Das Szenario ist uns aus zig Science-Fiction-Filmen vertraut, vom Terminator bis zu Matrix: Vom Menschen geschaffene „Künstliche Intelligenz“, die irgendwann aus dem Ruder läuft und sich gegen den Menschen wendet. Dass sehr ernstzunehmende Wissenschaftler und Unternehmer – die eben selbst an KI forschen oder diese in ihren Produkten einsetzen – vor „Killer-Robotern“, vor autonom agierenden Waffensystemen warnen, ist gar nicht einmal neu, aber bestimmt keine irrationale Schwarzmalerei von Technik-Skeptikern. Elon Musk, einer der Mitunterzeichner des offenen Briefes hatte sich in dem Zusammenhang vor kurzem ein kleines Scharmützel mit dem Chef von Facebook, Mark Zuckerberg, geliefert.
Ob sich die Entwicklung der Waffen der Cyber-Generation durch eine UN-Ächtung aufhalten lässt, das darf man (als Berufs-Pessimist sowieso…) getrost bezweifeln. Zu verlockend sind vollautonome Waffensysteme für die Militärs, gerade in einer Zeit der „asymmetrischen Kriegsführung“, in der man es einerseits mit einem technologisch unterlegenen Feind zu tun hat – und in der man (bzw. die Gesellschaft hinter der High-Tech-Armee…) immer weniger bereit ist, eigene Verluste zu akzeptieren. Die „Killer-Roboter“ versprechen einen strategischen und taktischen Vorteil, der kriegsentscheidend ist – zumindest eine Zeitlang. Bis nämlich die ersten Systeme in fremde Hände fallen oder gehackt werden, bis die Underdogs technologisch nachgezogen haben – nur ein kleines Beispiel: Mit Drohnen lässt sich schon jetzt allerhand anstellen, und dass die bisherigen islamistischen Terroristen überwiegend debile Kleinkriminelle sind, muss ja nicht immer so bleiben.
Vom Super-GAU, der „Emanzipation“ und Bewusstwerdung einer KI jetzt einmal ganz abgesehen: Autonome Waffensystem entwickeln heißt, die Büchse der Pandora öffnen – sagen die Verfasser des warnenden Briefes. Da ist definitiv etwas dran.
Gerade mal drei Wochen ist es her, da hat sich die „Rebellen-Währung“ Bitcoin Cash abgespalten vom Platzhirsch der Cyberwährungsbranche. Nach einer kurzen Kursexplosion lag die Notierung dann geradezu verdächtig stabil bei rund 300 Dollar – aber jetzt war dann wieder mal die nächste Explosion fällig; der Kurs des Bitcoin Classic hatte ja auch schon wieder unfassbar zugelegt. Das alles ist Wahnsinn, und eben auch nicht Wahnsinn: Marktwirtschaft halt.
Ganz offenbar gibt es eben an mehreren Cyberwährungsbörsen eine ausreichende Anzahl von Leuten, die bereit sind, Bitcoin Cash nun zu höheren Kursen zu kaufen. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Immer mehr Handelsplattformen unterstützen die Rebellen-Währung jetzt doch, die Transaktionszahlen und -volumina steigen. Für die mächtige Fraktion der Miner ist beim gestiegenen Kurs das Bitcoin Cash-Schürfen sogar attraktiver als das Errechnen der klassischen Cyber-Münze, und es gibt wieder eine gute Nachricht in Richtung allgemeiner Akzeptanz: Ein ehemaliger Vermögensverwalter der Harvard Universität plant, einen Cyberwährungs-Hedgefond aufzulegen – wo also auch Leute in Bitcoin und Konsorten investieren könnten, die sich mit der technischen Materie unmittelbar nicht beschäftigen wollen.
Da Bitcoin Cash genauso gut funktioniert wie Bitcoin, dürfte auch schlicht ein psychologischer Aspekt eine Rolle spielen: Der Unterschied zwischen „billigem“ und „teurem“ Kurs der beiden Rivalen. Und möglicherweise gibt es noch eine äußerst freudige Botschaft für all die Bitcoin-Besitzer, die ihre Reichtümer auf einer Plattform gelagert hatten, die Bitcoin Cash nicht unterstützt hatte. Bei so viel Jubel-Nachrichten ein kleiner Wermutstropfen: Online-Einkäufe mitt Bitcoin sind viel weniger anonym als gedacht, das zeigt eine Studie der Princeton University – der ganz normale Tracking-Wahnsinn ist schuld. Letzte Woche hatten andere Wissenschaftler schon gezeigt, dass sich per Bitcoin bezahlte Menschenhandel- bzw. Kindersex-Anzeigen ebenfalls mit dem Kassenbuch der Cyberwährung, der Blockchain abgleichen lassen.
Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 21.08.2017 (Moderation: Thilo Jahn)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den österreichischen Außenminister Sebastian Kurz in einer scharfen persönlichen Attacke vor weiterer Kritik an der Türkei gewarnt. „Er kennt keine Grenzen“, kritisierte Erdogan in einer im Fernsehen übertragenen Rede. An Kurz gerichtet fügte Erdogan hinzu: „Wer sind Sie, dass Sie mit dem Präsidenten der Türkei reden? Beachten Sie Ihre Grenzen!“ Auch kritisierte Erdogan, Kurz versuche, „uns eine Lektion zu erteilen“. Wiederum an den Außenminister gerichtet fügte er hinzu: „Wie lange sind Sie eigentlich in der Politik? Wie alt sind Sie?“
„Die Politiker in Deutschland zittern vor dem Donnerhall aus Istanbul Ankara und springen auf und ab. Und dieses Würstchen aus dem bedeutungslosen Alpen-Kleinstaat wagt es, dem Türkischen Präsidenten, gelobt sei sein Name, zu drohen?“ führte Erdogan weiter aus. Auch Adolf Hitler sei bekanntlich Österreicher gewesen, erinnerte der geschichtsbewanderte türkische Präsident: „Ihr seid Faschisten. Ihr mit Euren Nazi-Praktiken könnt so verärgert sein wie Ihr wollt.“ Recep Tayyip Erdogan kündigte zum Abschluss seiner von seinen Anhängern umjubelten Rede an, Jan Böhmermann, Sebastian Kurz, Sigmar Gabriel sowie überhaupt sämtliche Kritiker, Journalisten, Dissidenten und Spötter „überall auf der Welt“ verhaften und in die Türkei ausliefern zu lassen.
Auch ein Jahr nach dem gescheiterten Militärputsch herrscht in der Türkei der Ausnahmezustand. Und nach wie vor kommt es zu Massenentlassungen und Verhaftungswellen – der Vorwurf an die Betroffenen: Sie seien Anhänger der Gülen-Bewegung, oder wie es im Sprachgebrauch von türkischer Regierung, von Behörden und der regierungsnahen Presse heißt, sie seien Mitglieder der FETÖ, der „Fethullah-Gülen-Terrororganisation“ und hätten den Putschversuch unterstützt. Eine zentrale Rolle dabei spielt eine außerhalb der Türkei praktisch völlig unbekannte Smartphone-App. „ByLock“ heißt die – und wer die auf seinem Handy installiert hat, gilt in der Türkei als Terror- oder Putsch-Unterstützer.
ByLock galt einmal in der Türkei als ganz toller Geheimtipp für vertrauliche, End-zu-End-verschlüsselte Kommunikation. Bedarf dafür gab/gibt es ja im Reich des in irgendwelchen nationalistischen, religiösen oder vielleicht auch nur in Wirklichkeit ganz pragmatisch gewinnorientierten Sphären schwebenden Ministerpräsidenten/Präsidenten/nach einer kleinen Umgestaltung der türkischen Verfassung 🙂 wieder „Reis“ Recep Taijip Erdogan genug. Peinlicherweise war ByLock entweder ein Programmier-Desaster oder eine besonders gelungene Honeypot-Aktion des türkischen Geheimdienstes.
Von außen, mit „normalen“ journalistischen Methoden lässt sich zur Zeit nicht seriös klären, was eigentlich bei ByLock losgewesen ist. Offizielle türkische Quellen und regierungsnahe türkische Medien sind momentan – vorsichtig ausgedrückt – etwas einseitig. 🙂 Bei den betroffenen ByLock-Beschuldigten geht es – kein Spaß – um die Lebensexistenz. Aber natürlich ist auch, trotz der bislang von türkischer Seite nicht nachgewiesenen Verantwortung der Gülen-Organisation für den Putschversuch, die Gülen-Bewegung kein richtig guter Auskunftsgeber. Dass sie zielgerichtet versucht hat, ihre Anhänger in Schlüsselpositionen in der türkischen Verwaltung; in Justiz, Polizei und Militär zu bringen, das darf man wohl als gesichert ansehen. Nur war das ja genau der Masterplan auch der AKP- in den Zeiten der sehr engen Verbindung zwischen Recep Taijip Erdogan und Fetullah Gülen.
