Telekom-Zwangsunterbrechung mit Überraschungseffekt

Da habe ich vor ein paar Tagen ein Briefchen von der Telekom erhalten:

Automatische Umschaltung im Netz. Sie brauchen nicht vor Ort zu sein.

Wenn man es genau nimmt, wäre es sogar besser, wenn ich nicht vor Ort bin bei der automatischen Umschaltung. Weil dann nämlich meine Leitung tot ist.

Wichtig dabei: An diesem Tag sind Sie für bis zu 30 Minuten nicht erreichbar. In dieser Zeit können Sie mit dem oben genannten Anschluss nicht telefonieren, im Internet surfen oder Entertain nutzen. Bitte denken Sie daran, insbesondere, wenn Sie einen Hausnotruf oder eine Alarmanlage an Ihrem Anschluss haben.

OK – das wäre jetzt suboptimal, wenn die automatische Umschaltung mir in eine Sendungs-Vorbereitung hineingrätschen würde. Also schau ich doch mal nach, wann der Termin denn bei meinem Anschluss konkret angesetzt ist. Dafür hat die Telekom eine Abfrage-Seite aufgesetzt: www.telekom.de/netzumschaltung. Hier erfährt man z.B., was einem die tolle Umschaltung überhaupt alles bringt an Verbesserungen – wer mag, kann dazu auch ein extra produziertes kleines Filmchen auf der Seite anschauen, das hat einen ganz speziellen Charme. (Tschüss. Und machen Sie’s gut.)

Die Technologie, die wir einführen, heißt Broadband Network Gateway. Sie ermöglicht zum Beispiel, dass Ihr Anschluss automatisch erkannt wird. Dadurch wird die Einrichtung eines Internet-Zugangs künftig viel einfacher. Mit einem aktuellen Router der Telekom müssen Sie dann keine Zugangsdaten mehr eingeben!

Juchu!! Obwohl – war das nicht schon seit gefühlt zwanzig Jahren eh so, dass mit dem automatische-Zugangsdaten-eintragen? Na ja, egal. Und einen Telekom-Router habe ich ja auch schon nicht mehr, seit mir ein Gewitter und eine dadurch ausgelöste Überspannung den reichlich funktionsbeschränkten grauen Kasten geschrottet hat. Aber da bin ich ganz zuversichtlich, mit meinem geballten IT-Know-How bekomme ich im Zweifelsfall auch meine Fritzbox wieder zum Laufen, nach der automatischen Umschaltung. Wann ist die jetzt noch mal?

Screenshot Telekom-Netzumschaltung

Die Netzumschaltung Ihres Anschlusses hat sich kurzfristig verschoben. Im Moment können wir Ihnen leider noch keinen neuen Termin nennen. Bitte versuchen Sie es in vier Wochen erneut, vielen Dank.

Ach so. Alles klar. Soll meine Sekretärin auf Wiedervorlage setzen. Fräulein Hiltrud, bitte erinnern Sie mich dann rechtzeitig.

Aus technischen Gründen kann sich das angegebene Datum noch kurzfristig ändern.

Ja. Klar. Natürlich. Telekom. Erleben, was verbindet.

4 Gedanken zu „Telekom-Zwangsunterbrechung mit Überraschungseffekt

  1. gritta danielsson

    die obige geschichte ist der realität äusserst nahe, habe ich doch das gleiche erlebt, ja ja, telkom, was uns verbindet .was uns verbindet ?? Veralberung bzw, alle für dumm verkaufen. hab ich ständig zeit, im Internet ständig nach irgendwelchen telekom-ankündigungen zu schauen ? Nein liebe Telekom, das hab ich nicht, Verschaukelt euch doch mal selber und nicht die Kundenm die Euch Brot,Lohn und arbeit bringen.
    Oder ist das ganze evtl. ein verspäteter April-Scherz??? Wer weiß, wer weiß, Ein Schelm der Böses dabei denkt,
    ein ziemlich saurer T.-Kunde!!

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  2. Dieter Seltmann

    Ich kann mich nur an allen vorgegebenen Kommentaren anschließen. Glasfaser läßt Grüßen. Vorallem diese Lügerei aus dem Call-Center. Ihr Anschluß ist perfekt. Alles OK. Ich laufe zu Telekom. Ihr Anschluß ist noch nicht gelegt. Sollte bereits aber am 25.09.2017 oder meinten Sie 2018 gelegt sein. Man will doch nur verkaufen. Erst eine schriftl. Zusage von Telekom, dann erst sollte man sich in irgendeinen Neuen Vertrag mit Telekom einlassen. Die Oberpfeife an der Regierung hat nichts im Griff.
    Gruß ein noch Telekom-Kunde

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  3. Anjou Neupert

    Dazu mal meine Erfahrungen:

    Ich habe heute zum widerholten male einen Brief bekommen das ich umstellen muss. Jahrelang wurde mir erzählt das es ausgebaut wird und damit schneller werden würde. Dazu kamen etliche Telefonate wo immer schön vorge”logen”schwärmt wurde das es nun soweit sei. Und nur um jetzt nach mehreren Telefonaten , wo mittlerweile immer saurer werde zu Erfahren das die angebliche Umstellung die letztes Jahr Dezember, nach dem dann beendeten Umbau, erfolgen sollte noch nicht mal dieses Jahr geplant ist.

