Uberfacts: Eine halbe Million mit Bullshit

„Fakten, Fakten, Fakten“ – das war ja mal das Motto eines neuen Nachrichtenmagazins, das gegen den Platzhirsch am Nachrichtenmagazin-Himmel anstinken wollte. Mittlerweile ist der einst ambitionierte Newcomer heftig in Richtung Boulevard abgesunken, besonders im Online-Auftritt. Der Platzhirsch allerdings auch; mehr als nur „ein Stück weit“…

Aber vielleicht ist das einfach auch geradezu zwangsläufig, wenn man nicht im „zwangs“-gebührenfinanzierten Refugium des öffentlich-rechtlichen Rundfunks 🙂 , sondern im harten Markt der freien Presse unterwegs ist. Total der richtige und einzige Weg zum Erfolg: Uberfakten, Uberfakten, Uberfakten – die Leute da draußen wollen nämlich leicht konsumierbaren Bullshit. Aber auch wenn man sich da wieder mal fragen kann, was das Internet eigentlich mit unseren Hirnen macht – Kris Sanchez hat ganz recht: Wem sein Fakten-Kram nicht passt, braucht ihm ja nicht zu folgen.

DRadio Wissen · Uberfacts: Eine halbe Million mit Bullshit.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 15.10.2014

Ist Dropbox gehackt?

Auf der einschlägig bekannten Plattform Pastebin.com hat ein oder hat eine Hacker/Hackerin Username/Password-Kombinationen von Dropbox-User(inne)n gepostet – und zwar als „Teaser“, als „Appetizer“ – die komplette Liste von angeblich insgesamt 7 Millionen Accounts soll nämlich erst herausgerückt  werden, wenn genügend User ihre „Unterstützung“ per Bitcoin-Spende dokumentiert haben – zunächst belief sich das Interesse allerdings nur auf 0,03 Euro-Cents.

Dropbox selbst sagt: „Unsere Server sind nicht gehackt worden, die eventuellen Probleme kommen von ‚Drittanbietern'“ – so ähnlich wie beim „Snappening“ vielleicht ? Wenn nämlich die API, die Authentifizierungs-Schnittstelle gehackt oder reengineert worden ist, dann hat Dropbox (wie Snapchat…) ein Riesen-Problem. Die veröffentlichten Accountdaten seien auch nicht mehr gültig oder nie gültig gewesen, sagt Dropbox – aber erstens berichten einige Reddit-User, manche Kombinationen aus Username/Passwort hätten durchaus zunächst funktioniert. Auch im Dropbox-Blog schreiben Anwender, sie hätten ihre (sogar exklusiv für Dropbox verwendeten…) Account-Daten auf den Pastebin-Listen wiedergefunden.

DRadio Wissen · Liveblog: Flüchtlinge müssen unter freiem Himmel schlafen.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 14.10.2014

 

Und auch meine eigenen „stichprobenartigen“ Recherchen zeigen: einzelne „geleakte“ Dropbox-Account-Daten waren definitiv zumindest zeitweise gültig. Und sie passen sogar in Einzelfällen für die Mailaccounts von Anwender(inne)n, die Usernamen/Passwort eben nicht nur für Dropbox benutzt haben – ein häufiger, aber nicht ratsamer Lapsus 🙁 .

Eine betroffene Anwenderin hat mir berichtet, sie habe eine Mitteilung von Dropbox erhalten, ihr Passwort sei geändert worden – und zwar von einem iPhone aus, das sie gar nicht besitzt.

Des Rätsels Lösung: auf Pastebin, wo der oder die „böse“ Hacker(in) die Passwörter gepostet hat, hat auch ein „guter“ Hacker reagiert – und zwar mit einem Script, einem kleinen Programm, das die geouteten Accounts bei Dropbox mit einem zufällig generierten neuen Passwort versehen hat – nach dem Motto: „besser die legitimen Account-Inhaber temporär aussperren (die sich ja ein neues Passwort einrichten können…), als irgendwelchen Kiddies Zugriff auf die Accounts zu gestatten…“

Die geposteten Account-Daten sind also nicht (oder definitiv nicht komplett…) gefaked, und auch nicht so irrelevant wie Dropbox behauptet – wo aber die eigentliche Sicherheitslücke besteht, das ist immer noch unklar… Aber das wird schon bald etwas klarer sein, vermute ich…

Fazit: wo immer auch die Daten herstammen, und egal, ob tatsächlich 7 Millionen Accounts betroffen sind – das Dropbox-Passwort zu ändern (und dabei auch gleich die 2-Wege-Authentifizierung zu aktivieren…) ist auf jeden Fall eine sehr gute Idee. Und Fazit 2: Ein und dieselbe Username/Passwort-Kombination (und vor allem noch die des Mailaccounts, wo ja die Infos der übrigen Accounts meist zusammenlaufen…) bei verschiedenen Web-Diensten zu verwenden, ist eine sehr schlechte Idee.

