Klare Regeln in Internet-Foren schrecken neue User nicht ab – im Gegenteil

Wenn Sie sich regelmäßig an irgendwelchen Online-Diskussionen; sei es in Kommentarforen, bei Twitter oder Facebook beteiligen – dann müssen Sie ja ein ziemlich dickes Fell haben. Denn je nach Brisanz des Themas dauert es ja meist nicht lange, bis die ersten Troll- oder Hate-Postings auftauchen, bis provoziert oder beleidigt wird, entweder ernstgemeint (der gemeine Netz-Wutbürger, geradezu unvermeidbar etwa bei allen ÖR- oder GEZ-Treads 🙂 …) oder aus reinem destruktiven Spaß an der Freud (der gemeine Troll…). Oder halt jobmäßig. (Der Russen-Troll…)

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Psychologen von der Princeton University haben jetzt mal ein Experiment gemacht und ausprobiert, ob es etwas bringt, von vornherein sehr klare Spielregeln für Online-Diskussionen aufzustellen – das Ergebnis: Das bringt definitiv was, da beteiligen sich dann nämlich mehr Leute und der Umgangston wird friedlicher. Wer jemals mit dem Gedanken gespielt hat, auf einer Zeitungs-Website oder einem Kommentar-Forum etwas zu posten, kann das intuitiv und erfahrungsgemäß bestätigen. Natürlich ist da an der “radikalen” Internet-Freedom-These etwas dran: Eigentlich sollte es möglich sein, im Netz die Meinungsfreiheit auszuleben.

Ich bin ja gar nicht für Gender- oder Political-Correctness um jeden Preis; und je repressiver Staaten werden (Russland, Türkei, China…),  umso mehr ist natürlich ein Kanal notwendig, abweichende und den Herrschenden nicht genehme Meinungen und Informationen zu verbreiten. Das Problem ist ja nur – auf jeden “rechtschaffenden” Dissidenten und Andersdenkenden kommen zehn Bekloppte, Radikale, Trolls und bezahlte Staats- und Desinformations-Trolls…

Insofern ist wahrscheinlich auch die Moderations-Blaupause der Princeton-Forscher ganz hilfreich: Witze und Memes sind zwar manchmal witzig und memig, meistens aber nicht. Insofern scheint mir die Idee mit dem “Sticky Post” ganz hilfreich, da könnte z.B. auch das von mir doch recht oft konsultierte Heise-Forum von profitieren. Aber klar – die Gesamt-Klicks gehen natürlich zurück, wenn man die Irren rauskickt… 🙂

Kommunikationsregeln wirken

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 30.04.2019 (Moderation: Diane Hielscher)

England und Wales: Opfer von Straftaten sollen Zugriff auf Smartphone gewähren

Ganz klar – was auf unseren Smartphones gespeichert ist, das ist normalerweise ein ziemlich aussagekräftiges Abbild unserer Existenz. Das ist extrem unangenehm oder peinlich oder vielleicht sogar existenz-gefährdend, wenn uns das Smartphone abhanden kommt; wir haben da hoffentlich eine wirksame(!) Verschlüsselung eingerichtet.

Ein neues Verfahren der britischen Staatsanwaltschaft sieht jetzt vor: Ab sofort soll jeder/jede, die/der eine Anzeige bei britischen Polizeidienststellen erhebt, der Polizei Zugriff auf das persönliche Smartphone einräumen. Also inklusive des Zugriffs auf Mails, Chats oder Fotos – das Konzept gilt für alle Anzeigen, zielt aber offenbar insbesondere auf Anzeigen wegen Vergewaltigung oder sexueller Belästigung. Bei denen ist die Hemmschwelle zur Anzeigenerstattung extrem hoch und die tatsächliche Strafverfolgungsquote extrem niedrig – andererseits; es gibt offenbar eine Reihe von Fällen, bei denen die Anschuldigung ungerechtfertigt war – die drastischen Folgen ersehen wir in Deutschland z.B. im Fall Kachelmann…

Ohne jeden Zweifel wird das neue Verfahren wie beabsichtigt ein paar Fälle von ungerechtfertigter Beschuldigung aufklären oder von vornherein verhindern. Ob dieser positive Effekt allerdings den negativen Effekt kompensiert, dass zweifellos zukünftig noch weniger Vergewaltigungen/sexuelle Belästigungen überhaupt zur Anzeige gebracht werden – da bin ich völlig ratlos…

England und Wales: Opfer von Straftaten sollen Zugriff auf Smartphone gewähren

DLF Nova – Hielscher oder Haase vom 29.04.2019 – Moderation: Diane Hielscher

Da gibt’s noch mal einen interessanten Nachklapp von einem der Smartphone-Auswerter zu.

