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Datenschutzbedenken bei Apple Watch

Neu ist die Erkenntnis natürlich nicht – bei der Apple Watch, die heute ihren ersten Verkaufstag hat, wie auch bei anderen Smartwatches oder Fitness-Armbändern übermitteln die Anwender fröhlich ihre Körperfunktions-Daten ins Netz. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt – höchstwahrscheinlich ist die Büchse der Pandora aber eh irreversibel geöffnet; die möglichen oder sogar wahrscheinlichen gesellschaftlichen Kollateralschäden eines gesellschaftlich “normalen” Körper-Monitorings mit Weitergabe an Arbeitgeber oder Versicherer sind den “Early Adopters” entweder nicht so wichtig oder in ihren Konsequenzen nicht so bewusst …

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 24.04.2015

Stress-Werte an den Arbeitgeber schicken?

Es ist alles gut gemeint, sagt Johann Huber, einer der Gründer des Start-Up-Unternehmens Soma-Analytics. Die von ihm und seinen Kommilitonen entwickelte App, die das Stresslevel eines Anwenders/einer Anwenderin anhand der Stimm-Modulation beim Telefonieren oder anhand der nächtlichen Bewegungen im Bett ermittelt, kann dabei helfen, das Gefühl für den eigenen Körper, für die eigene Befindlichkeit wieder zu bekommen oder zu entdecken – sie kann warnen, wenn da offenbar etwas schief läuft und auch gleich Tipps geben, was man dagegen tun könnte.

So weit, so gut – nur die Vermarktungs-Strategie, die die Entwickler wahrscheinlich auch aus nachvollziehbaren ökonomischen Gründen gewählt haben – nämlich die App als Monitoring-Tool für Arbeitgeber zu positionieren, die gibt reichlich Anlass zum Grübeln. Es mag ja Firmen geben, die einen Anstoß brauchen, um ihre internen Prozesse zugunsten ihrer möglicherweise gestressten Mitarbeiter zu optimieren – viel wahrscheinlicher ist aber, dass “Arschloch-Arbeitgeber” Daten wie aus der Soma-App dazu verwenden, um vermeintliche oder tatsächliche “Minderperformer” auszusortieren.

Wer wirklich sein Betriebsklima und auch die Performance seiner Mitarbeiter verbessern will, braucht nicht zwangsläufig ein digitales Monitoring-Tool. Einfach mal regelmäßig mit den Leuten sprechen und die Führungsqualitität “Empathie” einschalten hilft auch schon gewaltig… 🙂

DRadio Wissen · Soma: Stress messen am Telefon.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 24.04.2015

3D-Scan kann biologisches Alter ermitteln

Ob es hauptsächlich an der genetischen Ausstattung liegt oder aber an den Lebensumständen, das ist noch nicht endgültig erforscht – fest steht jedenfalls: Das chronologische Alter, das im Personalausweis verzeichnet steht, und das biologische Alter, der tatsächliche “Erhaltungszustand” einer Person können weit auseinander liegen. Anders gesagt: Manche Leute altern schneller, manche langsamer als ihre Mitmenschen.

Und anscheinend ist das auch ganz schlicht und ergreifend im Gesicht zuverlässig ablesbar – die inneren Werte und die geistige Fitness in allen Ehren: Chinesische Wissenschaftler konnten die intuitive Vermutung jetzt mit Computerunterstützung bestätigen. Ein einfacher 3D-Scan reicht offenbar für eine recht treffsichere Abschätzung des “wahren”, des biologischen Alters einer Person. Das ist nützlich für maßgeschneiderte medizinische Behandlungen, macht aber auch möglicherweise eine andere Branche hellhörig, vermutet die Studienleiterin Prof. Jing-Dong Han:

“Als ich darüber mit meinen Freunden gesprochen habe, haben die gesagt – das ist natürlich interessant für Versicherungen, die können damit Zuschläge oder Nachlässe kalkulieren – ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist.”

Zumindest könnte ja das nunmehr wissenschaftlich bestätigte Motto “Man ist so alt, wie man aussieht” Schönheitschirurgen als Werbeaussage dienen – nur leider kann ja die durchs Messer modifizierte Gesichtsgeometrie zwar die intuitive und sicher auch evolutionär verankerte Alters-Abschätzung anderer Menschen (und eventuell die des 3D-Scanners…) täuschen, nicht aber wirklich zu einem längeren Leben verhelfen…

Aussehen – Biologisches Alter ins Gesicht geschrieben.

Deutschlandfunk – Forschung aktuell vom 2.4.2015

Fragen Sie Doktor Google

Fragen Sie Doktor Google – wer nach “Knieschmerzen” oder “Meniskus” sucht, der hat vielleicht medizinischen Beratungsbedarf, mutmaßt der Suchmaschinenriese; und bietet Hilfe durch Ärzte aus Fleisch und Blut, per Live-Videochat. Die virtuelle Sprechstunde ist eine Variante des schon eingeführten Google-“Helpout”-Dienstes und wird seit kurzem in den USA in einer kostenlosen Testphase erprobt. Dort gibt es bereits ähnliche Dienste wie “Spruce” oder “Better” am Markt, und auch für Facebook ist medizinische Beratung ein interessantes Thema. Undenkbar ist das Ganze auch hierzulande nicht – zumindest als eine Vorberatung zu einem tatsächlichen Praxisbesuch könnte die Fernvisite ja theoretisch sogar Kosten sparen.

DRadio Wissen · Liveblog: Flüchtlinge müssen unter freiem Himmel schlafen.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 14.10.2014