Prügelei der Schmuddelkinder: Bild verklagt Focus.de wegen Content-Klau

Das ist ja hier mein privates Blog, deswegen mal im Klartext: Bild (und Bild.de und Bild plus…) ist ein widerlicher, erbärmlicher Schund, produziert von irgendwelchen Vollzynikern oder Arschlöchern oder Irren. Und Focus.de ist Clickbait-Scheiße. Da passt es natürlich allerbestens, dass ein ehemaliger Bild-„Journalist“ jetzt Focus.de leitet und ungeniert und möglicherweise mit der genretypischen gegelten Geschmeidigkeit genau haarscharf auf der Borderline der juristischen Interpretationsbandbreite den „Content“ („Fakten, Fakten, Fakten“) seines ehemaligen Arbeitgeber klaut, Entschuldigung, zitiert.

Wie sich die Schmuddel-Rasselbande bei Twitter beharkt, ist schon zum Schreien komisch; wenn die Vorstandsherren im gedeckten Tuch erst allen Ernstes ihrem wichtigsten Traffic-Lieferanten Google den schnöden Raub ihres hehren geistigen Eigentums vorwerfen und einen Schwachsinn wie das Leistungsschutzgesetz durch-lobbyieren, danach aber trotz ihrer Fantasy-VG wieder einknicken nach der Google-Drohung, ihre Schrott-Seiten rauszukicken; wie sie bzw. ihre Schmuddel-Schergen sich dann wieder gegenseitig die Klüten klauen, Entschuldigung, zitieren bzw. wie sie selbst geklauten (z.B. aus Facebook-Profilen…) oder witwengeschüttelten „Content“ an Schwachmaten verhökern wollen, das spottet jeder Beschreibung.

Eigentlich passt da doch so eine Klage überhaupt nicht, das ist doch gar nicht Boulevard-Style. Wie wärs denn mal mit einer Aussprache, einer Klärung so richtig unter Männern, die Bild-Bandidos gegen die Focus.de-Angels? Da hätten wir wenigstens eine schöne Schlagzeile am nächsten Tag.

Zitat oder Content-Klau? · DRadio Wissen

DRadio Wissen – Hielscher oder Haase vom 19.01.2017 (Moderation: Till Haase)

Forscher weisen erstmals vektorbasierte Navigations-Neuronen nach

Photo of an Egyptian fruit bat. Sarel et al. report on a new functional class of hippocampal neurons in bats, which encode the direction and distance to spatial goals – suggesting a novel neural mechanism for vector-based goal-directed navigation. [Credit: Steve Gettle]

Wenn Zugvögel zielsicher ihr Winterquartier aufsuchen und anschließend über tausende von Kilometern an ihre Brutplätze zurückkehren, wenn Bienen eine Wiese mit pollenreichen Blumen ansteuern und danach ebenso zielsicher wieder in den Stock zurückfliegen, wenn wir selbst – auch ohne Smartphone und GPS – täglich problemlos zur Arbeit und danach wieder nach Hause finden – dann ist dies alles das Werk von speziellen Neuronen in unseren Gehirnen. Wie die funktionieren, ist zum Teil schon bekannt; 2014 gab es dafür den Medizin- bzw. Physiologie-Nobelpreis. Im Fachblatt „Science“ weisen israelische Forscher bei Flughunden nun erstmals eine wichtige weitere Variante dieser Navigations-Neuronen nach.

Wie komme ich zuverlässig von Ort A zu Ort B und danach wieder zurück? Navigation ist eine der lebenswichtigen Hauptaufgaben für praktisch jedes Lebewesen – kein Wunder, dass sich die Evolution da ein paar sehr ausgeklügelte und bewährte Mechanismen hat einfallen lassen – egal, ob wir jetzt als Fledermaus, Biene oder Mensch unterwegs sind. Bislang konnten Forscher zwei Typen von Navigations-Neuronen identifizieren, sagt Nachum Ulanovsky vom Weizman Institute of Science in Rehovot:

Die „Ortszellen“ sagen ‘Ich bin hier am Punkt A’, und die „Rasterzellen“ sagen mir wie bei einem Millimeterpapier etwas über Entfernungen und absolute Richtungen. Aber – ich sitze jetzt hier in meinem Büro im Institut – ich weiß, wo die Cafeteria ist, auch wenn ich sie nicht sehe. Ich habe also in meinem Gehirn eine Repräsentation vom Ziel, vom Punkt B. Aber wie die im Detail funktioniert, war bislang unklar – das lässt sich mit dem bislang bekannten Konzept von Orts- und Rasterzellen nur schwer verstehen.    