Facebook in 50 Jahren: Mehr tot als lebendig

Dass Soziale Netzwerke und der ständige (vorwiegend mobile…) Zugriff darauf Zombies produzieren, ist eh klar 🙂 Aber dass die Toten oder eben vielmehr die Untoten (verstorbene Nutzer mit verwaisten oder in den Gedenkzustand versetzten Accounts…) irgendwann bei Facebook in der Mehrzahl gegenüber den Lebenden sein werden, darauf muss man erst mal kommen. Aber klar; im Gegensatz zu Mikroben oder sonst was pflanzt sich der Mensch nicht exponentiell fort, es gibt also auch trotz eines gewissen oder vielleicht sogar besorgniserregenden Bevölkerungswachstums insgesamt schon mehr Gestorbene als noch Lebende.

Und zweitens: Facebook hat eine so gewaltige Userzahl, dass es überhaupt erst Sinn macht, deren Entwicklung mit der prognostizierten Entwicklung der Weltbevölkerung zu korrelieren: Im “optimistischen” Szenario der beiden Forscher Carl Öhman und David Watson vom Oxford Internet Institute wächst das Netzwerk mit der derzeitigen Rate von 13% jährlich bis zur “Marktsättigung” – soll heißen; jeder Mensch auf der Erde, der einen Facebook-Account haben will, hat dann einen. Mehr Wachstum geht nicht, und insofern setzt dann der oben erwähnte Mechanismus ein: Die Nutzer sterben, und auch wenn es eine Generation neue User geben sollte, stehen denen erst eine, dann zwei, dann drei Generationen tote User (bzw. eben deren Gedenk- oder vergessene Profile…) gegenüber…

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Unmittelbar einsichtig wird der Effekt beim Extrem-Szenario der Wissenschaftler: Wenn von heute auf morgen kein neuer Nutzer mehr zu Facebook dazu käme, dann ginge das Sterben sofort los – dann würden übrigens asiatische User den größten Teil der Toten/Untoten stellen. Beim zweiten, realistischeren Szenario (eine vielleicht ja angebrachte Facebook-Kernschmelze infolge eines noch mal potenzierten Cambridge-Analytica-Effekts halten die Autoren für unwahrscheinlich; ich stimme da zu..) inklusive weiteren Wachstums wären das hingegen die Afrikaner: Das reflektiert schlicht und ergreifend die derzeitigen und prognostizierten User-Zuwachsraten und die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in den betroffenen Regionen.

Aber eigentlich ist das Ganze nur ein Big-Data-Rechenexempel, das zeigt: Das digitale Erbe, die digitalen Hinterlassenschaften von Menschen im Netz; nicht nur bei Facebook – die sind in ein paar Jahren kein exotisches Szenario mehr, sondern Mainstream. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob ein User-Profil eines stinknormalen Menschen überhaupt erhalten werden muss oder sollte, oder im Gegenteil im Daten-Nirvana am besten aufgehoben ist – nur; die Entscheidung darüber, das meinen die Autoren der Studie wahrscheinlich zu Recht – die sollte vielleicht besser nicht in der Entscheidungsgewalt eines privaten, gewinnorientierten Unternehmens wie Facebook liegen.

Wie in anderen Disziplinen auch (Einflussnahme auf Wahlen, Mobilisierung von durchgeknallten Extremen…) – ab einer bestimmten Größe ist ein Privatunternehmen mit privaten Nutzungs-Regeln eben nicht mehr privat – und das gilt auch für die toten User.

Facebook in 50 Jahren: Mehr tot als lebendig

DLF Nova – Hielscher oder Haase vom 29.04.2019 (Moderation: Diane Hielscher)

Mindestens 272 indonesische Wahlhelfer sterben an Überlastung

Das melden die Tagesschau und die Taz:

Das Engagement für die Demokratie hat sie das Leben gekostet, die Wahlzettel werden per Hand ausgezählt, bis tief in die Nacht, oft in unerträglicher Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit.

Und das klingt ja erst einmal ungeheuerlich, zumal auch noch etwa 2000 Wahlhelfer und Wahlhelferinnen erkrankt sein sollen. Ich muss einfach mal als lang gedienter abnehmender Redakteur sagen: Meine erste Reaktion war – das glaube ich nicht, da stimmt was nicht. Vielleicht hat da irgendwer irgendwas übertrieben? Also rechnen wir mal nach.

7 Millionen Wahlhelfer bei “knapp 200 Millionen” Wahlberechtigten – das bedeutet, auf 28,57 Wahlberechtigte kommt ein(e) Wahlhelfer(in) – das ist eine hohe Quote. In Deutschland kommen auf ca. 61,5 Millionen Wahlberechtigte ca. 500.000 Wahlhelfer (Zahlen von 2013 und 2017 zusammengemixt…), das ist ein Wahlhelfer pro 123 Wahlberechtigte. Wenn man jetzt allerdings die (z.B.im Tagesschau-Artikel beschriebene…) Topografie Indonesiens berücksichtigt, die entlegenen Orte und Inseln; dann klingt das mit den 7 Millionen Wahlhelfern ziemlich plausibel.

