Computerspieler optimieren Quantenphysik-Modellierung

In letzter Zeit sah es ja etwas schlecht aus für „Homo sapiens“ im epischen Duell „Mensch gegen Maschine“ – da bringt ein Artikel in der jüngsten Ausgabe von „Nature“ wieder reichlich Labsal auf unser angeknackstes Selbstvertrauen: Menschliche Computerspieler schneiden bei einem komplizierten Problem aus der Quantenphysik besser ab als ausgefeilte Algorithmen in Hochleistungsrechnern. Und das, ohne auch nur den Schimmer einer Ahnung von verschränkten Teilchen, Tunneleffekten und Nicht-Lokalitäten zu haben.

„Quantum Moves“ gibt es in einer Windows- und einer MacOsX-Version, kostenlos herunterzuladen auf der Webseite www.scienceathome.org – aber besser spielt man das Spiel auf einem Android- oder Apple-Tablet. Denn um die schwappende Flüssigkeit in einem beweglichen Wellental schnell und sicher in den Zielbereich zu transportieren, braucht man ein ruhiges Händchen. Das scheinbar schlichte Geschicklichkeitsspiel ist in Wirklichkeit eine sehr realistisch nachgebildete Physik-Modellierung, wenn auch um den Faktor 30.000 zeitlich verlangsamt.

Screenshot aus dem Computerspiel "Quantum Moves"

Screenshot aus dem Computerspiel „Quantum Moves“

Ob nicht schon in Kürze neuronale Netze a la Alpha Go unsere intuitiv ausgeführten und trotzdem offenbar ziemlich performanten „Pi-mal-Daumen“ (bzw. hier Pi-mal-Zeigefinger…) – Operationen nachahmen und wiederum optimieren können, das ist noch eine andere Frage. 🙂

Quantenzocker – Computerspieler optimieren Quantenphysik-Modellierung

Deutschlandfunk – Forschung aktuell vom 14.04.2016 (Moderation: Uli Blumenthal)

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