Ulanovsky und seinen Mitarbeitern – allen voran seine Doktorandin Ayelet Sarel, die Hauptautorin der Science-Studie – gelang es, die Gehirn-Aktivitäten von Nilflughunden (Rousettus aegyptiacus) aufzuzeichnen, während diese zu einem zuvor antrainierten Rast- und Fressplatz im Labor der Wissenschaftler flogen. Dazu hatten die Forscher den Tieren Messsonden implantiert. Die registrierten die elektrischen Signale in der für die Navigation zuständigen Hirnregion, im Hippocampus – aufgelöst bis hin zum Feuern von einzelnen Nervenzellen.

Das technisch Neue dabei ist: Wir haben diese Sonden in den letzten Jahren so weiterentwickelt und verkleinert, dass wir drahtlos, ohne Kabel aufzeichnen können – also wirklich bei den fliegenden Tieren.       

Photo of an Egyptian fruit bat. Sarel et al. report on a new functional class of hippocampal neurons in bats, which encode the direction and distance to spatial goals – suggesting a novel neural mechanism for vector-based goal-directed navigation. [Credit: Haim Ziv]

Wie sich die Fledertiere im Raum bewegten, protokollierten die Forscher mit zwei Kameras. Und anschließend analysierten sie mit Computerhilfe, ob es einen systematischen Zusammenhang zwischen den Positionsdaten und den Gehirnaktivitäten gab.

Dabei haben wir herausgefunden: Da sind tatsächlich Neuronen im Hippocampus, die den jeweiligen Winkel relativ zum Ziel repräsentieren. Also ein bestimmtes Neuron ist aktiv, wenn die Fledermaus genau auf das Ziel zufliegt, Winkel 0 Grad; ein anderes Neuron ist aktiv, wenn das Ziel rechts ist, also Winkel 90 Grad – und so weiter.

Damit gab es also erstmals einen Beleg für eine seit langer Zeit diskutierte und auch aufgrund von Verhaltensexperimenten naheliegende Hypothese:

Fast 20 Prozent der Neuronen im Hippocampus zeigten eine Repräsentation des Ziels, also wirklich eine große Anzahl. Einige Neuronen haben die Entfernung zum Ziel codiert, einige die Richtung, einige beides. Richtung und Entfernung zusammen bezeichnet man auch als Vektor – was wir also herausgefunden haben: Es gibt eine vektorbasierte Repräsentation eines Navigationsziels im Hippocampus der Fledertiere.

Dass es sich bei den entdeckten Neuronen wirklich um einen anderen Typ handelt als die bekannten Orts- und Rasterzellen, konnten die Forscher mit zwei Modifikationen ihres Experimentes zeigen.

Wir haben das Ziel einfach verschoben. Und dann haben die Neuronen, die auf die alte, trainierte Position ausgerichtet waren, aufgehört zu feuern. Und andere Neuronen passend zur neuen Position wurden aktiv – das ist also wirklich spezifisch auf den aktuellen Zielort bezogen.

In der zweiten Variante verhüllten die Wissenschaftler das Ziel mit einem Vorhang, der den Landeplatz auch für das Ultraschall-Sonar der Flughunde unsichtbar werden ließ. Davon ließen sich die Tiere aber nicht beirren, die Winkel- oder Vektor-Neuronen blieben weiterhin auf das zuvor trainierte Ziel hin ausgerichtet und aktiv:

Das zeigt, diese Repräsentation ist eine mentale, eine Gedächtnisleistung, sie basiert nicht einfach auf Sinneseindrücken – das ist großartig, denn das ist in der Tat genau das, was man für eine Navigation ohne Sicht zum Ziel braucht.