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7 Millionen Helfer – das ist natürlich auch einfach absolut betrachtet eine gewaltige Menschenmenge. Und setzt man dazu 272 Verstorbene ins Verhältnis, dann sind das 0,0038%. Ist das viel oder ist das wenig oder ist das “normal”; so makaber das klingt? Die gleiche Quote ergäbe bei den 500.000 deutschen Wahlhelfern immerhin noch 19 Tote – davon habe ich allerdings noch nie gehört, dass in Deutschland jemand aufgrund der Wahlhelfer-Tätigkeit verstorben ist. Nun ist allerdings die Lebenserwartung in Indonesien auch signifikant niedriger als in Deutschland (69,19 Jahre im Vergleich zu 80,64 Jahre laut Google/Weltbank…).

In diesen Wert ist ja der allgemeine Gesundheitszustand der Bevölkerung und der Zustand des Gesundheitssystems, sind die Lebensbedingungen und die Lebensrisiken “eingepreist” – das heißt, auch eventuelle Vorerkrankungen, die im Falle mancher der indonesischen Verstorbenen vielleicht die “wahre” Todesursache waren. Mit dem allgemeinen Lebenserwartungs-Korrekturfaktor kommen wir jetzt auf 16,3 verstorbene Wahlhelfer, die bei einer Wahl in Deutschland vergleichbar wären.

Auch eine solche Zahl wäre natürlich in Deutschland undenkbar bzw. völlig skandalös. Die spezifische Belastung und das spezifische Risiko eines Wahlhelfers in Indonesien würde ich allerdings noch einmal deutlich überproportional über dem der gemittelten indonesischen Normalbevölkerung einschätzen; im Gegensatz zu der Belastung und dem Risiko eines Wahlhelfers in Deutschland. Von daher mein Fazit: Jetzt glaube ich die Zahlen dann doch.

Möglicherweise hat sich die indonesische Regierung auch tatsächlich etwas zuschulden kommen lassen, wenn es keine Gesundheitschecks der Wahlhelfer gab. (Von Gesundheitschecks für deutsche Wahlhelfer ist mir wiederum auch nichts bekannt – wie gesagt würde ich natürlich auch das Risiko nicht besonders überproportional zum “normalen Leben” einschätzen…) Aber letztlich: So monströs, so ungeheuerlich wie beim allerersten Anschein ist die Zahl der Toten nicht. Trotzdem ist das Ganze auch wieder unfassbar: Die “ganz normale” Demokratie fordert soviel Opfer wie ein Mega-Terroranschlag.

Und noch mal ein Schwenk: Der “ganz normale” Straßenverkehr natürlich auch.

Tiger macht es… Und gewinnt das Masters in Augusta

Ich bin ja ganz ehrlich – ich hab auf Francesco Molinari getippt. War ja auch ein ziemlich guter Tipp bis gestern; bzw. war natürlich immer noch ein Super-Finish; Herzlichen Glückwunsch!

Und jetzt bin ich aber wieder mal happy über das Ergebnis; sorry – die emotionale “they-never-come-back”-Geschichte zieht immer noch bei mir…

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Übrigens – trotz der etwas suboptimalen Schlussrunde… 🙂 Mein anderer Held, auch mit dem kleinen Seitenblick auf das Alter: Bernhard Langer !

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Das Glyphosat-Gutachten und das Informationsfreiheitsgesetz

Heute gab es ja so ein ziemlich irritierendes Urteil bzw. eine “einstweilige Verfügung” vom Landgericht Köln (das für seine konservative, um das mal vorsichtig auszudrücken…)Tendenz bekannt ist und deshalb auch von den Anwälten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bzw. der übergeordneten Behörde, des Bundeslandwirtschaftsministeriums gerne als Gerichtsstand ausgewählt wird…) Meiner Meinung nach ist der Spruch völlig irre; ebensowie die Idee des Ministeriums, von Beamten oder anderen öffentlich besoldeten Mitarbeitern erstellte Gutachten der interessierten Öffentlichkeit mit dem Argument “Urheberrechtsschutz” vorzuenthalten…

Ich würde jetzt allzugern auf den Link klicken, den die in dieser Sache aktive Gruppe “Frag den Staat” propagiert und das Glyphosat-Gutachten selbst anfordern und die bescheuerten Paragrafen-Reiter etwas lahmlegen – leider bin ich nicht so ganz sicher, ob das dann tatsächlich kostenfrei ist oder ob die Ministeriums-Vollhorste mir dann 500 Ocken abzuzocken versuchen… Nach heldenhafter Vernachlässigung ihrer sonstigen Aufgaben und erzwungener Hingabe an die Anforderungen einer sicherlich missbräuchlich aufgehetzten Internet-Renegaten-Crowd.