Walter McDaniel, Journalist und Freelance-Autor für diverse Online-Medien hat in seinem „ByLock Report“ einmal sehr ausführlich die im Netz rekonstruierbare Historie des unglückseligen Messengers recherchiert und aufgelistet; insbesondere räumt er hier auch mit den in verschiedenen türkischen Medien referierten angeblichen „Besonderheiten“ von ByLock auf, die angeblich die „verschwörerische Natur“ von ByLock beweisen könnten. Worauf er allerdings nicht eingeht: Angeblich soll es – laut einem Untersuchungsbericht türkischer Oppositionsparteien – wobei „Opposition“ hier auch wiederum nicht im landläufigen Sinne zu verstehen ist 🙂 – ByLock-Versionen gegeben haben, die ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch „per Hand“ innerhalb der Gülen-Bewegung verteilt worden sind. Und angeblich sollen hier auch die berüchtigten Ein-Dollar-Noten eine Rolle gespielt haben, als Zugangscode für ByLock +++
Klingt reichlich abstrus. Fazit auf jeden Fall: Wer einmal irgendwann – aus welchen Gründen auch immer – ByLock auf seinem Smartphone installiert hatte, sollte dieses auf gar keinen Fall bei einer eventuellen Einreise in die Türkei mitnehmen. Ein für diesen Zweck gebraucht gekauftes Gerät ist auch eine ganz schlechte Idee. Und selbst ein Billig-Neugerät birgt Risiken: Es soll nämlich Smartphone-Produzenten in China geben, die Bauteile aus ausgedienten Geräten wiederverwenden – mit sehr viel Pech könnte man sich damit ebenfalls ByLock-Spuren einhandeln. Auch so eine Falsch-Beschuldigung würde sich mit einer sehr diffizilen forensischen Untersuchung ausräumen lassen. Wenn die – sicherlich völlig unabhängig agierenden türkischen Gerichte 🙂 – nach einem dreijährigen Bearbeitungsstau und entsprechender Untersuchungshaft-Dauer diesem Experten-Gutachten dann auch folgen.
Oder man lässt sich einfach momentan etwas Zeit mit der Türkei; wenn als Außenstehender möglich. Herr Erdogan ist ja gerade etwas erregt und lässt weltweit verhaften.
Deutschlandfunk – Computer und Kommunikation vom 19.08.2017 (Moderation: Manfred Kloiber)
Es gibt ja sehr ernstzunehmende Indizien dafür, dass die Allgegenwart von Smartphones signifikant negative Auswirkungen auf das körperliche und geistige Wohlbefinden von „Homo sapiens sapiens“ hat. Die einen kommen beim Straßenüberqueren oder Pixel-Monster-Jagen unter die Räder, die anderen verlieren für die Arterhaltung notwendige Kompetenzen an „KI“-Algorithmen. Smartphones, kurzum, machen blöd – selbst wenn man sie nur auf dem Tisch liegen hat.
Aber Hand aufs Herz – ist das nicht wirklich viel schöner, nur ganz virtuell durch Tinder-Angebote durchzuwischen, als die Typen wirklich zu daten und dann festzustellen, dass die Fotos Fake waren und die Biografien sowieso? Und ist es nicht viel schöner, auch alltäglichen To-Go-Bedarf wie Snacks, Getränke und Alexa-Abhördrohnen 🙂 mal eben per App zu kaufen und dann aus einem Schließfach zu entnehmen, als die von einem anderen Menschen (womöglich aus einer anderen sozialen Schicht…) überreicht zu bekommen?
Bild: Amazon.com
Ja. Ist viel schöner. Und deswegen gibt es halt bei Instant Pickup eine metallene Trennwand zwischen Käufer und Verkäufer. Wobei ja theoretisch noch ein Moment der Anarchie oder der Romantik möglich wäre – vielleicht macht man ja mal das Schließfach genau in dem Moment auf, in dem die Amazon-Mitarbeiterin auf der anderen Seite auf den allerletzten Drücker die Ware hineinlegt. Und dann ein tiefer Blick in die Augen, durch das Schließfach; von Türchen zu Türchen. Aber nein – das wird der Algorithmus schon zu verhindern wissen.