    Vor einem Monat kam Brief das innerhalb 4 Wochen mich melden muss , sonst sei ich sofort gekündigt, nach Anfrage kam nein das werde nicht geschehen und ich würde keinen Brief dazu weiter bis dahin bekommen. Nun einen Monat später wird gesagt 12.12. ist der Anschluss weg und als einziges wird 16000 angeboten , also nichts schneller als bisher und keinerlei rede mehr von Ausbau. Dazu kommt das als sie 16000 ISDN damals hier anboten ich damals den Vertrag umgestellt habe, weil ja soviel besser sei. Nur um dann zu merken als es mehrmal nicht richtig lief das hier bei mir 16000 gar nicht möglich ist aufgrund der Leitungslänge, wie die Techniker mir sagten. Das 16000er Angebot verschwand dann auch ganz schnell wieder von der Telekomseite, beim Test was hier möglich ist.

    April 2014 meinten sie plötzlich hier sei ausgebaut und müsse umstellen, nur um danach statt meiner 16000er Leitung (also statt meiner ankommenden 10500 damals) nur 6000 im Vertrag stehen zu haben und die dann auch nur noch ankamen und statt meiner 1Mbit waren auch nur noch 500 kbit vorhanden.
    Obwohl zugesichert worden war, das es nicht langsamer werde. Hab das dann sofort rückgängig gemacht und wurde danach immer wieder damit belästigt das umstellen müsse, da sonst sofort gekündigt werde und das einen 16000er Anschluß nach Umstellung habe, trotz besseren Wissens.

    Nun kam obwohl letzten Monat mir gesagt wurde das keine Briefe weiter bekomme das ich zum 12.12. gekündigt werde und wieder wird mit 16 Mbit geworben nach der Umstellung obwohl die nicht drin sind ohne den notwendigen Ausbau und der wie sich nun heraus stellt dieses Jahr noch nicht einmal geplant ist.

    Somit werde ich mir jetzt doch einen neuen Anbieter suchen, da keine Lust auf weitere Verarsche seitens der Telekom habe

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    1. mgessat Beitragsautor

      Es gibt natürlich weiterhin solche Trauerspiele – mein Beileid 🙂 Dummerweise kommen hier ja zwei Problemfelder zusammen: Die Zwangsumstellung auf VoIP und ein zugesagter/erwarteter Breitbandausbau, der sich dann doch auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschiebt. In Sachen Umstellung auf VoIP – da muss man einfach sagen, die ist quasi alternativlos, meines Wissens gibt es auch keinen anderen Provider, der ISDN noch auf längere Sicht hin anbieten wird (https://www.heise.de/ct/ausgabe/2018-8-Ersatz-fuer-ISDN-Angebote-fuer-den-Umstieg-4002297.html). In Sachen Breitbandausbau – da ist die Telekom ganz pragmatisch kapitalistisch unterwegs und kalkuliert knallhart, wo sich Investitionen lohnen und wo eher nicht – völlig absurderweise wurden bislang ja noch nicht einmal die üppigen Milliarden-Fördergelder der Bundesregierung abgerufen bzw. verbuddelt…

      An dieser Stelle kommt dann vor allem wohl die Lokalpolitik ins Spiel, um da irgendwie Druck & Dampf zu machen. Aber noch mal – das ist einerseits ein Telekom-Trauerspiel. Ich habe das gerade letzte Woche bei Freunden in Asbach/Westerwald miterlebt, die auch noch nach unzähligen Verzögerungen bislang mit kläglicher Datenrate unterwegs sind – angeblich soll im August auf Turbo umgeschaltet werden. Andererseits hat dann ein recht kompetenter Techniker die Umstellung auf VoIP durchgeführt.

      Langer Rede kurzer Sinn – zu einem “neuen Anbieter” wechseln hat m.E. nur Sinn, wenn der wirklich eine eigene Infrastruktur hat – Glasfaser, Kabel. Auch da kann alles mögliche schiefgehen – das beweist ein kurzer Blick in die jeweiligen Kundenforen. Einen Telekom-Reseller oder einen “Mitbewerber” auswählen, der letztlich wieder die Telekom-Infrastruktur nutzt heißt: die schon vorhandenen Probleme vervielfältigen.

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