Dopingkontrollen für Profi-Gamer

Als in Jugendzeiten so ansatzweise ambitionierter Schachspieler kenne ich die ungläubige Frage: „Das soll Sport sein??“

Und die Antwort lautet schlicht: Ja. Wenn man für eine Wettkampfdisziplin Talent und vor allem ein paar Stunden tägliches Training braucht, um dann in einem Turnier unter hohem Leistungsdruck und vor Publikum auf hohem Niveau performen zu können, dann ist das Sport. Pistolenschützen, Golfer oder Eiscurler haben schließlich auch keine völlige körperliche Verausgabung als Legitimation nötig.

Beim Schach gibt es seit geraumer Zeit Dopingkontrollen, obwohl noch nicht einmal klar ist, welche Substanz eigentlich hier „förderlich“ sein könnte….(Rauchen darf man schon lange nicht mehr, Kaffee trinken allerdings nach wie vor 🙂 )

Beim eSport, also dem organisierten Computerspielen auf höchstem Niveau greift aber offenbar ein nicht geringer Teil der Akteure routinemäßig zu Amphetaminen wie „Adderall“, um visuelle Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit in den langen Stunden der Shooter- oder Sportsimulations-Konkurrenzen zu fokussieren.

Damit soll jetzt Schluss sein – und die gleiche Ernsthaftigkeit Einzug halten wie bei anderen Profi-Sportarten. Im übrigen haben die Pillen der Gamer genauso heftige Nebenwirkungen wie die der Bodybuilder oder Radfahrer, somit ist das Ganze also „grundsätzlich“ sehr im Interesse der Beteiligten. Wenn sich alle dran halten, bzw. wenn die Dopingkontrollen wirksam und die Strafen für Ertappte ausreichend abschreckend ausfallen.

Doping-Kontrollen für Gamer

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 24.7.2015

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