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FAZ und Anonymous-Faker fachen Verwirrung um “Anonymous-Kollektiv” an

Wenn ich die heutige FAZ-Ausgabe schon am Morgen gelesen hätte, wäre mir der Kaffeelöffel aus der Tasse gefallen. Jetzt ist mir fast noch das Gute-Nacht-Schokoeis im Hals stecken geblieben. Denn als wäre die Sache mit “Anonymous-Kollektiv” nicht schon unbegreiflich verwirrend genug für alle, die hinter jeder Guy-Fawkes-Maske unbegreiflich verwirrendes vermuten – nun werfen auch noch Qualitätspresse und unverantwortliche Zeitgenossen aus dem sogenannten “Internet” weitere Nebelkerzen in die aufgeheizte Gemengelage:

Fragt man bei Anonymous nach, so erfährt man, dass die Seite „Anonymous Kollektiv“ tatsächlich bis 2012 von drei Anonymous-Mitgliedern administriert worden sei …„Bei einem Streitthema wurden die drei Admins rausgeworfen“, teilt Anonymous auf Anfrage mit.

Dazu möchte ich festhalten – ich weiß nicht, wo genau Artikelautorin Andrea Diener nachgefragt bzw. ihre Anfrage gestellt hat. Bei Anonymous; genauer gesagt, beim echten Anonymous-Kollektiv jedenfalls definitiv nicht.

Der anonyme Pressesprecher von Anonymous vor dem Brandenburger Tor. (Thomas Wolf, www.foto-tw.de Montage: anonym)

Der anonyme Pressesprecher von Anonymous vor dem Brandenburger Tor. (Thomas Wolf, www.foto-tw.de CC BY-SA 3.0 Montage: anonym)

Anonymous-Sprecher N.N. teilt hierzu ganz offiziell folgendes mit:

“Die Seite “Anonymous-Kollektiv” ist weder bis 2012 noch sonst irgendwann von drei oder sonst wievielen Anonymous-Mitgliedern administriert worden. Das wüsste ich sonst schließlich. Die im Namen von Anonymous Erklärungen abgebenden angeblichen Anonymous-Vertreter tun dies zu Unrecht, sie sind überdies keine Mitglieder von Anonymous und waren dies auch nie. Eine Unterlassungserklärung an FAZ und Pseudo-Anonymous ist bereits unterwegs, erwartet sie. Wir sind Anonymous. Wir sind Legion. Und wir werden Desinformation in unserem Namen niemals zulassen.”

Teuflisch guter Phishing-Versuch von “bsi@ffpr.de”

Jetzt habt ihr mich doch fast drangekriegt. Mit einer maßgeschneiderten Email. Fehlerfrei formuliert. Persönliche Ansprache. Thematisch passend zu meinem beruflichen Interest-Profil (und auch noch inhaltlich passend zur teuflischen Absicht, wie feinsinnig…). Natürlich mit entsprechenden Links, auf die man nur noch sorglos draufklicken muss. Ich bring die Mail hier mal im Zitat – aber Achtung, bloß nirgendwo draufklicken!!!!

Sicherheitsrisiko: E-Zigarette als trojanisches Pferd kann Computervirus einschleusen

Bonn, 30. Mai 2016 – Pünktlich zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai weist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) darauf hin, dass das Rauchen einer E-Zigarette nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für den Computer schädlich sein kann: Werden die E-Zigaretten per USB mit Computern verbunden, können diese zum Einfallstor von Schadprogrammen werden.

Die meisten Computernutzer wissen heute zumindest theoretisch über die größten Gefahrenquellen wie verseuchte E-Mails oder infizierte Websites Bescheid. Cyber-Kriminelle sind jedoch erfindungsreich und können selbst mit einer E-Zigarette einen Schadcode in einen Computer einschleusen. Der Einstiegspunkt ist dabei der USB-Anschluss. Denn eine E-Zigarette muss wie jedes elektrische Gerät von Zeit zu Zeit geladen werden. Dabei bietet sich aus Komfortgründen der USB-Port des Rechners an, da dieser nicht nur Daten übertragen, sondern auch Geräte mit Strom versorgen kann. Wird nun in einem Gerät mit USB-Stecker ein Mikrochip versteckt, der einen schädlichen Code enthält, kann dieser über den USB-Port direkt in den Rechner gelangen, und zwar ohne von einer Firewall aufgehalten zu werden. Dies gelingt vor allem dann, wenn das USB-Gerät vom Computer als Haupteingabegerät wie beispielsweise die Tastatur erkannt wird, da diese oft umfangreiche Zugriffsrechte besitzt.

