Snapchat macht vermeintlich gelöschte Bilder wieder sichtbar – gegen Gebühr

Da erzeugt ein Unternehmen erst eine künstliche (und vollkommen illusorische…) Verknappung eines an sich völlig unknappen Gutes – nämlich der Möglichkeit, per Messenger empfangene Bilder nach Belieben immer und immer wieder anzugucken oder zu kopieren. Und anschließend versucht es, für die Lockerung der selbst angelegten (und völlig illusorischen…) Fessel Kohle abzuzocken.

Das ist entweder völliger Wahnsinn – oder aber völlig genial.

Das wahnsinnige oder geniale Unternehmen heißt Snapchat. Vor einiger Zeit hat man dort noch eine 3-Milliarden-Dollar-Kaufofferte mal eben locker ausgeschlagen, obwohl man ja jeden Monat gigantisch Geld verbrennt und „eigentlich“ (wie Twitter…) kein funktionierendes Geschäfts- bzw. Monetarisierungsmodell hat; die neu eingeführte Replay-Möglichkeit von lustigen Monster-Selfie-Verfremdungen wird das Ruder wohl auch nicht signifikant herumreißen.

Vielleicht verschwindet also auch Snapchat irgendwann „5-4-3-2-1“ spurlos. Aber andererseits lag ich ja auch schon bei meinen skeptischen Google- und Facebook-Aktienprognosen total daneben – und muss zur Strafe immer noch einer geregelten Berufstätigkeit nachgehen.

DRadioWissen – Schaum oder Haase vom 17.9.2015 (Moderation: Marlis Schaum)

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