Aber ich bin da feige; das Gebühren-Risiko der Behörden-Horste ist mir etwas zu teuer; das politische Leben ist eh gerade ziemlich pittoresk (Brexit….) Deswegen postuliere ich das mal hier gratis: Das Landwirtschaftsministerium geriert sich meiner Meinung nach (mit der teuren Beauftragung privater, externer Anwaltskanzleien) als Informationsfreiheits-Arschloch -Verhinderer/Abschrecker; die einstweilige Verfügung des Landgerichts Köln ist rechtsfehlerhaft.

Katastrophales Privacy-Problem bei iOS-Dateien-App

Mir ist vollkommen klar: iOS, das Betriebssystem von iPhone und iPad ist “an sich” nicht für einen Multi-User-Betrieb vorgesehen. Das heißt, es gibt “an sich” keinen vorgesehenen Weg, ein iPhone oder eben erst recht ein iPad mit anderen Personen gemeinsam zu benutzen; zum Beispiel innerhalb der Familie – und dabei die Privatsphäre der verschiedenen Nutzer zu wahren. Das ist schon mal ohnehin eigentlich aus Anwendersicht nicht nachvollziehbar, weil es dafür selbstverständlich keine unüberwindbaren technischen Hürden geben dürfte – wohl aber das Geschäftsinteresse von Apple, da mal im Zweifelsfall lieber ein zweites, drittes oder viertes Gerät zu verkaufen. Geschenkt.

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Ich bin ja iPhone und iPad-Nutzer der ersten Stunde, und bin da insofern auch sehr früh Nutzer der App “Good Reader” gewesen. Die taugt nämlich nicht nur zur Anzeige von PDFs und von sonstigen Dateien, sondern rüstete seit jeher ein Feature nach, das im iOS nicht enthalten war: Das Organisieren von Dateien in Ordnern, wie man es von normalen Betriebssystemen kennt. Und eben zusätzlich eine Option zur Verschlüsselung dieser Ordner und Dateien: Die “protected folders” konnte man mit einem zusätzlichen Passwort oder dem Fingerabdruck absichern. Und dann war ja alles ok. Dachte ich.

Zum Beispiel für das Szenario, dass ich das iPad meinem minderjährigen Neffen zum Zocken gebe. Oder meinen Ensemble-Mitstreitern zum Notenlesen und Singen. Oder vielleicht auch einem Grenz-Kontrolleur für den Nachweis, dass das Ding funktioniert und keine Bombe ist. Letzte Woche  habe ich dann allerdings eine furchtbare Entdeckung gemacht: Ich suche in der iOS-Suche nach irgendwas; wische also von oben nach unten und gebe dann die ersten Buchstaben ein – dann erscheint da eine Trefferliste mit Apps, Kontakten, Webseiten und Dateien – und unter “Dateien” poppen da ganz friedlich die Files auf, die ich eigentlich von Good Reader verschlüsselt wähnte.

Meine Aufsichtsrats-Unterlagen, die selbstverständlich vertraulich sind. Und auch die “erotischen”, nein pornographischen Bildchen oder Filmchen, die ich mit Verlaub auch auf meinem iPad habe und von denen ich eigentlich dachte, dass die eben durch die Good Reader-Verschlüsselung sicher vor unbefugtem Zugriff seien… Aber Pustekuchen – ich kann die heiklen Files direkt aus der Suche in voller Pracht und Herrlichkeit aufrufen. Zumindest einmal – anschließend gibt es einen Thumbnail der Datei im “Verlauf” der iOS-App “Dateien” – und erst beim nochmaligen Versuch des Zugriffs von dort aus kommt dann die Passwort-Abfrage von “Good Reader”.

Ich hab dann zuerst gedacht, die Programmierer von Good Reader haben das mutwillig beim Update auf die Version 5 verbockt, um erst die (beim App-Kauf schon bezahlte…) Verschlüsselung auszuhebeln, und dann die neue kostenpflichtige In-App-AES-Verschlüsselung verkaufen zu können. Das ist aber offenbar nicht der Fall. Schon in älteren Versionen der Software war der Hinweis enthalten, dass Good Reader keine zusätzliche Verschlüsselung implementiert, sondern die in iOS eingebaute nutzt. Richtig deutlich wird das allerdings erst in den neueren Erklärungs-Files von Good Reader.

Der Witz ist eben: bis vor kurzer Zeit gab es gar keine iOS-App, die das Versäumnis oder die Illusion von Good Reader “hier gibt es verschlüsselte Ordner”  hätte demaskieren können. Aber die iOS-Dateien-App (an sich ja eine tolle Sache…) kann jetzt auf alles zugreifen. Und jetzt kommt das Furchtbare und der totale Apple-Privacy-Bock: Der “Verlauf” der Dateien-App lässt sich offenbar nicht löschen. (Völlig abartigerweise ist das Thumbnail-Löschen erst recht nicht mehr möglich, wenn ich die Original-Datei mittlerweile gelöscht bzw. verschlüsselt habe… Fehlermeldung beim Versuch des Thumbnail-Löschens: “Die Datei existiert nicht.”)

