Cloud-GAU: Gitlab löscht versehentlich Datenbank – und kein Backup funktioniert

Daten bei sich zuhause speichern oder eben in der Firma, das ist ja so was von super-out. Die Cloud ist angesagt. Alles liegt im Netz, Daten, Programme – und das ist natürlich viel billiger und natürlich auch viel sicherer, weil der Online-Speicher ja in State-of-The-Art-Datencentern gehostet wird, die top-professionell gegen Ausfall geschützt sind, alles doppelt vorhanden, Backups automatisch. Da kann praktisch nix schiefgehen. Sagen die Anbieter. Ich bin ja etwas diabolisch angehaucht, schon immer. Und warte auf den Moment, in dem ein cloud-basiertes Unternehmen komplett aus dem Netz und aus der Welt gefegt wird.

Jetzt war es endlich – fast – soweit. Bei Gitlab.com hatte zu später Stunde ein Admin „Scheiße gebaut“ und versehentlich die Produktiv-Datenbank gelöscht, statt der leeren und herumzickenden Datenbank-Kopie.

 

Und peinlicherweise stellte sich danach heraus, dass auch die fünf verschiedenen Backup-Instanzen aus verschiedensten Gründen nicht funktioniert hatten. Wie groß das Desaster im Endeffekt ausfällt, ist noch unklar. Heute gab es zumindest für den Live-Stream der Gitlab-Admins, das System durch ein Backup aus einer virtuellen Maschine doch noch wiederherzustellen, tausende Besucher. Gut, dass man mal drüber plauden kann, über den Cloud- und Backup-GAU. Und über Bügelbretter im „Kinderzimmer“ 😉

Ansonsten zeigt der Vorfall mal wieder: Eigentlich hat man keine Daten ohne ein Backup. Und man hat kein Backup, ohne dessen korrekte Wiederherstellung auch wirklich ausprobiert zu haben. Das gilt für Cloud-basierte Unternehmen. Und für deren Kunden: Die Cloud zählt bei der Backup-Strategie  nicht so recht mit. Und wer jetzt sagt – bei mir alles kein Problem, alles abgecheckt – darf gerne mal die Hand heben. Herzlichen Glückwunsch. Digital-Einhorn.

DRadio Wissen – Hielscher oder Haase vom 01.02.2017 (Moderation: Till Haase)

Nachklapp 02.02.2017 – Gitlab.com hat es „mit viel Glück“ hinbekommen, das erwähnte „Zufalls“-Backup einzuspielen. Die über einen Zeitraum von sechs Stunden von 707 Nutzern gespeicherten Daten sind aber verloren.

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