Patent-Trolle, Cyberdildonics und eine Google-Initiative

Patente dienen dem Schutz von Erfindungsgeist und aufwendiger Forschungsarbeit – dagegen hat auch niemand etwas. Patent-Trolle hingegen sind Leute oder Firmen, die gar nicht vorhaben, ein erteiltes (oder aus irgendeiner obskuren Konkursmasse eingekauftes…) Schutzrecht jemals in ein Produkt umzusetzen. Sondern die vielmehr darauf lauern, bis andere Leute oder Firmen auf die gleiche (meist auch sehr simple…) Idee gekommen sind,  investiert haben und am Markt loslegen – und dann werden die Anwälte in Gang gesetzt mit typischerweise absurd hohen Lizenzforderungen.

Anfang der Woche traf es eine etwas skurrile, aber hoffnungsvolle Branche – der Patenttroll „TZU Technologies“ verklagte sechs Hersteller von über das Netz fernsteuerbarem Sex-Spielzeug; schon 2014 musste ein Anbieter einer von Kunden hochgelobten Remote-Vagina 🙂 den Laden dichtmachen, nachdem ihm eine analoge Forderung des Cyberdildonic-Patentinhabers Warren Sandvick ins Haus geflattert war.

Aber auch in weniger erregenden Geschäftsfeldern sorgen Patenttrolle für Erregung – jetzt startet Google eine Abwehr-Initiative: Start-Up-Unternehmen sollen sich zwei für sie passende Patente aus dem Google-Fundus kostenfrei aussuchen dürfen, wenn sie einem Patent-Lizensierungs-Netzwerk beitreten.

Um noch mal auf die Sache mit der haptischen Partner-Kontaktierung zurückzukommen – ob Herr Sandvick eigentlich auch schon Apple ins Visier genommen hat? Da überträgt ja die iWatch auf Wunsch den Herzschlag des Trägers oder der Trägerin übers Netz. Klarer Fall von (wenn auch zart romantischem…) Teledildonics. 😉

DRadio Wissen · Liveblog: Loveparade, Homo-Ehe

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 24.7.2015

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