US-Airline lässt IT-Sicherheitsexperten nicht ins Flugzeug

Es gibt spätestens seit 9/11 kaum noch einen Bereich, in dem man sich Humor, Ironie oder Sarkasmus besser ganz vehement verkneift, als beim Fliegen. Insofern kam denn auch der scherzhaft gemeinte Tweet des IT-Sicherheitsexperten Chris Roberts gar nicht gut an, den er letzten Mittwoch in einer United-Airlines-Maschine losgeschickt hatte:

„Sitze hier gerade in einer Boing 737/800, habe Netzzugang über eine IFE-ICE-SATCOM-Box. Soll ich mal mit den Warnsystem-Anzeigen herumspielen? „Sauerstoffmasken aufsetzen“ irgendjemand?“

Bei der Landung wurde Roberts direkt vom FBI in Empfang genommen und vier Stunden lang verhört. Die Story wurde anschließend von US-Medien dankbar aufgenommen – Roberts hatte sich nämlich in der letzten Zeit mehrmals warnend zu den Gefahren eines Hackens der Bordsysteme geäußert. Am Samstag abend nun wollte der Experte zur RSA-Sicherheitskonferenz nach San Francisco fliegen, wo er als Vortragsredner auf dem Programm steht – nur diesmal ließ ihn United Airlines erst gar nicht einsteigen.

Wobei man ja eigentlich sicher sei, so der Sprecher der Fluglinie, dass die eigenen Bordsysteme vor Angriffen mit den von Roberts beschriebenen Methoden sicher seien… 🙂

Chris Roberts ist jetzt mit einer anderen Airline nach Kalifornien gekommen, möglicherweise wird er dort weitere konkrete Hinweise auf mögliche Hacking-Angriffe auf Flugzeug-Bordsysteme geben. Dass es notwendig ist, die bestehenden Sicherheitskonzepte noch einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen, hat letzte Woche auch die US-Luftfahrtbehörde nach einem Rüffel der Behördenaufsicht GAO zugegeben.

DRadio Wissen · Flug-Sicherheit: Flugzeuge inflight hacken.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 20.4.2015

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