Börsengang: Snap(chat) veröffentlicht Geschäftszahlen – Top oder Flop?

Snapchat, oder genauer gesagt, die Firma dahinter, Snap, will an die Börse. Das wissen wir schon seit einem Weilchen. Und seit einem Weilchen konnten wir, die Tech- und die Finanz-Welt darüber spekulieren, ob die Aktie ein Erfolg wird oder ein voraussehbarer Flop – die gleichen Fragen haben wir uns ja schon bei Google gestellt, bei Facebook oder bei Twitter. Da spielt natürlich die Hoffnung und die Phantasie immer die Hauptrolle – aber auch die nackten, blanken Geschäftszahlen. Und genau die hat Snap nun erstmals herausgerückt, das war ja vor dem Börsengang nicht zu umgehen.

Aber die Interpretation bleibt natürlich genauso auf wackeliger Basis wie in den historischen Beispielen zuvor. Sind 160 Millionen DAUs, „daily active User“ gut oder nicht? Ist es gut oder schlecht für die potentiellen Werbekunden, das die Snapchat-Klientel sehr jung ist; möglicherweise noch nicht allzu viel Kohle hat und beim snapchatten kackend auf dem Klo sitzt? Dass sie Sexting-Bildchen austauscht, statt sich für den Kommerz-Shit der Snapchat ohnehin nicht mehr raffenden Werbeheinis zu interessieren – wobei; hier mal der absolute Super-Geheimtipp – bei Snapchat gibt es eh nix zu raffen.

 

Das ist halt eine Plattform, auf der Vater und Mutter und Opa und Oma mangels Verständnis im Gegensatz zu Facebook noch nicht unterwegs sind und ihre Kiddies nicht nerven – deswegen ist Snapchat gerade verhältnismäßig cool. Andererseits bedeutet das Nichtchecken der Kiddies über Bilder, die eben doch gar nicht wirklich nach ein paar Sekunden verschwinden und die Verwirrung darüber, ob bescheuerte Werbeeinblendungen und das Abgreifen sämtlicher Aktivitäten eigentlich tolerabel sind, auch gar nix – die Pubertät ist halt eine legitime Phase des Wahnsinns. Schön. dass ein, zwei Leute das im Milliardenbereich monetarisieren können, während sie gleichzeitig irrwitzig Kohle verbrennen.

 

Aber wie immer schon zugegeben – bei Google und Facebook lag ich ja auch daneben mit meiner Bedenkenträger-Prognose. Bei Twitter aber nicht.

DRadio Wissen – Hielscher oder Haase vom 03.0.2017 (Moderation: Till Haase)

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