Pick-up-Artist: Netz-Feminismus gegen Julien Blanc

Zugegeben – es ist ja schon irgendwie interessant oder irgendwie potentiell lehrreich für einen (heterosexuellen…) Mann, sich darüber Gedanken zu machen, ob und wie andere Männer vielleicht irgendwie zielführender und „erfolgreicher“ auf das andere Geschlecht zugehen können als man selbst. Alles eine Frage der Technik, der „Pick-Up“-Technik – oder etwas hochtrabender, der „Pick-Up-Kunst“; das sagen vor allem diejenigen, die auf diesem offenbar sehr lukrativen Markt unterwegs sind. Aber auch die öffentlich-rechtlichen und privaten Medien sind an dem „sexy“ Thema ja quasi ständig dran – was allerdings die TV-Dokumentationen zeigen, gibt Anlass zum Grübeln oder auch zu arrogantem Dünkel: Besteht das ganze Pick-Up-Künstlertum vielleicht nur im klischeehaftesten, allersimpelsten Anquatschen und Zutexten von möglicherweise auch nicht allzu hellen Damen? Ist das Ganze vielleicht ein Unterschichten-Phänomen, das dem durch geeignete Anleitung enthemmten männlichen Wesen einen entscheidenden evolutionären Vorteil verschaffen soll – nämlich tatsächlich mit Frauen zu REDEN? Und sei es auch nur kurz, vorübergehend und sehr zielfokussiert?

Wie dem auch sei – Volllabern bis zur erhofften Duldungsstarre mag ja noch eine legitime Kommunikationsstrategie sein, körperliche Übergriffe sind es jedenfalls nicht. Und etwas anspruchsvollere Frauen stehen da ganz allgemein nicht so auf penetrante Verführer. An alle weiterhin Pick-Up-Artist-Bootcamp-interessierten Artgenossen noch ein Hinweis – das Ganze funktioniert genau so todsicher wie die geheimen Börsen-Handelssysteme 🙂 … Klar ist bei totaler Verklemmung eine gewisse Auflockerung hilfreich – aber die Typen wollen primär eure Kohle abgreifen. Bevor ihr erst bei teuren Pick-Up-Seminaren mitmacht und dann auf PUAHate.com über den Misserfolg flennt, und anschließend Amok lauft – geht vorher mal zum Psycho-Klempner.

DRadio Wissen · Pick-up-Artist: Netz-Feminismus gegen Julien Blanc.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 14.11.2014

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