Darüber, warum ein “Verlauf-Löschen” ein angezeigtes Privacy-Feature ist, brauchen wir hier nicht ernsthaft zu diskutieren – alle Browser haben das, alle Betriebssysteme eigentlich auch – Apple’s iOS anscheinend nicht. Obwohl Apple doch immer den besonderen Akzent auf Privacy raushängen lässt 🙂 Bitte mal diese totale Privacy-Katastrophe nachbessern und den Datei-App-Verlauf löschbar machen! Vielen Dank. (P.S.: Ihre Support-Mitarbeiter konnten das Problem nachvollziehen und waren da auch relativ fassungslos 🙂 )

Der junge New Yorker Desmond Napoles kämpft für die Rechte der LGBTQ-Community

Tolle Sache, nicht wahr? So ein Kampf für die Rechte der LGBTQ-Community ist unbedingt was Gutes, außer für ewig gestrige, rechte und spießige Konservative. Ich hab heute durch den dpa-picture-alliance-Newsletter von der Existenz des jungen New Yorkers und seines Kampfes erfahren; ein Link auf ein paar Fotos zur geneigten Verwendung inklusive:

Screenshot picture alliance-Newsletter vom 20.3.2019

Nun ist der gute LGBTQ-Vorkämpfer allerdings gerade mal erst elf Jahre alt; auch wenn er offenbar schon seit vier Jahren als “Drag-Kid” öffentlich unterwegs ist. Ich muss jetzt auch mal noch ein paar Fotos von Desmond bringen – in diesem Fall nicht von picture alliance, sondern von Getty Images:

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Desmond tanzt auch schon mal in New Yorker Gay-Bars und läuft bei der Pride-Parade mit. Er hat Model-Jobs bei der New York Fashion Week und wird in der US-Vogue gefeatured. Und er ist ELF JAHRE ALT!!! (Wobei der Scheiß offenbar schon seit vier Jahren läuft…)

Mal eine kleine Ansage: DAS IST EIN KIND!! Das hier gerade in aller Öffentlichkeit hyper-sexualisiert und vermarktet wird. Da können die Eltern noch so sehr rumquatschen (“wir verdienen nix daran, das ist alles sein eigener Wunsch…”…) Der Gute ist ja auch schon in Therapie gewesen, und der Rat des Therapeuten, man solle ihn da etwaige Neigungen zum Frauenkleider-Anziehen, Schminken und laszive-Gesten-ausprobieren ruhig gestatten, ist ja vielleicht absolut ok – aber doch nicht in einer erweiterten, ungeschützten Öffentlichkeit!!

Als sieben- bis elfjähriges Kind hat man möglicherweise alle möglichen Wünsche und Neigungen oder eben Manipulations-Potentiale (über die Straße laufen ohne nach rechts und links zu gucken, mit fremden Onkeln mitgehen, auf Aufforderung den Schwanz eines katholischen Priesters lutschen…) – und der Job der Eltern ist es, den Unterschied zwischen erwachsen und Kind sein zu begreifen und ein Kind zu beschützen. Vor dem eigenen Erfahrungs- und Bewertungs-Defizit und vor einem Missbrauch durch Erwachsene. Ein sieben- bis elfjähriges Kind kämpft nicht für LGBTQ-Rechte.

Eine sich entwickelnde kindliche Sexualität (vor der Pubertät…) ist vielleicht eh schon ein sehr kontroverses Thema (es gab ja mal eine Zeit, in der man einen da sehr liberalen Standpunkt auch gern besten Gewissens postulierte, um sich den Schwanz streicheln oder lutschen zu lassen oder um die eigene Tochter “aufzuklären” und mit ersten sachkundigen sexuellen Erfahrungen zu versorgen – die Grünen in ihrer Gründungsphase können ein Liedlein davon singen – aber da hat man eigentlich inzwischen dazugelernt. Und die Entwicklung der kindlichen Sexualität selbst gehört garantiert nicht an die (erweiterte, ungeschützte…) Öffentlichkeit; das ist mittlerweile Stand der Erkenntnis – dachte ich.

Natürlich kann man ein Kind im normalen, “privaten” Umfeld dabei unterstützen oder darin bestärken, “anders” zu sein, wenn es sich so empfindet. Zu Hause, im Kindergarten, in der Schule. Aber dazwischen und zwischen öffentlichen Auftritten bei Gay-Paraden, in Nachtklubs und Mode-Zeitschriften ist noch mal ein kleiner Unterschied. Die Mindestalter-Hürde bei den Social Media-Kanälen ist selbstredend auch nur unverbindliche Folklore, oder gab es da irgendeinen Sinn?

Ist das alles eh nur politisch bestens korrekter, weil queerer Karneval – oder ein legitimer frühreifer politischer Auftritt a la Klima-Retterin Greta Thunberg?

