Der Anti-Turing-Test bei Facebooks “M”

Ob es die natürliche, die menschliche Intelligenz überhaupt gibt, zumindest in hinreichendem Maße, das kann man ja zuweilen stark bezweifeln. Aber die künstliche, die Computer- oder Roboterintelligenz, die ist auf jeden Fall schwer im Kommen. Zum Beispiel in der Form der digitalen Assistenten, die jetzt überall drin stecken und mitlauschen, die Wissensfragen beantworten, Aufträge entgegennehmen oder das Wetter oder Staus vorhersagen.

Notfalls kann man mit Siri, Cortana oder Google Now auch einfach ganz zwanglos plaudern. Am liebsten natürlich über Sachen, bei denen eine künstliche Intelligenz doch eigentlich irgendwann aus der Kurve fliegen müsste. So hat das auch Arik Sosman mit Facebooks neuem Messenger-Assistenten “M” gemacht. Im Gegensatz zum herkömmlichen Turing-Test wollte er aber nicht eine KI enttarnen, die sich als Mensch ausgibt, sondern Menschen, die als angebliche KI agieren. Das Gesprächsprotokoll bei Medium.com liest sich ganz amüsant – das Ganze ist aber, wie auch in den Kommentaren unter dem Artikel betont wird, an sich so überraschend oder skurril nun auch wieder nicht: “M” ist noch in der Betaphase und kann nur von einer Handvoll Tester ausprobiert werden, und Facebook hatte in der entsprechenden Pressemitteilung selbst darauf hingewiesen, dass der KI-Assistent zunächst noch von Menschen aus Fleisch und Blut unterstützt wird.

Wie gut sich “M” als fertiges Produkt schlägt, bleibt einstweilen offen. Theoretisch wäre ja eine Idee, dass alle Standard-Fragen und Aufgaben von der KI erledigt werden, und nur die extrem kniffligen an Menschen weitergegeben werden. Aber auch das würde letzlich einen immensen Personalaufwand bedeuten – kaum vorstellbar, wo Facebook doch momentan noch nicht einmal Hasspostings gesetzeskonform weggelöscht bekommt 🙂 …

Aber natürlich werden KI-Systeme auch ohne menschliche Nachhilfe immer leistungsfähiger. Gerade hat Google “TensorFlow” als Open Source freigegeben – das dürfte dafür sorgen, dass sich noch mehr Programmierer mit den digitalen Zauberlehrlingen beschäftigen.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 11.11.2015 (Moderation: Till Haase)

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