DRadio Wissen · Luftangriffe: Die Türkei, die Kurden und die PKK.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 15.10.2014

Fragen Sie Doktor Google

Fragen Sie Doktor Google – wer nach „Knieschmerzen“ oder „Meniskus“ sucht, der hat vielleicht medizinischen Beratungsbedarf, mutmaßt der Suchmaschinenriese; und bietet Hilfe durch Ärzte aus Fleisch und Blut, per Live-Videochat. Die virtuelle Sprechstunde ist eine Variante des schon eingeführten Google-„Helpout“-Dienstes und wird seit kurzem in den USA in einer kostenlosen Testphase erprobt. Dort gibt es bereits ähnliche Dienste wie „Spruce“ oder „Better“ am Markt, und auch für Facebook ist medizinische Beratung ein interessantes Thema. Undenkbar ist das Ganze auch hierzulande nicht – zumindest als eine Vorberatung zu einem tatsächlichen Praxisbesuch könnte die Fernvisite ja theoretisch sogar Kosten sparen.

DRadio Wissen · Liveblog: Flüchtlinge müssen unter freiem Himmel schlafen.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 14.10.2014

ShellShock – Sicherheitslücke sorgt für Alarmstimmung in der Netzwelt

Die Probleme mit der populären Unix-Shell Bash sind anscheinend noch längst nicht endgültig ausgestanden – es kommen laufend neue Erkenntnisse über Schwachpunkte bzw. Angriffsmöglichkeiten, und es kommen laufend neue Patches, die schnell eingespielt werden sollten.

Aber wo der Hase mit Langzeitwirkung im Pfeffer liegt: potentiell betroffen sind neben Webservern (auf die ja ein Admin sein wachsames Auge wirft…) auch Geräte mit Unix/Linux-Betriebssystem, die selten überprüft und selten upgedatet werden oder deren Hersteller selten oder spät Updates liefern: Router, Multimediaboxen, Smart-TVs (?), Industrie- und Heimsteuerungsanlagen…

ShellShock – Sicherheitslücke sorgt für Alarmstimmung in der Netzwelt.

DLF Computer&Kommunikation vom 27.9.2014

Datenschutz: Kein Verkauf von Persönlichkeitsprofilen

Ein Interview von Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) sorgt für Schlagzeilen wie „Innenminister attackiert Google“. Der Suchmaschinenriese selbst sieht sich zu Unrecht angegriffen – zumindest was den Verkauf von Persönlichkeitsprofilen betrifft. Von diesen Feinheiten einmal abgesehen – wie de Maizière das Big-Data-Monster wieder in die Büchse der Pandora zurückbekommen will, das bleibt einigermaßen schleierhaft…

DRadio Wissen · Datenschutz: Kein Verkauf von Persönlichkeitsprofilen.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 22.9.2014

Yahoo: 250.000 Dollar Strafe täglich

Staatstragende Kooperation nach leichtem Daumenschrauben-Einsatz – so könnte man wohl beschreiben, warum sich der Online-Dienst Yahoo (und danach auch viele seiner Mitbewerber…) der großen PRISM-Koalition mit dem US-Auslandsgeheimdienst NSA angeschlossen hat. Richtig glücklich sind die amerikanischen Netz-Firmen natürlich nicht mit ihren staatlich verordneten Schnüffel-Hilfsdiensten – kein Wunder; der erzwungene Verrat am Kunden ist einfach nur geschäftsschädigend. Nach langem juristischem Hin und Her darf Yahoo nun wenigstens den Einsatz der Daumenschrauben dokumentieren…

DRadio Wissen · Yahoo: 250.000 Dollar Strafe täglich.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 12.9.2014

