert)

P.S. 1: Wenn Sie die originalen Kontaktdaten zu Dr. John haben wollen – kein Problem; überweisen Sie mir einfach 1000,- Euro; ich brauche die Kohle gerade. (s.o.)

P.S. 2: Dr. John kann selbstverständlich auch gegen das Corona-Virus und gegen dessen Kollateral-Schäden helfen; sonst wäre er ja ein schlechter Zauberwirker.

England macht den Abmarsch. Mein Mini Cabrio ist da.

Es ist Brexit-Day. Das Inselvolk mit den so liebenswert schrulligen Traditionen (deftiges Frühstück, Linksverkehr, Pfund) und der so sympathisch einfach zu erlernenden (bzw. zu radebrechenden…) Sprache verabschiedet sich aus der EU. Das ist traurig. Weil England bzw. Großbritannien natürlich ganz fundamental zu Europa gehört. Und irgendwie, trotz aller vielleicht sogar nachvollziehbarer Kritikpunkte, hat die EU ein gutes und notwendiges Werk vollbracht: Nämlich die zwischen den europäischen Staaten immer noch bestehenden Vorbehalte und Animositäten auszubügeln, trotz aller kulturellen und historischen Zusammengehörigkeit.

Im Zweifelsfall eben durch zentralistische und bürokratische Regeln und Vorschriften, über die sich dann alle Betroffenen gleichermaßen aufregen können. Freude, schöner Götterfunke! 🙂

Aber ok – eine kleine, eine winzige Mehrheit (die vielleicht gar keine Mehrheit war…) hat bei einem (Troll-manipuliertem…) Referendum, das von mutwilligen Politikern eingetütet worden ist (in völliger Fehlspekulation bzw. kalt lächelnder Zielstrebigkeit…), eine Entscheidung getroffen. So funktioniert (oder funktioniert vielleicht auch nicht…) Demokratie.

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Für mich persönlich ist der Brexit auch einigermaßen tragisch. Da schlagen nicht nur die zahlreichen (unbezahlten…) journalistischen Versuche zu Buche, zu verstehen oder gar erklären zu können, was “Backstop” bedeutet. 🙂 Viel dramatischer ist für mich natürlich der Wegfall der relativ günstigen Einkaufsmöglichkeiten für Golf-Equipment. Das war bislang vergleichsweise billig, bei englischen Händlern Schläger, Klamotten oder Bälle zu bestellen. Erst recht, nachdem die Briten aufgrund der Brexit-Erwartungen ihren Pfund-Kurs geschrottet hatten 🙂

Und nun? Was wird mit Umrechnungskursen, Versandkosten und ggf. Zollgebühren? Das sieht echt nicht gut aus; bei aller Sympathie für das Golf-Mutterland 🙂 Aber ok; eigentlich bin ich eh für die nächste Zeit ausreichend versorgt. Und wenn England jetzt prohibitiv teuer wird, dann fahr ich eben nach Irland zum Golfen 🙂 Aber meine Grundsympathie ist ja da. (Natürlich auch wegen der vermeintlich leichten Sprache…) Und deswegen hab ich mir eben auch ein Mini Cabrio gekauft. Um damit mal (ab und zu…) zu Golfturnieren hier im Umland von Köln zu fahren – mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das nämlich zwar möglich, aber teilweise etwas sehr aufwendig.

Die Karre hab ich ausgerechnet heute; am Brexit-Day abgeholt. Ein eigentlich doch recht britisches Auto, mit einem sehr eigenwilligen Design und Fahrverhalten. Seit geraumer Zeit gehört Mini ja zu BMW; auch das kann man nun aufgrund der englisch-deutschen Geschichte problematisieren oder auch nicht – immerhin haben wir denen das regierende Königshaus gestellt 🙂 Über die ganze Konstellation kann man bestimmt Jahre und Jahrzehnte trefflich nachsinnen. Auf jeden Fall hab ich als überzeugter Europäer bei meiner Karre selbstredend das aufpreispflichtige “LED-Licht-Paket” genommen. Mit britischen, jetzt aus der zurückbleibenden EU-Perspektive verdammt nostalgischen Rückleuchten.

Tschüss dann! Ich komm aber trotzdem gern mal nach St. Andrews.

Unfassbar dreiste Abzocke? Regionale EnergieWerke GmbH

Das hier aus einem Leserbrief in der aktuellen Finanztest-Ausgabe 2/2020 zieht einem so ziemlich die Socken aus:

Auf der ersten Seite dick eine super-tolle Preissenkung in Höhe von  0,01 Cent pro kWh, auf der zweiten Seite eine Preiserhöhung von 39,96€ jährlich auf 35€ monatlich, also völlig absurde 420€ jährlich – extra versteckt bzw. schwerer lesbar gemacht durch die ausgeschriebenen Ziffern. Klar, weil die saubere Firma ja “kontinuierlich in die Qualität unserer Dienstleistungen, reibungslose Abläufe und kundenorientierte Serviceleistungen” investiert.