Bullshit. Wir brauchen das Ganze nur mal ganz kurz vom angeblich “ich bin schwul”-“Drag Kid” zur heterosexuellen “Normal”-Version zu switchen (schließlich ist ja auch LGBTQ-Sexualität nicht per se qualitativ besser als die straight-Variante…): Da würde dann eine geschminkte, aufgebrezelte, sich in lasziven Posen ergehende 7- bis 11-jährige “ich bin hetero”-Lolita in einem (Hetero…)-Club tanzen. Natürlich gibt es auch hier entsprechende Parallelen. Aber die sind ja genauso abartig.

Plötzlich RAW: Ernste Probleme mit externen (WD MyBook)-Festplatten

Ich predige das ja seit Jahren – wenn Sie kein (zuverlässiges…) Backup von Ihren Daten haben, dann sind Ihre Daten schon weg. Die sind gar nicht da, obwohl Sie das vielleicht anders empfinden. Aber das ist eben nur eine Illusion – denn jede Festplatte, jede SSD kann innerhalb einer Sekunde – völlig legitimerweise – abrauchen; sich mit einem gravierenden Fehler verabschieden. Ohne Vorankündigung, im schlimmsten Fall ohne eine Chance, da noch irgendetwas zumindest teilweise zu retten. So weit, so schlecht.

Ich setze da ebenfalls seit Jahren auf eine Backup-Strategie mit einem NAS (Network Attached Storage) von Synology, mit Backups in der “Cloud”; bei Mozy und (vom NAS hochgeladenen Backups) bei Strato. Und was richtig große Dateien und die Images, die theoretisch und hoffentlich binnen Minuten auch praktisch rekonstruierbaren Abbilder meines Computersystems betrifft: Auf eine Strategie mit externen Festplatten – konkret mit Platten aus der Western Digital “WD MyBook”-Serie. Die theoretischen Pluspunkte: Die Platten bieten eine Hardware-Verschlüsselung – wenn also in meiner Bude eingebrochen wird und die Ganoven meine Festplatten mitnehmen, kommen sie trotzdem nicht an die abgespeicherten Daten. Irgendwelche Ermittlungsbehörden übrigens auch nicht. 🙂  (Wenn denn die proprietäre AES-Implementierung von WD tatsächlich keine Hintertür hat 🙂 …)

Angebunden sind die Laufwerke mit USB3 – an sich ziemlich schnell; möglicherweise aber auch sehr fehlerträchtig. Die nativen USB-Slots an einem Computer sind ja begrenzt – von der Anzahl her, und auch von den praktikablen Kabellängen. Meine “MyBook”-Batterie hängt also an einem USB3-Hub; und wahrscheinlich ist das schon das Problem. Der Computer (unter Windows 10 Professional/64Bit verliert nämlich mal gern die Verbindung zu den Laufwerken; dann macht es “Didadeldumm” für das Abziehen eines USB-Gerätes und danach wieder “Didadeldei” für das Mounten. Oder der Explorer schmiert ab oder das ganze System erstarrt in einer Ratlosigkeits-Schleife “Ja, wo ist denn das Laufwerk, das doch gerade noch da war?”

Schade nur, wenn währenddessen irgendeine Datentransferaktion stattfinden sollte – ein richtiger Kopiervorgang oder vielleicht nur irgendein an sich überflüssiges Index-Gerödel irgendeines subalternen Windows-Prozesses. Dann kann es nämlich passieren, dass eine noch ziemlich niegelnagelneue 8-TB große WD MyBook-Platte plötzlich als Laufwerk nicht mehr da ist und nur noch lauthals rumrödelt – weil Windows die plötzlich als “RAW”, also unformatiert erkennt und da panikartig nach irgendwelchen Inhalten sucht. Zum Glück habe ich ja noch einen Mac – ich schließe das Laufwerk dort an und puh – der Mac mosert über einen ernsthaften Fehler auf der Platte, den er auch nicht reparieren kann. Was er aber kann: weiterhin auf die Platte zugreifen. Ich kaufe mir also eine zweite niegelnagelneue WD-MyBook-Platte mit 8TB und kopiere auf dem Mac die Daten – das dauert zwei Tage; ein kleiner Klimmzug ist natürlich auch noch nötig, damit der Mac überhaupt NTFS schreiben kann.

So. Jetzt will ich natürlich auch noch die erste, niegelnagelneue Platte wiederbeleben, weil da ja offenbar kein furchtbarer Headcrash, sondern nur eine kleine Unstimmigkeit in der Partitionstabelle oder dem Inhaltsverzeichnis, dem Master File Table (MFT) vorliegt. Für so was ist normalerweise das tolle Tool “TestDisk” zuständig. Erster Versuch auf dem Mac: tut sich nix. Zweiter Versuch auf dem Windows10-System: tut sich nix. Dritter Versuch auf einem extra restaurierten Notebook mit einem frisch aufgesetzten Windows 7: tut sich nix. Laut testdisk-Anleitung und -Forum soll man mal “chkdsk /f” ausprobieren. Die Reparatur läuft drei Tage und Nächte. Zwischendurch tat sich nix mehr, bis ich einen USB-Stick einsteckte und das Notebook irgendwie wieder aufwachte – die Platte neu zu formatieren und die Daten vom Backup zurückzuspielen, wäre schneller gewesen. Aber irgendwann – oh Wunder – ist chkdsk tatsächlich durch, jetzt noch ein Reboot – und Wahnsinn, das MyBook samt Daten ist wieder da.