Um sich vor dieser Angriffsart zu schützen, sollten Nutzer keine USB-Geräte unbekannter oder zweifelhafter Herkunft mit ihrem Computer verbinden. Das gilt für USB-Sticks ebenso wie für beliebte Schreibtisch-Gadgets wie Mini-Ventilatoren im Sommer oder eben die E-Zigarette. Um das Risiko einer Infektion zu vermeiden, empfiehlt es sich, ein USB-Ladegerät anzuschaffen, das einfach klassisch an die Steckdose angeschlossen wird – und den Computer nur mit wirklich vertrauenswürdigen Geräten zu verbinden.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:
https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Risiken/Schadprogramme/Infektionsbeseitigung/infektionsbeseitigung_node.html
Pressekontakt:
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Pressestelle
Tel.: 0228-999582-5777
E-Mail: presse@bsi.bund.de <mailto:presse@bsi.bund.de>
Internet: www.bsi.bund.de <http://www.bsi.bund.de>
Kontakt BSI Themendienst:
Fink & Fuchs Public Relations AG
Berliner Straße 164
65205 Wiesbaden
Tel.: 0611 / 74 131 – 0
E-Mail: bsi@ffpr.de <mailto:bsi@ffpr.de>
Wenn Sie in Zukunft keine E-Mail-Nachrichten des BSI-Themendienstes erhalten möchten, teilen Sie uns das bitte mit, indem Sie hier <mailto:bitdefender@ffpr.de?subject=Abmelden>  klicken.

Trojanisches Pferd raucht was

 

Nicht schlecht, was?? Trojanisches Pferd mit ner E-Zigarette, was? Hehe! Aber nicht mit mir, Brüder! Warum um alles in der Welt sollte das BSI Pressemitteilungen an einen Dienstleister auslagern, warum um alles in der Welt sollte die Mail nicht von presse@bsi.bund.de kommen (vielleicht sogar mit ner digitalen Signatur), sondern von einer obskuren PR-Agentur (mit einer zugegebenermaßen super-gefaketen und passenden Website, auf der die angeblichen Kunden aufgelistet sind…)? Aber die letzte Hürde habt ihr dann doch gerissen, da habt ihr euch dann doch verraten, Brüder! Abmelden vom BSI-Themendienst über die Emailadresse bitdefender@ffpr.de ? Ja klar! War echt ein guter Versuch. Aber nicht mit einem Computer-Vollprofi wie mir!! Outlook hat eure Phishing-Mail eh in den Spam-Ordner reingepackt.

Windows 10, die Kommandozeile und der endgültige Wahnsinn

Ich hatte irgendwann mal peu a peu so diverse SSDs in den Rechner eingebaut, aber gebootet hatte das (umgetopfte…) Windows immer noch von der Harddisk. Die wollte ich jetzt zur Feier des Umstiegs auf Windows 10 aufs Altenteil schicken. Am Anfang habe ich ganz naiv gedacht – Festplatte abklemmen, booten mit Windows-DVD und Reparatur-Option wählen – fertig. Pustekuchen. Ach so – die DVD im Uefi-Modus booten. Immer noch Pustekuchen. Festplatte wieder drangeklemmt – ein Versuch mit EasyBCD (Datenträgerverwaltung und Partition Manager waren eh hilflos…) – Pustekuchen. Ein Versuch mit der c’t-Rettungs-Disk, sind ja diverse Tools drauf. Pustekuchen. Dann hab ich irgendwann einen Artikel aus dem Archiv gekramt, wie eigentlich Windows von einem GPT-Laufwerk startet.

