DDoS-Atacke auf IT–Journalisten Brian Krebs kam aus dem „Internet der Dinge“

Es ist zwei Wochen her, da haben wir über ein reichlich dreistes Geschäftsmodell zweier Jugendlicher in Israel geredet. Enttarnt hatte die beiden ambitionierten Hacker der bekannte US-amerikanische IT-Journalist Brian Krebs. Und dessen Webseite wurde nun letzte Woche aus dem Netz gepustet – mit dem größten jemals registrierten DDoS-Angriff. Das klingt jetzt nicht unbedingt nach reinem Zufall. Mittlerweile ist der Kollege wieder erreichbar im Netz – unter den Fittichen von Googles „Shield“.

Zuvor hatte Akamai mit seinem – ebenfalls gratis zur Verfügung gestellten – CDN und DDoS-Schutz das Handtuch geworfen; ob das letztlich eine kluge und ökonomisch sinnvolle Entscheidung war, das kann man getrost bezweifeln. Kapitulation vor den Netz-Bösewichtern ist kein geschäftsförderndes Signal, auch wenn das Dagegenhalten richtig Geld kostet. Wie nah das Netz wirklich an der Kippe und in der Hand von Vandalen oder Plattmachern ist, darüber kann man jetzt trefflich spekulieren. Denn ganz klar – der Angriff auf Krebs war eine Machtdemonstration; dass die Attacke von den doch eigentlich arrestierten israelischen Sportsfreunden stammt, ist relativ unwahrscheinlich – außer, die beiden wollen ihre Zukunft hinter Gittern noch signifikant verlängern 🙂 …

Aber Krebs hat ganz recht mit seiner aktuellen Überschrift – die Möglichkeit zur Zensur, dazu, unliebsame Stimmen im Netz zum Schweigen zu bringen, die hat mittlerweile jeder böswillige Akteur. Nicht zuletzt, weil Hersteller millionenfach vermeintlich simple und dumme Devices ins „internet der Dinge“ bringen – simple, dumme, einfach ausnutzbare und niemals gestopfte Sicherheitslücken inklusive. Die Webcams, Router, Fernseher und Android-Zombies bringen aber ein ganz ordentliches Botnet zusammen. Das kann so nicht weitergehen.

DRadio Wissen – Hielscher oder Haase vom 27.09.2016 (Moderation: Till Haase)

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