Um mal von diesen Exkursionen auf den Boden der nackten Realität zurückzukommen: Erst einmal könnte man bei einer Bestellung vorab und der dann folgenden Abholung tatsächlich die paar Sekunden sparen, die ein Verkäufer hinter dem Tresen zum aus-dem-Regal-holen bräuchte. Und zweitens (das ist ein Hinweis einer Kollegin bei Deutschlandfunk Nova…) fragt mit Trennwand auch niemand: „Haben Sie eine Payback-Karte?“ Wobei – das könnte Amazon ja noch in die App mit einbauen 🙂 …
Die Sache mit dem Neuland ist ja nun wirklich abgefrühstückt, und dass die sogenannten „Digital Natives“ nun irgendwie per se mehr Checkung haben als alte Säcke (wie ich…) – das ist auch noch nicht ausgemacht. Ich sage sogar mal ganz kess: Haben sie nicht. Bei der aktuellen demographischen Situation haben alte Säcke und Säckinnen sogar einen ziemlich großen Einfluss auf eine Bundestagswahl, vielleicht tatsächlich eigentlich einen zu großen – aber bei den Jungwählern gibt es ja nicht nur die allgemeine Orientierungslosigkeit, wo man denn sein Kreuzchen machen sollte. Sondern – die muss man erstmal dazu bringen, überhaupt wählen zu gehen.
Vor lauter Internet-Verstörungen und irritierenden Signalen wie den Tweets von Trump und den Verlautbarungen des nordkoreanischen Staatsführers kann man da schon einmal in Angst und Panik geraten – das hat die Kanzlerin bei ihrem Live-Chat mit Beauty-Bloggerin Ischtar Isik, dem Technik-Spezialisten AlexiBexi, Mirko Drotschmann alias MrWissen2go und Lisa Sophie alias ItsColeslaw aber schnell ausräumen können. Irgendwelche Randale oder neue Erkenntnisse: Fehlanzeige. Aber mal ganz ehrlich – wäre eine adäquate Antwort auf die Frage: „Müssen wir Angst haben vor einem dritten Weltkrieg?“ etwa „Ja“ gewesen? Die Börsenindizes sind ja auch schließlich schon wieder hochgegangen nach den jüngsten Deeskalations-Signalen der beiden Staatsführer mit den problematischen Frisuren.
Beim abschließenden Gruppenfoto…
…konnte man die eine oder andere Annäherung an die Merkel-Raute beobachten. Kleiner Tipp noch an alle Nachwuchs-Journalistinnen: Die Unsicherheits-Haltung mit der linken Hand um den herunterhängenden rechten Arm sieht halt unsicher aus. Da ist man mit der symmetrischen Position und der Raute eher auf der sicheren Seite.
Deutschlandfunk Nova – Hielscher oder Haase vom 17.08.2017 (Moderation: Till Haase)
Der Test auf dem Heimatmarkt war offenbar erfolgreich, nun können auch deutsche User den digitalen Facebook-Flohmarkt bestücken oder nach Schnäppchen stöbern. Und auch hierzulande wird das neue Angebot aus dem Hause Zuckerberg nicht gleich den etablierten „Mitbewerb“ aus dem Rennen fegen. Dem Datensammel- und Werbeimperium geht es vor allem darum, seinen Nutzern ein möglichst komplettes Angebot zu präsentieren. Alles soll aus Facebook heraus funktionieren – gerne auch der Einkauf beim vermeintlichen oder tatsächlichen Konkurrenten eBay.
Wer einen Großteil der Weltbevölkerung zu seinen Kunden zählen kann, agiert halt einigermaßen gelassen. Vor allem, wenn man auch noch ein Alarmsystem hat, das einem etwaige Spielverderber frühzeitig meldet.