Aha, da war ja auch eine 128MB große versteckte Partition vor der eigentlichen Windowspartition. Das war aber mitnichten die EFI/Startpartition, die es gebraucht hätte, sondern die quasi unnütze MSR-Partition. Seit Windows 10 ist die immer noch ohne konkrete Aufgabe, aber standardmäßig auch nur noch 16MB groß. Das traf sich gut – dann brauchte ich die alte MSR ja nur zu löschen, und in den freien Platz die Systempartition mit 112 MB und dahinter in Gottes Namen eine MSR mit 16 anzulegen. Löschen ging ja mit Partition Manager, eine neue FAT16-Partition reinsetzen auch. Aber die startbar zu machen? Pustekuchen. Neuer Versuch mit EasyBCD. Pustekuchen. Neuer Versuch mit der Rettungs-Disk. Pustekuchen. Die ganzen tollen Tools können das nicht.

Da musste ich also allen Ernstes auf die Kommandozeile. Windows 10 mit DOS-Befehlen einrichten. “select disk 0. select partition 0. delete partition 0. create partition efi size=112” usw. Das gleiche mit der MSR-Partition. Während ich da so vor mich hintippe und zwischendurch hochscrolle, um noch mal die Hilfefunktion nachzuschauen, geschieht plötzlich das Unfassbare: Mein iPad links auf dem Schreibtisch geht an. Von alleine. Und in der Passworteingabezeile erscheint ein Buchstabe bzw. Pünktchen. Noch eins, noch mehrere. Von Geisterhand. Ich bin vom Donner gerührt. Anscheinend ist die Sache irgendwie synchron zu meiner Mausradbewegung. Jetzt geht der Cursor wieder rückwärts, ein paar Pünktchen. Dann wieder neue Buchstaben nach vorn.

Alles klar, denke ich – jetzt ist es soweit. Der Wahnsinn ist da, Voodoo war ja eh schon alles in den letzten Tagen. Die Matrix ist aus den Fugen. Oder werde ich gerade gehackt per WLAN? Oder eine elektromagnetische Einstreuung vom Mauskabel oder vom Bildschirm, getriggert durch die antiken DOS-Befehle? Ich filme das Ganze und mache dann erst mal die SSD-Sache fertig. Laufwerksbuchstaben zuweisen, Ordner anlegen, EFI-Bootdateien von der DVD rüberkopieren. Startreparatur von der DVD auswählen – und tatsächlich: Diesmal repariert die tatsächlich was. Windows 10 startet ohne Festplatte direkt von der SSD. Jetzt will ich erstmal im Internet schauen, ob irgendwelche anderen iPad-Besitzer schon mal eine ähnliche Geisterstunde erlebt haben.

Da fällt mein Blick zunächst auf den Gamecontroller und mich durchzuckt eine erste Erleuchtung. Der ist ja zwar nicht angeschlossen. Aber dahinter, vor dem Monitor, unter Kabeln und diversen Handbüchern und DVDs vergraben, da liegt meine kleine Mini-Blutooth-Tastatur. Die hatte ich am Tag zuvor als Alternative für die “kaputte” USB-Tastatur ausprobiert. War also eingeschaltet und hatte sich mit dem iPad gekoppelt. Und war wohl ganz leicht unter Druck geraten unter dem Stapel. So weit zum Thema Kommandozeilen-Voodoo. Zeit, ins Bett zu gehen.

Abschied von Windows 7

Es war eine schöne Zeit mit Dir. Eine solide Partnerschaft sozusagen, ähnlich wie mit Deiner Vorgängerin XP. Da sah eigentlich alles gut aus an Dir, und eigentlich hat alles funktioniert zwischen uns beiden. Die älteren und jüngeren Konkurrentinnen waren eigentlich nie ein ernsthaftes Thema. Vista? Ha! Windows 8? Ach nein – das hat man sich mal in der VM angesehen, aber das war’s dann auch schon.

