Wissenschaftler erstellen Liste mit empfehlenswerten Gesundheits-Infoseiten

„Ich habe mich schon mal im Internet schlau gemacht“ – wer mit diesen Worten bei einem Arztbesuch in einer Praxis das Gespräch beginnt, wird wohl bei Frau oder Herrn Doktor reichlich gemischte Gefühle auslösen. Einerseits – es spricht natürlich nichts gegen mündige Patienten, die sich informieren. Andererseits – aus Netzquellen kann man sich als Laie schon eine ganze Menge zusammenreimen und fehlinterpretieren. Und viele Seiten sind schlicht Humbug und postulieren veraltete, esoterische oder – sagen wir es mal zeitgemäß – „alternative Fakten“. Jetzt haben amerikanische Wissenschaftler in einer Großaktion gesichtet, welche Gesundheits-Infoseiten im Netz „nachweisbar“ empfehlenswert sind.

Die geringe Zahl von 44 Webseiten/Webportalen im Empfehlungs-Pdf mag überraschen – aber dennoch steckt hinter dieser Auswahl ein immenser Aufwand. Die Meta-Meta-Studie beruht nämlich letztlich auf 1733 Einzelstudien – und die als „the best of the best“ herausdestillierten Selbsthilfe-Seiten umfassen ein breites Spektrum. Bei sehr akuten oder lebensbedrohlichen Szenarien wie Krebs bleibt trotz aller Web-Infos nur ein Rat – sofort zum Arzt oder in die Klinik gehen. Dass die „Halbgötter/-göttinnen in Weiß“ tatsächlich auf dem neuesten Stand der Forschung sind, ist übrigens auch noch nicht garantiert. Ein bisschen vorab informieren schadet also nicht. Aber auf den richtigen Seiten, bitte.

DRadio Wissen · Medizin-Websites: Das bessere Dr. Google

DRadio Wissen – Hielscher oder Haase vom 30.03.2017 (Moderation: Till Haase)

Ein Gedanke zu „Wissenschaftler erstellen Liste mit empfehlenswerten Gesundheits-Infoseiten

  1. vera

    Hallo Michael,
    hab das bei mir andersrum gemacht: erst die Informationen der Ärzte / der Klinik vor einer Gefäß-OP, dann im Netz nachgeguckt, und zwar bei anderen Kliniken, die diese OP auch durchführen. Das war wirklich hilfreich, weil so ein ganzes Bild entstand.

    Vor der zweiten OP habe ich nach der Arzt-Info dann auch mal bei ‚Gesundheitsplattformen‘ gesurft, mache ich nie wieder.

    Was mich noch interessiert hat: Die Ärzte sind mit der Möglichkeit der Klinikbewertung durch Patienten eigentlich ganz zufrieden. Nur die pseudomedizinischen Kommentare würden sie am liebsten löschen: „Wir fragen uns oft, wo die Patienten bei den Gesprächen eigentlich mit ihren Gedanken sind.“

    http://www.deutsche-gefaessliga.de/index.php/gefaesserkrankungen/carotisstenose
    http://www.klinikum-karlsruhe.com/institute/indira/leistungsspektrum/behandlungsmoeglichkeiten/arm-und-schulterarterien.html

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.