Nachtrag zu: “Ist Michael Gessat als Journalist noch haltbar?”

Inzwischen hatte ich einen Mailwechsel mit Dr. Sebastian Lüning, der sich als Autor des Artikels bei kaltesonne.de herausgestellt hat. Wir sind nach wie vor nicht einer Meinung, ob aus meinem DLF-Beitrag oder der (wie gesagt von mir gar nicht zu verantwortenden…) Anmoderation in der Sendung “Forschung aktuell” vom 27. Januar die auf kaltesonne.de behaupteten Dinge wie “Ehrverletzung”, “Rufmord”, “perfide Strategie” oder “Mobbing” sachlicher- oder redlicherweise ableitbar sind. Ich halte diese Idee weiterhin, übrigens auch was die Rolle des Moderators oder des Senders angeht, für einigermaßen absurd.

Immerhin hat Herr Dr. Lüning jetzt meinen Namen aus dem Artikel und der Überschrift entfernt (die URL ist allerdings unverändert und stellt nach wie vor die Gretchenfrage ins Netz 🙂 … – Nachklapp: die URL ist jetzt auch geändert 🙂 🙂 ); auch die von mir kritisierte (und schlichtweg eine unrichtige Tatsachenbehauptung darstellende…) Passage mit der angeblich im Vergleich zur Audiofassung entschärften Schriftversion ist entfallen. Durch die Kürzung wird der Artikel allerdings nicht unbedingt nachvollziehbarer – jetzt steht ein Satz wie

In der Audio-Radioversion langt der DLF-Autor kräftig hin.

ein wenig verloren im ewigen Hyper-Raum; ein interessierter Nach-Hörer wird da vergeblich rätseln, wo die versprochene Deftigkeit eigentlich zu finden ist … 🙂

Ich nehme die Änderung trotzdem einmal als Zeichen des guten Willens von Herrn Dr. Lüning. Um das auch noch einmal umgekehrt klarzustellen: Herr Prof. Vahrenholt und Herr Dr. Lüning vertreten offensichtlich eine Minderheitenposition in der Klimadiskussion. Als Journalist würde ich die Tatsache, dass ihre Thesen von den führenden Vertretern der wissenschaftlichen Forschung nicht geteilt bzw. für falsch gehalten werden, als “warnendes” Indiz auffassen. Ich würde aber andererseits nicht auf die Idee kommen, sachlich begründete Argumente oder Thesen oder Minderheitenpositionen von vornherein als absurd oder “verschwörungstheoretischen” Unsinn abzutun.

Wohlgemerkt: Sachliche Argumente. Wer polemisiert, sägt sich selbst den Ast des Ernstgenommenwerdens ab und muss sein Dasein in den vordergründig populären, aber letztlich unfruchtbaren Niederungen und Nischen des Internet-Anti-Mainstreams fristen 🙂 …

Ich habe das auch Herrn Dr. Lüning geschrieben: Es ist unwahrscheinlich, dass ich selbst in die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Argumenten in der Klimadiskussion oder vielmehr in die Berichterstattung über sie einsteigen werde, so interessant die Sache auch ist. Und zwar schlicht, weil hier eine gewaltige Einarbeitung und Recherche notwendig wäre – und weil dem Zeitaufwand dafür eine entsprechende finanzielle Kompensation entgegenstehen müsste – ich verfüge ja weder über eine Festanstellung noch über einen Vorstandsposten…

Ich stehe aber natürlich als selbstständiger freier Mitarbeiter gerne für neue Aufgaben und thematische Herausforderungen zur Verfügung. Für einen ersten, aber schon ganz ordentlich fundierten Faktencheck einer Minderheitenposition in einer wissenschaftlichen Frage würde ich erst einmal eine Woche Arbeitszeit veranschlagen, also 5 (oder besser 7…) Tage a 390,- zzgl. Umsatzsteuer.  Selbstverständlich ohne Voreingenommenheit und mit der Gelegenheit zur Diskussion und Modifikation der Befunde. 🙂

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