Bis ganz vor kurzem. Da ist etwas zwischen uns zerbrochen. Irgendwie ist nach dem Netzteilausfall (dafür kannst Du ja nichts…) das USB-Problem zwischen Dir und dem Z97-A-Board immer heftiger geworden. Mein Sennheiser-Headset hat ja schon seit einiger Zeit nicht mehr funktioniert (“unbekanntes Gerät” – peinlich nur, wenn das mitten in einer Konferenzschaltung mit zwei Wissenschaftlern von der Harvard University passiert oder während einer Science-Pressekonferenz…). Dann hat irgendwann die USB-Tastatur (eine harmlose Cherry…) herumgezickt. Ging nur noch in einem Slot hinten, wenn gleichzeitig die externen Festplatten angeschlossen waren. Dann nur noch in einem Slot vorne, dem rechten.

Und dann ging sie gar nicht mehr. Ich hab alles versucht. Einen neuen Hub gekauft, ein neues USB-Verlängerungskabel. Beim Booten und im Bios war alles ok. Aber beim Starten von Windows: “Gerätetreiber konnte nicht geladen werden, unbekanntes Gerät, Fehlercode 28”. Ich hab die ganzen Tipps aus dem Netz (von den unzähligen Leidensgenossen…) durchexerziert: Die Geräte (ausgeblendete Geräte einblenden…) deinstalliert, nach der Anleitung durch “USB-Troubleshooter”. Die Treiberleichen entfernt. Mit USBdeview aufgeräumt. Den infcache.1 gelöscht, immer und immer wieder… Die Intel-USB-3-Treiber neu installiert. Die USB-Keyboard-Filter-Treiber aus dem GData-Paket aus der Registry gefischt. (Die verschwinden da nämlich nicht, auch wenn man das Feature abgeschaltet hat. Dreckssoftware…) Im Bios alles mögliche umgestellt. Die Microsoft-Fixes ausgeführt.

Alles vergebens. Irgendwann ging wenigstens eine uralte PS2-Tastatur wieder – und bei den Reparatur-Versuchen mit diversen Windows-CDs zeigte sich schon mal eine Sache ganz klar – die 10er-Scheibe erkannte auch Maus und Tastatur wieder klaglos. Kein Wunder – die Version bringt ja eigene USB-3-Treiber mit. Und dann war irgendwann der Entschluss gefasst – Windows 10 neu installieren ist auch kein größerer Aufwand als Windows 7 vom Backup restaurieren. Zumal ja das Update-Angebot bald ausläuft 🙂 …

So ganz einfach war das auch nicht. Ob von DVD oder aus dem Windows-Update – die Installation brach irgendwann ab. Super. Bei der Update-Installation wenigstens mit einem Fehlercode: 80070003. Und das lag tatsächlich (so wie das hier stand…) an einem fehlerhaften Pfad für wimmount.sys – weil ich irgendwann mal eine c’t-Rettungsdisk auf einem externen Laufwerk zusammengestellt hab. (Unfassbar – wie soll man da drauf kommen, wenn man nicht googeln könnte…) Nach der entsprechenden Korrektur lief die Installation dann weiter. Irgendwann drehte sich 20 Minuten lang nur noch das Pünktchen-Karussel. Da hab ich an den heiligen Bill Gates gebetet und ihm wahlweise ewige Gefolgschaft oder aber die Auslöschung seiner Person und seiner gesamten Familie angelobt bzw. angedroht.

Und dann erschien irgendwann wieder der Prozent-Fortschrittskreis. Hallelujah! Jetzt läuft das System wieder. Die Tastatur ist wieder da. Das USB-Headset fünktioniert natürlich auch wieder. Hat mich ungefähr zwei Tage gekostet. Und diverse Nerven. Denn das war alles nur eines: Windows- und Treiber-Voodoo. (Mit Ausschalten, Netzstecker ziehen und Kondensator-Entladen durch 15-sekundenlanges Drücken der Einschalttaste…) Deswegen war das auch mit dem irren Herumschreien und gegen die Wände hauen um 23 Uhr vollkommen normal und unausweichlich. Ich bin ja nun schon ein einigermaßen erfahrener PC-Anwender. (Top-Experte, dachte ich eigentlich…) Was machen eigentlich normale Menschen in einer solchen Situation? (Der normale Support und die zahlreichen Internet-Fundstellen ist/sind ja auch völlig ahnungslos…)

Also jetzt wie gesagt: Windows 10 hat das alles erledigt bei der Upgrade-Installation. Ist halt ein junges, frisches Betriebssystem. Auch wenn es etwas neugierig und plauderfreudig ist. So sind sie, die jungen Dinger. Es war eine schöne Zeit mit Dir, Windows 7. Tschüss. Sorry, das hätte eigentlich von mir aus nicht sein müssen.

