Cyberwährungs-Mining als faire Einnahmequelle für Medien-Websites?

Ich bin ja bekanntermaßen sehr skeptisch, ob das Finanzierungsmodell „Werbung“ wirklich der Bringer im Internet ist. Die Banner und Einblendungen, die Tracking-Cookies und Scripte nerven nicht nur total ( oder auf Neusprech: sie konterkarieren das „Benutzererlebnis“ der User…) – sie liefern uns auch Sicherheitslücken aus und opfern unsere Privatsphäre im Tausch gegen einen vermeintlichen Gratis-Deal. Trotz irgendwelcher Beteuerungen an sich gutmeinender Webseiten-Betreiber: Vor den vielfältigen, inakzeptablen Kollateralschäden kann uns kein gutmeinender Webseiten-Betreiber schützen; und so greifen wir halt zu Script- und Werbeblockern.

Auf der anderen Seite: Medien wie Zeit, Faz, Süddeutsche und Spiegel Online, die nicht wie öffentlich-rechtliche Sender auf „garantierte“ Einnahme-Töpfe zurückgreifen können, brauchen ein funktionierendes Monetarisierungsmodell. Einfach eine Paywall-Schranke einrichten und dann sehen, wieviel das Angebot denn den „Kunden“ wert ist, das wäre die radikale marktwirtschaftliche Variante. Vielleicht funken wir „zwangsabgabenfinanzierte“ ÖR-Medien da mit unseren Angeboten auch noch irgendwie rein – ich glaube das zwar eigentlich nicht, dass ein tatsächlich relevantes Konkurrenzverhältnis besteht; aber zugegebenerweise: Aktiv den Geldbeutel zücken fällt schwerer, als zu zahlen, weil man muss.

Aber vielleicht könnten ja reichweitenstarke Medien auf ein Konzept aufspringen, das bislang eher von Malware-Autoren oder den Betreibern zweifelhafter Websites ausprobiert wird: Nämlich, ihre Besucher Cyberwährungen schürfen lassen. Ich hätte jedenfalls überhaupt kein Problem damit, einer Website 80% meiner CPU- oder GPU-Ressourcen zur Verfügung zu stellen, während ich gerade die angebotenen Artikel lese, die Videos schaue oder Audios höre. Möglicherweise ergäbe das einen wesentlich zuverlässigeren Anhaltspunkt dafür, welche Inhalte für das Zielpublikum relevant sind (Verweildauer statt kurzes Clickbait-Headline-Anklicken…). Und auch Klickbetrug hätte sich beim Konzept „mine per view“ erledigt – die ganz große Frage ist halt nur, ob die erzielbaren Einnahmen pro (tatsächlichem, nicht gefakten…) Besucher mit denen beim Werbe-Modell vergleichbar sind.

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