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“Meine Damen, meine Herren – ich erwarte ihre Vorschläge für unser diesjähriges Kundenanschreiben!”

Wie gesagt, so etwas unfassbar dreistes hab ich schon lange nicht mehr gelesen. Ich kann da ähnlich wie bei Enkeltrick-Betrügern oder Online-Verschlüsselungs-Cyberganoven etc. nur staunen: Wie können solche Typen morgens noch in den Spiegel gucken, ohne dass ihnen die Ravioli vom Vortag wieder hochkommen? Wobei ja eindeutig Kriminelle noch wenigstens mit offenen Karten und einem angemessenen Einsatz spielen – wenn sie erwischt werden, landen Sie im Knast. An der Borderline der Legalität herumlavierende Sportsfreunde fühlen sich hingegen bei ausreichender moralischer Verrottung als ganz normale Geschäftsleute – zur Untermauerung dieses Eindrucks nach außen hin und für ihr in-den-Spiegel-schau-Problem tragen sie daher auch gern Anzug und Krawatte 🙂  (Cum-Ex 🙂 … )

Aber apropos juristischer Einordnung: Bei Online-Verbrauchergeschäften hat der Gesetzgeber ja mittlerweile dafür gesorgt, die Abzock-Versuche etwas zu erschweren. Da muss dann die komplette Summe deutlich genannt werden, inklusive aller Gebühren und Versicherungsleistungen, und der Kunde muss dann auf einen klaren Button klicken: “Jetzt zahlungskräftig bestellen”. Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass eine Preiserhöhung wie oben abgebildet, in der die Verteuerung ganz eindeutig und absichtsvoll verschleiert wird, rechtwirksam sein kann, wenn der Kunde nicht sofort und ausdrücklich widerspricht. (Nebenbei, wie will denn das Unternehmen überhaupt nachweisen, dass der Schrieb dem Kunden tatsächlich zugegangen ist?)

Also, ich hoffe mal, dass das juristisch nicht haltbar sein würde (wobei nur ein Bruchteil von Kunden, die die Erhöhung wie geplant überlesen haben, den Rechtsweg einschreiten wird – auch das gehört natürlich wiederum zur Kalkulation der ganzen Masche dazu…). Ich hoffe das sehr – sonst müsste ich wieder mit dem Herumbrüllen anfangen wie in der ersten Version dieses Textes 🙂

Mail von der Deutshen Ban

Ein Jahresticket 1. Klasse bei der Deutschen Bahn wär natürlich toll, da müsste ich mich nicht mehr mit dem ebenso hoffnungsvollen wie zeitgemäßen Pöbel 🙂 herumschlagen…

Trotzdem bin ich jetzt noch so ein bisschen unsicher, ob ich auf die Links in dieser Mail draufklicken sollte…

P.S. – ich hatte ja in der ursprünglichen Version dieses Textes wieder mal in Richtung Cyber-Horden in fremden, perspektivarmen Staaten herumgetobt. Die uns Tag für Tag mit Abzock- und Malwareversuchen belästigen, ohne sich wenigstens mit unserer schönen Muttersprache etwas intensiver abzumühen. Nach Rassismus-Vorwürfen und Beschwerden vom Legastheniker-Verband und vom “Verein für lautgetreues Schreiben in der Schule” ziehe ich das reumütig zurück. 🙂 Auch die inländische Gauner-Branche hat natürlich ihre liebe Müh und Not mit dem verfügbaren Nachwuchs-Personal.

Golfbälle für Trump-Fans oder Trump-Hasser

Eine ganz kleine Drehung kann unendlich viel aussagen. Zum Beispiel, ob man dem US-Präsidenten mit dem orangefarbigen Katzenfell auf dem Kopf eher ein dynamisches Fortkommen auch in der bevorstehenden nächsten möglichen Amtszeit (Gott, der Allmächtige möge uns beistehen…) oder eher einen satten, zentrierten Schlag in die lippenschürzende Fresse wünscht.

Und je nach dem wird man dann seinen Golfball wählen bzw. ausrichten. Entweder die Fresse nach vorne oder nach hinten.

The orange one

Dieses Antlitz kann man auf verschiedene Golfball-Modelle drucken lassen – selbst beim Titleist Pro V1 kostet das nur 22,39$. OK- gebraucht.

Ein eindeutig für Trump-Fans konzipiertes Design ist das hier:

The red, not the orange one

Und ein eindeutig für Trump-Hasser das hier:

Donald Trump Pile of Garbage Golf Balls

Der Preis bleibt immer gleich. Das ist Demokratie. Ach, nee. Das ist Marktwirtschaft.