Wie das Ganze auf anatomischer Ebene funktioniert – ob die beteiligten Neuronen von ihrer Bauart her speziell konstruiert sind oder eben „speziell verschaltet“ – bei solchen Fragen müssen die Forscher momentan noch passen. Als nächstes wollen Nachum Ulanovsky und seine Mitarbeiter komplexere Navigations-Szenarien an den Flughunden erforschen – was ist, wenn es mehrere Ziele gibt, was, wenn das Tier seine Entscheidung für ein Ziel revidiert? Auf jeden Fall ist sich das Team ziemlich sicher, dass auch andere Lebewesen die vektorbasierten Neuronen im Hippocampus haben und vektorbasiert navigieren.

Möglicherweise wäre das in Jahrmillionen der Evolution erprobte Konzept auch etwas für Roboter:

Es gibt schon eine Reihe von Roboterwissenschaftlern, die Algorithmen implementiert haben nach dem Vorbild von Orts- und Rasterzellen. Das ist interessant für autonome Fahrzeuge oder auch für Büro-Roboter. Bislang hat natürlich noch niemand die ziel-orientierten, vektorbasierten Neuronen umgesetzt, die haben wir ja jetzt gerade erst publiziert. Aber auf jeden Fall sind solche biologisch inspirierten Algorithmen grundsätzlich sehr vielversprechend.

Deutschlandfunk – Forschung aktuell vom 13.01.2017 (Moderation: Lennart Pyritz)

Kommentar-Spam von Flecken-Herbert

Der gute alte Herbertdem alias fleckiwecki findet diese Website eigentlich schon lange ganz super klasse und hat sich jetzt auch mal angemeldet. Er würde sich freuen, wenn ihr auch mal auf seiner Seite www.flecken-entfernen.net vorbeischaut.

Hallo,

interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet.

Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

Alles Liebe

Herbert

Ganz klar, der Kampf gegen Flecken ist vielleicht noch ein bisschen vordringlicher gegenüber dem Zeug, was ich hier schreibe, lieber Herbert. Komisch nur, dass der Kommentar-Spam von einer IP-Adresse der Uni Essen-Duisburg kommt.

Affen könnten sprechen – wenn auch das Gehirn mitspielen würde

Gerade stand es in der neuen Ausgabe von „Science“: Zebrafinken haben offenbar von Geburt an ein neuronales Regelsystem, das ihnen dabei hilft, „gelungene“ von „schiefen“ Gesangs- bzw. Zwitscherstrophen zu unterscheiden. Ein Papagei kann problemlos Peinlichkeiten nach- oder ausplaudern oder die Feuerwehr bestellen, und selbst ein Seehund oder ein Beluga kann menschliche Sprache imitieren. Nur ausgerechnet Affen können uns Menschen nicht „nachäffen“, zumindest nicht vokal – und eine eigene Sprache mit Worten, Sätzen oder einer Grammatik haben sie im Verlauf der Evolution erst recht nicht entwickelt; trotz aller unbezweifelbarer Intelligenz.

Warum Wale, Elefanten oder Singvögel uns Menschen bei der spezifischen Fähigkeit zur vokalen Imitation, dem „call production learning“ näher sind, als unsere evolutionsbiologisch engsten Verwandten, darüber kann auch Prof. Tecumseh Fitch, Leiter der Abteilung Kognitionsbiologie an der Universität Wien, nur spekulieren. An grundsätzlichen und unüberwindbaren anatomischen Beschränkungen ihres Stimmapparates, ihres Vokaltraktes liegt es jedenfalls nicht – das ist das Ergebnis seiner in „Science Advances“ veröffentlichten Studie. Fitch und seine Kollegen knüpfen mit ihren neuen Experimenten an die paradigmatische Untersuchung von Philip Lieberman aus dem Jahr 1969 an.

