Email-Prankster veräppelt Scaramucci

„You are fired.“ Gerade einmal 11 Tage dauerte die (noch gar nicht offiziell angetretene…) Amtszeit von Anthony Scaramucci als Pressechef des Weißen Hauses – und trotzdem hat er es geschafft, Mediengeschichte zu schreiben und neue Maßstäbe zu setzen. Neue, bisher ungeahnte Tiefstmaßstäbe, um das zu präzisieren. Vom Kommunikationsstil war Scaramucci seinem kurzzeitigen Chef, The RealDonald,  ja sehr ähnlich – nach dem Motto:  jeder spontane Gedanke, jeder Emotionsausbruch wird sofort ungefiltert an die Weltöffentlichkeit rausgehauen – Twitter Style halt. Da ist es natürlich kein Wunder, dass Scaramucci  rund um seinen unrühmlichen Abgang auch noch auf einen Email-Prankster hereingefallen ist.

 

Die Kommunikation „auf allerhöchster Ebene“ lässt sich bei CNN und auf dem Twitteraccount von @SINON_REBORN nachlesen – laut CNN hat das Weiße Haus zumindest den Prank in Richtung Homeland Security-Advisor Tom Bossert bestätigt. Ob sich Scaramucci noch zu den Mails äußert, bleibt abzuwarten – insofern hat mein Kollege Niko Fischer bei Deutschlandradio Nova vorhin natürlich ganz zu recht gefragt: Und woher weiß CNN, dass die vom Prankster übermittelten Mails tatsächlich authentisch sind? Der „EmailPrankster“ geht auf dieses kleine journalistische Verifikations-Dilemma bei Twitter sogar selbst ein; ein richtiger Spaßvogel halt. 🙂 Und nennt eine Möglichkeit: den recherchierenden Journalisten den Zugang zum verwendeten Email-Account geben, dann könnten die nämlich dort die Email-Header unter die Lupe nehmen.

Ich habe insofern heute morgen vor der Sendung auch gedacht, ich selbst kann das nicht weitergehend überprüfen, und es gibt nur eine Quelle  – aber ok, das Hauptstadtstudio und der Anchorman von CNN bringen die Story groß, zum Teil ist sie schon offiziell bestätigt; das ist also eine vertretbare Ausgangsbasis 🙂 . Wenn es am Ende ein Meta-Prank war, dann ist es für CNN superpeinlich und für mich ein bisschen… Zumindest dieser bereits bestätigte Teil der Geschichte, so schreibt das ja auch CNN, demonstriert aber, warum Spear-Phishing selbst auf allerhöchster Ebene funktioniert – und das bei Leuten, die eigentlich zur Genüge für etwaige sehr unangenehme Folgen sensibilisiert sein sollten.

 

Deutschlandfunk Nova · Trumps entlassener Kommunikationsboss: Email-Prankster veräppelt Scaramucci

Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 01.08.2017 (Moderation: Till Haase)

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