Netzneutralität – der Internet Slowdown Day

Netzneutralität bedeutet: alle Datenpäckchen werden gleich behandelt. Und das ist so ziemlich der „heilige Gral“ der Netzpolitik-Gemeinde. Die Gegner – vor allem Provider mit eigener Netz-Infrastruktur sagen: „Quatsch“ – es gibt gute Gründe, bestimmten Traffic technisch zu priorisieren; IP-Telefonie, vor allem aber Videostreaming; womöglich in HD…

Und außerdem wollen diese Player am Markt natürlich auch eine Dividende für ihre Infrastruktur-Investitionen…

Die Netzneutralität-Befürworter hingegen kontern: Wenn erst einmal zwischen Premium-Diensten mit hoher Geschwindigkeit und gegen Extra-Bezahlung und Normal-Diensten unterschieden wird, dann könnten auch andere Kriterien ins Spiel kommen – dann könnten Provider auch politisch oder weltanschaulich unliebsame Inhalte drosseln oder quasi unzugänglich machen.

Auch wenn der Slogan von der drohenden „Verlangsamung des Netzes“ vielleicht etwas plakativ daherkommt – der „Internet Slowdown Day“ warnt vor möglichen negativen Folgen einer Aufgabe der Netzneutralität.

Schaum oder Haase vom 11.9.2014

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 11.9.2014

Offene Fragen um Silkroad-Enttarnung

In den meisten Rechtsstaaten gilt der Grundsatz, dass nur rechtskonform erlangte Beweismittel in einem Gerichtsprozess eingebracht werden dürfen. Insofern ist das Verfahren gegen „Dread Pirat Roberts“ alias Ross William Ulbricht spannend – wie haben die Ermittler vom FBI eigentlich den Drogen- und Waffenhandelsplatz im DarkNet geknackt ?

Angeblich durch einen dummen Fehler des „Piraten“ – daran bestehen allerdings gewisse Zweifel.

Schaum oder Haase vom 8.9.2014

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 8.9.2014

Fappening: Reddit nimmt Nacktbilder offline

Prominente spielen eine Rolle in der Öffentlichkeit – und dazu gehört manchmal auch der gezielte Einsatz von offenherzigen Auftritten. Andererseits sind Prominente auch ganz normale Menschen – mit ganz normalen zeitgemäßen Angewohnheiten; etwa denen, private und intime Situationen mit dem Handy zu dokumentieren und das zum Beispiel dem Partner zukommen zu lassen. Und eben nur dem Partner, und nicht der Öffentlichkeit. Dumm nur, wenn man sich auf die erhoffte Privacy und die erhofften (und auch so kommunizierten…) technischen Vorkehrungen von Cloud-Anbietern, Privates auch wirklich privat zu behandeln nicht verlassen kann.

Bei Apples iCloud-Dienst gab es offenbar eine Sicherheitslücke, die mit dem quasi unbegrenzt möglichen Ausprobieren von Passwörtern zusammenhing – auch wenn das Unternehmen sich um ein Schuldeingeständnis noch peinlich herumdrückt. Immerhin sollen die Lücken gestopft werden – die gehackten Bilder sind hingegen im Netz. Für immer; trotz der späten Reaktion von Reddit, wenigstens den Hauptumschlagplatz des Materials dichtzumachen.

DRadio Wissen · Fappening: Reddit nimmt Nacktbilder offline.

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 8.9.2014

Swattening – Sondereinsatzkommando-Hausbesuche als kleiner Scherz

Schon mal „geswattet“ worden ? – wahrscheinlich nicht, obschon es ja auch hierzulande Fehleinsätze von Polizei-Sondereinsatzkommandos gegeben hat, die neben zertrümmerten Wohnungstüren auch gewisse emotionale Beeinträchtigungen bei den unschuldigen Betroffenen hervorgerufen haben. In den USA scheint es allerdings geradezu ein Volkssport zu sein, anderen Mitmenschen die SWAT-Teams auf den Hals zu hetzen – ein anonymer Telefonanruf genügt. Dummerweise ist ja in den Staaten ein Polizeieinsatz auch mit einem signifikanten Waffengebrauchs-Risiko verbunden – siehe Ferguson. Insofern ist das missbräuchliche „Swatten“ also absolut kein guter Scherz und zurecht mit happigen Strafen belegt. Wie so ein Einsatz abläuft (und dabei machen die beteiligten Polizisten leider gar keine gute Figur…), dass ließ sich gerade bei YouTube anschauen…

Schaum oder Haase vom 29.8.2014

DRadio Wissen – Schaum oder Haase vom 29.8.2014