WD MyBook – externes Laufwerk mit Hardware-Verschlüsselung (Quelle: Western Digital)

Zwischendurch mal Szenenwechsel zu einer weiteren Platte; ein WD MyBook 4TB – da gingen irgendwann plötzlich keine Schreibzugriffe mehr – CRC-Fehler bzw. “Fehler beim Zugriff auf die Schattenkopien”. Ich kopiere die Daten auf andere Platten (Lesezugriff ging noch…) und versuche anschließend, das Ding per Neupartitionierung/Neuformatierung wiederzubeleben bzw. eventuell kaputte Sektoren auszublenden. Irgendwann verwandelt sich mein Rechner plötzlich in einen Zombie – der Explorer (also inklusive des Desktops…) schmiert ab und startet immer wieder neu, der Lautsprecher bimmelt in Sekundenabständen zu der Aufforderung, doch bitte eine Aktion für das Laufwerk “F” zu starten (das ist nämlich das Laufwerk, auf dem das AES-verschlüsselte WD-Laufwerk gemountet werden will…) Schade nur, dass ich gerade an einem Script für die Frühsendung schreibe und mir solche Kinkerlitzchen und Eigenmächtigkeiten absolut nicht in den Kram passen.

Die 4TB-Platte scheint aber wirklch hinüber zu sein, das WD-Check-Tool meldet “zu viele defekte Sektoren” – ok, das MyBook war ja auch ein paar Jahre alt, da kann es legitimerweise irgendwann abrauchen (s.o.). Ich kauf also noch ein neues 4TB-MyBook und spiel die gesicherten Daten zurück. Szenenwechsel, zurück zum 8TB-MyBook. Mittlerweile hängt das neu gekaufte Laufwerk an meinem Hauptrechner, die Daten von dem ersten 8TB-Laufwerk sind ja drauf; ich speicher da noch mal ein paar neue Daten drauf ab. Alles toll. Aber heute; nach ungefähr drei oder vier Tagen Einsatz, ist auch das neue MyBook 8TB plötzlich weg, wird von Windows nicht mehr erkannt. In der Datenträgerverwaltung wird die Platte als – na, Sie erraten es schon – “RAW” angezeigt. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Ich bin ja wie gesagt ziemlich sicher, die Ursache zu kennen – die Anbindung von externen Platten über USB3 ist anscheinend nicht nur unter Windows 7, sondern auch unter Windows 10 äußerst fragil. Offenbar verschärft sich das Problem mit der Anzahl der gleichzeitig gemounteten Laufwerke; das 8TB-MyBook ist offenbar wesentlich sensibler oder labiler als die 3-oder 4TB-Modelle. Möglicherweise macht auch ein USB3-Hub, auch wenn er wie vorgesehen eine eigene Stromversorgung hat, noch mal Extra-Probleme. Vielleicht sind letztlich die Windows- oder WD-USB-Treiber fehlerhaft, denn auch Übertragungsprobleme sollten ja nicht dazu führen, dass die Inhaltsverzeichnisse, die MFTs oder Partitionstabellen von Laufwerken zerschossen werden. Um die Sache noch schlimmer zu machen:  Auch wenn ich ein MyBook-Laufwerk ohne USB-Connection-GAU mal prophylaktisch entfernen, “unmounten” will – das finktioniert nicht; da gibt es immer eine Fehlermeldung, wonach angeblich irgendein Prozess noch auf das MyBook zugreift.

Jetzt bin ich gerade etwas angepisst und etwas ratlos. Wir wollen ja demnächst auf den Mars fliegen – können wir vielleicht mal kurz vorher noch elementarste Computer-Probleme in den Griff bekommen?

Doxing-Affäre war wie erwartet Dummer-Jungen-Streich, bitte Hyperventilation jetzt einstellen

Der letzte, eigentlich vorgesehene Satz in meinem Script für das Netzreporter-Gespräch heute morgen lautete: “Ich persönlich tippe darauf, dass wir da relativ schnell etwas von den Ermittlungsbehörden hören werden.” Und dann kam beim Reingehen ins Studio die Eilmeldung: “Polizei hat Verdächtigen festgenommen”; SPON (und nicht die Witwenschüttler von BILD 🙂 , s.u.) hatte, so der Blick auf den Monitor dann im Studio, schon ein paar Details: Ein 20jähriger Schüler aus Mittelhessen (ein “Mittelhesse” 🙂 also…) war es offenbar, der die Republik für einige Tage in Schnappatmung versetzt hatte.

