Digitale Bilder – echt, modifiziert oder “manipuliert”?

Bilder und Filme zu allen möglichen Ereignissen auf dem Erdball gibt es geradezu inflationär – wer sein Smartphone rechtzeitig aus der Tasche gepfriemelt und auf “Aufnahme” gedrückt hat, schreibt potentiell Welt- oder zumindest  (“Bürger-“) Journalismus-Geschichte,

Original-Aufnahmen von iPhone – oder Android-Smartphone – oder sonstiger Digitalkameras, die vor dem Hochladen ins Netz überhaupt nicht verändert worden sind  – die haben auch bei den kostenfrei verfügbaren Forensic-Tools im Netz einen potentiellen, ziemlich vertrauenswürdigen “Premium”-Status.

Ein professioneller Bildnachrichtenagentur-Fotograf wird aber natürlich die “erlaubten” Bildmodifikationen wie Beschneiden, Bildschärfe und Belichtung  seiner Kamera bzw. seines Bildverarbeitungsprogramms ausreizen. Das Hinzufügen oder Entfernen von Bildelementen, auch wenn dies aus einer “künstlerischen” Sicht heraus vertretbar oder sogar geboten erscheint, ist aber für einen Agentur-Fotojournalisten verboten. Und hat im Falle des (entdeckten…) Zuwiderhandelns sehr drastische Konsequenzen – zu den Job-Kündigungen von Seiten der Agenturen kommt die “Ächtung” als Fälscher im Netz.

Für den/die verantwortliche(n) Schlussredakteur(in) in Print- oder Online-Medien ist das ganze Thema “Bilder-Fake” auch sehr heikel – meist ist für eine etwas tiefergehende Recherche oder gar einen forensischen “Gegen-Check” weder Zeit noch Geld vorgesehen bzw. vorhanden…

Aber es ist nur eine Frage der Zeit – in ein paar Jahren (oder eigentlich auch schon jetzt…) wird man ein Foto oder einen Film nicht mehr als Abbild der Realität ansehen können, sondern nur noch als Hypothese: So könnte es gewesen sein – wenn da nicht jemand gefaked hat 😉

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