Kanzlerin Merkel telefoniert mit dem türkischen Premier über Böhmermann – der geleakte Mitschnitt hier!!

Bei den deutsch-türkischen Irritationen um einen beleidigenden, sogenannten “Satirebeitrag” des NDR vor ein paar Tagen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel noch – von vielen kritisiert – staatsfräuliche Zurückhaltung walten lassen. In der neuerlichen und nun vollends aus dem Ruder laufenden Böhmermann-Krise aber griff sie jetzt doch höchstpersönlich zum Telefonhörer. Spät, aber nicht zu spät. Hoffentlich. Aus gut informierten Kreisen ist uns der abgehörte Mitschnitt übermittelt worden:

Tüüüt…

Frau Merkel?? Hier Davutoglu. Das war aber wirklich aller, aller, allerhöchste Eisenbahn, dass Sie anrufen. Unser verehrter Präsident schäumt, was sage ich, er rast ja vor Wut. Ein paar Tage lang hatte sich ja niemand getraut, ihm die neue Geschichte überhaupt zu erzählen. Aber dann hat er die Sache beim Googeln nach seinem Namen selbst gefunden. Und jetzt weiß ich wirklich nicht mehr, was ich machen soll. „Bringt mir den Kopf und die Eier dieses verfickten Schweines Böhmermann!“ schreit der Präsident – Gottes Segen liegt auf ihm – immer und immer wieder. Die ganze schöne Einrichtung in seinem geschmackvollen Palast hat er schon zerdeppert und die Brustharnische seiner Janitscharen-Leibgarde völlig zerbeult.

Also jetzt mal Klartext, Frau Merkel – wenn dieses Schwein Böhmermann nicht ausgeliefert wird, dann… Dann – jetzt hören Sie mal schön zu – dann machen wir die Grenzen auf und schicken euch eine Million, ach was, zwei, drei Millionen Flüchtlinge plus dazu noch haufenweise anatolische Bauern – nein, ich meinte haufenweise verficktes Kurdenpack. Und die anderen Terroristen auch noch – nein, nicht die Journalisten, ich meine die vom IS!!!

Aber Herr Davutoglu, bitte beruhigen Sie sich doch, ich habe doch vollstes…

Nein, das Fass ist mehr als voll. Das Schwein ausliefern oder Abbruch der Beziehungen, ach was sage ich denn, Krieg!!

Aber Herr Davutoglu, bitte beruhigen Sie sich doch, ich stimme doch ganz mit Ihnen überein…

Also Sie liefern aus, das Schwein?

Nein, Herr Davutoglu, das geht ja nicht, ich habe da nicht die Spielräume wie ihr verehrter Herr Präsident. Aber ganz klar, das Gedicht von diesem Böhmermann war ein bewusst verletzender Text.

Das mit dem, wie heißt das – Gelöt?

Genau, das mit dem Gelöt…

Und mit den Ziegen?

Ja, das…, das auch. Ich, das heißt wir, die Bundesregierung, also wir messen natürlich grundsätzlich der Presse und Meinungsfreiheit einen hohen Wert zu…

Was sagen Sie da???

Einen hohen Wert zu – aber natürlich ist die nicht schrankenlos, diese Dings, diese Freiheit…

Natürlich nicht, ganz und gar nicht schrankenlos. Und deswegen muss der Kerl hingerichtet werden. Oder ausgepeitscht. Wieso wagt das dieser Wicht einfach so? Bewusst verletzen? Unseren Präsidenten, Gottes Segen auf ihm? Was ist mit dem Schwulsein?