Wer Facebook nutzt (und das ja bekanntlich „gratis“…), gibt im Gegenzug seine Privatsphäre auf; zumindest den digitalisierten Teil. Das ist den meisten Leuten so diffus klar. Ein bisschen kann man ja auch noch an den Privacy-Stellschrauben drehen, wie das Unternehmen mehr treuherzig als letztlich zutreffend in seiner Werbe-Kampagne für Bedenkenträger betont. Und doch würde es vermutlich den meisten Usern der Facebook-App für Smartphones und Tablets etwas unangenehm aufstoßen, würde die Anwendung fragen: „Darf ich mal mitprotokollieren und an Facebook weitermelden, welche anderen Apps Du eigentlich auf deinem Gerät installiert hast, wie oft und wie lange Du die nutzt, und wieviel und welche Daten Du dabei übers Netz sendest und empfängst?“
Genau das fragt aber die App Onavo – relativ unauffällig. Und die meisten Nutzer nicken den Programmpunkt ab – ihr Fokus liegt ja auf den Features, die Onavo ihnen bietet: Schnelleres und sichereres mobiles Surfen. Für Web-Anbieter – und seit der Übernahme im Jahr 2013 eben für den neuen Besitzer von Onavo, Facebook – da liegt der Fokus ganz woanders: Auf den mitprotokollierten Daten nämlich. Laut Wall Street Journal und gut informierten Insidern haben die Mobile Analytics-/Marktforschungs-/Schnüffel-Informationen einen ganz erheblichen Einfluss auf Unternehmens-Entscheidungen von Facebook – vom WhatsApp-Kauf über Maßnahmen gegen Live-Video-Stream-Konkurrenten bis hin zum Ausbremsen von verkaufsunwilligen Messenger-Mitbewerbern 🙂
Das alles ist völlig normal und ja auch von den Usern abgenickt, sagt Facebook. Das alles könnte gegen AppStore-Richtlinien oder sogar gegen kartellrechtliche Vorschriften verstoßen, sagen Kritiker. Mit der Schnüffel- bzw. Analytics-App hat Facebook ein hübsches Tool im Portfolio, um Mitbewerber beizeiten „plattzumachen“ – durch das Abkupfern von Funktionen oder im Notfall, durch eine Übernahme 🙂 … Mal sehen, wie das weitergeht – immerhin: Facebook hat das gleiche Problem wie Google: Ein marktbeherrschendes Unternehmen kann nicht mehr einfach das machen, was es gerne möchte und was ja so schön einfach und praktisch funktioniert. 🙁
Apropos Snap – da hätte Mark mir doch echt mal Bescheid sagen sollen; bei all der Facebook-freundlichen Berichterstattung, die ich seit Jahren betreibe.
Ist ja eigentlich ganz logisch und spricht für sehr gut informierte Erpresser: Da haben wir gerade die erfolgreiche Abspaltung des Bitcoin Cash vom Bitcoin und eine wundersame Geldvermehrung in den digitalen Geldbörsen der Cyberwährungs-Besitzer zu verzeichnen – und schon heben die bislang unbekannten Super-Schurken ihr „Guthaben“ restlos ab. Ob damit jetzt Kim-Jong-Un seine nächste Big Mac-, Whisky- oder Walt-Disney-Blu Ray-Lieferung bezahlen will, ist noch nicht klar – theoretisch kann ja auch irgendein anderer Super- oder Schmalspur-Schurke hinter dem „erfolgreichen“ Malware-Wurm stecken.
Theoretisch sogar ein angeblicher „Whitehat“, ein guter Hacker, der in Wirklichkeit oder meinetwegen auch in seiner noch nicht allzu lang abgeschlossenen, jugendlich-erratischen, noch nicht endgültig ausgeprägten Zeit mal ein Blackhat, ein böser Hacker war. Entweder das FBI spinnt rum, oder der Held ist nicht so hehr wie vermutet. Einerseits bin ich ja für ziemlich drastische Strafen für die wirklich Kriminellen und schmerzfreien Abzocker und Erpresser im Netz. Schmort jahrzehntelang im Kerker, ihr Wixer! 🙂
Andererseits habe ich ein gewisses Verständnis für junge, verwirrte Männer in ihrer Irrsinns- oder Orientierungsphase. Da mal, nach zu viel Bier und zu viel Pizza und Chips, irgendeine Malware ins Netz zu schicken, um Anerkennung bei der Peergroup zu ernten, das ist nach wie vor nicht vergleichbar mit Terroranschlägen oder anderen entsprechenden Aktionen in der „realen“ Welt.
Über die sehr rustikale Methode von Film- und Musik-Rechteinhabern, ihre Algorithmen YuoTube durchscannen zu lassen und dann mal ganz schnell Löschanträge, Monetization Claims oder Abmahnungen rauszuhauen haben wir ja schon öfters mal berichtet. Ein Daueraufreger, weil immer wieder angebliche Rechte reklamiert werden, die gar nicht bestehen. Kaum zu toppen ist allerdings, wenn ein Musik-Rechteinhaber einen Clip reklamiert, in dem weitgehend Stille herrscht, in dem genau die Musik absichtlich entfernt worden ist.
Warner/Chappell, der Tochterfirma von Warner Music gelingt dieses Kunststück – und zwar nicht durch die Aktivitäten eines durchgeknallten Bots, sondern durch die eines (durchgeknallten?) Menschen. Was den oder die Beschwerde-Einreicher(in) zu seinem/ihrem Monetization Claim veranlasst hat, bleibt zur Zeit unklar. Vielleicht ja die (ziemlich peinliche…) Verwechslung der Musik von Gustav Holst („The Planets“) mit der Star Wars-Hymne von John Williams – eine unziemliche Verwechslung zudem von Original und – zugegeberweise genialer – Variation.