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Dessen Ergebnisse seien aber erstens aufgrund schwächerer Eingangsdaten zustande gekommen – nämlich aufgrund einer Modellierung des Vokaltraktes eines toten Makaken – zweitens habe man anschließend Liebermans Schlussfolgerungen auch noch missverstanden oder fehlinterpretiert, so sieht es Tecumseh Fitch.  Sein Fazit: Makaken – und wahrscheinlich auch andere Primaten haben einen „sprechbereiten“ Stimmapparat – das Problem sind fehlende Steuerungs-Schaltkreise im Affengehirn. Völlig unumstritten sind die Schlussfolgerungen von Fitch und seinen Ko-Autoren noch nicht:

Die „New York Times“ zitiert die Sprachwissenschaftlerin Anna Barney von der Universität Southhampton – ihr zufolge blieben in Fitch’s Studie Fragen offen, etwa die, ob Makaken neben unterscheidbaren Vokalen auch die nötigen Konsonanten produzieren könnten. Da ist sich der Kognitionsbiologe allerdings recht sicher:

What we know for sure is that things like “pa, ba, ma, na”, all of those would be no problem as would “ha”; some version of “ka” and “ga” should be no problem. I think it would be extreme to say that monkeys could make all human consonants. But the point is they could easily make enough consonants to generate with this number of vowels to make thousands of words. I think the consonants have never been postulated to be to a large problem, a large limitation. The debate has always been about the vowels.

Und auch der mittlerweile emeritierte Philip Lieberman selbst meldet sich in der NYT und im „Christian Science Monitor“ noch einmal zu Wort – er ist nach wie vor der Meinung, dass bei der Evolution der menschlichen Sprache sowohl neuronale Veränderungen im Gehirn als auch anatomische im Vokaltrakt eine Rolle gespielt haben. Vielleicht klärt sich ja irgendwann durch genetische Eingriffe in das Erbgut von Affen, wer recht hat: Wenn durch einen wohl plazierten CRISPR-Schnipsel im Gehirn-Sprachkontrollzentrum Makaken oder Schimpansen plötzlich zu plaudern anfangen, war es Tecumseh Fitch. Wenn erst durch einen anderen Schnipsel der Kehlkopf anatomisch tiefer gelegt werden muss, war es Lieberman. 🙂

Sprachlose Primaten – Fehlende Kontrolle über Stimmtrakt

Deutschlandfunk – Forschung aktuell vom 12.12.2016 (Moderation: Arndt Reuning)

Erklärungen für Trumps Wahlsieg · DRadio Wissen

Mit der Vorhersage des Wahlergebnisses in den USA hat es ja bekanntlich nicht so besonders gut geklappt. Und ob das nun mit der Nachhersage, sprich, der Erklärung, warum Trump nun eigentlich gewonnen hat; ob das dabei besser klappen wird, das ist die Frage. Gedeutet und gedeutelt wir immer noch eifrig – angeblich oder tatsächlich hat das alles auch eine Menge mit dem Internet zu tun gehabt. Mit Filterblasen und Fake-News. Oder – das ist eine weitere These, mit Social-Network-Profiling, mit der ganz gezielten Ansprache von potentiellen Trump-Wählern.

Manchmal ist es ja komisch – meine Redakteurin mailt mir die Links zu einem Artikel bzw. den Kommentaren dazu, die gerade auf Twitter die Runde machen. Am Morgen kommt die nächste Redakteurin rein und fragt: Machst Du eigentlich das Ding mit dem Magazin-Artikel? Und dann kommt die Online-Chefin rein und fragt: Machst Du eigentlich das Ding mit dem Magazin-Artikel und dem angeblichen Trump-Sieg wegen Psychological-Social-Network-Targeting? Vielleicht ist das ja eine Filterblasen-Geschichte; speziell für die Filterblase von Journalisten.

Ein Artikel macht gerade bei Social-Media die Runde – weil er endlich eine Erklärung liefert, wie Donald Trump das mit dem Präsidenten-Coup gelungen ist.