Das ist auch bewusst verletzend. Natürlich ist und war kein türkischer Präsident schwul, auch nicht Herr Atatürk – tschuldigung, Herr Erdogan…

Was sagen Sie da??

Ich verweise ja auch drauf, also der ausstrahlende Sender, dieser NDR – ach nein, das ZDF war das ja in diesem Fall, der ausstrahlende Sender also hat ja bereits, hat ja auch die Konsequenzen bereits gezogen..

Also das Schwein und die ganze verfickte Truppe entlassen und die verantwortlichen Chefs natürlich auch?

Das nicht direkt, also man hat, man hat den Mitschnitt aus der Mediathek und dem Netz genommen und die Passage rausgeschnitten. Und dann … und dann, na ja, den Rest hat man dann wieder reingestellt…

Was???

Herr Davutoglu, bitte, ich verstehe ja und stimme ja ganz mit Ihnen…

Also Sie entschuldigen sich jetzt sofort bei mir, dem verehrten Herrn Präsidenten und dem ganzen türkischen Volk, sonst…

Aber Herr Davutoglu, ich stimme ja ganz mit ihnen, ich bin ja ganz Ihrer Ansicht – sagen Sie das bitte auch dem verehrten Herrn Präsidenten…

Entschuldigen Sie sich jetzt oder nicht???

Ich… ja, das heißt nein, ich meine – von mir aus können Sie das ja in ihren Zeitungen und Sendern so formulieren lassen, hier bei mir ist das etwas heikel, ich meine…Aber Herr Davutoglu, es bleibt doch bei unserer Verabredung da mit den Flüchtlingen, ich meine…

Tüüüt….

(Hier endet die Aufzeichnung.)

Nachklapp ( 22.04.2016): Das Gespräch war ein Fehler, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Das ganze Leben als digitale Skulptur – jetzt will Facebook wirklich alles wissen

Wer bin ich? – Diese Frage hat sich bestimmt jeder schon einmal gestellt. Jetzt gibt Facebook die Antwort. Das Netz, so sagen die Medientheoretiker, ist zunächst einmal ein Kommunikationsmittel. Und Kommunikation im weiteren Sinne ist es ja auch, Inhalte mal einfach so in den Raum zu stellen – sozusagen als unverbindliches Angebot zur allgemeinen Kenntnisnahme. “Hier bin ich, und das ist meine Welt” lautet die Botschaft, und früher mussten dafür ein paar Katzen- und Babybilder auf der privaten Homepage ausreichen.

Die Zeiten ändern sich und auch der verfügbare Speicherplatz: Ab sofort lässt sich nun wirklich das ganze Leben dokumentieren und öffentlich sichtbar machen – bei Facebook nämlich. Ganz ohne Zweifel: Das neue Konzept des sozialen Netzwerks; der Zeitstrahl, die “Timeline” als zentrale Achse der angesammelten persönlichen Daten; der Facebook-Account also als ultimatives Tagebuch und multimediale Instant-Autobiografie – das hat schon Charme. “Wir geben Ihnen die Möglichkeit, die Geschichte Ihres eigenen Lebens zu kuratieren”, lockt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg als Chef des digitalen anthropologischen Weltmuseums. Und spricht damit auch freimütig schon gleich einen kleinen Haken an: Die User sollen nicht nur wie bisher Daten liefern, sondern diese auch noch selbst verschlagworten.

“Arbeit und Ausbildung”, “Familie und Beziehung”, “Gesundheit und Fitness” sind ein paar der neuen, vorgegebenen Kategorien – die doch bitte jetzt ausgefüllt werden sollten: Die Ehrenrunde in der elften Klasse und der erzwungene Studienfachwechsel von der Teilchenphysik zur vergleichenden Mediensoziologie gehören hier ebenso hin wie die erste Liebe, die zweite und alle folgenden; wenn dabei etwas herausgekommen ist, bitte eintragen unter “Kind hinzufügen”. Tragische Ereignisse lassen sich bequem unter “verlor einen geliebten Menschen” einsortieren, eine dadurch ausgelöste eigene körperliche oder seelische Fehlbefindlichkeit gehört dann aber in die Kategorie Gesundheit, Unterabteilung “überstand eine Krankheit” – oder gleich in die Kategorie “Meilensteine und Erfahrungen”.