So richtig prophetische Gaben waren für meine Prognose nicht erforderlich – mit der Durchsuchung bei Jan Schürlein war ja schon klar, dass die Polizei da ziemlich sehr nah am Täter dran war – ich hätte jetzt auch ganz ehrlich gesagt meine Hand nicht ins Feuer gelegt dafür, wie eng da der Zeuge mit dem Urheber der Aktion verbunden war 🙂 und lege auch jetzt in Bezug auf eine eventuelle Mitwisser- oder Mittäterschaft noch nicht meine Hand ins Feuer; das soll man ja bekanntlich auch nie tun – selbst meine Sportreporter-Kollegen halten sich an diese Regel, auch wenn es in der 93zigsten Minute 3-0 steht 🙂

Aber wie dem auch alles sei – dass die ganze Aktion eine totale Luftnummer, ein lächerlicher “Heranwachsenden”-Streich (gottlob bringt das ja Ermäßigungen beim Strafmaß…) war, das war doch von Anfang an klar. Als die ersten Meldungen reinkamen, war ich gerade im Skiurlaub – aber ich hab direkt nach den anfänglichen Informationen gedacht: Das ist keine “Hacking”-Affäre, sondern der ganz normale Alltag – da hat sich bestenfalls jemand annähernd zielgerichtet die Mühe gemacht, die ganz normale Schlampigkeit bei den Passwörtern von “Prominenten” mal auszunutzen.

Ich wiederum hab mir auch noch nicht mal die Mühe gemacht, die Daten-Konvolute runterzuladen. Was interessiert mich, ob ein YouTuber, von dem ich noch nie was gehört habe, sich entgegen seines im Netz postulierten Saubermann-Images für Scat- und Piss-Videos begeistert? Kleiner-Jungen-Kram. Was interessiert mich die private Kommunikation von Grünen-Chef Robert Habeck? Null. Gar nicht. Aber klar – da haben jetzt ein paar zigtausend Leute draufgeguckt – das ist definitiv unangenehm. 

Wie der von Habeck angekündigte Rückzug aus den Social Media zu bewerten ist, da kann man noch lange drüber streiten – fest steht: Eine Pflicht, an dem ganzen Exhibitionismus- und Pseudo-Relevanz-Scheiß teilzunehmen, besteht nicht. Für Normalbürger jedenfalls; wie es bei Spitzenpolitikern aussieht, ist noch mal eine andere Frage. Fazit: Es war überhaupt nix los. Es gab keinen herbeigeschwafelten “Angriff auf die Demokratie”; es gab kein Versäumnis bei Ermittlungsbehörden oder beim BSI oder beim Innenminister. Klar, die Opposition ist natürlich verpflichtet, wohlfeil in die Pseudo-Schwachstelle reinzutröten – schon mal die eigenen Passwörter auf Nachhaltigkeit abgeklopft??

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Klar, die Regierung ist verpflichtet, Pseudo-Gegenmaßnahmen einzuleiten – das Cyber-Abwehrzentrum Plus. Ich mach da bei etwaigem Personalbedarf gerne mit; eine anständige Bezahlung vorausgesetzt, eine gute Pension brauch ich auch noch. Alles Bullshit. Es gab nur den ganz normalen Alltag. Jeden Tag werden Accounts “gehackt”, ob das jetzt Lieschen Müller oder Robert Habeck ist. Aber eines können wir natürlich alle aus der ganzen Sache lernen – es ist ziemlich unangenehm, wenn einem das passiert; zielgerichtet wie im vorliegenden Fall oder einfach zufällig.

Die Plattformen machen dabei auch keine gute Figur – sie sind in dem Dilemma: Account kapern soll nicht so einfach klappen. Den Zugang zu einem Account (nach einem vergessenem oder geklautem Passwort…) wiederherstellen soll aber auch nicht so schwierig sein. Also – wie steht es denn um Ihr Passwort für Ihren Haupt-Mail-Account? Ein Wort, das in einem Wörterbuch steht? (Ich gestehe zu meiner Schande, ich hab so was mal bei einer Freundin von mir, deren Account ich eingerichtet habe, zugelassen. Der wurde dann auch im Dezember “gehackt”…) Ein Geburtsdatum, das sich aus Social-Media-Quellen erschließen lässt? Böse, ganz böse.

Überprüfen Sie das mal. Jetzt. Fügen Sie mal zu Ihrem “leicht zu merkenden” Schrott-Passwort (das Sie aber eh nicht jedesmal neu eingeben müssen, sondern in Ihren Mail-Programmen oder Ihren Geräten gespeichert haben…) ein paar Sonderzeichen hinzu – Sie brauchen das ja schließlich nur ein einziges Mal überall zu aktualisieren. Und können anschließend wieder besser schlafen.

Robert Habeck: Datenklau, Shitstorm, Twitter-Ausstieg

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 08.01.2019 – Moderation: Diane Hielscher