MIttlerweile ist die Geschichte um den Zauberlehrling Michal Kosinski aber auch beim WDR (das mit der korrekten Statistik ist echt schwer – da klink ich mich jetzt auch mal kurz aus…) und in der FAZ. Meine eigene Version ist dabei: Klar funktioniert das Psycho-Werbe-Targeting „irgendwie“, bei Schokoriegeln genauso wie bei einem bis dato politisch vollkommen unbelecktem gold-gelockten Präsidentschaftskandidaten 🙂

Nur, wie genau und wie gut das funktioniert; das lässt sich halt an den Verkaufszahlen eines Schokoriegels viel genauer ablesen als am Wahlerfolg eines gold-gelockten Newcomers; da müsste man halt vorher-nachher-Resultate abwägen – die es aber nicht gibt. Dass die Marketing-Investitions-Entscheidung von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner gut war, will ich ja gar nicht bezweifeln…

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Aber das Versprechen von nachvollziehbar interessierten Kreisen wie Cambridge Analytica, so eine Wahl oder einen Brexit schon zu schaukeln und das Ergebnis „mal eben“ für sich zu reklamieren – das halte ich genauso wie Jens Scholz eher für Bullshit. Liebe Leute; auch eure angeblichen Follower lesen euch gar nicht jeden Tag. Kürzt euren Impact-Factor mal um 100 oder besser um 1000. Social-Media-Volksverdummung ist zwar schon ganz nett. Aber noch nicht wahlentscheidend. (Noch nicht. 🙂 )

Erklärungen für Trumps Wahlsieg · DRadio Wissen

DRadio Wissen -Hielscher oder Haase vom 05.12.2016 (Moderation: Till Haase)

Avalanche: Botnetz-Betreiber landen im Knast

Klar, ner alten Oma einen Totschläger über den Schädel zu ziehen, ist noch brutaler, Aber ihr Cyper-Ganoven-Pack, ihr nervt doch allmählich über alle Schmerzgrenzen hinaus. Warum versucht ihr es nicht mal mit ehrlicher Arbeit – Buletten backen bei McDonalds oder BurgerKing? Ach so, 40.000 Dollar im Monat kann man dort nicht verdienen?  Aber dafür kommt man auch nicht in den Knast oder nach Guantanamo.

Eine konzertierte Aktion gegen die Cyber-Arschlöcher gibt es leider ziemlich selten. Hat vermutlich was mit „optimierten“ Budgets und Personalstärken zu tun. 🙂 Aber auch die Anwender können etwas gegen die Seuche unternehmen…

Magnus Carlsen macht sich einen schönen Geburtstag und bleibt Schachweltmeister

Das war ziemlich knapp, obwohl „3-1“ ja nach einem klaren Ergebnis aussieht. Aber Schnellschachpartien kann man natürlich nicht mehr so ganz, ganz ernst nehmen (deswegen verringert sich auch der Unterschied bei der Preisgeld-Aufteilung…) wie „richtige“ Turnierpartien – und letztlich kann man sagen: Entschieden wurde diese WM durch einen schrecklichen „Patzer“ von Karjakin in der dritten Tie-Break-Partie; in äußerster Zeitnot. (Vom Kaliber vergleichbar mit der legendären übersehenen Springergabel im Match Hübner-Kortchnoi, auch wenn die Stellung von Karjakin nach dem erzwungenen 38.Tb1 nicht mehr das reine Vergnügen gewesen wäre…)

Irgendwie hat man mehr erwartet von Carlsen; das war jetzt ein WM-Titel in „kleiner Münze“. Und dennoch – der Weltmeister ist sich ja treu geblieben und hat immer wieder unkonventionelle Züge gespielt, um das Gleichgewicht auszuhebeln; in der Verlustpartie eben mit überzogenem Risiko. Und Karjakin hat sich gut vorbereitet und nahezu ebenbürtig gezeigt – mit dem wohlverdienten Titel „russischer Verteidigungsminister“ 🙂 und einem sympathischen Auftritt „zwischen“ den Partien …

DRadio Wissen – Hielscher oder Haase vom 01.12.2016 (Moderation: Diane Hielscher)