Noch tiefergehende Einblicke in die Lebensumstände ermöglichen die neu eingeführten “Verben”: Wer gerade liest, hört, glotzt, kocht oder rennt, der kann dies per Button mitteilen – oder dies von “intelligenten” Apps in Webanwendungen, vom Smartphone oder von Sensoren im Joggingschuh automatisch erfassen lassen. Warum nicht auch einen Bewegungsmelder ins Ehebett montieren – die Auswertung interessiert schließlich nicht nur Voyeure, sondern auch den Versender von erotischem Spielzeug oder die neue Paartherapie-Praxis in der Nachbarschaft.

In diesen Tagen kursiert eine kleine Karikatur im Netz; zwei Schweine plaudern da miteinander: “Ist das nicht toll? Wir brauchen nichts für den Stall zu bezahlen – ja, und sogar das Futter ist umsonst.” Darunter die Zeile: “Facebook und du. Wenn die Sache gratis ist, bist du nicht der Kunde. Du bist das Produkt, das verkauft wird.” Die Frage “Wen soll denn der ganze private Quatsch interessieren?”– bei den Katzen- und Babybildern der Netz-Frühzeit noch berechtigt – hat Mark Zuckerberg nun hinreichend beantwortet. Es ist halt ein einfacher Deal: Die totale digitale Selbstvergewisserung des Users gegen die totale Information für Facebook bzw. für die angeschlossenen Datenverwerter.

Und wenn die Leute jetzt mitmachen und fleißig kategorisieren und taggen, und wenn die automatischen Datenquellen unermüdlich protokollieren und übermitteln, und wenn der Auswertungsalgorithmus dann ausgefeilt und ausgereift ist – dann müsste er eigentlich den Usern auch ihre Zukunft voraussagen können. Oder ihnen zumindest einen Tipp geben, was sie aufgrund der bisher erhobenen Daten jetzt eigentlich machen müssten. Schöne neue Welt – da verliert selbst der Gedanke an den bislang immer noch unvermeidlichen analogen Tod ein wenig den Schrecken; wo doch jedes Detail eines ganzen Lebens für alle Zeiten digital konserviert bleibt.

Wenn Mark Zuckerberg mal nicht der Speicherplatz ausgeht. Oder sonst irgendjemand versehentlich oder mit Absicht den Stecker aus der Cloud zieht. Dann, ja dann ist halt die ganze mühevoll kuratierte Existenz schon zu Lebzeiten im Nirwana.

(Dieser Text erschien als “Netz.Blick” in der Zeitschrift “Digital”, Ausgabe November/Dezember 2011.)

Das Digitale Logbuch – Captcha-Bot

Computernutzer – vor allem solche auf der Suche nach kostenlosen (womöglich erotischen Inhalten 🙂 ) brauchen nicht einfach stumpfsinnig vor ihrer Tastatur herumzusitzen. Ihr brachliegendes intellektuelles Potential kann nutzbringend aktiviert werden. Zum Beispiel zum Spam-Verschicken.

Das Digitale Logbuch – Captcha-Bot.

Das Digitale Logbuch: WM-Optimierer

90 Minuten können ganz schön lang sein. Wenn nämlich im Spiel der eigenen Lieblingsmannschaft (oder gar der nationalen Equipe…) nix sachdienliches passiert. Aber man muss ja nicht selbst gucken. Der Computer kann uns schließlich Bescheid sagen, wenn wir wichtigere Dinge eventuell und unverbindlich mal kurz beiseite legen sollten.

Das Digitale Logbuch: WM-Optimierer.

P.S. Manche Dinge ändern sich ja tatsächlich im Laufe der Zeit. Zum Beispiel das Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft. Auch wenn man das nach diversen Jahrzehnten kaum noch für möglich gehalten hatte. Insofern Danke an Jürgen Klinsmann und Jogi Löw!