No Go für Lee Sedol gegen die KI

Und das war es auch schon mit der letzten Krone des Denksports – auch die dritte Partie in Folge geht an Alpha Go. Möglicherweise war der Kampf insofern etwas unfair, weil der Mensch halt keine Chance hatte, sich auf den tatsächlichen Gegner vorzubereiten (also auf die aktuelle, seit Oktober stark verbesserte Version von AlphaGo), möglicherweise würde auch ein anderer Top-Spieler besser mit dem KI-Gegner zurechtkommen als Lee Sedol (auch Gary Kasparov hatte ja bei seiner ebenfalls als „Meilenstein“ gesehenen Niederlage gegen DeepBlue weder seine eigene normale Spielstärke gezeigt noch überhaupt erfolgversprechende Anti-Computer-Strategien verfolgt…) – aber, das war ja auch vor dem Match jetzt in Südkorea schon klar: Es ging nicht um die Frage, ob die menschliche Bastion fällt, sondern wann.

Wie beim Schach bedeutet der Sieg von AlphaGo nicht, dass das (Turnier-) Spiel unter Menschen nun uninteressant würde. Ob allerdings menschliche Go-Profis ebenso schnell von der Assistenz von Computerprogrammen profitieren werden, ist noch fraglich. Zum einen dürfte es noch dauern, bis eine PC-Version von AlphaGo verfügbar sein wird (oder eben ein anderes Programm, das im wesentlichen die Erfolgsrezepte des DeepMind-Algorithmus aufgreift und auf „realistischer“ Hardware eine vergleichbare Performance liefert), zum anderen ist nicht ausgemacht, ob sich die faktisch erfolgreiche Spielweise der KI auch in eine für einen Menschen nachspielbare Strategie übersetzen lässt.

Bei aller Exzellenz in höchst komplexen Denksportarten – im richtigen Leben werden die Algorithmen aus dem Hause DeepMind erst einmal noch kleinere Brötchen backen. Aber auch da ergeben sich interessante Perspektiven, wie Demis Hassabis im Interview bei The Verge erläutert.

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