Hacker der Verkehrsbetriebe San Francisco selbst gehackt

Wer anderen dauernd eine Grube gräbt, als Profi-Hacker, Ransomware-Verbreiter und Erpresser seinen Lebensunterhalt verdient (und das gar nicht schlecht…), der sollte doch bei seinem eigenen Email-Account auch etwas Sicherheitsbewusstsein an den Tag legen. Und keine „richtigen“ Antworten auf die Passwort-Rücksetz-Sicherheitsfragen angeben. Und diese Antworten nicht bei mehreren Accounts verwenden. Und vielleicht so etwas wie 2-Way-Verification nutzen; vorausgesetzt, Yandex.com bietet das an.

Der Hack des Hackers zeigt: Cyber-Ganoverei ist recht einträglich – wie wir auch bislang schon wussten, ist es halt oft doch die preiswerteste Möglichkeit für betroffene Opfer, auf die Forderung des Erpressers einzugehen (der hier auch noch netterweise gegen einen kleinen Add-On-Obolus die Sicherheitslücke verriet, über die er hereinspaziert war – ok, die Firmen könnten sich natürlich auch eine kompetente IT-Abteilung leisten; aber die wird ja gern von BWL-Vollcheckern wegrationalisiert 🙂 )

Zweitens: Auch die Hacker und Ganoven selbst sind auch nur fehlbare Menschen (das sieht man ja auch beim versehentlich glimpflich verlaufenen Telekom-Router-Armageddon…). Drittens: Die Leute nerven wirklich mittlerweile tierisch. Für „Alireza“ ist schon ein sehr hübsches Zellchen reserviert, sollte er mal auf die Idee kommen, in die USA oder ein dorthin auslieferndes Land zu reisen. Im Iran lässt sich die Kohle doch gar nicht sachgemäß ausgeben. Oder vielleicht doch?

DRadio Wissen – Hielscher oder Haase vom 30.11.2016 (Moderation: Diane Hielscher)

Arschlöcher in der U-Bahn: Eine Kosten-Analyse

Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, auf U-Bahn-Arschlöcher (das sind die Zeitgenossen, die beim Halt des Zuges vor den Türen auf dem Bahnsteig stehen bleiben oder besser noch, schon durch den sich gerade öffnenden Spalt direkt hereindrängen…) zu reagieren: Ein indignierter Blick ist in den allermeisten Fällen um Größenordnungen zu subtil. Weit verbreitet ist der Ausruf „Erst aussteigen lassen“. Wenn man körperlich einigermaßen robust ist, geht auch Muskeln hart machen und die Angreifer einfach zurückdrängen oder zumindest heftig rammen. 🙂

Bei Medium.com hat ein Alltags-Forscher mit dem Kürzel CSi nun eine wertvolle Studie vorgelegt und quantifiziert, in welchem Ausmaß U-Bahn-Arschlöcher Tag für Tag den Verkehr aufhalten und Verspätungen produzieren. Das Ganze wird untermauert durch grafisch nett aufbereitete Fahrgäste-treffen-auf-Arschlöcher-Simulationen, durch Formeln und Hochrechnungen.

Simulation with assholes (note they are cramming in before people have remotely exited) Quelle: CSi/Medium.com

Simulation with assholes (note they are cramming in before people have remotely exited) Quelle: CSi/Medium.com

Zudem liefert der Autor kurze Erklärungsversuche für das Arschloch-Gehabe. Zumindest den „rationalen“ Arschlöchern, das muss CSi hier zugestehen, bringt das unverschämte Drängeln einen tatsächlichen Vorteil – sich nämlich in einer überfüllten Bahn mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einen Platz zu erkämpfen.

Der Autor hat übrigens eine eigene ganz spezielle Strategie beim Verlassen der Bahn – er geht mit seitlich weit ausgestreckten Armen auf den Menschenblock zu. Was erstens signalisiert: Ich kann nicht heraus. Und zweitens Arschlöcher am Durchschlupf hindert. Ich selbst, das gestehe ich hier, remple auch mal ganz gern. Natürlich keine Frauen, Kinder und Gebrechliche.